Dan Simmons Lovedeath - Liebe und Tod

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Inhaltsangabe zu „Lovedeath - Liebe und Tod“ von Dan Simmons

Simmons ist unschlagbar! Der amerikanische Bestsellerautor Dan Simmons führt den Leser in Bereiche weit hinter die Grenze des Vertrauten. LOVEDEATH ist zweifellos Dan Simmons ambitioniertestes Buch. Diese fünf Novellen sind in ihrer Darstellung von Erotik und Schrecken manchmal so gewagt, daß bisher kein deutscher Verlag ihre Veröffentlichung riskierte! DEAN KOONTZ: »Dan Simmons schreibt brillant.« SEATTLE POST-INTELLIGENCER: »Dies ist kein Schriftsteller, der nur große Versprechungen macht – er hält sie.« STEPHEN KING: »Vor Dan Simmons habe ich Ehrfurcht.«

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  • Rezension zu "LOVEDEATH - Liebe und Tod" von Dan Simmons

    Lovedeath - Liebe und Tod

    rallus

    Novellen sind des Autors heimliche Liebschaften doch vom Verleger gefürchtet. So beginnt das Vorwort von Dan Simmons und gleich schreibt er uns auch, warum auch für ihn eine Novelle einen schriftstellerischen Genuss darstellt. Abgelöst vom Zwang eines Romanes genießt die Novelle die Freiheiten, die "gemächliche Erzählstruktur einzuatmen, ohne die zusätzliche Verwirrung durch Nebenhandlungen, Nebenfiguren, Kaptelabschnitte und die unausweichlichen Ablenkungen, die die Atmosphäre fast aller [Romane] umwölken" Wer schon einmal einen Roman von Simmons gelesen hat weiß, von welchen Ablenkungen er spricht. Und was Simmons uns verspricht hält er auch in den folgenden 5 Novellen, die er kurz in seinem Intermezzo anspricht, wobei das Hauptaugenmerk in der letzten - längsten und persönlichsten - Geschichte "Der große Liebhaber" liegt. Allen Novellen haben das Thema "Lovedeath" gemeinsam - auf interessante, phantastische, skurrile, manchmal auch abstoßende Weise. Das Bett der Entropie um Mitternacht erzählt die Angst eines, auf bizarre Unglücksfälle spezialisierten, Versicherungsvertreter um seine Kinder, genau dieses Unglück zu erleiden. Dabei führt uns Simmons spannend auf eine vollkommen falsche Fährte und erzeugt eine kribbelnde Spannung auf einer Abfahrtsfahrt der Gefühle. Ganz verschieden kommt der Tod in Bangkok daher. Ein Urlaubsbesuch von Marines in Bangkok während des Vietnamkrieges gerät zu einem abstrusen, befremdlichen Albtraum. Die detaillierten Anatomien und Sexpraktiken die hier geschildert werden, gehören sicherlich zu den absonderlichsten die ich je gelesen habe - ich will auch gar nicht wissen ob so etwas überhaupt möglich ist. Mit dem Ende überrascht uns Simmons, die Gedankengänge des Marines der nach 20 Jahren Bangkok wieder aufsucht sind scharf und klar, wie mit einem Skalpell wird die Rache ausgeführt. Ein dunkles Finale - im buchstäblichen Sinne - die Geschichte wurde zu Recht mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Und wieder denken wir, ganz ein anderer schreibt hier Sex mit Zahnfrauen, als Parodie auf den Ethno-Quark "Der mit dem Wolf tanzt" und mit einem lächelnden Auge geschrieben, alleine die Indianernamen sind Grund den Übersetzer in sein Herz zu schließen, auch wenn er beim Titel ("Sleeping with Teeth Women") etwas geschlampt hat. Simmons beweist seine Vielseitigkeit und wir erleben einen farbenprächtigen Streifzug durch die Prärie, der stimmig die Naturverbundenheit der Indianer demonstriert. In Flashback geht es weniger um die geschlechtliche Liebe, wie in den vorangegangenen Geschichten, sondern um die Liebe zur Nation, die durch die Flashbacks, eine Droge die einen gewissen Zeitraum seines Lebens wiederholen lässt, subtil zerstört wird. Genauer gesagt, nicht die Liebe wird zerstört, aber die Motivation sein Leben in die Hand zu nehmen und zum Miteinander beizutragen. Alle Personen in Flashback sind abhängig und zerstören langsam sich und ihre Mitmenschen, die ultimative Droge ist ein Flashback des bis jetzt erlebten ganzen Lebens. Doch noch schimmert ein Funken von Energie und Hoffnung, diesen verbindet Simmons mit einer amerikanischen Galionsfigur - JFK. Zum Hintergrund trägt noch die Tatsache bei, dass sich Amerika in den 90ern, als Flashback entstand, in wirtschaftlicher Konkurrenz mit Japan befand. Ein düsterer Science Fiction, doch auch wieder im Stile etwas anders als die vorhergehenden Novellen. Den größten Teil des Buches nimmt nun die längste und für Simmons persönlichste Erzählung Der große Liebhaber ein, die in den Schützengräben des ersten Weltkrieges spielt. Schon im Vorwort geht er länger auf seine Gründe ein. Wir erleben einen jungen Schriftsteller (James Edward Rooke - ein Synonym zu dem berühmten englischen Dichter Rupert Brooke) während des Somme Feldzugs 1916. Fast schon distanziert beschreibt er die Schrecken, die sich kein Schriftsteller so ausdenken kann und auch damals tatsächlich stattgefunden haben. Immer wieder werden tatsächliche Gedichte aus dieser Zeit eingestreut, in dieser Zeit und Schlacht gelebte Personen aufgezählt. In sein Tagebuch werden alle Ereignisse akribisch notiert, alleine die Begegnung mit einem Geist, eine Lady die ihn immer wieder vor dem Tod rettet, hält unseren jungen Soldaten aufrecht. Ein wenig fragt man sich aber, was uns Simmons mit dieser Geschichte um einen entfernten Krieg sagen will. Ist es eine private Aufarbeitung (wie das Vorwort uns nahelegt) oder versteckt sich noch ein tieferer Sinn hinter all dem Gräuel? So langsam eskaliert die Geschichte, das beschriebene Gemetzel erreicht einen unerträglichen, rauschhaften Höhepunkt, ja wir erleben hier die Distanz die nach einer Flut von Schrecken, von Überreizung stattfindet, gleichzeitig erreicht auch die Begegnung mit der Geisterlady ihren Gipfel der Gefühle und Lüste - bis..... Ja plötzlich... Es gibt so Momente in einem Buch, wo sich eine Tür auftut, wo man denkt man hat verstanden was der Autor uns sagen will. Kaskadenartig brechen Situationen, Momente der anderen 4 Novellen über mir herein, fügen sich zu einem Ganzen; Liebe, Tod sind eins. Aber die Liebe zu dem Leben erstrahlt in dem abschließenden Gedicht von Rupert Brooke am hellsten. Für solche Momente lesen wir Bücher. Ich kann mich nur verneigen vor solch einem Schriftsteller der mir schon viele Lesehighlights geschenkt hat. Danke! Mehr gibt es nicht zu sagen.

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  • Rezension zu "Lovedeath - Liebe und Tod" von Dan Simmons

    Lovedeath - Liebe und Tod

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. June 2010 um 00:16

    Es gibt kaum Themen, die den Menschen so sehr beschäftigen wie die Liebe und der Tod - Eros und Thanatos. Es gibt kaum Schriftsteller, die nicht bereits darüber geschrieben haben. Im vorliegenden Werk vereint Dan Simmons fünf Novellen, die sich alle diesen klassischen Themen auf eine sehr düstere und morbide Art und Weise nähern. Und kaum eine Geschichte sticht dabei nicht heraus - sowohl positiv, als auch negativ. DAS BETT DER ENTROPIE UM MITTERNACHT eröffnet die Sammlung mit einer melancholischen Magie, die nur ganz selten selbst in längeren Romanen gefunden werden kann. Ruhige Passagen, die von der zu vorsichtigen Liebe eines Vaters zu seiner Tochter berichten, werden immer wieder von skuril-brutalen Unfallberichten abgelöst, die nicht nur an den Film Fight Club erinnern lassen, sondern den Leser auch perfekt in die Irre führen und das Ende der Geschichte umso schöner machen. TOD IN BANGKOK, die zweite Geschichte im Band, ist preisgekrönt und anders als viele anderen preisgekrönten Geschichten ist diese jedes Wort wert. Simmons gelingt es die ekelerregende Atmosphäre im Sumpf aus Sex und Gewalt perfekt einzufangen und sie sogar noch mit einer aussergewöhnlichen Geschichte um höchst abartige sexuelle Gier, Homosexualität, Aids und einen gut vorbereiteten Racheplan zu toppen. Hier hält Festa, was er an Horror verspricht. SEX MIT ZAHNFRAUEN enthüllt Simmons Leidenschaft für seine spärlichen Indianerwurzeln, die auch in seinem neusten Roman "Black Hills" aufgegriffen werden, und spielt gekonnt mit Sioux-Sprache und einer mystischen Prophezeiung. Leider leitet die Geschichte auch über in die schlechtere zweite Hälfte - oder besser gesagt, die schlechten zwei-drittel des Bandes. Nicht nur wirkt das ungewöhnliche Indianersetting etwas befremdlich auf den Leser. nein, Simmons gelingt es auch nicht seine anfürsich gute Geschichte um die "Vagina Dentata" spannend zu erzählen. Die Auflösung der Prophezeiung gerät zu knapp und zu willkürlich, die guten Ideen verpuffen in den langatmigen Ausführungen der Kultur und der Indianer-Historie. Eine gruselige Atmosphäre, die das Thema durchaus - gerade für einen Mann - verspricht, wird nicht heraufbeschworen, wenngleich Simmons am Ende zumindest auf erzählerischer Ebene noch einige Fäden der langen Einleitung gut zusammenspinnen kann. Das gleiche Problem hat auch FLASHBACK, wo eine interessante Science-Fiction-Geschichte von der ultimativen Flucht aus der Realität in ein paar Seiten untergebracht werden muss. Der Platz reicht bei weitem nicht aus um Simmons Kreativität und die tragische Problematik halten zu können. Die Figuren wirken unmotiviert, die Tragik lässt sich nur erahnen, der Plot wirkt konstruiert und durchschaubar - gar unzusammenhängend (bis auf den konstruierten Schluss) und unmotiviert. Schade. Gerade dieser Stoff - so simpel er sein mag - hätte zu etwas sehr großem werden können. Der Abschluss DER GROSSE LIEBHABER ist Simmons huldigung an die gestorbenen Kriegspoeten des ersten Weltkrieges. Die im Vorwort angesprochene Recherchearbeit deutet an, das dies Simmons ein Anliegen war, worüber er scheinbar den Leser vergessen hat. Seine Schilderung der Ereignisse des ersten Weltkrieges aus der Sicht eines tatsächlich existierten Dichters gerät packend, atmosphärisch und ist horror pur. Genau wie die Entwicklung der eigentlichen Handlung, die träge und nichtssagend dahinplätschert und nicht von der großartigen Atmosphäre der Schützengräben, des Todes und des Schlamms getragen werden kann. Vielleicht liegt es auch nur an der Vermischung der Geschichten bezogen auf die zwei sehr universellen Themen, die in jedem Genre existieren. Vielleicht war die Reihenfolge der Geschichten auch nur ungünstig gewählt. Vielleicht wundert man sich auch nur, das der Band sehr wenig Horror enthält und die Thematik von Eros und Thanatos oftmals ohne Emotionen dargereicht wird. Dies gelingt Simmons nämlich nur in den ersten zwei Episoden - Melancholie und wirklicher Horror. Liebe und Tod. Und er beweisst sich und dem Leser somit, das auch eine Kurzgeschichte oder eine Novelle diese Gefühle transportieren kann. Wenngleich es ihm tatsächlich nur zweimal gelingt.

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  • Rezension zu "Lovedeath - Liebe und Tod" von Dan Simmons

    Lovedeath - Liebe und Tod

    Banshee

    31. March 2008 um 20:15

    Verschiedene Kurzgeschichten unterschiedlicher Spannung und Qualität, allerdings eher blutig als gruselig

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