Dan Kieran

 3.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Slow Travel, Das Buch der hundert Vergnügungen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Dan Kieran

Slow Travel

Slow Travel

 (10)
Erschienen am 10.11.2014
Das Buch der hundert Vergnügungen

Das Buch der hundert Vergnügungen

 (7)
Erschienen am 18.08.2013
Das Surfbrett

Das Surfbrett

 (0)
Erschienen am 18.03.2019
The Idle Traveller

The Idle Traveller

 (0)
Erschienen am 01.07.2012

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B

Rezension zu "Slow Travel" von Dan Kieran

Die Kunst des achtsamen Reisens
B-Dudenvor 3 Jahren

In seinem Buch „Slow Travel – Die Kunst des Reisens“ nimmt der Autor Dan Kieran den Leser mit auf eine Reise zu sich selbst. Wirklich unterwegs zu sein ist für Kieran etwas völlig anderes, als sich mit riesigen Koffern von Flughafen zu Flughafen zu bewegen, um sich von dort zu einem Hotel chauffieren zu lassen.

Kieran hat es seiner Flugangst zu „verdanken“, dass er seit 20 Jahren kein Passagierflugzeug mehr betreten hat. Er bevorzugt es, auf dem Land- oder Seeweg zu reisen, ganz gleich wohin. Wie ein „flâneur“ des 17. Jahrhunderts möchte er auf Menschen treffen, Geschichten aus dem Leben hören und Dinge sehen, die den Flugreisenden in 10.000 Metern Höhe verborgen bleiben. Er möchte so intensiv reisen, dass jedes Erlebnis zu einer Reise in die eigene Seele wird. Auf einer langsameren Route bekommen Orte für ihn eine grössere Bedeutung, Begegnungen werden wichtiger und das Ungeplante erhält mehr Raum.

Der Autor lässt den Leser teilhaben haben an seinen eigenen langsamen Reisen durch Europa; er beschreibt Begegnungen im Zug, erzählt, wie er sich zu Fuß auf den Weg macht, um die Nachbarorte nicht immer nur schnell mit dem Auto zu durchqueren, sondern seine Umgebung wirklich wahrzunehmen. Da das eigentliche Reisen im Kopf stattfindet, betont Kieran, lohnt es sich immer, auch die eigene Umgebung mit der Haltung des Reisenden zu betrachten.

Er plädiert dafür, auf Reiseführer zu verzichten und statt dessen Reiseliteratur zu lesen, um mit Orten und Menschen besser in Kontakt zu kommen. Ist man offen für neue Eindrücke und nicht schon durch Reiseführer geprägt, kann man die Dinge unvoreingenommener und offener betrachten und die ausgetretenen Pfade verlassen.

Kierans Schilderung des langsamen Reisens ist ein Plädoyer für die Achtsamkeit, auch wenn er diesen Begriff nicht ausdrücklich benutzt.  Das, was man erlebt, genau und bewusst wahrzunehmen, verändert die Intensität des Erlebten. Das bedeutet aber auch, Ungeplantem und Unannehmlichkeiten zuerst einmal möglichst unvoreingenommen zu begegnen und sie als Erfahrungen des intensiven Lebens zu sehen. Orientiert man sich nur an seinen Wünschen nach Bequemlichkeit und schirmt sich vom tatsächlichen Leben ab, sind intensive Erfahrungen selten möglich.

Tatsächlich ist die Kunst des langsamen Reisens nichts Neues. Vor allem Rucksackreisende sind schon seit Jahrzehnten jenseits der Touristenpfade unterwegs, reisen langsam mit günstigen Verkehrsmitteln und kommen leichter in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung und mit anderen Arten zu leben. Was Kierans Ansicht des Reisens jedoch besonders macht, ist seine Freude am Erleben der Orte, die unmittelbar in unserer Nachbarschaft liegen und die man selten beachtet. Das bewusste und langsame Erkunden des eigenen Landes, der näheren und weiteren Umgebung ist das, was dem scheinbar Normalen ein neues Gesicht gibt und dem lokalen „Reisenden“ im eigenen Land die Möglichkeit gibt, seinen Horizont zu erweitern. 

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L

Rezension zu "Slow Travel" von Dan Kieran

Joa... durch das Cover und den Klappentext echt mehr erwartet
LekkerLebenSchoenerWohnenvor 3 Jahren

» Reise nicht nur, um anzukommen «
» Bleib zu Hause «
» Sei dein eigener Reiseführer «
» Heiße Katastrophen willkommen «
» Folge deinem Instinkt «
» Verliere den Kopf «
» Sei abenteuerlustig «

Diese Sätze laden doch besonders zum philosophieren und nachdenken ein und machen irgendwie Lust auf die nächste verrückte Individualreise, oder?
Ich habe mich ja schon einmal geoutet, dass ich bei einem Buch als aller erstes auf das Cover achte. Überzeugt es mich, nehme ich das Buch in die Hand und lese mir den Titel - und natürlich den Klappentext dazu - durch.
So auch in dem Fall von „Slow Travel – die Kunst des Reisens“ von Dan Kieran. Im Klappentext heißt es "Dem Alltag zu entkommen, das erhoffen sich viele vom Reisen. Sie steigen in ein Flugzeug, um so schnell wie möglich irgendwo anzukommen. Dort legen sie sich neben andere Touristen an den Strand oder haken ihre Listen von Sehenswürdigkeiten ab und wundern sich am Ende, wenn sie seltsam unbefriedigt zurückkehren."
Ich habe mir nun ein leicht ironisches Buch vorgestellt, in dem zum einen die Standard-Touris ein bisschen auf die Schippe genommen werden, man aber auch so richtig zum nachdenken angeregt wird, mal nach rechts und links zu schauen und zu gucken, was es abseits der Touristenmeilen im Touri-Alltag noch so zu erleben gibt. Ich persönlich war auch lange Zeit eine Pauschalreise-Touristin. Früher habe ich regelmäßig zwei Wochen im 5 Sterne All Inclusive Urlaub am hoteleigenen Strand gelegen - immer mit dem Reiseführer in der Hand, um auch möglichst wenig vom Land und den Sehenswürdigkeiten zu verpassen, denn die sind ja wichtig. Seit einiger Zeit aber hat sich das allerdings verändert: Ich habe mich zur Individual-Urlauberin entwickelt. In diesem Jahr sind mein Freund und ich zum ersten Mal zu einem Roadtrip nach Schottland aufgebrochen...

Aber nun erst einmal zum Buch: Dan Kieran hat das Buch "Slow Travel – Die Kunst des Reisens" im November 2014 im Heyne Verlag, der zur Verlagsgruppe Random House FSC gehört, herausgebracht. Das Buch hat 224 Seiten und wurde sowohl als gebundenes Buch (19,95€) als auch als Taschenbuch (9,99 €) herausgebracht.
Das Buch besteht aus 7 Kapiteln, deren Titel genau den 7 einleitenden Sätzen entsprechen. Das Buch macht so viel Lust aufs Lesen und die Erwartungen sind hoch - vielleicht etwas zu hoch!
Im 1. Kapitel »Reise nicht nur, um anzukommen« geht es in erster Linie um die Berichterstattung, wie Dan eine lange Bahnreise von London zur spanischen Mittelmeerküste, nach Marbella, antritt und erzählt, dass viele andere Menschen für diese Reise lieber das Flugzeug wählen. Er schließt das Kapitel mit der genauen Begründung ab, warum er das Buch geschrieben hat.
Hier fragt man sich wirklich zwischenzeitlich, ob 5 Sterne Urlaube wirklich glücklich machen...

Das 2. Kapitel »Bleib zu Hause« ist eine kleine Hymne an die Heimat. Er sagt, man sollte viel bewusster vor die Haustür gehen und beschreibt in diesem Kapitel, wie er einen Weg zu Fuß geht, den er sonst innerhalb weniger Minuten mit dem Auto fährt. Hierbei weicht er bewusst vom vorgegebenen Pfad ab, schaut sich um und genießt dabei die Zeit.

Kapitel 3 steht unter dem Motto »Sei dein eigener Reiseführer«. Der Autor Dan meint, dass Reiseführer oft gekauft werden und bis zur Abreise meist still in der Ecke liegen und erst auf der Anreise gelesen werden, um dem schlechten Gewissen eines Fehlkaufs zu entgehen. Reiseführer enthalten seiner Meinung nach selten hilfreiche Tipps zum Urlaubsort. Er sagt, dass es sich viel eher lohne, den Urlaubsort vorurteilsfrei auf eine Faust zu erkunden.

Kapitel 4 - »Heiße Katastrophen willkommen«. Am Anfang dieses Kapitels ich habe ich gerätselt, was denn nun Greifvögel und Falknereien mit der Kunst des langsamen Reisens zu tun haben... Im Laufe des Kapitels stellt sich heraus, dass es sich hierbei um eine sehr lange Einleitung zur Beschreibung einer Katastrophenreise auf die schottische Insel Mull handelt. Bei einem angekundigtem Unwettersturm ist Dan mit seinem Kumpel auf die Insel gefahren, um Adler zu beobachten, obwohl auf der Insel wegen des Unwetters kein Strom mehr zur Verfügung stand. Eine aufregende Fahrt und ein verrücktes Vorhaben, aber es hat geklappt und soll lehren, dass man viel häufiger verrückt sein sollte. Die beiden haben es tatsächlich geschafft Adler zu beobachten. Da wir in diesem Jahr selbst in Schottland waren, war dieses Kapitel für mich persönlich das beste, da ich mich sehr gut in die verschiedenen Situationen, Orte und Athmosphäre einfühlen konnte.

Das 5. Kapitel »Folge deinem Instinkt« berichtet von einem Trip im Milchwagen, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Der Autor hat sich mit 2 weiteren Personen auf gemacht, um in 4 Wochen lang insgesamt 965 km durchs Land zu fahren. Selbst eine Hummel überholte sie, laut eigenen Angaben, auf der Reise. Das ist Slow Travel in aller purster Form. Diese Art zu Reisen soll sein Bewusstsein und sein Unterbewusstsein stärken, da man gezwungen ist, sich auch mal mit sich selbst zu beschäftigen. Das Kapitel ist ein bisschen psychologisch angehaucht und bringt immer wieder Studien mit ein.
Der Autor vertritt also offensichtlich die Meinung, dass man, wenn man “Fast Travelt”, seine Reise in ein Land auf einige Sehenswürdigkeiten und hektisches Kofferschieben zum Hotel reduziert. Der Rest, die wunderbare Zeit des Reisens, wird hierbei nicht mehr wahrgenommen. Man kann sich nie mit einem Land identifizieren, wenn man seine Zeit in dem Land damit verbringt, es mit großer Geschwindigkeit auf Autobahnen bereist und meist durch eine Kameralinse betrachtet.

Das Kapitel 6 »Verliere den Kopf« beschäftigt sich mit den unbewussten Zwängen, die eine Reise mit sich bringt. Wer kennt keine Bilder, bei denen Menschen den Eiffelturm “in der Hand halten” oder den Schiefen Turm von Pisa “stützen”? Auch Reisen in das Vereinigte Königreich werden häufig mit Bildern einer roten Telefonzelle, wahlweise auch eines roten Busses, belegt. Viele Reisen beschränken sich leider auf Sight-Seeing-Hopping, wobei der Blick für das Wesentliche verloren geht. Wenn diese Bilder nämlich einmal geschossen wurden, verflüchtigen sich die Faszination und das Staunen, die man vorher hatte sehr schnell. Nachher ist der Kopf meist leer und man fragt sich insgeheim “warum bin ich eigentlich hier”? Nachher kann man seinen Freunden stolz die Bilder zeigen, aber selbst ist man nicht unbedingt glücklich und hat das (berechtigte?) Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Frage, über die wir uns eigentlich wirklich mal Gedanken machen sollten ist also: Sind Sehenswürdigkeiten auch Erlebniswürdig?

»Sei abenteuerlustig« - Kapitel 7
Wenn man langsam reist, kommt es einem vor, als sei man viel länger weg gewesen.
Was das 7. Kapitel mir allerdings sagen will, kann ich euch leider nicht sagen, denn: ich verstehe es nicht. Vielleicht könnt ihr mich ja aufklären, wenn ihr euch das Buch durchlest?

Fazit: Die Erwartungen zu diesem Buch waren leider komplett anders und darum viel es mir sehr schwer dieses Buch zu lesen. Ich finde es sehr langatmig und die Geschichten die der Autor erzählt, sind für mich persönlich nicht wirklich interessant. An manchen Stellen konnte ich nicht ganz folgen. Einige Stellen wiederum waren toll und ich dachte "Ja! Genau so sehe ich das auch." - Diese Stellen sind im Buch aber leider eher seltener zu finden.
Ich glaube, jeder hat seine eigene Art zu Reisen und das sollte respektiert werden! Macht es doch so wie ihr es gut findet, wie ihr euch wohl fühlt und vor allem, wie es zu euch passt!

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Das Buch der hundert Vergnügungen" von Dan Kieran

"Zuschauen, wie der Fluss fließt"
R_Mantheyvor 3 Jahren

Das Lustigste an diesem Buch ist die Einleitung von Tom Hodgkinson. Aber wahrscheinlich ist ihm das noch nicht einmal aufgefallen. "Wenn wir ganz ohne Eile einen Bummel durch die Stadt machen und dabei allein dem Treiben des Lebens zuschauen, ohne dem Drang zum Kaufen nachzugeben", schreibt er, "dann protestieren wir auf genussvolle Weise gegen die Arbeits- und Konsumgesellschaft." Tatsächlich? Widerstand kann doch so schön und gefahrlos einfach sein, vor allem, wenn man nichts von ihm weiß.

Irgendwie scheint sich Hodgkinson seiner Sache nicht so sicher zu sein, wie er tut. Wozu sucht er eigentlich nach Gründen, die sie adeln? Wenn man schon bis zum Mittag in der Koje liegt und sich dann um den eigenen Müßiggang Sorgen und über die im "Hamsterrad des Kapitalismus" schuftenden Mitmenschen intellektuell lustig macht, dann muss doch wenigstens die Aura des aufmüpfigen Widerstands um einen schweben. Ach ja.

Das Buch selbst erweist sich dann aber als Erinnerung an Sachen, die man früher einmal getan hat, vielleicht noch ab und zu macht oder mal wieder machen sollte. Aber besser ohne rechtfertigende Hintergedanken. Eben einfach so. In diesen Vergnügungen steckt oft ein einfaches Prinzip: Man steigt aus dem Fluss des gewöhnlichen Lebens und begibt sich dann in eine Beobachter-Position. So, als ob man nicht dazugehört.

Eine neue Entdeckung ist das nicht. Wir haben solche einfachen Sachen, wie sie im Buch beschrieben werden, vielleicht oft schon selbst gemacht. Und zwar ohne groß darüber nachzudenken. Grabsteine lesen zum Beispiel auf einem Friedhof, der bei einer Kirche liegt, die man sich im Urlaub ansieht. Einfach gemütlich ein Bad nehmen, ins Feuer schauen, sich irgendwo in einem Park auf die Bank setzen und Leute beobachten, Landkarten betrachten, in Bibliotheken herumschnüffeln, Vögel beobachten - eben einfach nur sein und keine Aufgabe haben.

Eigentlich haben 13 Autoren an diesem Buch geschrieben. Meistens erörtern sie eine von ihnen vorgeschlagene (kostenlose und selbstverständlich ökologisch wertvolle) Vergnügung auf einer Seite. Dazu gesellen sich dann interessante Illustrationen von Stephanie F. Scholz. Man kann dieses Buch auch verschenken. Aber Vorsicht, die Zeitgenossen aus dem Hamsterrad sollten bereits einen gewissen Zugang zum Thema des Buches gefunden haben.

Wenn sich die Autoren weniger snobistisch aufführen würden, wären sie vielleicht ihren Mitmenschen noch sympathischer. Immerhin aber kann uns dieses Buch durchaus wieder dazu bringen, uns wenigstens kurz mal auszuklinken und das Leben gewissermaßen von außen zu betrachten. Das kann überaus reizend und erholsam sein. Und vielleicht ändern dann solche einfachen Momente auch die Sichtweise auf das eigene Dasein.

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