Klappentext: "Ungerührt wirft Privatdetektiv Joe Kurtz den mann, der seine Partnerin bestialisch ermordet hat, aus dem Fenster eines Hichhauses, direkt auf das dach eines Polizeiautos. Die Rache ist ihm eine Ewigkeit im Knast wert...
Zwölf Jahre später wird Joe entlassen. Im Kweller eines Porno-Shops eröffnet er ein Detektivbüro. Den ersten Auftrag erfhält er von einem Mafiaboss: Er soll den Mord an dem Buchhalter der "Familie" aufklären.
Aber Joe findet zu viel heraus. Bald ist er auf der Flucht vor einer Meute aus sadistischen Drogenhändlern, wahrsinnigen AUftragskillern und korrupten Bullen - und in kürzester Zeit stapeln sich in Buffalos Hinterhöfen die Leichen."
"Eiskalt erwischt" ist der erste Band der "Koe-Kurtz-Trilogie". Dan Simmons veröffentlichte den Thriller unter dem Originaltiel "Hardcase" im Jahr 2001, die deutsche Übersetzung von Michael Plogmann erschien 2012 im Festa-Verlag.
Die Geschichte ist spannend und kurzweilig erzählt, die Kapitel meist nur wenige Seiten lang. Simmons ist sehr rigoros mit der Schilderung diverser Brutalitäten, z.B. wenn Kurtz während eines Polizeiverhörs gefoltert wird. "Etwas "zu glatt" verläuft der Showdown mit dem "Dänen", dessen Motivation, Kurtz am Leben zu lassen, nicht überzeugend dargestellt wird.
Interessanterweise läßt Simmons zwei heruntergekommene ehemalige Collegeprofessoren zu Wort kommen, indem sie sich lateinische Zitate an den Kopf werfen. die nicht alle übersetzt werden. Allerdings begeht Simmons einen schweren Fehler (oder ist ein Problem der Übersetzung?) wenn er auf Seite 109 schreibt: "Kurtz hatte Epikur und die anderen Stoiker gelesen." Epikur war alles andere als Stoiker, sondern - ein Epikureer!
Für die Interessierten hier die Übersetzungen der Zitate:
S.223 "O saeclum insipiens et inficetum!" - "Oh, was für ein unverständiges und geschmackloses Zeitalter!“ (Catull, Carmen 44)
S. 224 "Ille solus necit omnia" - „Er allein weiß überhaupt nichts“
"Has meus ad metas sudet oportet equus" - Bis zu dieser Wendemarke muß mein Pferd schwitzen" (Properz)
"Sed dum abest quod avemus, id exsuperare videtur. Caetera post aliud, quum contigit, illud avemus. Et sitis aequa tenet [ vitai semper hiantes ]" - „Solange uns fehlt, was wir wünschten, erscheint es uns wertvoller als alles; sobald es erlangt ist, begehren wir etwas anderes; und so hält immer der gleiche Durst uns fest, die wir nach dem Leben hecheln.“ (Lukrez)
































