Inferno

von Dan Brown 
3,7 Sterne bei63 Bewertungen
Inferno
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Positiv (34):
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Wieder ein interessantes Thema spannend verpackt...typisch Dan Brown

Kritisch (4):
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Zu viel des Guten. So langsam führen Browns Verschwörungsthemen ins Unwahrscheinliche/Wahhlose. Der schwächste Band der Langdon-Reihe.

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Inhaltsangabe zu "Inferno"

Features renowned Harvard symbologist Robert Langdon. This title is set in the heart of Europe, where Langdon is drawn into a harrowing world centred around one of history's enduring and mysterious literary masterpieces.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9780593072493
Sprache:Englisch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Transworld Publishers Ltd
Erscheinungsdatum:14.05.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.09.2016 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    °bluemoon°s avatar
    °bluemoon°vor 3 Jahren
    Sehr heftiges Ende!

    Das Buch "Inferno" von Dan Brown handelt wieder von Robert Langdon, dem berühmten Symbolologen.
    Dieses Mal wacht er in einem Krankenhaus auf einem anderen Kontinent auf, nachdem er einen Kopfschuss erlitten hat und an einer Amnesie leidet. Nicht, dass das schon schlimm genug wäre, nein, es scheint auch noch, als haben es sich einige Leute in den Kopf gesetzt, ihn umzubringen. So flüchtet er gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks durch Florenz und versucht zum einen, Hinweise für seine missliche Lage und seine verlorenen Erinnerungen zu finden, zum anderen hat er ein verunstaltetes Bildnis von Botticellis Mappa dell'Inferno, dessen Rätsel er ergründen möchte.

    Da er als Professor dieses Fachgebiets immer weitere und immer neue Teile des Rätsel lösen kann, kommt so auch die Geschichte immer weiter in Fahrt und ein schreckliches Ereignis für die ganze Weltbevölkerung zeichnet sich ab....

    Ein äußerst spannender Roman mit einem Ende, dass echt gewaltig ist. Ich bin wirklich gespannt, wie Dan Brown dies in seinen weiteren Robert Langdon-Romanen weiterentwickeln möchte. Dieser Roman hier hat sich auf jeden Fall seine fünf Sterne gesichert.

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    mona_lisas_laechelns avatar
    mona_lisas_laechelnvor 4 Jahren
    Inferno - Ein weiterer Robert-Langdon-Thriller

    Harvard Professor und Symbologe Robert Langdon wacht mit einer Schusswunde in einem Florenzer Krankenhaus auf. Seine Erinnerung an die letzten Tage ist vollkommen ausgelöscht, weder weiß er, warum bzw. wie er nach Florenz gekommen ist noch versteht er warum ein Profikiller sowie die örtliche Polizei hinter ihm her sind. Mit Hilfe der Ärztin Sienna Brooks versucht er seine Spuren der letzten Tage zu verfolgen und stößt dabei auf eine Reihe von Hinweisen rund um Dante's Inferno - und einer Bedrohung für die gesamte Menschheit. 

    Dan Brown verarbeitet in seinem Buch ein hoch komplexes Thema, weshalb "Inferno" auch eher eine anspruchsvolle Lektüre abgibt. Der Schreibstil ist sehr detailreich und überzeugt mit einem gehobenen Sprachniveau, weshalb aber vor allem zum Lesen in der Originalsprache fortgeschrittene Englischkenntnisse hilfreich sind. Was mir wie immer gefallen hat, ist dass der Leser an die verschiedensten historischen Orte und Sehenswürdigkeiten entführt wurde. Dabei unterhält Dan Brown nicht nur, sondern liefert auch gut recherchierte Hintergrundinformationen. Robert Langdon's Charakter ist nach wie vor sympatisch und authentisch und man lässt sich von der Hauptfigur gerne durch die Welt und ihre Geschichte leiten. Bei den Nebencharakteren bin ich mir in diesem Band zwar nicht so ganz sicher, die gezielte Täuschung geht aber hier nicht vollständig am Leser vorbei, weshalb ich am Schluss selbst nicht mehr wusste, wem Robert Langdon eigentlich vertrauen kann und wem nicht. Als Leser empfand ich das aber auch oft verwirrend, der Handlungsstrang war so komplex, dass irgendwann eigentlich kein eigener Spekulationsspielraum mehr blieb und man sich von den Geschehnisse einfach nur noch berieseln lassen kann. 5 Sterne vergebe ich jedoch dennoch schon alleine wegen der Thematik, die den Leser durch seine moralischen Diskussionen einen Denkanstoß gibt und auch Tage später noch zum Nachdenken bringt. 

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    datmomos avatar
    datmomovor 5 Jahren
    “I believe that thinking about the problem … is your problem.” Rezension "Inferno" by Dan Brown

    Wie immer ist diese Rezension in ähnlicher Form auch auf meinem Blog erschienen. 

    Rezension "Inferno" by Dan Brown [engl. Hardcover]

    Erste Schritte

    Ein typischer Dan Brown springt mitten ins Geschehen und schnell wird klar, es ist wieder eine Prof. Langdon Schnitzeljagd, was ich toll finde. Ich mag den Herrn Professor nicht erst, seit dem er von Tom Hanks verkörpert wird. Doch diesmal wacht unser Held im Krankenbett auf - in einem fremden Land - und kann sich an nichts erinnern, zumindest nicht an die letzten Stunden. Aber anscheinend trachtet jemand ihm gewaltig nach dem Leben, kaum erwacht findet auch schon ein weiterer Mordanschlag auf ihn statt, den er nur mit Mühe und mit Hilfe der etwas undurchsichtigen Sienna Brooks.

    Wer ist drin?

    Prof. Langdon ist scheinbar nicht nur Symbolexperte sondern auch ein ziemlich guter Dante Aligherie Kenner. Doch weiss er nichts über seine direkte Vergangenheit, also die letzten Stunden seines Lebens, also genau nicht, wie er in den Schlamassel verwickelt wurde. Und da ihn scheinbar seine eigene Regierung töten will, muss das ein ziemlicher Schlamassel sein. Warum und wieso er mit Sienna flüchtet kann, und wieso sie im hilft und überhaupt bleibt undurchsichtig, und wird erst sehr spät aufgeklärt.

    Überhaupt ist die Geschichte voller undurchsichtiger Figuren, ganz klar, wer gut und böse ist, ist so richtig nicht. Aber das ist gut so, ist doch diese "Caccia al tesoro" (ital. für Schnitzeljagd) etwas weniger durchdacht und damit nicht so recht schlüssig, wieso der Bösewicht eine Spur aus Dantes "Inferno" - Teil der "göttlichen Komödie" hinterlässt.

    Wie liest's sich?

    Ein echter Brown, aber man merkt der Geschichte die Wiederholungen an. Es ist eine Schnitzeljagd mit Zeitvorgabe und wie zuvor muss Langdon sein gesamtes Wissen anwenden, um die Schnipsel zu einer Linie zu verbinden. Das scheint manches mal doch sehr aus der Luft gegriffen, zumal der Bösewicht die Dante spur aus reinem "Fan-Tum" zu dem italienischen Dichter legt. Naja. Das muss man einfach mal so hinnehmen.

    Wo spielt's (Buchwelt & Setting)?

    Brown hat sich nicht verändert, das Buch liesst sich spannend mit regelmässigen Ausführungen zu den beschriebenen Objekten und Gebäuden. Wer Florenz - diesmal der Hauptort der Schnitzeljagd ein bisschen kennt, freut sich, für die anderen ist es evtl. noch weniger nachvollziehbar. Der Teil, der in Venedig und später einer anderen Stadt - für mich als Nichtkenner - war etwas schwerer für mich zu lesen.

    Aber es bleibt in der realen Welt verhaftet, hat Zeitsprünge (im kleineren Maßstab, ein paar Jahre), und so bleibt die Geschichte undurchsichtig und spannend. Nicht immer weiss der Leser, worum's hier jetzt eigentlich geht und tappt ein wenig im Düsteren.

    Wie ist es erzählt?

    Wie immer spannend mit Auschmückungen, die ich liebe. Auch hier habe ich einige Bilder von Botticelli etc nachgeschaut, habe Auschnitte der "göttlichen Kömmodie" gelesen. Und trotdem erscheint die Geschichte etwas vorhersehbar. Dan Brown versucht an einigen Stellen arg seinen Leser im Dunkeln zu lassen, um die Spannung zu erhöhen, aber das man Streckenweise so gar nicht weiss, wen man trauen kann, bewirkt ironischerweise das Gegenteil. Ab 2/3 musste ich mich erstmal ein Stück durchkämpfen. Man fühlt sich etwas im Stich gelassen.

    ein paar Zitate gefällig?

    “The human mind has a primitive ego defense mechanism that negates all realities that produce too much stress for the brain to handle. It’s called Denial.”


    “Nothing is more creative... nor destructive... than a brilliant mind with a purpose.” 


    “The truth can be glimpsed only through the eyes of death.” 


    “Madness breeds madness.” 


    “Only one form of contagion travels faster than a virus. And that's fear.” 

    (all from "Inferno" von Dan Brown)

    Gutes & Schlechtes

    + Langdon als Hauptfigur funktioniert immer noch gut, wenn auch seine Expertise hier etwas aus der Luft gegriffen ist

    + Sienna Brooks als zweite Protagonistin ebenfalls - greifbar und doch undurchsichtig.

    + Die Schnitzeljagd als Element passt, ist diesmal aber nicht so logisch und in der Story begründet, wie bei den Vorgängern

    - Das Auslassen und dem Leser im "Dunkeln tappen lassen"nimmt zeitweise etwas Überhand und trübt so die Leselust

    - man muss die logischen Fehler und Ungereimtheiten einfach als Stilmittel sehen, allerdings hab ich da mehr Gerissenheit von diesem Buch erwartet

    - die Bösewichte sind nicht so stark wie in den Vorgänger gezeichnet, dafür verwischt weiss und schwarz mehr, das ist ein Pluspunkt.

    Fazit

    Absolut nette und spannende Zwischenunterhaltung, auch im englischen - anders als das "The lost Symbol" - gut lesbar. Es hilft zumindest mal in den Spielorten gewesen zu sein, um sich zurecht zu finden. Die Protagonisten sind wie immer sehr schön gezeichnet. Leider erwarte ich eine Verbessrung und Irgendwie verliert sich die Schnitzeljagden im Gleichen. Das Neue, das Spannende am "Da Vinci" Code ist jetzt ein bekannt, funktioniert immer noch, aber ist eben nicht mehr NEU. Damit fehlt der Kick.


    Fazit: 3 von 5 Sternen

    aufgeschlüsselt:

    Story: 3 / 5

    Sprache: 3 / 5 

    Charaktere: 4 / 5

    Spannung: 3 / 5

    fikt.Welt: 3 / 5 

    Ich las: 

    Dan Brown - "Inferno" - OT: Inferno  - Doubleday - 1. Auflage US - 14. Mai 2013 - [englisch] - 480 Seiten - ISBN-10: 0385537859 - ISBN-13: 978-0385537859

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    anenas avatar
    anenavor 5 Jahren
    Leider etwas schwaches Ende

    Ein typischer Dan Brown Thriller - diesmal sind die Schauplätze Florenz, Venedig und Istanbul. Die Orte sind wunderbar beschrieben, die Handlung ist sehr spannend - vor allem im ersten Teil des Buches. Leider fällt die Spannung im zweiten Teil stark ab und ein paar Seiten des Buches sind dann auch definitiv zu viel.

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    Miserables avatar
    Miserablevor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Zu viel des Guten. So langsam führen Browns Verschwörungsthemen ins Unwahrscheinliche/Wahhlose. Der schwächste Band der Langdon-Reihe.
    Ein bisschen Hybris gefällig?

    Klappentext:

    Harvard professor of symbology, Robert Langdon awakens in a hospital in the middle of the night. Disoriented and suffering from a gead wound, he recalls nothing of the last thirty-six hpurs, including how he got there...or the origin of the macabre object taht his doctors discover hidden in his belongings.

    Langdon's world soon erupts into chaos, and he finds himself on the run in Florence with a stoic young woman, Sienna Brooks, whose clever maeuvering saves his life. Langdon quickly realizes that he is in possession of a series of disturbing codes created by a brilliant scientist - a genius whose obsession with the end of the world is matched only by his passion for one of the most influential masterpieces ever written - Dante Alighieri's dark epic poem The Inferno.

    Racing through such timeless locations as the Palazzo Vecchio, the Boboli Gardens, and the Duomo, Langdon and Brooks discvoer a network of hidden passageways and ancient secrets, as well as a terrifying new scientific paradigm that will be used either to vastly imnprove the quality of life on earth...or to devastate it.

    In his most compelling and thought-provoking novel to date, Dan Brown has raised the bar yet again. Inferno is a sumtuously entertaining read - a novel that will captivate readers with the beauty of classical Italian art, history, and literature...while also provocative questions about the role of cutting-edge science in our future.

    Dem Klappentext ist nichts mehr hinzuzufügen... war ja auch lange genug!

    Der Roman beginnt etwas Brown-untypisch, nämlich mit einem Langdon, der von Nichts eine Ahnung hat. Durch seinen Gedächtsnisverlust und immer wiederkehrende Visionen muss er erst einmal die letzten Tage rekonstruieren und sich gleichzeitig auf die Wege Dante Alighieris begeben.

    Ich liebe Dantes Divina Commedia, deswegen habe ich mich über die Thematik dieses Langdon-Romans sehr gefreut, zumal ich nach dem Verlorenen Symbol, welches mich sehr gelangweilt und enttäusch hat, keinen von den neuen Langdon-Romanen lesen wollte. Die Anspielungen auf die Göttliche Komödie fand ich deswegen sehr schön und waren für mich interessanter als Freimaurerverschwörungen beispielsweise.


    In this place, on this date,

    the world was changed forever.


    Klingt dieser Satz beim ersten Mal noch verdammt episch, so beeindruckt er beim 6. Mal lesen keinen mehr. Für den Roman wurden üblicherweise verschiedene Erzählperspektiven gewählt. Das hat mich bisher nie sonderlich gestört, doch in diesem Roman kam es zu so häufigen Wiederholungen, dass ich mir hin und wieder überlegt habe, einfach ein paar Seiten zu überspringen.

    Eine Sache, die Brown meiner Meinung nach zuvor immer gelungen ist, ist die, dass man vielen Dingen auf dem ersten Blick nicht trauen darf, denn nichts ist so, wie es anfangs scheint. Doch dieses Mal hat er viel zu hoch hinausgegriffen. Teilweise war die Handlung so hanebüchen, dass ich darüber nur noch den Kopf schütteln konnte.

    Ich finde, bei Thrillern/Krimis sollte immer die gesunde Mitte gefunden werden zwischen "Ich weiß nach den ersten 2 Kapiteln, wie der Roman ausgehen wird" und "Darauf kann kein Mensch jemals kommen". Bei Inferno war Letzteres der Fall. Manche Twists fand ich sehr unglaubwürdig und unübertrieben. Zu Loben ist dabei jedoch, dass der Leser die erste Hälfte des Buches sehr elegant an der Nase herumgeführt wird. Aber wie gesagt, die Auflösung hatte zwar keine Logikfehler, aber sehr an den Haaren herbeigezogen.

    Zusätzlich hat sich die Handlung (mal wieder) sehr gezogen. Ich denke, ein paar Stationen und Rätsel weniger hätten es auch getan. Die Suche nach Hinweisen etc. wurde irgendwann sehr redundant und deshalb langweilig. 


    Insgesamt kann ich sagen, dass man von Inferno zwar unterhalten wird, allerdings kann ich von Brown viel lieber Illuminati und Sakrileg empfehlen, weil die Handlung (für mich) nacvhvollziehbarer, dichter und spannender ist.

    Brown hat mit Inferno viel ausprobiert, aber für mcih ist er viel zu weit über sein Ziel hinausgeschossen.


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    foscthedragons avatar
    foscthedragonvor 5 Jahren
    Rezension zu Dan Browns Inferno

    Robert Langdon ist wieder da! Diesmal wacht er ohne Kurzzeitgedächtnis in einem Krankenhaus auf, um dann herauszufinden, dass er verfolgt wird. Nur um sogleich mit einer hübschen Begleiterin, die dieses Mal eine Ärztin ist, zu fliehen und nebenbei das Rätsel der vergangen Tage aufzudecken, dass das mysteriöse Röhrchen in seiner Jacke und der Satz „Seek and ye shall find“ in seinem Kopf hinterlassen haben. Im Laufe des Buches bekommen es die beiden dann mit immer gefährlicheren Gegner zu tun, die auch immer unerschrockener werdend zu drastischen Mitteln zu greifen, deren Auswirkungen die gesamte Menschheit betreffen!

    Der Anfang des Buches ist ja wirklich mal was Neues! Anstatt damit anzufangen, wie Professor Langdon in den USA aufgesucht wird, um irgendeiner Organisation bei einem Rätsel um Leben und Tod zu helfen, taucht man genauso unwissend und ruckartig in das Buch ein wie der Protagonist selber. Es ist als müsste man Langdon dabei mithelfen sein Gedächtnis wieder zu finden und kann sich so super in die Person hineinversetzen. Was natürlich auch nicht fehlen durfte- seine allbüchliche Begleiterin, die ihm dabei hilft so manches Rätsel zu lösen. In dem Fall ist es Dr. Sienna Brooks, die sich auch wie ihren Vorgängerinnen ohne zu zögern ins Abenteuer schmeißt. Und dann geht es los, die Europareise, auf den Spuren von Dantes Göttlicher Komödie. Dabei findet Langdon heraus, dass er nach seiner Amnesie nochmal von vorne anfangen muss; alle Rätsel die er in den vergangenen Tagen gelöst hat, nochmal knacken muss. Dabei sieht er sich zum Beispiel in einer Videoüberwachung und gibt sich somit selber Tipps. Das ist mal was wirklich Neues von Dan Brown (und auch allgemein habe ich so was noch nie gelesen), wo doch so vieles zum Glück auch beim Alten geblieben ist, was wirklich sehr schön ist, wenn man die andern Brown Bücher auch gelesen hat. Da wären zum einen die Cliffhanger nach fast jedem der beinahe hundert kurzen Kapitel. Und auch das typische „es ist nichts wie es scheint“ ist wieder ziemlich stark ausgeprägt. Aber dafür kaufen wir die Bücher, das ist es ja was wir lesen wollen, oder?

    Allerdings hat sich Dan Brown dieses Mal, wie ich finde, zu viele Umwege in sein Labyrinth gebaut und kommt am Ende nur noch schwerlich wieder heraus. Er muss ja zum Beispiel die ganzen Fehler, die Langdon macht, erklären können, warum er die Guten für die Bösen hält, genau wie andersrum usw. und genau durch diese „es ist nicht so wie es scheint“ Geschichte, die er ja während des gesamten Buches aufrecht erhält und manches erst wirklich ganz am Ende aufgelöst wird, verhaspelt er sich so ein bisschen, und es kommen zum Teil unlogische und unkreative Auflösungen heraus, die wirken, als hatte er die sich aus den Fingern ziehen müssen, um nur irgendwie diese Tatsache erklären zu können. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Brown sich doch sehr auf die „Göttliche Komödie“ von Dante stützt ( was ja auch nicht zu bemängeln ist) und es, wie ich finde schwer ist, ohne das Original oder den sehr hilfreichen Wikipedia- Artikel zurecht und mitzukommen ( das mag aber halt nicht bei allen der Fall gewesen sein). Ein bisschen mehr Erklärungen hätte ich sehr hilfreich gefunden. Auch die Spannungsbögen sind nicht so gut wie in den vorherigen Büchern. Wenn er dann doch mal ein bisschen Nervenkitzel erzeugt hat, macht er es gleich wieder zunichte mit einem völlig sinnlosen Zwischenschub, der aller ruiniert. [SPOILER: Dann wurde endlich mal Spannung erzeugt in Venedig und dann kommt eine langweilige Bootsfahrt, die aller wieder kaputt macht.]

    Das alles toppt aber noch nicht die Tatsache, dass Robert Langdon irgendwie fehl am Platz ist. Das Buch dreht sich um ein Problem auf das die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Italien gestoßen ist und das sich sehr auf den Dichter Dante Alighieri und sein Werk, die Göttliche Komödie, bezieht. Doch wenn das Ganze in Florenz spielt, wieso lässt die WHO dann in die USA fliegen, um einen Professor für Symbologie zu beordern, er aber doch noch nicht mal der führende Dante Experte ist? Gibt es denn in Europa keinen einzigen Historiker, der sich auf Dante spezialisiert hat? Muss man dazu in die USA reisen? Ist Langdon denn der einzige auf der Welt der das Grab eines italienischen Doges finden kann? Ich denke nicht. Deswegen erscheint es mir ein bisschen unlogisch wieso sich Brown genau diesen Beweggrund für die WHO ausgesucht hat. Das hätte er besser machen können.

    Ansonsten ist das Buch leider ein Buch was man auch mal für längere Zeit beiseitelegen kann, ohne den Anschluss zu verlieren, was ich schade finde. Dan Browns vorherigen werke haben sich immer dadurch ausgezeichnet, dass du es eben nicht weglegen konntest, egal wie müde du warst. Das wird hoffentlich bei seinem nächsten Buch nicht mehr so sein, ja, ich hoffe wirklich auf ein nächstes, besseres Buch nach dem nur mittelmäßigen vorletztem und diesem jetzt. Denn wir wissen ja alle dass er es kann aus „The Da Vinci Code“ und „Angels and Demons“!

    Als Fazit kann ich sagen, dass dieses Buch leider nur einen Hauch von dem hatte, was seine andern Bücher so berühmt gemacht hat. Die Story ist interessant, wenn auch manchmal zu abgedreht, man hat wieder das wissenschaftlich angehauchte und den typischen Dan Brown Schreibstil. Wie bei allen seinen Langdon – Büchern gibt es einen Reiseführer durch ein paar Städte inklusive, eine geballte Ladung historisches Wissen und am Ende eine völlig unerwartete Auflösung. Alles in allem bin ich mäßig zufrieden und gebe drei von fünf möglichen Sternen, in der Hoffnung, dass das nächste Buch von Dan Brown wieder fünf von fünf wert ist!

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    ChrissiHs avatar
    ChrissiHvor 5 Jahren
    Schöner Thriller, leider mit einigen Schwächen


    **Kurzmeinung**

    Inferno hat einen rasanten Beginn und ein imposanten Schluss. Leider ist der Mittelteil etwas fad.

    **Inhalt**

    Robert Langdon erwacht im Krankenhaus, keine Erinnerung an die vergangenen Tage und damit keinerlei Anhaltspunkt wie er dorthin gekommen ist und warum. Zusammen mit der äußerst attraktiven Ärztin Sienna Brooks macht er sich auf die Suche nach Antworten. Dabei stößt er auf Geheimisse, die alle in Verbindung mit Dantes göttlicher Komödie stehen. Was hat es damit auf sich? Und warum wird er auf seiner Suche immer wieder von gefährlichen Mächten verfolgt? Erst spät wird klar, dass es sich um eine Prophezeihung handelt, die uns alle betrifft und dabei über Leben und Tod entscheidet.

    **Meine Meinung**

    Wie wir es von Dan Brown kennen, entführt er uns in einen spannenden Thriller, der gut recherchiert ist. In "Inferno" konzentriert er sich auf die göttliche Kömodie und auch wenn man dieses Buch nicht kennt, schafft es der Autor die Geschichte greifbar zu machen und sie gut zu erklären. Mit dieser Basis startet die Schnitzeljagd durch Europa. Brown geht dabei immer wieder auf Sehenswürdigkeiten und geschichtliche Hintergründe ein, die zwar wissenswert sind, mich aber in ihrer Vielzahl etwas langweilten. Durch sie wurde die eigentliche Geschichte ständig unterbrochen und damit die aufgebaute Spannung reduziert. Irgendwann musste ich deshalb erstmal Abstand von der Geschichte nehmen. Positiv kann ich daher feststellen, dass das Buch so geschrieben ist, dass man sich auch nach einer Pause schnell wieder in die Geschichte hineinfindet. Gut, aber eigentlich sollte mich ja ein Buch so fesseln, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die hierfür erforderliche Spannung kam erst gegen Ende wieder auf. Hier überschlugen sich die Ereignisse und der Leser wurde mehr als einmal absolut in die Irre geführt. Über Vorhersehbarkeit kann man sich demnach nicht beschweren. Leider ließ mich das Ende etwas ratlos zurück. Grund hierfür war, dass ich an Dan Brown immer bewundert habe, dass er es schaffte Realität und Fiktion zu mixen, so dass ich sagen konnte: "Hey, also möglich wäre diese Entwicklung schon!". In "Inferno" kam dieser Gedanke zwar auch erschreckend oft, aber gerade dann, als eine Abrundung nötig gewesen wäre, fehlte dieser Gedanke. Anhand der vielen positiven Rezis sehe ich aber auch, dass sich viele daran nicht gestört haben. Also ist dies wahrscheinlich wirklich Geschmackssache.

    **Fazit**

    Für einen typischen Dan Brown war leider der Mittelteil etwas schwach. Wer sich aber auch von (zu) vielen kulturellen und historischen Infos nicht abschrecken lässt, sollte sich dieses Buch definitiv zu Gemüte ziehen.

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    U
    untillnowvor 5 Jahren
    Erwartungen nicht ganz erfüllt: Der neue Dan - Brown - Roman

    Das hier war mein erstes Buch, das ich komplett auf meinem neuen E-Book-Reader gelesen habe. Ich habe es mir auf Englisch gekauft, weil es a) billiger war und ich mir b) dadurch mehr Spannung erhoffte. Ob das wirklich geklappt hat, darauf komme ich gleich zurück.

    Professor Langdon ist mal wieder im Einsatz, diesmal ohne Tweed-Jacke, aber mit einer Extra - Portion Gefühle, jagt er einem extremistischen Vordenker der Transhumanismus - Bewegung (die es tatsächlich gibt) hinterher. Bei den letzten Büchern habe ich es ein wenig vermisst, aber diesmal kommt auch seine emotionale Seite ein wenig zum Vorschein.

    Anfangs denkt man, dieses Buch ist mal wieder in ein Schema F gepresst worden: Langdon deckt eine Verschwörung auf und wird dabei von einer Geheimorganisation gejagt, die er selbst auffliegen lässt, immer in Begleitung einer hübschen, jungen Dame. Doch etwa der Mitte des Buches schlägt das etwas um, denn diesmal ist er nicht nur in einer Stadt unterwegs, sondern gleich in drei. Offensichtlich hat der Charme von Florenz nicht ausgereicht.

    Es wird ein unglaublicher Spannungsbogen aufgebaut, der sich selbst allerdings auf eigentümliche Weise zerstört. SPOILER: Fast alle Geheimnisse werden aufgedeckt, bevor Langdon in Istanbul ankommt, und er entdeckt, dass es zu spät ist, etwas dagegen zu machen - so kommt zwar alles ans Licht, aber es bleibt so, wie es war - die Katastrophe ist angerichtet. Dass der Unheilstifter Langdon selbst auf die Fährte führt, ist zugleich irritierend  wie unerklärlich.

    Die Grenzen von Gut und Böse verschwimmen am Ende, sodass man nicht mehr weiß, ob ein weltweit verbreiteter Virus der Menschheit hilft oder ihr schadet. Teilweise könnte man sogar meinen, der Autor teilt die Meinung des Bösewichtes.

    Nichtsdestotrotz fand ich diesen Teil besser als den dritten Part. Er war spannender und man findet sich auch problemlos wieder hinein, wenn man mal ein paar Tage keine Zeit hatte zum Lesen. Das ist nicht immer ein Kompliment für ein Buch, jedoch schadet es einem Buch mit einem Symbologieprofessor als Titelfigur nicht.
    Zuletzt noch: Die englische Version beinhaltet zwar ein paar Fachtermini, die man sich aus dem Zusammenhang nicht erschließen kann, das macht sie aber durch die von mir erwartete höhere Spannung (vor der Selbstzerstörung des Spannungsbogens) wieder wett.

    P.S.: Sollten Sie das Buch gelesen haben, achten Sie mal auf das allerletzte Wort.

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    EuleDorlis avatar
    EuleDorlivor 5 Jahren
    Geschichtsträchtiger, reiseführender Robert Langdon

     Professor Robert Langdon wacht verstört und ohne Erinnerung in einem Krankenbett auf. Wo er ist und warum, fällt ihm nicht ein, da sind nur wirre  Gedanken und immer wieder ein Satz. In Florenz muss er aus dem Krankenhaus vor Attentätern fliehen. Zum Glück gibt es wieder eine junge hübsche Frau - diesmal eine Ärztin - an seiner Seite, die ihm bei der Flucht unterstützt. Einen einzigen Hinweis auf den Schlamassel hat Robert: Ein kleines Röhrchen, das versteckt in seiner Jacke gefunden wurde....

    Dan Brown hat wieder einen sehr flüssig zu lesenden Roman rund um Robert Langdon verfasst. Dabei widmet er sich vom Thema her, Dantes "Göttlicher Komödie". Wie gewohnt, wird auch dem unkundigen Leser das Thema näher gebracht, wobei dies an mehreren Stellen mehr stört als hilft.

    Teilweise hatte ich das Gefühl einen spannenden Reiseführer über Florenz, Venedig und Istanbul zu lesen und nebenbei gab es noch einen Roman. Vielleicht dient das Buch aber auch gleichzeitig als Drechbuchvorlage, da sind diese vielen Details dann sinnvoll.


    Der Schluss war dann doch eine Überraschung. Ohne viel zu verraten, ist diesmal nicht alles wieder gut. Einen bleibenden "Schaden" wird es geben und es werden Fragen aufgeworfen.

    Dan-Brown-Freunde kommen auf jeden Fall wieder auf ihre Kosten, auch wenn es nicht der beste Robert Langdon ist.

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    WolfgangBs avatar
    WolfgangBvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Motiv des Autors und Bedrohungsszenario passen so wenig zueinander, als müßte Harry Potter gegen Lex Luthor kämpfen
    Reiseführer mit Thrillerelementen

    Ohne Erinnerung an die vorangegangene Nacht erwacht Robert Langdon in einem Krankenhaus in Florenz. Er wird von Visionen geplagt, in denen ein bedrohlicher Schatten und eine überirdische Schönheit vorkommen. Kaum die räumliche Orientierung gefunden, wird er auch schon wieder gejagt und entkommt mit der Ärztin Sienna Brooks. Als sich herausstellt, daß die Lücke in Langdons Gedächtnis in unmittelbarem Zusammenhang mit Dante Alighieris Göttlicher Komödie, einem der großen Werke der Weltliteratur steht, begibt er sich in bewährter Weise auf eine Spurensuche durch die Jahrhunderte, im Zuge derer er auf einen größenwahnsinnigen Genetiker stößt, der die Menschheit einer künstlich erzeugte Seuche aussetzen will.

    In gut hundert Kapiteln nimmt sich Dan Brown eines der großen Werke der Kunstgeschichte als Ausgangspunkt für seinen Roman. Die Technik der wechselnden Perspektiven und offener Kapitelenden zur Erzeugung von Spannung dürfte Brown inzwischen ebenso verinnerlicht haben wie die Konstellation seiner Figuren. An der Seite seines Reiseführers Robert Langdon kämpft eine hübsche Naturwissenschafterin (hier eine Ärztin) gegen gedungene Verfolger im Dienste einer mysteriösen Organisation, der wiederum eine andere Körperschaft mit moralischer Unantastbarkeit gegenübersteht. Der resultierende Stellvertreterkampf führt diesmal durch drei europäisch-asiatische Metropolen mit bewegter Geschichte.

    Wieder einmal steht also Professor Langdon im Zentrum der Geschichte. Dieser erforscht an der Univerisität von Cambridge Symbole aus aller Welt, ist großgewachsen, betreibt jeden Morgen sein Schwimmtraining und leidet seit seiner Kindheit an Klaustrophobie. Seine Disziplin scheint wenig verbreitet zu sein, immerhin wird er als der Experte schlechthin zu Hilfe gerufen, wann immer in einer globalen Krise ein Bezug zu ihr hergestellt werden kann. Mehr ist selbst nach dem vierten Band nicht über Dan Browns Hauptfigur bekannt. Weder persönliche Leidenschaften oder Hobbies kennt man, noch Angewohnheiten oder Rituale. Das Verhältnis zu seinen Eltern wird ausgespart, ebenso sein musikalischer und kulinarischer Geschmack. Hätte nicht Tom Hanks der Figur in den bisherigen Verfilmungen sein Gesicht geliehen, müßte auch hier das Vorstellungsvermögen des Lesers einspringen. Dazu kommt, daß Dan Brown selbst seinen wichtigsten Protagonisten immer nur mit dem Nachnamen, niemals mit dem Vornamen referenziert, was zusätzlich Distanz erzeugt, depersonalisierend wirkt. Der Leser blickt dadurch Robert Langdon immer nur von hinten über die Schulter, darf ihm niemals ins Gesicht blicken.

    Mit seinem aktuellen Werk "Inferno" versucht Dan Brown zweifellos an den Erfolg der vorangegangenen Geschichten um den Symbologen Robert Landon anzuschließen. Viel mehr Gemeinsamkeiten als diese Figur auf ihrer seltsamen Odyssee, sind allerdings kaum zu erkennen. "Illuminati" und "Sakrileg" drehen sich um uralte Geheimnisse, die von historischen Persönlichkeiten wie Isaac Newton oder Leonardo daVinci in ihren Werken versteckt wurden. Gerade diese Herkunft aus den Tiefen der Geschichte und die Möglichkeit, verschollene Schätze oder altes Wissen der Menschheit zutage zu fördern, verleihen diesen Erzählungen etwas Erhabenes, rücken sie in ein mythisches Licht, das in den Filmen auch der Bruckheimer-artige Soundtrack zu unterstreichen vermag. Auch in "Inferno" kommen Hinweise in alten Meisterwerken vor, diesmal jedoch werden sie von einem Zeitgenossen darin versteckt und stammen nicht von deren Urheber, also Dante Alighieri und Sandro Botticelli selbst. Über die Göttliche Komödie an sich erfährt der Leser erschreckend wenig. Wer erwartet, sich durch die Lektüre von "Inferno" einen persönlichen Zugang zu diesem Werk zu schaffen - wie etwa "Sakrileg" leicht verständlich Wissenswertes zu Leonardo bietet - wird enttäuscht werden. Somit verbleiben die immer wieder eingestreuten Informationen über florentinische Sehenswürdigkeiten, die jedoch ganz offensichtlich lediglich dazu dienen, das Erzähltempo immer wieder zu drosseln. Kompakter und anschaulicher illustriert wird man die Stadt in der Toskana wohl in einem spezialisierten Reiseführer finden.

    Dan Brown weiß also in erster Linie unfreiwillig zu verwundern und unbeabsichtigte Fragen aufzuwerfen:
    Wenn er schon die Überbevölkerung der Erde in Verbindung mit der Mythologie bringen will, warum ersinnt er keine Geschichte um die Büchse der Pandora?
    Wenn es denn schon Dante sein soll, warum fällt Brown nichts zu Petrarca, Dichtung im antiken Rom oder die durch die Göttliche Komödie geprägten Jenseitsvorstellungen ein?
    Und warum muß die Bedrohung, gegen die Langdon ankämpft, so überdimensional sein? Warum der nur mehr schwer zu überbietende Superlativ der Ausrottung eines Gutteils der Erdbevölkerung? Warum vor allem rückt die UNO nicht mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Task Forces aus, anstatt das Schicksal der Menschheit einem Symbologen und einer Ärztin zu überlassen?
    Warum darf die Verantwortung, die Robert Langdon zu schultern hat, nicht etwas weniger schwergewichtig sein? Auch ein gut inszenierter Kunstraub hätte doch durchaus seinen Reiz ohne deshalb gleich ein Katastrophenszenario beschriebenen Ausmaßes zu beschwören.

    Nach den Illuminaten, Tempelrittern und Freimaurern sind Dan Brown offensichtlich die weithin bekannten Geheimbünde ausgegangen, denen er eine großangelegte Verschwörung zutraut, sodaß er mit seinem neuesten Roman die Aufmerksamkeit auf eines der bekanntesten Werke der Weltliteratur richtet. Und ganz offensichtlich ist ihm daran gelegen, wieder eine möglichst spannende Schnitzeljagd nach dem bewährten Schema zu inszenieren. Wo es aber absolut stimmig ist, im Vatikan, in London und Paris nach dem Heiligen Gral oder von der Geschichte verschütteten Geheimnissen zu suchen, wirken hier Motiv und Umsetzung zueinander so inkompatibel, als müßte Harry Potter nicht gegen Lord Voldemort, sondern Supermans Erzfeind Lex Luthor kämpfen. Oder um ein architektonisches Bild zu bemühen: Müßte mit dem abschließenden Mittelstück einer (theoretischen) Brücke über den Ärmelkanal ein für Fahrzeuge ungeeigneter Höhenunterschied überwunden werden, weil die Architekten beider Seiten sich nicht auf ein Maßsystem einigen konnten, das Gefühl der Ernüchterung wäre ein ähnliches.

    Klar, es muß wieder Robert Langdon als Hauptfigur sein, und dessen Spezialgebiet sind nun einmal myhtologische Symbole. Wenn aber ein größenwahnsinniger Genetiker mit Gotteskomplex die Dichtung Dantes bemüht, um seine Verfolger quer durch die europäische Kunstgeschichte zu hetzen, damit sein Vermächtnis die seiner Meinung nach gebührende Würdigung erfährt, dann paßt das einfach spürbar nicht zusammen. Der Plot wirkt unnatürlich, zu konstruiert, als hätte Brown die einzelnen Puzzleteile seiner Geschichte erst mühsam zurechtfeilen müssen, um sie sauber ineinandergreifen zu lassen. Ein derart genialer Genetiker wie Betrand Zobrist hätte durchaus sein persönliches Tagebuch in einem künstlich erzeugten DNA-Strang codieren und diesen seinem Lieblingshaustier implantieren können, anstatt aus nur schwer nachvollziehbarem Kunstsinn Dante Alighieri zu bemühen. Aber dann wäre der Fall wohl nicht in die Zuständigkeit von Robert Langdon, sondern eines Helden des Autorenduos Douglas Preston und Lincoln Child gefallen.

    Was also wird vom jüngsten Edikt des Königs konspirativer Krimis in Erinnerung bleiben?
    Eine im nachhinein sehr mühsam und unglaubwürdig erklärte Amnesie, von der die Geschichte über weite Strecken vorangetrieben wird, eine befremdliche Ambivalenz aus Fokussierung auf und Distanz zur Hauptperson und eine Bedrohungssituation, die so ganz und gar nicht zur krampfhaft inszenierten Schnitzeljagd um Dante Alighieris Hauptwerk passen will, die zur ihrer Entschärfung veranstaltet wird ... Mit diesen Eindrücken wird der Leser nach abgeschlossener Lektüre wieder in seinen Alltag entlassen. Dazu kommt, daß der Autor zwar die Göttliche Komödie zum zentralen Motiv erklärt hat, es aber unverständlicherweise verabsäumt, mit schmackhaft aufbereiteten Informationshappen den Wissensstand zu vergrößern.
    Ließ gerade die geschickte Vermischung von Fakten und Fiktion die Vorgängerbände "Illuminati" und "Sakrileg" in der Masse ähnlich gearteter Thriller durch lehrreichen Mehrwert glänzen, wirkt "Inferno" hier seltsam hohl und substanzlos, als hätte Brown selbst die nähere Auseinandersetzung mit Dante gescheut.

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    Es geht weiter - Robert Langdons vierter Fall: Inferno von Dan Brown
    Das weltweite Erscheinen des neuen Thrillers "Inferno" am 14. Mai 2013 markiert Robert Langdons Rückkehr nach Europa. Der Symbolforscher aus Harvard wird in Italien mit Geheimnissen, Rätseln und einer Verschwörung konfrontiert, die ihre Wurzeln in einem der berühmtesten und dunkelsten Meisterwerke der Literatur haben: Dantes "Göttlicher Komödie". Und je intensiver Robert Langdon die immer gefährlicher werdende Spur verfolgt, umso deutlicher zeichnet sich die bedrohliche Erkenntnis ab, was Dantes Werk für die Gegenwart und Zukunft bereithält. Mit "Inferno" setzt Dan Brown eine Erfolgsgeschichte fort, die alle Rekorde bricht ... Leseprobe

    Alle Informationen zum Roman gibt es auf der offiziellen Website zu INFERNO!

    Wir freuen uns sehr, dass wir für Euch in Zusammenarbeit mit Random House UK 20 englische Exemplare von Dan Browns neuem Thriller"Inferno" bekommen haben und sie für eine Leserunde vergeben dürfen! Seid Ihr auch schon gespannt, wie es für Robert Langdon weitergehen wird und welche Abenteuer er diesmal bestehen muss? Selbstverständlich sind auch alle Leser der deutschen Ausgabe herzlich eingeladen mitzulesen und das Buch zu diskutieren! Die Diskussion kann sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch geführt werden.

    Du möchtest eines von 20 Exemplaren von "Inferno" haben, das englische Original testlesen, mit uns diskutieren und eine Rezension dazu schreiben? Dann beantworte uns folgende Frage: 
    Dan Brown beschäftigt sich in "Inferno" mit Dante Alighieris Vorstellung der Hölle. Passend zum Thema wollen wir von Euch wissen - wie sieht Eure private Form des Infernos aus, so ein richtiger Höllentag? 

    Dan Brown über "Inferno""Although I studied Dante's Inferno as a student, it wasn't until recently, while researching in Florence, that I came to appreciate the enduring influence of Dante's work on the modern world. With this new novel, I am excited to take readers on a journey deep into this mysterious realm…a landscape of codes, symbols, and more than a few secret passageways."

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    Letzter Beitrag von  foscthedragonvor 5 Jahren
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