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Rezension zu "Die Templer" von Dan Jones

Akribisch verfasst und dennoch sehr flüssig zu lesen
michael_lehmann-papevor einem Jahr

Akribisch verfasst und dennoch sehr flüssig zu lesen

Was diese Lektüre über die Geschichte des Templer-Ordens lesenswert gestaltet, sind zwei Momente. Zum einen das sehr profunde und fundierte Wissen, welches Jones durchgehend aufweist und zum anderen der, für ein Fachbuch, dennoch flüssige, in Teilen fast romanhaft-spannende Stil, in dem Jones diese gut zweihundert Jahre prägender Historie des Mittelalters vor Augen führt.

Von einem unscheinbaren Beginn weniger „Überzeugter“ als „Fahrt-Begleiter“ und „Leibwache“ für Reisende nach Jerusalem (damals im Rahmen der Kreuzzüge in christlicher Hand hin zu einer der einflussreichsten Verbindungen Europas, besser der damals bekannten Welt, als „Arme Ritterschaft Christi und des Salomonischen Tempels zu Jerusalem“ mit dem Gewand, auf dem das rote „Tatzenkreuz“ prangte als Symbol für das Blut Christi.

Gegründet 1119 wuchs der Orden rasch und fand nicht nur immensen Einfluss in der Politik und bei den gekrönten Häuptern jener Zeit in Welt und Kirche, sondern war auch tief verwurzelt im Ansehen bei der einfachen Bevölkerung als „handfester Orden“, der nicht abgehoben in abstrakt-religiösen Sphären nur agierte. Was sich, wie Jones detailliert aufzeigt, auch in der Finanzierung des Ordens niederschlug, der als einziger der damaligen Orden vielfache Spenden aus dem einfachen Volk erhielt.

Wie sich dann ergeben konnte, dass fast auf dem Höhepunkt der Macht energisch und ohne Gnade gegen den Orden durch (nicht nur eines) der gekrönten Häupter vorgegangen wurde und dem steilen Aufstieg ein ebenso rascher, völlig vernichtender Abstieg folgte, dass ist nicht nur eine der spannendsten Geschichten des Mittelalters selbst, sondern auch bis zum heutigen Tag von Legenden und Mythen umworben, taucht weiterhin in vielfachen Formen der Geschichten um den heiligen Gral oder gar möglicher Nachkommen Christi in der aktuellen Literatur immer wieder auf.

„Dieses Buch möchte die Geschichte der Templer erzählen, wie sie wirklich waren, nicht die Legende, die sich seither um sie gerankt hat…..ich will vielmehr zeigen, dass ihre Taten noch ungewöhnlicher waren als die Ritterromane, Halbwahrheiten und Vodoo-Geschichten, die seit ihrem Fall herumgeistern“.

Und das gelingt Dan Jones überzeugend und umfassend, interessant und informativ in vier Teilen.

Die zunächst die Zeit der Gründung und die Ursprünge des Ordens zeigen, danach die Entwicklung von einer „Straßenwacht“ zu einer „militärischen Elitetruppe“ (die nichtsdestotrotz in späteren Jahren brutal auch Schlachten verloren) mit einem breiten Netzwerk an Burgen und Standorten und vielfachem Zulauf an kampffähigen Männern. Während im weiteren Verlauf der Geschichte „monetäre Macht“ der militärischen zur Seite trat und bald darauf diese weit überflügelte bis hin zum Verständnis der Templer als „Bankiers Europas“ BVis hin zum abschließenden Teil, den Jones „Ketzer“ betitelt und der, Schritt für Schritt, die sich aufheizende Atmosphäre gegen die Templer nachvollzieht, was dann wiederum mit sich mit der einschneidenden militärischen Niederlagen des Ordens einen zentralen Punkt des Auslösens historisch festmachen lässt. Bis dahin, in Phillip IV von Frankreich einen erbarmungslosen und mit gnadenloser Persönlichkeit ausgestatteten Widersacher zu finden. Der aber nicht alleine die Templer „fallen ließ“.


Eine Geschichte, in deren Verlauf Jones prägnant herausarbeite, was das schon damals Besondere an den Templern war.

„Echte Ritter“ in den Augen des Volkes und der Mehrzahl der herrschenden. Ritter mit religiöser Berufung, gewalttätig und keusch, unerschrocken und mit „reinem herzen“, erbarmungslos, aber in den Augen der Menschen (und den eigenen) „nahe bei Gott“. Was interessanterweise auch die hier und da durchaus vorhanden zwischen Ideal und Realität aushielt.

Sehr lesenswert.

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Rezension zu "Die Welt von gestern in Farbe: Eine neue Geschichte der Welt von 1850 bis 1960. Mit über 200 historischen Fotografien erstmals in Farbe (riva PREMIUM)" von Dan Jones

‚ein Versuch, der ausgeblichenen Vergangenheit farbliche Brillanz zurückzugeben‘
sabatayn76vor einem Jahr

‚Dieses Buch ist ein Versuch, der ausgeblichenen Vergangenheit farbliche Brillanz zurückzugeben.‘ (Seite 8)

Marina Amaral und Dan Jones haben für ihr Buch ‚Die Welt von gestern in Farbe‘ 200 Fotografien aus den Jahren 1850 bis 1960 ausgewählt, die ursprünglich monochrom waren, aber sorgfältig koloriert wurden.

In der Einleitung erklären die beiden Autoren, wie sie vorgegangen sind, gewähren Einblicke in ihre Arbeit und in die Methodik der Auswahl der Bilder und der Qualitätssicherung, zeigen, wie geduldig und detailgetreu sie vorgegangen sind, wie sie Informationen zur jeweiligen Epoche gesucht haben, um die Farben korrekt und realistisch zu wählen.

Im Anschluss finden sich die kolorierten Fotografien - nach Jahrzehnten gegliedert und von Texten begleitet, die zusätzliche Einblicke in die Epoche und die jeweilige historische Begebenheit bieten.

Ich habe einige Fotografien aus dem Buch noch vor der Buchveröffentlichung auf Amarals Twitter-Account entdeckt und war sofort beeindruckt und begeistert von den nachkolorierten Bildern, die teilweise so überzeugend gefärbt wurden, dass man das Gefühl bekommt, es handelt sich um ein Originalbild aus der jüngeren Geschichte.

Durch die authentische Farbgebung wirken die Fotografien sehr realistisch und vermitteln so Geschichte hautnah und auf sehr eindringliche Weise. Besonders gelungen fand ich die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs (Seite 254f), das Porträt Mark Twains (Seite 146) sowie die Hindenburg-Katastrophe (Seite 346f sowie auf dem Buchdeckel).

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