Dan Kieran Slow Travel

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Inhaltsangabe zu „Slow Travel“ von Dan Kieran

Ein wunderbares Buch über die Kunst des entschleunigten Reisens Träumen wir nicht alle vom entspannten Urlaub? Ohne Hektik und Handy. Ja? Dann ist das hier IHR Buch, nach dessen Lektüre Sie die nächste Reise vielleicht ein wenig anders angehen. Dan Kieran hat mit Slow Travel ein wunderbares erzählendes »Reisebuch« geschrieben, in dem er mit uns seine Philosophie des entschleunigten Reisens teilt.

Joa... durch das Cover und den Klappentext echt mehr erwartet

— LekkerLebenSchoenerWohnen
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  • Die Kunst des achtsamen Reisens

    Slow Travel
    B-Duden

    B-Duden

    22. February 2016 um 17:27

    In seinem Buch „Slow Travel – Die Kunst des Reisens“ nimmt der Autor Dan Kieran den Leser mit auf eine Reise zu sich selbst. Wirklich unterwegs zu sein ist für Kieran etwas völlig anderes, als sich mit riesigen Koffern von Flughafen zu Flughafen zu bewegen, um sich von dort zu einem Hotel chauffieren zu lassen. Kieran hat es seiner Flugangst zu „verdanken“, dass er seit 20 Jahren kein Passagierflugzeug mehr betreten hat. Er bevorzugt es, auf dem Land- oder Seeweg zu reisen, ganz gleich wohin. Wie ein „flâneur“ des 17. Jahrhunderts möchte er auf Menschen treffen, Geschichten aus dem Leben hören und Dinge sehen, die den Flugreisenden in 10.000 Metern Höhe verborgen bleiben. Er möchte so intensiv reisen, dass jedes Erlebnis zu einer Reise in die eigene Seele wird. Auf einer langsameren Route bekommen Orte für ihn eine grössere Bedeutung, Begegnungen werden wichtiger und das Ungeplante erhält mehr Raum. Der Autor lässt den Leser teilhaben haben an seinen eigenen langsamen Reisen durch Europa; er beschreibt Begegnungen im Zug, erzählt, wie er sich zu Fuß auf den Weg macht, um die Nachbarorte nicht immer nur schnell mit dem Auto zu durchqueren, sondern seine Umgebung wirklich wahrzunehmen. Da das eigentliche Reisen im Kopf stattfindet, betont Kieran, lohnt es sich immer, auch die eigene Umgebung mit der Haltung des Reisenden zu betrachten. Er plädiert dafür, auf Reiseführer zu verzichten und statt dessen Reiseliteratur zu lesen, um mit Orten und Menschen besser in Kontakt zu kommen. Ist man offen für neue Eindrücke und nicht schon durch Reiseführer geprägt, kann man die Dinge unvoreingenommener und offener betrachten und die ausgetretenen Pfade verlassen. Kierans Schilderung des langsamen Reisens ist ein Plädoyer für die Achtsamkeit, auch wenn er diesen Begriff nicht ausdrücklich benutzt.  Das, was man erlebt, genau und bewusst wahrzunehmen, verändert die Intensität des Erlebten. Das bedeutet aber auch, Ungeplantem und Unannehmlichkeiten zuerst einmal möglichst unvoreingenommen zu begegnen und sie als Erfahrungen des intensiven Lebens zu sehen. Orientiert man sich nur an seinen Wünschen nach Bequemlichkeit und schirmt sich vom tatsächlichen Leben ab, sind intensive Erfahrungen selten möglich. Tatsächlich ist die Kunst des langsamen Reisens nichts Neues. Vor allem Rucksackreisende sind schon seit Jahrzehnten jenseits der Touristenpfade unterwegs, reisen langsam mit günstigen Verkehrsmitteln und kommen leichter in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung und mit anderen Arten zu leben. Was Kierans Ansicht des Reisens jedoch besonders macht, ist seine Freude am Erleben der Orte, die unmittelbar in unserer Nachbarschaft liegen und die man selten beachtet. Das bewusste und langsame Erkunden des eigenen Landes, der näheren und weiteren Umgebung ist das, was dem scheinbar Normalen ein neues Gesicht gibt und dem lokalen „Reisenden“ im eigenen Land die Möglichkeit gibt, seinen Horizont zu erweitern. 

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  • Joa... durch das Cover und den Klappentext echt mehr erwartet

    Slow Travel
    LekkerLebenSchoenerWohnen

    LekkerLebenSchoenerWohnen

    02. December 2015 um 23:13

    » Reise nicht nur, um anzukommen « » Bleib zu Hause « » Sei dein eigener Reiseführer « » Heiße Katastrophen willkommen « » Folge deinem Instinkt « » Verliere den Kopf « » Sei abenteuerlustig « Diese Sätze laden doch besonders zum philosophieren und nachdenken ein und machen irgendwie Lust auf die nächste verrückte Individualreise, oder? Ich habe mich ja schon einmal geoutet, dass ich bei einem Buch als aller erstes auf das Cover achte. Überzeugt es mich, nehme ich das Buch in die Hand und lese mir den Titel - und natürlich den Klappentext dazu - durch. So auch in dem Fall von „Slow Travel – die Kunst des Reisens“ von Dan Kieran. Im Klappentext heißt es "Dem Alltag zu entkommen, das erhoffen sich viele vom Reisen. Sie steigen in ein Flugzeug, um so schnell wie möglich irgendwo anzukommen. Dort legen sie sich neben andere Touristen an den Strand oder haken ihre Listen von Sehenswürdigkeiten ab und wundern sich am Ende, wenn sie seltsam unbefriedigt zurückkehren." Ich habe mir nun ein leicht ironisches Buch vorgestellt, in dem zum einen die Standard-Touris ein bisschen auf die Schippe genommen werden, man aber auch so richtig zum nachdenken angeregt wird, mal nach rechts und links zu schauen und zu gucken, was es abseits der Touristenmeilen im Touri-Alltag noch so zu erleben gibt. Ich persönlich war auch lange Zeit eine Pauschalreise-Touristin. Früher habe ich regelmäßig zwei Wochen im 5 Sterne All Inclusive Urlaub am hoteleigenen Strand gelegen - immer mit dem Reiseführer in der Hand, um auch möglichst wenig vom Land und den Sehenswürdigkeiten zu verpassen, denn die sind ja wichtig. Seit einiger Zeit aber hat sich das allerdings verändert: Ich habe mich zur Individual-Urlauberin entwickelt. In diesem Jahr sind mein Freund und ich zum ersten Mal zu einem Roadtrip nach Schottland aufgebrochen... Aber nun erst einmal zum Buch: Dan Kieran hat das Buch "Slow Travel – Die Kunst des Reisens" im November 2014 im Heyne Verlag, der zur Verlagsgruppe Random House FSC gehört, herausgebracht. Das Buch hat 224 Seiten und wurde sowohl als gebundenes Buch (19,95€) als auch als Taschenbuch (9,99 €) herausgebracht. Das Buch besteht aus 7 Kapiteln, deren Titel genau den 7 einleitenden Sätzen entsprechen. Das Buch macht so viel Lust aufs Lesen und die Erwartungen sind hoch - vielleicht etwas zu hoch! Im 1. Kapitel »Reise nicht nur, um anzukommen« geht es in erster Linie um die Berichterstattung, wie Dan eine lange Bahnreise von London zur spanischen Mittelmeerküste, nach Marbella, antritt und erzählt, dass viele andere Menschen für diese Reise lieber das Flugzeug wählen. Er schließt das Kapitel mit der genauen Begründung ab, warum er das Buch geschrieben hat. Hier fragt man sich wirklich zwischenzeitlich, ob 5 Sterne Urlaube wirklich glücklich machen... Das 2. Kapitel »Bleib zu Hause« ist eine kleine Hymne an die Heimat. Er sagt, man sollte viel bewusster vor die Haustür gehen und beschreibt in diesem Kapitel, wie er einen Weg zu Fuß geht, den er sonst innerhalb weniger Minuten mit dem Auto fährt. Hierbei weicht er bewusst vom vorgegebenen Pfad ab, schaut sich um und genießt dabei die Zeit. Kapitel 3 steht unter dem Motto »Sei dein eigener Reiseführer«. Der Autor Dan meint, dass Reiseführer oft gekauft werden und bis zur Abreise meist still in der Ecke liegen und erst auf der Anreise gelesen werden, um dem schlechten Gewissen eines Fehlkaufs zu entgehen. Reiseführer enthalten seiner Meinung nach selten hilfreiche Tipps zum Urlaubsort. Er sagt, dass es sich viel eher lohne, den Urlaubsort vorurteilsfrei auf eine Faust zu erkunden. Kapitel 4 - »Heiße Katastrophen willkommen«. Am Anfang dieses Kapitels ich habe ich gerätselt, was denn nun Greifvögel und Falknereien mit der Kunst des langsamen Reisens zu tun haben... Im Laufe des Kapitels stellt sich heraus, dass es sich hierbei um eine sehr lange Einleitung zur Beschreibung einer Katastrophenreise auf die schottische Insel Mull handelt. Bei einem angekundigtem Unwettersturm ist Dan mit seinem Kumpel auf die Insel gefahren, um Adler zu beobachten, obwohl auf der Insel wegen des Unwetters kein Strom mehr zur Verfügung stand. Eine aufregende Fahrt und ein verrücktes Vorhaben, aber es hat geklappt und soll lehren, dass man viel häufiger verrückt sein sollte. Die beiden haben es tatsächlich geschafft Adler zu beobachten. Da wir in diesem Jahr selbst in Schottland waren, war dieses Kapitel für mich persönlich das beste, da ich mich sehr gut in die verschiedenen Situationen, Orte und Athmosphäre einfühlen konnte. Das 5. Kapitel »Folge deinem Instinkt« berichtet von einem Trip im Milchwagen, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Der Autor hat sich mit 2 weiteren Personen auf gemacht, um in 4 Wochen lang insgesamt 965 km durchs Land zu fahren. Selbst eine Hummel überholte sie, laut eigenen Angaben, auf der Reise. Das ist Slow Travel in aller purster Form. Diese Art zu Reisen soll sein Bewusstsein und sein Unterbewusstsein stärken, da man gezwungen ist, sich auch mal mit sich selbst zu beschäftigen. Das Kapitel ist ein bisschen psychologisch angehaucht und bringt immer wieder Studien mit ein. Der Autor vertritt also offensichtlich die Meinung, dass man, wenn man “Fast Travelt”, seine Reise in ein Land auf einige Sehenswürdigkeiten und hektisches Kofferschieben zum Hotel reduziert. Der Rest, die wunderbare Zeit des Reisens, wird hierbei nicht mehr wahrgenommen. Man kann sich nie mit einem Land identifizieren, wenn man seine Zeit in dem Land damit verbringt, es mit großer Geschwindigkeit auf Autobahnen bereist und meist durch eine Kameralinse betrachtet. Das Kapitel 6 »Verliere den Kopf« beschäftigt sich mit den unbewussten Zwängen, die eine Reise mit sich bringt. Wer kennt keine Bilder, bei denen Menschen den Eiffelturm “in der Hand halten” oder den Schiefen Turm von Pisa “stützen”? Auch Reisen in das Vereinigte Königreich werden häufig mit Bildern einer roten Telefonzelle, wahlweise auch eines roten Busses, belegt. Viele Reisen beschränken sich leider auf Sight-Seeing-Hopping, wobei der Blick für das Wesentliche verloren geht. Wenn diese Bilder nämlich einmal geschossen wurden, verflüchtigen sich die Faszination und das Staunen, die man vorher hatte sehr schnell. Nachher ist der Kopf meist leer und man fragt sich insgeheim “warum bin ich eigentlich hier”? Nachher kann man seinen Freunden stolz die Bilder zeigen, aber selbst ist man nicht unbedingt glücklich und hat das (berechtigte?) Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die Frage, über die wir uns eigentlich wirklich mal Gedanken machen sollten ist also: Sind Sehenswürdigkeiten auch Erlebniswürdig? »Sei abenteuerlustig« - Kapitel 7 Wenn man langsam reist, kommt es einem vor, als sei man viel länger weg gewesen. Was das 7. Kapitel mir allerdings sagen will, kann ich euch leider nicht sagen, denn: ich verstehe es nicht. Vielleicht könnt ihr mich ja aufklären, wenn ihr euch das Buch durchlest? Fazit: Die Erwartungen zu diesem Buch waren leider komplett anders und darum viel es mir sehr schwer dieses Buch zu lesen. Ich finde es sehr langatmig und die Geschichten die der Autor erzählt, sind für mich persönlich nicht wirklich interessant. An manchen Stellen konnte ich nicht ganz folgen. Einige Stellen wiederum waren toll und ich dachte "Ja! Genau so sehe ich das auch." - Diese Stellen sind im Buch aber leider eher seltener zu finden. Ich glaube, jeder hat seine eigene Art zu Reisen und das sollte respektiert werden! Macht es doch so wie ihr es gut findet, wie ihr euch wohl fühlt und vor allem, wie es zu euch passt!

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  • "Drosselt das Tempo, ihr werdet weiter kommen, als ihr euch jemals vorgestellt habt."

    Slow Travel
    R_Manthey

    R_Manthey

    23. July 2015 um 11:06

    Die Wege des Universums sind bekanntlich unergründlich. In diesem Fall haben sie den Autor über seine Flugangst zum langsamen Reisen geführt. Wahrscheinlich muss man aber auch auf den britischen Inseln zu Hause sein, um auf einige der merkwürdigen Ideen zu kommen, die in diesem Buch geschildert werden. So durchquerte der Autor beispielsweise mit einigen Freunden in einem Milchwagen England. Das hört sich zunächst harmlos an. Doch ein Milchwagen ist ein batteriegetriebenes Gefährt, in dem es wenig Platz gibt. Die mit diesem Teil fahrbare Höchstgeschwindigkeit kann man auch mit einem Fahrrad leicht erreichen. Aber Wandern und Radfahren strengen an, während man im Milchwagen wie in einer mobilen Hängematte herumfährt, nur eben nicht ganz so bequem. Dafür hat man mehr Muße, sich um alles Mögliche Gedanken zu machen Und so fällt man natürlich auch auf. Da man jeden Tag irgendeine Steckdose braucht, lernt man viele Leute kennen. Und das ist nur ein Teil der bemerkenswerten Ereignisse, die auf diese Weise geschehen. In Wirklichkeit verändert und erweitert sich die komplette Wahrnehmung. Man muss nicht unbedingt reisen, um das zu erleben. Es reicht schon, wenn man sich irgendwo in der Natur hinsetzt und eine Weile wartet. Dann plötzlich entdeckt man den Mikrokosmos um einen herum, und man sieht Dinge, die man mit dem weiten Blick niemals entdeckt hätte. Um diese langsame und instinktgesteuerte, abenteuerlustige, nicht durchgeplante und nicht fremdorganisierte Art des Reisens geht es in diesem Buch. Und wenn man sich schon viel Zeit lässt, dann kann man auch viel nachdenken. Das jedenfalls ist das Konzept des Autors. Er lässt sich gerne auf die Orte ein, an denen er verweilt. Manchmal liest er auf dem Weg dorthin Bücher anderer Reiseschriftsteller oder Romane, die an seinen Reisezielen spielen. Dann macht es ihm dort mehr Spaß, die Handlungsorte für sich zu entdecken. Das Buch gliedert sich in ein lesenswertes Vorwort von Tom Hodgkinson und sieben Kapitel: (1) Reise nicht nur, um anzukommen, (2) Bleib zu Hause, (3) Sei dein eigener Reiseführer, (4) Heiße Katastrophen willkommen, (5) Folge deinem Instinkt, (6) Verliere den Kopf und (7) Sei abenteuerlustig. Man sieht schon an diesen Kapitelüberschriften, dass dieses Buch wohl nichts für Pauschalurlauber ist, sondern eher etwas für Leute, die gerne ihre eigenen Wege gehen. Auf dem Umschlag steht hinten, dass Tourismus eine Todsünde sei. Das ist eine überhebliche Aussage, die nicht vom Autor stammt und dem Buch auch nicht gerecht wird. Wozu sollte diese Art des Reisens mit anderen Möglichkeiten vergleichen? Wer sich so wie der Autor durch die Lande bewegt, macht das schließlich nicht, um anderen etwas zu beweisen oder sich abzuheben. Er macht es für sich, weil es ihm gut tut. Ich habe dieses Buch zwar auch als Ratschlag, aber eben noch mehr als einen Bericht für Leute verstanden, die mit dem Autor ähnliche Vorlieben teilen. Dan Kieran macht sich in seinem Buch nicht nur über das Praktische an seiner Art des Reisens Gedanken, sondern auch über vieles Grundsätzliche, beispielsweise darüber, wie unsere Wahrnehmung funktioniert. Dazu setzt er sich mit Büchern über jüngste Erkenntnisse der Neurowissenschaften auseinander. Oder er philosophiert über lineare und nichtlineare Zeit. Oder eben über die Geräusche, die eine Gegend von sich gibt, wenn sie nicht vom Treiben der Moderne übertönt werden. Sie plötzlich wieder zu hören, war für den Autor Teil eines völlig veränderten Zugangs zur Wirklichkeit, der sich erst öffnet, wenn wir unser Tempo wieder unseren Wahrnehmungsfähigkeiten anpassen. Und genau darum geht es in diesem Buch. Aber manchen Menschen wird es auch Trost spenden, denn es gibt ihnen das Gefühl, nicht alleine zu sein mit dem, was sie selbst denken. Beispielsweise musste ich über folgende Sätze lachen: "Ich bin durch Kirchen, Museen und Galerien getrottet - so viele, dass ich sie kaum mehr unterscheiden kann - und erinnere mich nur noch daran, wie sehr mir dabei die Beine wehtaten. Ich frage mich, ob wir alle konspirativ beschlossen haben, darüber zu schweigen. Oder findet jemand diese Gepflogenheit auch nur ansatzweise bereichernd?" Dieses Buch ist nichts für jemand, der sich gerne in den Flieger setzt, sich zum Hotel bringen lässt und dann vielleicht ein paar Sehenswürdigkeiten besucht, auch wenn das natürlich seine Berechtigung hat. Es bemüht sich vielmehr um Leser, die von solchen Urlaubern eher als Sonderlinge angesehen werden, die keine Reiseführer abarbeiten, sondern die Gegend lieber spontan erkunden und sich auf sie einlassen. Man kann dieses Buch auch nicht einfach mal so nebenbei lesen, denn außer den Beschreibungen der eigenen Reisen und Ratschlägen zum Nachmachen enthält es auch zahlreiche Gedanken, die sich der Autor beim langsamen Fortbewegen über fast schon philosophische Fragen gemacht hat. Mir hat dieses Buch sehr gefallen, was wohl auch daran liegt, dass ich vieles ähnlich wie der Autor empfinde.

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