Dan Ariely

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Rezension zu "Teuer ist relativ" von Dan Ariely

Munterer Blick auf die unbewussten finanziellen Strategien
michael_lehmann-papevor 2 Monaten

Munterer Blick auf die unbewussten finanziellen Strategien

Wenn zwei wortgewandte Autoren, ein Professor für Psychologie mit dem Schwerpunkt der „Unvernunft des menschlichen Handelns“ und ein Comedian (mit Auszeichnung für seine „intellektuelle Komik“) sich zusammentun, um die „Unvernunft des Menschen in finanziellen Dingen“ näher zu beleuchten, dann ist auf jeden Fall eine sprachlich unterhaltsame Lektüre zu erwarten.

In dieser Hinsicht, vorweggesagt, enttäuscht das Werk auch in keiner Weise. Humorvoll, griffig, mit vielen Beispielen versehen, gehen die Autoren jenen unbewussten Strategien nach, die einerseits den einzelnen nicht selten teuer kommen und andererseits „der anderen Seite“ (jenen, die Verkaufen wollen) zu Pass kommt und mit vielfacher überlegter Methodik anreizend auf den Weg gebracht werden.

Wie Anreize, vermeintliche Ersparnisse, das locker sitzende Geld, wenn es unverhofft kommt oder aus Glück als Einnahme gebucht werden kann, die intensiv ausgeklügelten Formen der „annehmlichen Zahlung“ (um den Schmerz des Verlustes beim Kunden möglichst gering zu halten), Nachgeben aktueller Versuchungen und vieles mehr an einzelnen Bausteinen das Verkaufen ziemlich perfektioniert haben (und der Kunde immer wieder darauf hereinfällt), das liest sich informativ und überzeugend einsichtig im Buch.

Und natürlich bieten die Autoren auch Strategien für den Leser, sein Geld zusammenzuhalten, seine Entscheidungen aus dem Bereich der „unbewussten Unvernunft“ in das Bewusstsein zu heben (überaus griffig wirkt hier das Beispiel des Odysseus während der Vorbeifahrt and en Sirenen).

Und tatsächlich scheint es zu stimmen, dass man sich fast „Festbinden“ muss oder die Ohren mit „Wachs verschließen“ sollte, um nicht beständig deutlich mehr auszugeben, als es eigentlich sinnvoll wäre und als man möchte.

Dieser Teil im Werk ist allerdings, vielleicht dem komplexen Vorgang des Umgangs mit Geld geschuldet, eher allgemein formuliert und bedarf einer gewissen Konzentration und Überlegung, für sich selber gängige Schritte einer überlegteren Haltung einzunehmen. In diesem Teil findet sich auch nicht viel Neues an Hinweisen, „vernünftig“ mit seinem Geld Umgang zu pflegen (wohl aber vielfache griffige Beispiele, die allgemein bekannte Strategien gut illustrieren.

Am Ende steht eine leicht zu lesende und leicht zu verstehende Lektüre über die vielfachen unbewussten Strömungen, an denen professionelle Verkäufer relativ leicht andocken können, um sich einen Einkauf, das Geld der anderen, zu sichern. Und zumindest einige Orientierungspunkte und Hinweise, diesen Verkaufsstrategien und dieser ständigen Berieselung mit Werbung entgegentreten zu können.
Was allerdings für den Leser am Ende durchaus mit Arbeit verbunden sein wird. Die sich natürlich, finanziell, lohnt.

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LaLectures avatar

Rezension zu "Denken hilft zwar, nützt aber nichts" von Dan Ariely

Sehr interessantes Fachgebiet einfach und unterhaltsam erklärt
LaLecturevor 2 Jahren


Inhalt

Warum haben wir das Bedürfnis, sofort zuzugreifen, sobald es etwas gratis gibt? Wie beeinflussen unsere Erwartungen unseren Eindruck dessen, was wir bekommen? Warum tun wir bestimmte Sachen lieber umsonst als gegen schlechte Bezahlung?
Auf diese und viele andere Fragen liefert Verhaltensökonom Dan Ariely in diesem Buch Antworten.


Meinung

Zu diesem Buch habe ich in der Bibliothek ursprünglich nur wegen des lustigen Titels gegriffen, jedoch schnell gemerkt, dass auch der Inhalt sehr interessant ist.

Dan Ariely ist Verhaltensökonom, untersucht also, wann sich Menschen wie verhalten. Das kann vor allem für die Wirtschaft interessant sein, denn Ariely weist zB. häufig nach, wie manipulierbar Menschen sind bzw. wie sie manipuliert werden. Doch auch zum Entlarven von Wirtschafts- und Werbetricks und zum Verständnis des eigenen Verhaltens und der eigenen Fehler kann seine Forschung verhelfen.
Seine Hauptthese in diesem Buch besagt dabei, dass Menschen sich nicht nur häufig irrational verhalten, sondern auch vorhersehbar irrational.

Ariely widmet sich in jedem Kapitel einem Thema, das er meist durch anschauliche Beispiele einleitet, die häufig auf den eigenen Alltag bezogen werden können. Jede seiner Thesen unterstützt er dabei durch eine von ihm oder seinen Mitarbeitern durchgeführte Studie, die zwar meistens an Studenten durchgeführt wurden, die er dann aber auch auf größere, vor allem wirtschaftliche Zusammenhänge überträgt.
Anschließend gibt Ariely oft Tipps, wie man sich die Erkenntnis, dass man irrational handelt, zunutze machen und für einen selbst besser handeln kann.

Der Fokus, wie man besonders im Anhang, der ein Extra-Kapitel zur Finanzkrise beinhaltet, merkt, liegt bei Ariely auf der Wirtschaft, sei es die Frage, wieso Banken ihre Kunden ausnehmen oder betrügen oder die, ob Manager tatsächlich besser arbeiten, wenn sie höhere Gehälter bekommen.
In seinem letzten Kapitel beantwortet er hier viele Fragen zur Finanzkrise und stellt Thesen auf, wie solche wirtschaftlichen Katastrophen in Zukunft verhindert werden könnten.

Fazit

Arielys Buch ist in jedem Fall lesenswert, sowohl für Leser, die sich für Wirtschaft und Finanzen interessieren, als auch für solche, die einfach nur gerne mehr über ihr eigenes Verhalten und dessen Vorhersehbarkeit lernen würden.
Manchmal hätte ich mit mehr Erwähnungen von Studien von anderen Wissenschaftlern mit größeren und breiter gefächerten Versuchsgruppen zur Untermauerung von Arielys Thesen gewünscht, aber insgesamt vergebe ich gerne 4,5 Sterne.

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Kleine1984s avatar

Rezension zu "Wer denken will, muss fühlen" von Dan Ariely

Interessante Einsichten in die Verhaltensökonomie
Kleine1984vor 4 Jahren

Dan Ariely beschreibt verschiedene Experimente sehr anschaulich. Meist handelt es sich um bekannte ökonomische Experimente, denen er durch die Erweiterung eines psycholgischen Aspekts eine neue Tiefe gibt. So erklärt er, dass Menschen irrational handeln und z. B. kurzfristen Belohnungen den Vorzug vor langfristen Zielen geben. Er erklärt psychologische Phänomene wie Sunk Cost, Verlustaversion und Besitztumeffekt. Es folgen einige erstaunliche Erkenntnisse, wie z. B. wie viel das kleine Wort "Entschuldigung" bewirken kann, oder warum wir einzelnen Menschen eher helfen als Vielen ... Aus seinen Experimenten leitet er auch verschiedene Tipps ab, wie z. B. dass man unangenehme Dinge lieber auf einem Rutsch erledigen sollte, während man sich lieber häufiger mit kleinen Dingen belohnen sollte. Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben, was mich allerdings zunehmend nervt war, die eigene Krankengeschichte des Autors mit der er seine Motivation zu Forschen bisweilen erklärt. Diese nimmt meiner Meinung nach einen zu großen Teil des Buches ein, aber das ist wohl Geschmackssache.

Hinweis: Das Buch wurde vorher unter dem Titel "Fühlen nützt nichts, hilft aber" vom Verlag veröffentlich. Meiner Meinung nach sind beide Titel total daneben. Es geht darum, wie Gefühle unser Denken und unsere Entscheidungen beeinflussen.

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