Damien Echols Mein Leben nach der Todeszelle

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Inhaltsangabe zu „Mein Leben nach der Todeszelle“ von Damien Echols

Die ebenso schockierende wie bewegende Geschichte eines Mannes, der 18 Jahre in der Todeszelle saß. Im Jahr 1993 wurden Damien Echols, Jason Baldwin und Jessie Misskelley Jr. – bald bekannt unter dem Namen „The West Memphis Three“ – für schuldig befunden, drei achtjährige Jungen ermordet zu haben. Baldwin und Misskelley erhielten lebenslange Haftstrafen, Echols wurde zum Tode verurteilt. In den folgenden Jahren wurden die „WM3“ weltweit zum Symbol für die Verfehlungen des amerikanischen Justizsystems und erhielten breite Unterstützung. In einer spektakulären Wende der Situation und aufgrund neuerlicher DNA-Tests wurden alle drei Männer im August 2011 entlassen. In seinem Buch schildert Damien Echols, der stets seine Unschuld beteuerte, was es bedeutet, 18 Jahre lang in der Todeszelle zu sitzen, und er erzählt, wie es ihm gelang, den psychischen wie physischen Terror, dem er ausgesetzt war, zu überleben.

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    Mein Leben nach der Todeszelle
    Babscha

    Babscha

    Dies ist die bewegende Lebensgeschichte von Damien Echols, der im Jahr 1994 im Alter von 20 Jahren von einem Geschworenengericht in Arkansas zum Tode verurteilt wurde für den gemeinsam mit zwei Freunden begangenen Mord an drei achtjährigen Jungen. Und der zusammen mit ihnen nach 17 langen Jahren in der Todeszelle in einer weltweit beachteten, medienwirksamen Aktion wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, da neue forensische Analysemöglichkeiten große Zweifel an der tatsächlichen Schuld der seinerzeit Verurteilten aufwarfen. Echols erzählt uns in seinem umfangreichen, überwiegend im Gefängnis geschriebenen Werk die ganze so traurige wie haarsträubende story seines Lebens selbst. Er berichtet von seiner Jugend als White Trash in ärmlichsten Verhältnissen von West Memphis, von zersplitterten Familienverhältnissen mit einem despotischen, brutalen Stiefvater und einer ignoranten, gleichgültigen Mutter und von seinem Leben auf der Straße, dass nach den Mordfällen dann von heute auf morgen unterbrochen wurde, da er und seine Freunde ins Fadenkreuz eines durchgeknallten, seine Befugnisse überschreitenden Polizisten gerieten, der es dann tatsächlich schaffte, ihnen die Morde ohne jede Unterlegung durch Beweise anzuhängen und die nur noch als korrupt zu bezeichnende Jurisdiktion von deren Schuld zu überzeugen. Es ist schwer erträglich, was Echols hier in teils epischer Breite zu den Themen Fehlentscheidung und Machtmissbrauch im amerikanischen Rechtssystem, angefangen von der Polizeigewalt bis hoch zu Richtern und Staatsanwälten zu berichten weiß. Ein System, in dem jeder, der hier zwischen die Mahlsteine gerät, so gut wie keine Chance mehr auf Gerechtigkeit hat, sondern in einer Gefängniswelt mit sadistischen, gestörten Wärtern und Mithäftlingen faktisch keine längerfristige Überlebenschance besitzt, sofern er nicht sowieso als Todeskandidat dann eines Tages kraft Gesetzes ins Jenseits befördert wird. Echols hatte bei allem ihm widerfahrenen Unrecht zuletzt das Glück, dass sich Freunde und Prominente für eine Wiederaufnahme des Verfahrens engagierten, was dann nach endlosen Jahren mit entsprechendem Druck auf die verantwortlichen Politiker und Gerichte in einem letztlich dreckigen deal, faktisch ohne echten Freispruch, zur Freilassung der drei Verurteilten führte. Das Buch lebt von den absolut authentischen Schilderungen des Autors, der hier keinerlei Blatt vor den Mund nimmt und alle Dinge und Personen offen beim Namen nennt. Aus ständig wechselnden Blickwinkeln und Zeitebenen berichtet er vor allem aus seiner ziemlich freudlosen Jugendzeit und aus dem unsäglichen Alltag in der grauenhaften Welt der Hochsicherheitsgefängnisse, in denen die Häftlinge weniger als nichts zählen. Genau so aber, und das macht das Buch wirklich lesenswert, erzählt er sehr berührend und packend davon, wie ihn die Unterstützung durch viele Menschen außerhalb der Gefängnismauern, allen voran seine heutige Frau Lorri Davis, die er um die Jahrtausendwende im Knast heiratete und die immer bedingungslos zu ihm stand, die nötige Kraft zum Überleben gegeben haben. Ein überzeugendes, unter die Haut gehendes Buch, das zeigt, wie schnell und wie sehr das Leben eines Einzelnen aus allen Fugen geraten kann, wenn das Schicksal und alle Umstände gegen ihn sind.

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  • Life after death

    Mein Leben nach der Todeszelle
    freakyricky

    freakyricky

    30. June 2014 um 18:35

    Echols, ein Aussenseiter Zeit seines Lebens, in der Schule und in der Nachbarschaft stets betitelt als "Freak" sitzt unschuldig im Todestrakt. Alles was er noch besitzt ist seine Vergangenheit, seine Erinnerungen an ein Leben davor UND seine Klugheit die ihm die nötige Kraft gibt dies alles durch zu stehen. Damien ließt tausende von Büchern, er wird zu seinem eigenen Zenmeister und meditiert oft fünf Stunden am Tag. Er lässt dem Leser teilhaben an seinen Gedanken, an seinen Fragen, an seiner Fassungslosigkeit und auch an seiner Wut, die er so zu kontrollieren weiß, dass er sie gar nicht mehr zulässt. Würde er das tun, würde er da drinnen sterben. Durch die Ausstrahlung der Dokumentationen zu seinem Fall im TV, erhält Echols viel Unterstützung von der Außenwelt, täglich bekommt er zahlreiche Briefe von Menschen die an seine Unschuld glauben und für ihn kämpfen, die ihm helfen nicht aufzugeben, ein Absender ganz besonders - der von Lori, seiner zukünftigen Frau (die er im Gefängnis heiratete und die er erst am Tag ihrer Hochzeit zum ersten Mal berühren durfte) Eine Lebensgeschichte die nicht zu fassen ist über ein Justizsystem in Amerika das zum Himmel stinkt. Über Polizisten, Staatsanwälte und Richter die mit Menschenleben Kuhhandel betreiben. Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt, einen sprachlos macht, einen darüber staunen lässt was ein Mensch im Stande ist auszuhalten und letztendlich über die Liebe und was die alles bewirken und aushalten kann. Damien Echols ist ein Künstler - ich bin schwer beeindruckt! Auf die unglaubliche Geschichte von Damien Echols bin ich erst kürzlich durch einen Bericht im Neon Magazin aufmerksam geworden. Echols saß 18 Jahre lang UNSCHULDIG in der Todeszelle. Er und zwei seiner Freunde wurden beschuldigt 3 kleine Jungen grausam ermordet zu haben. Der Fall der "West Memphis Three" ging in die amerikanische Justizgeschichte ein und fand weltweite Beachtung - und das eigentlich nur weil während der zahlreichen Gerichtsverhandlungen zwei große Dokumentationen im Auftrag des amerikanischen Senders HBO entstanden und ausgestrahlt wurden. Ein bisschen irreführend ist auch die deutsche Übersetzung des Buchtitels denn eigentlich geht es hauptsächlich um Damiens Leben in der Todeszelle, das Original heißt "Life after death" und trifft es wohl eher.   Ich empfehle trotzdem vorher die DVD - Paradise Lost: The Child Murders at Robin Hood Hills anzusehen, denn im Buch bekommt man nicht genügend Information zum Fall.

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  • Zwischen Tod und neuem Leben

    Mein Leben nach der Todeszelle
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    03. June 2013 um 12:37

      „Diese Geschichte aufzuschreiben ist auch eine Läuterung für mich. Ein reinigender Akt. Wie kann man den Dingen ausgesetzt sein, denen ich ausgesetzt war, ohne von ihnen verfolgt zu werden?“   Einer, der schon bei der Verlegung in den Hochsicherheitstrakt in Tucker „gefängnisalt“ war. Einer, eigentlich, der schon eigentlich bevor er hinter Schloss und Riegel, dann in den Todestrakt geriet, ein hartes Leben erlebt hatte.   Und einer, der den Leser von der ersten Seite bis zum letzten Wort daran gemahnt, was eigentlich mit all jenen ist, die vielleicht ein ähnliches Schicksal wie er erlebt haben, ohne den Erweis der Unschuld kurz, bevor alles zu spät gewesen wäre? Im eigentlichen Sinne ist das Buch kein Plädoyer gegen die Todesstrafe, sondern eine mitreißende und emotional mitnehmende Lebensgeschichte. Dennoch aber stellt sich die Frage immer wieder und im Hintergrund deutlich, ob nicht auch nur ein falsches Urteil dazu führen müsste, diese unsägliche „Strafe“ endgültig und überall abzuschaffen.   Daneben aber bietet Echols in ganz einfacher, treffender Sprache einen intensiven Blick auf sein gesamtes Leben, auf die 18 Jahre nach seiner Verurteilung im Gefängnis, in denen eine ganz andere Innerlichkeit, ganz andere Regeln, ein „Tag für Tag“ einfach nur dahingleiten sehen und lassen und, daneben, auf die Zeit vor allem nach Erweis seiner Unschuld und sich dem zuwenden, as für den großen Rest der Bevölkerung der „einfache Alltag“ ist. Für Echols aber eine andere, chancenreiche Welt.   Beginnend aber bereits bei der Härte seiner Kindheit, der Aggression seines bigotten Stiefvaters Jack, der zwar nur selten unverhohlen gewalttätig wurde, aber eine Atmosphäre beständiger Bedrohung um die Familie und vor allem Damien herum schaffte.   Nicht unbedingt absolut zwingend sieht Echols seine Entwicklung, wohl aber fügt er viele Puzzlesteine zusammen, die ihn in jene Situation brachten, in der er 18 Jahre hinter Gittern verbrachte. Ohne daran Schuld zu tragen, im Übrigen. Eine Zeit, für die „keine spirituelle Übung“ eine Hilfe war, in der echte Gespräche nicht möglich waren und nur Dumpfheit das Leben beherrschte.   Bis dann dahin, wie er nach seiner Haftentlassung tatsächlich auch innere Freiheit entfaltete, Unterstützung auch von Fremden erhielt, seinen Weg Schritt für Schritt nicht nur in äußerer, sondern auch innerer Eigenverantwortung unter die Füße nahm. Mit einer inneren Kraft und Haltung, die sich nicht entwickelt hat „trotz“ seiner Jahre im Gefängnis, sondern „durch“ diese Zeit. Der er nicht nachkartet, auch wenn er das System drastisch von Innen zu beschrieben versteht. Sondern das er im Buch einfließen lässt als Teil seiner eigenen, wichtigen Entwicklung.   Ein kraftvolles Buch, ungekünstelt geschrieben und ohne Pathos berührend. Und nicht zuletzt ein Buch über die (lebens-) rettende Kraft der Liebe.

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