Dan Josefsson

 4.1 Sterne bei 58 Bewertungen

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Der Serienkiller, der keiner war

Der Serienkiller, der keiner war

 (58)
Erschienen am 13.11.2017

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Rezension zu "Der Serienkiller, der keiner war" von Dan Josefsson

Hoch interessant und spannend
Steffi85vor 2 Monaten

Ich musste mich zunächst einmal in das Buch rein finden, mich vor allem erstmal wieder auf die Thematik einlassen. Ich lese solche Bücher ja sehr gern, brauche aber bei jedem immer einen Moment, um mich richtig auf das Buch einzulassen...so war es auch bei diesem Buch. Als ich richtig in dem Buch drin war, fand ich es aber hochinteressant und spannend. Das möchte ich schon mal vorweg sagen. Bei diesem Buch habe ich etwa 40 Seiten benötigt, bis ich richtig in dem Theman drin war, ab da habe ich es förmlich verschlungen. Es ist auf jeden Fall ein hochbrisantes Thema, ich war sehr erschrocken, dass dies überhaupt so möglich ist. Also jemanden entsprechend zu manipulieren. Denn in meinen Augen war es ein Manipulation. Umso spannender finde ich es, etwas über diese Menschen zu erfahren. Allen voran Magrit - die Psychoanalytikerin...was sie alles erlebt hat und sie sie von anderen Menschen gesehen wird, fand ich sehr interessant. Manche Menschen haben ihre Meinung über sie im Laufe der Zeit geändert. Was für einen Einfluss sie auf andere Personen hat, ist einfach Wahnsinn. Da frag ich mich wie so etwas sein kann. Auch was sie selbst erlebt hat, ist schon spannend, wie ihre Kindheit verlaufen ist... Auf sie habe ich jedoch schnell eine gewisse Art von Hass / Abscheu entwickelt, einfach weil sie ist, wie sie ist. Stures Leben war auch schon heftig, gerade die Abhängigkeit auf verschiedene Medikamente und Drogen ist natürlich hart. Diese ist auch ausführlich beschrieben, auch was diese Sucht mit ihm macht. Die beschriebenen Arten der Psychoanalyse, die zu der Zeit in Schweden teilweise durchgeführt wurden, sind auch für mich sehr gut verständlich erklärt. Dazu muss ich sagen, dass ich aufgrund meiner Ausbildung schon ein paar Kenntnisse der Psychologie habe - wenn auch nur wenige und ganz oberflächlich. Ich denke aber auch ein totaler Laie würde alles gut verstehen. Beeindruckend und beängstigend finde ich es, wie leicht man die Psyche eines Menschen so manipulieren kann, dass dieser glaubt etwas getan oder etwas traumatisches erlebt zu haben. Gerade auch wie detailreich diese Geschehnisse dann erzählt werden...einfach durch Suggestivfragen, die denjenigen stark beeinflussen. Der Gedanke, dass man einem Menschen einreden kann, ein Serienmörder zu sein - obwohl er keiner ist - ist einfach unvorstellbar. Daher fand ich diese Geschichte auch besonders heftig, weil es eine wahre Geschichte ist.

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Rezension zu "Der Serienkiller, der keiner war" von Dan Josefsson

Was für eine Geschichte!
calimero8169vor 3 Monaten

Inhalt

Die unglaubliche Geschichte des Mannes, der als gefährlichster Serienkiller Schwedens galt.

Der schwedische Drogenhändle und Kleinkriminelle Sture Bergwall wird Anfang der 90er Jahre in die forensische Abteilung einer der größten psychiatrischen Kliniken des Landes eingewiesen. Unter dem Einfluß seiner Therapeuthen gesteht er eine Vielzahl von Morden und wird verurteilt. Doch nichts ist wahr - einer der größten Justizskandale der Geschichte. 

Eindruck

Diese Geschichte ist faszinierend und schockierend zugleich. Ein falsches Geständnis unter Drogeneinfluss, dem Drang sich ins Rampenlicht zu stellen, dem Wunsch wichtig zu sein und schon ist ein harmloser Mensch ein Serienkiller. Dazu nicht aufgeklärte Mordfälle, Karrieregeilheit von Gerichten und Polizei und die totale Geltungssucht, Selbstüberschätzung und Arroganz von Psychologen und schon ist man Verurteilt und das Leben kaputt.

Es hat mich sprachlos gemacht zu lesen, wie einfach es eigentlich ist, Menschen zu manipulieren Dinge zuzugeben, die nie stattgefunden haben. Wie einfach es ist, ihnen zu suggerieren etwas darzustellen, dass sie überhaupt nicht sind.

Dieser Justizskandal sucht wohl auch heute noch seinesgleichen und sollte als Paradebeispiel in Expertenkreisen dienen, dass so etwas nicht mehr passiert. Ich habe recherchiert, gegoogelt, nachgefragt und hinterfragt und kann es auch jetzt noch nicht glauben, aber es sind Tatsachen. In die Verantwortlichen wurden nie zur Rechenschaft gezogen.

Fazit

Kein Buch zum mal eben weglesen, aber für alle Interessierten und sogenannte Fachleute ein Muss. Mit vielen Zeugenberichten und Aussagen, Verweisen auf Fachliteratur und Fotos. Es wird nicht beim einmaligen Lesen und dann vergessen bleiben.

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Rezension zu "Der Serienkiller, der keiner war" von Dan Josefsson

Der Serienkiller, der keiner war
Ninasan86vor 4 Monaten

Zum Inhalt

Schweden, 1991: Sture Bergwall, ein homosexueller Drogenabhängiger und Kleinkrimineller, wird in die geschlossene psychiatrische Einrichtung Säter nördlich von Stockholm eingewiesen. Dort macht er eine Therapie und wird mit Psychopharmaka behandelt. Im Zuge der Behandlung glaubt er, sich an schlimme Traumata aus seiner Kindheit zu »erinnern« und gesteht, als monströser Serienkiller Thomas Quick mehr als 30 Opfer vergewaltigt und getötet zu haben. Fast 20 Jahr später stellte sich heraus: seine Geständnisse waren frei erfunden. Seine Motive: verschreibungspflichtige Drogen, Geltungsbewusstsein und der Einfluss seiner Therapeutin und deren Zirkel, die glaubten, mit diesem Fall Geschichte schreiben zu können.

 

 

Über den Autor

Dan Josefsson ist preisgekrönter Autor, Journalist und Dokumentarfilmer. Für »Der Serienkiller, der keiner war - und die Psychotherapeuten, die ihn schufen« wurde er mit dem Preis der Swedish Society of Investigative Journalists, dem Johan Hansson Preis für Non-Fiction und dem Swedish Grand Prize for Journalism, ausgezeichnet.

 

 

Mein Fazit und meine Rezension

Auch die Justiz ist nicht frei von Fehlern, das müssen wir ein ums andere Mal erkennen. So auch in diesem Fall: im Jahr 1991 wird in Schweden ein homosexueller Drogenabhängiger und Kleinkrimineller in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Im Verlauf seiner medikamentösen Behandlung scheint sich dieser an schlimme Taten aus seiner Kindheit zu erinnern: er gibt an, als Thomas Quick er mehr als 30 Opfer vergewaltigt und getötet zu haben. So wird aus dem Kleinkriminellen Sture Bergwall ein verurteilter Mörder, der sich selbst überführt hat. Oder auch nicht? 

Von dem Fall Sture Bergwall habe ich bislang nichts gewusst, das muss ich zugeben. Vor diesem Buch war er mir nicht bekannt und doch geht es auch mir als Leser sehr nach, sodass ich tatsächlich im Netz recherchiert habe und auf einige Artikel gestoßen bin. Bei diesem Buch handelt es sich um keinen erfundenen Roman, nein, es handelt sich um eine Geschichte, die sich tatsächlich so zugetragen hat und das macht sie noch schlimmer. Ich habe immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an das Gelesene zurückdenke. 

Wir beginnen mitten im Fall. Die Polizei ist unterwegs zu einem Ort, an dem die Leiche der jungen Therese Johannessen zu finden ist. Die Angaben hierzu haben sie von Thomas Quick selbst erhalten. Im Verlauf seiner Behandlung hat er immer wieder Momente, in denen er in seine schreckliche Vergangenheit auftaucht und immer wieder neue Details zutage fördert, die den Ermittlern von nutzen sind. Immer wieder werden die Ermittler enttäuscht, bis zu dem Tag, an dem es aufgedeckt wird: Sture Bergwall, alias Thomas Quick ist kein Mörder, er hat die Morde nicht begangen. Alle erliegen einer großen Täuschung.

Ich wusste nicht wirklich, was mich erwartete. Natürlich hatte ich den Klappentext gelesen und auch einen Textschnipsel, doch auf das, was wirklich kam, war ich nicht vorbereitet gewesen. Ja, es handelt sich um einen Tatsachenbericht und ja, man fühlt sich als Leser tatsächlich so, als sei man in die Auflösung des Falles involviert und das nicht ohne Grund: der Autor hat ein Talent dafür, uns direkt in das Geschehen zu versetzen und wirft nicht nur mit harten und kalten Fakten um sich. Im Gegenteil, er lässt Sture Bergwall als Menschen auferstehen, lässt ihn für uns zu Thomas Quick werden, um ihn dann langsam aber sicher, zu entmystifizieren. 

Erst im Laufe des Buches finden wir heraus, wer Thomas Quick wirklich erschaffen hat, wer ihn zu dem gemacht hat, der er letzten Endes war: seine behandelnden Psychiater. Der Autor schildert nicht nur den Fall, sondern gibt uns Lesern wertvolle Informationen und Hintergrundwissen, das uns immer tiefer in die Materie eintauchen lässt. Auch die verschiedenen Aspekte der Psychologie und Psychoanalyse werden beleuchtet, was zwar für den Laien ab und an schwer zu verstehen ist, aber dennoch dazu beiträgt, die Schwierigkeiten des Falles zu beleuchten. Gemeinsam mit dem Autor decken wir einen der größten Justizskandale aller Zeiten auf. 

Alles in einem kann ich sagen, dass mich dieses Buch fasziniert hat, die Geschichte hat mich von Anfang bis Schluss gefesselt. Allen, die ich jetzt neugierig machen konnte wünsche ich bereits jetzt eine spannende Lesezeit, ich hatte sie auf jeden Fall!

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