Dan Lungu Das Hühnerparadies

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Inhaltsangabe zu „Das Hühnerparadies“ von Dan Lungu

WAS SPIELT SICH ALLES IN EINER RUHIGEN STRASSE am Rande einer postkommunistischen Provinzstadt ab? Sie werden staunen, so einiges – zumindest in den Köpfen der Einwohner. Entweder pensioniert oder arbeitslos, verbringen die Bewohner der Akazienstraße ihre Zeit zumeist in der Kneipe „Zerknautschter Traktor“, denn das Klatschbedürfnis blüht. In ihrem Leben am Rande der Geschichte wird der „Zerknautschte Traktor“ zum Dreh- und Angelpunkt der Gerüchteküche. Dort wird eine Serie merkwürdiger Ereignisse kommentiert, dort werden fantasiereiche Zukunftspläne geschmiedet. Was verbirgt sich hinter den Gemäuern des Hauses des Obersts? Wie macht man mit Erdwürmern Geld? Diese und viele andere Fragen gilt es zu beantworten, und im Zuge der Konversation verflüchtigt sich auch schon die Realität. Zwischen den Gespenstern der Vergangenheit und dem Phantom der Zukunft entsteht eine neue Welt, die ihren eigenen Gesetzen gehorcht. Mit dem Hühnerparadies ist Dan Lungu ein Roman gelungen, der durch Humor, Eleganz und Vitalität besticht.

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  • Rezension zu "Das Hühnerparadies" von Dan Lungu

    Das Hühnerparadies
    Jari

    Jari

    03. March 2011 um 22:53

    Inhalt: Ein rumänisches Dorf irgendwann Mitte/Ende der 1990er-Jahre. Man ist arm, man hat Hunger und kein Geld. Aber man hat die Kneipe "Zum Zerknautschten Traktor", man hat Alkohol und vor allem hat man eines: Jede Menge Gerüchte und Geschichten aus den Zeiten Ceaușescus. Als man für Brot noch in der Schlange stehen musste, aber niemand Hunger litt, jeder entweder alles hatte oder alle nichts und als man noch alles mühelos stehlen konnte. Meine Meinung: Dan Lungus Buch "Das Hühnerparadies" ist ein kleines, aber feines Werk über das Leben in der rumänischen Pampa in der Übergangszeit. Der Kommunismus liegt noch bleischwer in der Luft, doch nun herrschen andere Zeiten. Arbeitslosigkeit geht um, man kämpft um jedes bisschen Kleingeld, nur um es dann im "Traktor" zu versaufen. Dort streitet man sich darüber, ob es früher besser war oder nicht, man diskutiert über Regenwurmexporte nach Japan und erörtert die Besitzerinnen unehelicher Embryos. Die Frauen zu Hause, die tun übrigens beinahe dasselbe... Lungus Erzählstil hat mich von Anfang an gepackt. Er erzählt die Geschichte um lauter skurille Dorfbewohner auf eine so heitere Art, dass man einfach lachen muss. Man schüttelt den Kopf über die seltsamen Gedankenvorgänge mancher Leute, lächelt über die im Schlamm spielenden Kinder und leidet mit Ehefrauen, die von ihren Ehemännern geprügelt werden. Jedoch muss hier unbedingt erwähnt werden, dass "Das Hühnerparadies", obwohl vom Inhalt her oftmals sehr erheiternd, keine leichte Lektüre ist. Absätze finden sich eher selten und Lungu benutzt einen wirren Erzählstil mit vielen Kommas, seine Sätze erfordern einiges an Aufmerksamkeit und Konzentration. Hinzu kommt, dass Lungu seine Charaktere erzählen lässt, wie man nun mal so redet, da geht eine Geschichte in die andere über, da wird einmal jener erwähnt und dann fällt einem diese Geschichte wieder ein - schlussendlich muss der Leser wieder einige Seiten zurückblättern, um den Faden der ursprünglichen Geschichte wieder aufzulesen. Die Geschichten aus dem Dorf, Geschichten, wie sie sich auch im realen Leben zutragen, werden dadurch jedoch glaubhaft und real. Die Gedanken und Taten der Figuren sind nachvollziehbar und jeder, der weiss, wie es sich in einem Dorf lebt, wird die eine oder andere Begebenheit wiedererkennen. Doch geht es im "Hühnerparadies" nicht nur um Dorfklatsch, sondern auch um ein durchaus reales Zeitbild. Rumänien ist ein Land, dessen Existenz bei uns eher in Vergessenheit gerät, und hier kommt ein Büchlein, das uns direkt nach Rumänien versetzt und uns erzählt, wie es damals war, damals, als der Kommunismus das Land verliess, eine dicke Schleimspur hinter sich herziehend, und alle hofften, dass es besser wird. Hier möchte ich noch folgendes anmerken: Vor der Lektüre habe ich mich kurz über Ceaușescu und Rumänien informiert und dazu habe ich mir das rumänische Alphabet genauer angeschaut, um die Namen der vielen Charaktere richtig auszusprechen. Das Buch verfügt zwar über ein Glossar am Ende des Buches, jedoch ist ein bisschen Vorwissen über Rumäniens kommunistischen Führer sicherlich nützlich. Fazit: Mir hat Dan Lungus "Das Hühnerparadies" sehr gefallen, auch wegen seines besonderen Sprachstiles, der ein klein wenig an José Saramago erinnert, ohne jedoch derart zu überfordern. Die Dorfbewohner wuchsen mir rasch ans Herz, auch wenn es einige unsympathische Personen gibt. Für mich trifft das Wort "herzerwärmend" wunderbar auf dieses Buch zu. Schwächere Leser werden mit dem Buch jedoch ihre Mühe haben, da die Geschichten oft ineinander fliessen und Sätze oft unterbrochen werden. Wer sich für Rumänien interessiert, für den ist das Buch durchaus interessant, da das Leben der Rumänen in den 90ern thematisiert wird und die Geschichte auch einen historischen Hintergrund hat (auch wenn der oft in den Geschichten der Dorfbewohnern zum Tragen kommt). Leser, die gerne Bücher lesen, die episodenartig erzählt sind, werden hier ihre tägliche Dosis "Buch-Tele-Novela" erhalten. Vor allem jedoch Leser, die selber aus einem Dorf stammen, werden bestimmt einige der Situationen in Lungus Dorf wiedererkennen.

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  • Rezension zu "Das Hühnerparadies" von Dan Lungu

    Das Hühnerparadies
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. November 2008 um 11:01

    lustig, lustig, lustig