Terror

von Dan Simmons 
4,3 Sterne bei172 Bewertungen
Terror
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Positiv (147):
Rory_2102s avatar

So spannend, das Buch hätte auch leicht ohne Monster Bestnote bekommen!

Kritisch (8):
Fleur91s avatar

Nach 300 Seiten aufgegeben. Zu langatmig, zu abstrus und mit einem Monster, das für mich einfach nicht in diese Geschichte passt..

Alle 172 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Terror"

Das große historische Epos – ein einzigartiger Roman
England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.
Mit „Terror“ lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der geheimnisumwobensten Entdeckerfahrten der Menschheitsgeschichte lebendig werden: John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage. Warum ist diese Expedition gescheitert? Wie konnten 130 Männer und zwei Schiffe verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Welchem Schrecken, welchem Terror sind sie im ewigen Eis begegnet? Aus diesen bis heute ungeklärten Fragen formt Dan Simmons eine atemberaubend spannende Geschichte, einen Roman, der Sie auf eines der größten Abenteuer mitnimmt, das es je gegeben hat …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453406131
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:989 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:01.12.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 16.12.2008 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor einem Monat
    Expedition ins ewige Eis...

    England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

    Mir ist dieses Buch in die Hände gefallen, nachdem ich diverse Reportagen und die gleichnamige Serie gesehen hatte.
    Die Geschichte und die mysteriösen und tragischen Hintergründe der Expedition haben mich sofort fasziniert.

    Der Autor hat, dank der fantastischen Verknüpfung von Fakten und fiktiven Ereignissen, eine spannende und eingängige Handlung erschaffen, die wegen des tollen Erzählstils schnell zu lesen ist und mich bereits ab der ersten Seite gefangen hat.

    Als wichtigstes Stilmittel hat der Autor die Form seiner Kapitel gewählt. Jedes einzelne ist als Logbucheintrag verfasst, sodass man ganz ins Leben auf den beiden Schiffen eintauchen kann. Zudem beginnen die Kapitel immer mit dem genauen Standort der Expedition, mit Längen- und Breitengraden sowie der Uhrzeit. So kann der Leser der „Terror“ und der „Erebus“ genau folgen und den Weg der unglückseligen Mission nachvollziehen. Dies unterstreicht den realistischen Touch der Handlung.
    Zu diesem Zweck hat Simmons die Kapitel auch aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, beispielsweise aus der Sicht eines Schiffarztes und aus Sicht der beiden Kapitäne der Schiffe.
    Der Erzählstil hat die damalige Sprache und viele nautische Begriffe aufgegriffen, was dem Roman einen weiteren Pluspunkt einbringt.

    All das führt, gemeinsam mit den wahren und nur wenig durch Horrorelemente verfälschten Tatsachen dazu, dass man vollständig in die Handlung eintauchen kann und das Gefühl hat, die Kälte des Nordpolarmeers würde in der eigenen Nase knistern…

    Ich möchte dem Buch daher fünf von fünf Sternen geben.
    „Terror“ ist eine spannende Handlung, deren wahre Hintergründe kaum durch die ausgedachten Passagen überlagert werden. Die Verknüpfung von vielen Fakten, die bisher aus den von damals erhaltenen Dokumenten und diversen Forschungen rekonstruiert werden konnten, und den mystischen, aber durchaus passenden Passagen, ist wunderbar gelungen.

    Von mir gibt es daher auch eine Leseempfehlung.
    Auch das Hörbüch, gelesen von Detlef Bierstedt, kann ich wärmstens empfehlen.
    Wer sich für die Serie zu diesem Buch interessiert, so kann ich sie auch guten Gewissens anpreisen. Sie ist dem Roman sehr nahe und spiegelt die Handlung teilweise sogar Wort für Wort wider.

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    chumas avatar
    chumavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Lesehighlight. Schockierend, brutal, authentisch, bewegend – ein historischer Roman, der mit epischer Wucht einschlägt u. lange nachhallt.
    "Das Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz."

    England, 1845: Die beiden modernsten Schiffe ihrer Zeit, die HMS Terror und die HMS Erebus, stechen in See. Ihr Ziel ist es, die legendäre Nordwestpassage in ost-westlicher Richtung vollständig zu durchsegeln und zu kartografieren, um so einen kürzeren Seeweg von Europa nach Asien zu finden. Das Kommando über die insgesamt 133 Teilnehmer der Expedition führt Sir John Franklin. Es ist die grausame Geschichte eines aussichtslosen Überlebenskampfes im ewigen Eis: 4 Männer kehren nach Großbritannien zurück, bevor die Schiffe das Polarmeer erreichen, alle anderen finden den Tod.


    Leseeindruck

    "Terror" ist ein umfangreicher, packender Roman, der auf historisch belegten Ereignissen beruht. Auf beinahe 1000 Seiten schildert Dan Simmons auf eindrucksvolle Weise den Überlebenskampf der Franklin-Expeditionsteilnehmer und fesselt den Leser dabei von der ersten bis zur letzten Seite. Obwohl der Ausgang der Historie von vornherein bekannt ist, schafft es der Autor, eine durchweg spannende Geschichte zu erzählen, die insgesamt nur minimale (aus meiner Sicht zu vernachlässigende) Längen im Mittelteil aufweist. Er gibt seinen Figuren eine Stimme, schafft so unterschiedliche Perspektiven, die für den Leser gut auseinanderzuhalten sind, da die einzelnen Kapitel mit dem Namen des gerade erzählenden Charakters betitelt sind. Erleichtert wird die Orientierung zusätzlich durch die Angabe von Zeit und Ort (Breiten-/Längengrade). Die wechselnden Blickwinkel gefallen mir außerordentlich gut, da sie einen wunderbaren Kontrast zur konstanten, unwirtlichen Umgebung bieten und zusätzliche Nähe zu den Figuren schaffen. Ein sehr bildhafter und atmosphärischer Schreibstil rundet das Ganze perfekt ab.

    Ohne zu detailliert auf den Inhalt einzugehen, verrate ich sicher nicht zu viel, wenn ich schreibe, dass Simmons seinen Roman mit einer zusätzlichen mystischen Komponente versieht, indem er eine Art Monster aus dem Eis erschafft, das Jagd auf die Männer macht. Ich würde zu viel vorwegnehmen, wenn ich dies näher erläutern würde aber meines Erachtens hätte es dieses Element nicht unbedingt gebraucht, um den Leser in Schrecken zu versetzen. Die unberechenbare und brutale Bedrohung von Außen durch die Naturgewalt ist ohnehin schon groß genug. Hinzu kommt die schrittweise Verrohung der Männer mit zunehmenden Hunger und damit einhergehender Verzweilfung. Die Kommandostrukturen fallen nach und nach und auch vor Kannibalismus schrecken einige der Männer nicht zurück. Es ist wie immer in der Geschichte der Menschheit: Jeder ist sich selbst der Nächste und dieses Motto gilt, wenn auch nicht für alle, so doch für viele der Teilnehmer. Am Ende bleibt die nüchterne Erkenntnis: "Das Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz."
    Für mich ein Horror, der durch Mark und Bein geht und mich mehr gepackt hat, als der Schrecken, den das Wesen verbreitet. Und trotzdem funktioniert die Bestie aus dem Eis, wenn man nicht unbedingt davon ausgeht, dass der Autor sie nur als Mittel zum Zweck des blutigen Horrors einsetzt. Das Wesen stand für mich als eine Art Symbol: Es ist nicht mit der modernen Technik (Schusswaffen) besiegbar, erst durch Akzeptanz und Demut besteht die Möglichkeit einer Art Koexistenz.

    Simmons lässt viele Themen einfließen, manche auch subtil. Er nutzt die Eskimos und ihre Mythologie oft als symbolträchtiges Mittel. So weist beispielsweise eine Prophezeihung auf die Zerstörung der Natur durch den Menschen hin: "Aufgrund ihrer Zukunftsgedanken wussten die silam inua, dasss das Ende der zeiten heranbrechen wird, wenn die blassen menschen, die kabloona, einst das Reich des Tuunbaq betreten. Vergiftet von den bleichen Seelen der kabloona, wird der Tuunbaq erkranken und sterben. ...Wenn der Tuunbaq an der kabloona-Krankheit stirbt, das wussten die Geisherrscher des Himmels, dann wird sich sein kaltes, weißes Reich erwärmen und auftauen. Die Eisbären werden ihre Heimat verlieren und ihre Jungen zugrunde gehen. Die Wale und Walrosse werden keine Nahrung mehr finden. Die Vögel werden in Kreisen fliegen und zum Raben schreien, weil ihre Brutplätze verschwunden sind."
    Aber auch das hier durch einen Irrtum ausgelöste feindselige Verhalten gegenüber der Inuit kann als Warnung oder auch einfach nur als bloße Erkenntnis wahrgenommen werden. Die Geschichte beweist, dass Derartiges immer wieder vorgekommen ist und wohl auch in Zukunft nicht ausbleibt. Der Mensch will erobern und besitzen, schafft er es auf die eine Weise nicht, so wird er es auf eine andere tun. So ist letztlich die Franklin-Expedition zwar gescheitert, doch mittlerweile ist die Passage durch die Klimaerwärmung frei passierbar, da es kein Eis mehr gibt.

    Noch ein paar Worte zur Charakterbildung. Hier hat Simmons sein ganzes Können unter Beweis gestellt. Kapitän Crozier macht hier meines Erachtens die größte Entwicklung durch, dicht gefolgt von dem Assistenzarzt Goodsir, der mich am meisten überrascht hat. Warum das so ist, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Mein Herz verloren habe ich an den 3. Leutnant John Irving. Er ist einer meiner Lieblingscharaktere in diesem Roman. Aber auch die Antagonisten sind hervorragend gezeichnet. Die Interaktion, die inneren Monologe, die Dialoge – alles perfekt und glaubwürdig inszeniert. Es sind die Figuren, die den Leser durch diese außergewöhnliche Geschichte tragen.


    Fazit
    "Terror" ist für mich ein Lesehighlight. Schockierend, brutal, authentisch und bewegend – ein historischer Roman, der mit epischer Wucht einschlägt. Die Geschichte hallt auch Wochen nach der Lektüre noch nach. Besonders in der kalten, dunklen Jahreszeit zu empfehlen aber auch im Sommer sicher ein Genuss, denn allein beim Gedanken an die ewige, unerbittliche Kälte in dieser Geschichte, bekomme ich eine Gänsehaut.

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    PagesofPaddys avatar
    PagesofPaddyvor 6 Monaten
    Wenn das Ende nicht wäre...

    „Terror“ war das erste Buch, welches ich von Dan Simmons gelesen habe. Da mir sein Schreibstil im großen und ganzen gut gefallen hat wird es sicherlich nicht das letzte Buch von ihm gewesen sein. Nachdem ich im Dezember erfahren habe, dass es Ende März eine Serie zu dem Buch geben wird, wusste ich was ich mir im Januar lesen wollte. Und was soll ich sagen. Das Buch ist weit weg von einem Meisterwerk, aber es hat seine Qualitäten. Es ist von Beginn an sehr atmosphärisch und die Hauptfiguren sind mir nach und nach wirklich ans Herz gewachsen. Der Stil vom Autor ist präzise und einfach. Es lässt sich also wirklich gut lesen. Leider ist das Buch viel zu lang. Fast 1000 Seiten sind einfach viel zu viel. Und auch wenn die Story nie wirklich unglaubliche Längen hat, hat man eben doch das Gefühl, dass man einfach nicht voran kommt. 400 Seiten weniger wären möglich gewesen. Dazu kommt die ein oder andere Szene die einfach nur völlig unnötig ist. Stichwort Rückblenden. Was dem Buch aber wirklich das Genick bricht ist das Ende. Das ist, ohne zu spoilern, einfach nur merkwürdig. Ich weiß nicht genau was sich Simmons da gedacht hat aber meine Güte war das seltsam. Eine Anmerkung noch zum Thema Horror. Für mich ist das Buch kein Horrorbuch. Es hat zwar fantastische Elemente zu bieten aber letztendlich ist es für mich ein teilweise sehr detaillierter, harter Überlebensthriller. Es ist kein schlechtes Buch aber es wäre viel mehr möglich gewesen.

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    Yolandes avatar
    Yolandevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein spannendes Abenteuer, bei dem einen selbst im geheizten Wohnzimmer das Frösteln überkommt
    Packend

    Dan Simmons wurde 1948 in Illinois/USA geboren. Bevor er sich der Schriftstellerei widmete, arbeitete er 17 Jahre als Grundschullehrer. Seine erste Story veröffentlichte er 1982 und gewann damit einen Literaturpreis. Simmons lässt sich nicht auf ein Genre festlegen und auch in seinen Büchern verschwimmen sehr oft die Genre-Grenzen.
    Inhalt (Klappentext): England, 19. Mai 1845. Zwei stolze Schiffe der Royal Navy segeln aus der Themsemündung und nehmen Kurs Richtung Norden: Die Terror und ihr Schwesterschiff Erebus. Es sind die modernsten Schiffe ihrer Zeit - gepanzert mit dicken Eisenplatten, ausgestattet mit Heißwasserheizungen, angetrieben, wenn nötig von Dampfmaschinen. Mit diesen beiden Schiffen soll es endlich gelingen, die legendäre Nordwestpassage zu finden, den freien Seeweg durch das bisher unüberwindliche Eis der Arktis in den Pazifischen Ozean. Die Expedition steht unter dem Kommando des hochdekorierten Sir John Franklin. Nach etlichen gescheiterten Versuchen will er dieses Mal den Erfolg mit aller Macht erzwingen. Er treibt die beiden Schiffe und ihre einhundertdreißig Mann Besatzung immer weiter in die arktische Inselwelt hinein - bis sie schließlich hoffnungslos im Packeis festsitzen. Gefangen in einer alptraumhaften Eiswüste versuchen die Männer, sich gegen die Kälte, den Hunger und die Attacken der Polarbären zu behaupten. Doch nach und nach werden die Schiffe von den gewaltigen Eismassen zerdrückt. Und der Terror beginnt...
    Die Geschichte beginnt sofort im Eis und packt den Leser bereits von der ersten Seite an. Der Beginn und der vorherige Verlauf der Expedition wird dann immer wieder in Rückblenden erzählt. Diese Passagen sind meist eher ruhig und helfen, die einzelnen Charaktere sehr gut kennenzulernen und zu verstehen. Diese ruhigen Passagen wechseln mit teilweise atemberaubend spannenden Szenen ab. So kommt trotz der fast 1.000 Seiten keine Langeweile auf. Simmons schildert die Bedingungen und die Strapazen, denen diese Männer ausgesetzt waren, derart gut, dass einem selbst im geheizten Wohnzimmer das Frösteln überkommt. Ich bin ein Fan von Geschichten mit wahrem historischen Hintergrund und dieses Buch hat bei mir großes Interesse geweckt, noch mehr über diese legendäre Expedition zu erfahren.Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass der Schluss für meinen Geschmack zu sehr ins Mystische abrutscht. Das hat mir nicht so gut gefallen und deshalb kann ich auch nur 4 Sterne vergeben.Aber trotzdem gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung für dieses spannende und informative Abenteuerbuch.

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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Magischer Realismus vom Feinsten! Grusel-Atmosphäre und Spannung bis zur letzten Seite (*****)
    Magischer Realismus vom Feinsten!

    Magischer Realismus vom Feinsten!

    Der heute in Colorado lebende Autor war 15 Jahre als Grundschullehrer tätig bevor er seine große Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf machte. Für sein Debüt "Song of Kali" (dt. Titel: Göttin des Todes) wurde er mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Der folgende Roman ist nach „Der Berg“ mein zweites und sicher nicht mein letztes Buch von ihm.

    Inhalt (Klappentext): England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

    Meine Meinung: Wie auch bei „Der Berg“ habe ich eine Weile gebraucht, um in den Roman hineinzufinden, aber irgendwann kommt für jeden der Punkt, wo der Autor mit seiner Kopfkino-auslösenden, detaillierten Schreibweise den Leser packt und bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Auf meisterhafte Weise erweckt Simmons mein absolutes Lieblingsgenre „Magischer Realismus“ zum Leben: er verbindet ein historisches Ereignis (John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage) mit fiktiven bzw. magischen Elementen aus der Mythologie der Inuit (östliche Eskimos). Vor allem Letzteres ist so interessant in die Geschichte eingebaut, dass man am liebsten gleich losgoogeln möchte, um mehr über dieses sehr spirituelle Volk zu erfahren.

    Gegen Mitte des Buches dachte ich oft, – ähnlich wie „Der Berg“ – dass der Anfang zu ausschweifend geraten sei und dass der Autor besser daran getan hätte, schneller zum Punkt zu kommen, aber am Ende musste ich diese Meinung komplett revidieren, weil mir klar wurde, dass mir – gerade durch die Zeit, die der Autor sich mit der Figurenzeichnung und Setting am Anfang nahm – die Figuren besonders ans Herz wachsen konnten, was dann wiederum dazu führte, dass ich dann am Schluss viel mehr mit ihnen mitleiden konnte.

    Da es sehr viele Figuren innerhalb der beiden Schiffsmannschaften gibt, die für die Story entscheidend sind, macht es im Rückblick sehr viel Sinn für mich, dass der Autor sich wirklich die Zeit nimmt, den Charakteren ausreichend Raum zu geben. Viele Autoren versäumen oft diesen Schritt, weil sie gerade bei Thrillern die Leser sehr oft mit Action bedienen wollen oder glauben, eine gewisse Erwartungshaltung erfüllen zu müssen, aber die Figuren bleiben dem Leser am Ende letztlich egal, wenn die Identifizierung mit diesen versäumt wurde. Dies ist hier ganz und gar nicht der Fall, was ich sehr schätze!

    Ein weiterer Pluspunkt, neben der sehr guten Sprache des Autors, ist seine Fähigkeit, mit den sehr eindrücklich beschriebenen Szenen Atmosphäre zu schaffen. Man kann die Kälte förmlich spüren und auch die magischen Elemente, die Neugier wecken und Grauen auslösen, sind wohl proportioniert.

    Fazit: Ein Abenteuer-Roman, der vielleicht nicht gleich von Anfang fesselt, aber ab einem gewissen Punkt den Leser völlig einnimmt und ihn bis zum Schluss in atemloser Spannung hält. Die magischen Elemente schaffen eine Grusel-Atmosphäre vom Feinsten, und die meisterhafte Figurenzeichnung lässt den Leser mitfiebern und mitleiden. Sprachlich und inhaltlich ein Hochgenuss und ein weiteres Jahres-Highlight, dem ich gerne auch mehr als 5 Sterne gegeben hätte. Unbedingt lesen! Am 26. März kommt dann auch die von Ridley Scott produzierte TV-Serie heraus, die ich mit atemloser Spannung erwarte!

    Kommentare: 1
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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Entfesselt seine wahre Größe beim gleichzeitigen Lesen und Hören. Die dichte kühle Atmosphäre frisst sich bis ins Mark. Jahres-Highlight!
    Eine Geschichte zum Festfrieren!

    Klappentext (Lovelybooks):


    England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte. 


    Meine Meinung:


    Es hat zwar ein paar Seiten Anlauf gebraucht, bis es Dan Simmons geschafft hat, mich vollends tief hinein ins kalte Eis an Bord der Terror zu ziehen aber dann war ich förmlich festgefroren an diesem wahrhaft atemberaubenden Abenteuer. 


    Der Autor schafft es wirklich meisterhaft, die Atmosphäre der Arktis und insbesondere auch den rauen und äußerst vielschichtigen Ton der Besatzung nach außen zu transportieren. Mein Leseplatz war umhüllt vom Geruch nach eiskalter Angst und Hoffnungslosigkeit. 


    Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und einem nicht laufend chronologischem Aufbau. Mich konnte jede der Erzählperspektiven begeistern und wenn es dadurch auch zum abrupten Wechsel im Verlauf der Geschichte kommt, so fühlte ich mich im Spannungsbogen nicht ausgebremst, da jeder Abschnitt sehr fesselnd dargestellt wird. 


    Dan Simmons Schreibstil zeichnet seine Detailverliebtheit aus, die ich sehr schätze. Mir gefallen die sehr präzisen Beschreibungen, da dadurch das Kopfkino zum Laufen kommt und ich auch nach dem Lesen noch immer ganz klare Bilder vor Augen habe.


    Manche dieser Bilder haben mir jedoch das Blut in den Adern gefrieren lassen und es ist definitiv keine Geschichte für eher zartbesaitete Gemüter. 


    Das Ende könnte für einige Leser eventuell etwas zu „abgedreht“ sein, mich hat es jedoch in absolutes Staunen versetzt.


    Unterstützt beim Lesen, hat mich die ungekürzte Hörbuchfassung, die grandios vertont wurde vom Sprecher Detlef Bierstedt. Noch nie ist mir ein Sprecher begegnet, der über eine derartige Stimmenvielfalt verfügt und wirklich jeder Figur seinen klar erkennbaren Stempel verleiht. Ich hatte sogar das Gefühl, ich würde einem Bühnenstück mit unterschiedlichen Darstellern lauschen. Daher eine ganz klare Empfehlung, auch in die Hörbuchfassung hinein zu hören. 


    Fazit:


    Entfesselt seine wahre Größe beim gleichzeitigen Lesen und Hören. Die dichte kühle Atmosphäre frisst sich bis ins Mark. Für mich ein Jahres-Highlight!

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    Webbees avatar
    Webbeevor 9 Monaten
    Terror

    Kennt ihr diese Art von Büchern, diese wirklich großen, die einen nicht nur während der Lektüre fesseln, sondern auch danach nicht mehr aus dem Kopf gehen, selbst Monate, Jahre nachdem man sie gelesen hat? Sogar als Vielleser stößt man nur selten auf diese Art von Büchern. Aber wenn es passiert, dann haut es einen erstmal um und für eine Weile ist es fast unmöglich, wieder andere, vielleicht nur „normal“ gute, Bücher zu lesen. Es ist wie ein neuer Treppenabsatz, den man durch die Lektüre des „Großen“ erreicht hat. Man will eigentlich nicht mehr zurück, weil sich hier eine neue, viel größere Welt erschlossen hat und doch muss man, um die nächsten Stufen nach oben zu finden, lange im Dunkeln stochern und oft sogar wieder ein paar Stufen hinab steigen. Das ist eigentlich schon das Resümee zu einem der besten Bücher, die ich bislang lesen durfte. Thematisch passte es eigentlich gar nicht so richtig zu meinen Vorlieben, doch ich hatte bereits sehr positive Erfahrungen mit den Büchern des Autors und bekam es zudem wärmstens empfohlen. Ein fast 1000 Seiten umfassender historischer Roman, der in der Arktis spielt, verfasst von dem mir als genialer Horror-Autor bekannten Dan Simmons. Der Titel „Terror“ – einprägsam, beängstigend – ist „nur“ der Name eines der Schiffe, um das sich die Geschichte dreht und trotzdem löst er in mir immer noch eine ganz besondere Regung aus – Ehrfurcht. Das gilt nicht nur für dieses großartig recherchierte und detailreich in Worte gefasste Werk sondern auch für die Protagonisten, die es tatsächlich gab und deren wahre Geschichte bis heute unbekannt ist. Dan Simmons hat sich der wenigen bekannten Fakten über die Mission der Schiffe „Terror“ und „Erebus“, die Entdeckung der Nord-West-Passage vom Atlantik zum Pazifik, bedient und daraus eine zutiefst bewegende und in all ihrer Brutalität und Grausamkeit verstörend fassbar wirkende Geschichte geschaffen. Im Jahre 1848 wurde die „Terror“, die zu dem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre im arktischen Eis festsaß, vermutlich von der Mannschaft endgültig aufgegeben. Was mit den Männern passierte, ist weitgehend unbekannt. Das Buch ist in jedem Fall eine würdige Hommage an die Seeleute und Forscher, die damals gegen widrigste Umstände kämpften und vermutlich allesamt ihr Leben ließen. Übrigens wurde das Wrack des Schiffes erst im September 2016 in einer Bucht vor der King William Insel im arktischen Norden Kanadas gefunden. Diese trägt jetzt den Namen „Terror-Bay“.

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    Beusts avatar
    Beustvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Großartige Entdeckungsgeschichte, bei der die Kälte ins Mark kriecht. Das Wesen aus dem Eis stört allerdings das authentische Abenteuer
    Naturgewalt vs. Mensch

    Dan Simmons Roman erzählt die Geschichte von Sir John Franklins letzter Arktisexpedition auf der Suche nach der Nordwestpassage mit den Schiffen „Erebus“ und „Terror“, deren Verlauf und Ende nahezu unbekannt sind. Das nutzt Simmons zu seiner Version der Geschichte, wie sich das Schicksal der 129 Expeditionsteilnehmer im ewigen Eis erfüllt. Die Geschichte ist kapitelweise aus Sicht der Reisenden erzählt, wobei diese „Point of View Characters“ gleichzeitig meist zentrale handelnde sind, hier insbesondere Kapitän Francis Crozier und Dr. Harry Goodsir.

    Die Hauptrolle spielt die Arktis selbst: die menschenfeindliche Ödnis, das grausame Packeis, die tödliche Kälte, die erbarmungslosen Stürme, die Drangsal ewig scheinender Finsternis. Auf diesen Gegner glaubte die Expedition dank modernster Ausrüstung gewappnet zu sein, doch eine Dampfmaschine von 22 PS reichte nicht, das Packeis zu brechen, die Konserventechnik war knapp 30 Jahre nach ihrer Erfindung nicht zuverlässig, zumal wenn die Admiralität am falschen Ende spart. Die Hybris des Menschen zeigt sich im unbegründeten Vertrauen auf die Technik und in seinem Traum, die Erde bis in den letzten zugefrorenen Winkel erforschen und vermessen zu wollen. Hierin scheitern John Franklin und seine Begleiter. Sie wagen sich zu weit in den falschen Sund, frieren auf Jahre an der Westküste des King-William-Landes fest und werden  durch die unbarmherzige Naturgewalten dezimiert. Der Mensch bleibt auch in der Polarregion des Menschen Wolf: Der Heimtücke fallen ebenfalls einige Expeditionsteilnehmer zum Opfer, und Heimtücke verhindert auch die Rettung durch Eskimos.

    Naturgewalt, menschliche Hybris und allzumenschlicher Hass sind ausreichend, um die Geschichte zu erzählen, die sich im Übrigen einer vorzüglichen Sprache bedient und merklich guter Recherche in Reiseberichten der Zeit bedient. Simmons erfindet jedoch leider noch ein Eisbärurzeitmonster, dessen Lauern in der Dunkelheit und am Rande des Gesichtskreises die ganze Geschichte gerade des Mittelteils dominiert und auf das Niveau eines Horrorromans bringt. Zwar wird die Bestie am Ende in die Mythenwelt der Ureinwohner gebettet und erfährt so eine Erklärung, die in den Kontext des Widerstreites von Mensch gegen Natur passt, doch das Horrorelement stört erheblich.

    Fazit: Großartiger Roman mit eiskaltem Klima, dessen fünfter Stern jedoch den stahlharten Fängen des Eismonsters zum Opfer gefallen ist.

     

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    JamieRoses avatar
    JamieRosevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Abenteuer, dass man unbedingt miterleben sollte!
    Rezension: "Terror" von Dan Simmons - Herausragend!


    Meine Meinung

    Ein gigantischer, unfassbarer historischer Roman.  »Terror« ist ein ziemlich dicker Schinken mit knapp 1000 Seiten ein ausgewachsender Wälzer und am Anfang dachte ich, wie will Simmons nun diese 1000 Seiten Füllen ohne langweilig zu werden, aber er hat es geschafft! Besonders gefesselt hat mich der unglaubliche Detailreichtum dieses Buches. Die Hintergründe und der Kontext wirken unglaublich gut recherchiert. Beim Lesen wird einem das Gefühl vermittelt, dass der Autor wirklich viel Zeit und Arbeit in die Recherche zu den Hintergründen des Buches investiert hat. Und das ist mir bei einem Buch sehr wichtig.

    »Terror« erzählt die Geschichte der Sir Franklin Expedition, die 1845 mit zwei Schiffen, der HMS Erebus und der HMS Terror von Kanada aufgebrochen ist um die Nord-Westpassage zu entdecken. Aufgebrochen voller Mut und der Absicht ehrenvoll neue Gebiete für die Krone von Großbritannien zu erschließen und den kürzesten Weg zwischen Europa und Asien zu finden. Das Ende dieser Expedition war verheerend. Beide Schiffe sind im Eis eingefroren und die Besatzung verschollen. Simmons erzählt die Geschichte dieser Männer, die sich in wildes unbekanntes Terrain aufgemacht haben. Die Expedition basiert auf wahren Begebenheiten.

    Ich kann mir nicht mal vorstellen, auf ein Schiff zu steigen, dass sich in unbekannte Teile der Welt aufmacht und das für mehrere Jahre. Der Vorrat an Essen und Trinken reicht für drei Jahre. Die medizinische Versorgung ist mangelhaft. Skorbut und andere Krankheiten sind kaum erforscht und man kann sie noch nicht wirklich behandeln. Der Platz an Deck ist begrenzt und du bist als Seemann eingepfercht in deine enge Hängematte. Die Temperaturen Richtung Nordpol sind erschreckend und die Kleidung hält die Kälte nur geringfügig in Schach. Du weißt schlicht nicht ob du zurück kehrst oder ob diese Expedition dein Grab ist. Welche Motive hatten die Männer? Abenteuer, Ehre, Geld? Wäre ich damals mit gefahren? Diese Frage habe ich mir beim Lesen immer wieder gestellt. Dan Simmons nimmt einen mit in eine Reise ins 19. Jahrhundert. Er schildert sehr genau und eingängig die Verhältnisse an Bord der Schiffe die Rangfolge der Expeditionsteilnehmer und ihre Aufgaben. Die medizinischen Verhältnisse, die Rationierung und Zubereitung der Mahlzeiten. Die Entscheidungen die die Kapitäne für ihre Schiffe treffen. Die Eskimos / Inuits und ihr Überleben in dieser unwirtlichen Welt… ich könnte noch lange so weiter machen, denn dieses Buch hat es in sich. Es ist so detailreich und es besitzt sogar einen langen Anhang mit Begriffen rund um die Seefahrt, mit Eskimobegriffen und Erklärungen. Die vielen vielen Beteiligten der Expedition: Kapitäne, Offiziere, Seeleute bis hin zu den Schiffsjungen haben ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Charakter.

    Ich will nicht zu viel verraten aber nach den ersten paar Hundert Seiten ist man so niedergeschlagen und weiß einfach nicht mehr wie es weiter gehen soll und dann zaubert Simmons noch mal 4-5-600 Seiten aus dem Hut und man ist wirklich fasziniert wie umfangreich das Buch ist und wie es Simmons schafft über tausend Seiten den Leser was zu bieten. Bei manchen wirklich guten historischen Roman kommt irgendwann der Punkt wo ich mich ein wenig langweile, weil es sich einfach hinzieht und nichts neues passiert, bei »Terror« ist es anders, wenn man denkt jetzt muss es doch langweilig werden -und manchmal ist es auch etwas langatmig- schafft es Simmons eine Wendung einzubauen und man will direkt weiter lesen. 

    Neben einem Historischen Roman hält dieses Buch noch weitere Überraschungen für den Leser auf Lager, nicht immer geht es mit realistischen Begebenheiten zu sich, manchmal führt dieses Buch einen auch in eine ganz andere Welt. Aber dazu schweige ich :D

    Man muss jedoch sagen, dass das Buch nicht unbedingt was für schwache Nerven ist und keine leichte Lektüre für zwischendurch. Es liest sich sehr flüssig aber auf Grund der Komplexität sollte man schon den Überblick behalten. Inhaltlich ist das Leid, das die Männer der Expedition erdulden müssen auch nicht ohne und in manchen Szenen friert man einfach mit oder fühlt sich einfach richtig elend. Aber dies wiederum zeigt auch die Qualität des Buches, finde ich.

    Fazit

    Herausragend! Ich habe lange kein Buch mehr gelesen mit einem solchen Detailreichtum und so einer komplexen Welt. Der Stil und die Handlung sind außergewöhnlich gut.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Stimmt nachdenklich, von spannend bis fad alles dabei

    1845 laufen die HMS Erebus und die HMS Terror aus, um die Nordwestpassage zu entdecken. Geleitet wird die Expedition von Sir John Franklin. 130 Männer befinden sich auf den Schiffen – und sie alle verschwinden nahezu spurlos …

    „Terror“ ist in erster Linie ein historischer Roman, in dem Dan Simmons nach umfassenden Recherchen die Geschichte dieser Expedition und ihres Verschwindens aufzuarbeiten versucht, so wie sie gewesen sein könnte. Die Betonung liegt hierbei auf könnte, denn bis heute ist nicht geklärt, was genau mit den beiden Schiffen geschah und sie sind bis heute verschwunden. Dabei hat Simmons jedoch zusätzlich ein Horrorelement abseits des möglichen Realen eingewoben, das dem Roman noch einmal eine weitere Nuance verleiht.

    Mich hat der Detailreichtum des Buches sehr gefesselt, ob nun die Umsetzung von biografischen Details von Besatzungsmitgliedern, die Beschreibung der Fahrt und schiffrelevanter Inhalte oder die ganzen Informationen zu verschiedenen Eisarten, der Bevorratung des Schiffs, des Versuchs einer Skorbut-Prophylaxe und vielerlei mehr. Man hat das Gefühl, selbst dabei zu sein und scheitert nicht an abstrusen Erläuterungen, sondern alles wirkt authentisch.

    Zugleich war es das erste Buch von Simmons, das ich gelesen habe, das mich über etwa 250 Seiten hinweg gelangweilt hat, und zwar nicht zu Beginn, sondern nach den ersten dreihundert Seiten in etwa. Da wurde es mir dann doch ZU detailliert und zu wenig handlungsbezogen, was die einzelnen Biografien betrifft. Zum Glück bekommt der Roman danach jedoch wieder die Kurve.

    Sucht man im Netz nach der Nordwestpassage, stellt man fest, dass sie bis heute keine wirkliche Relevanz hat. Ob nun Fiktion oder nicht, so hat mich doch beschäftigt, dass 130 Männer in den Tod gegangen sind – für nichts. Viele von ihnen angetrieben vom Entdeckergeist, andere nur davon, über die Runden zu kommen, ohne eine großartig andere Wahl zu haben. Mancher auf der Suche nach Ruhm, vielleicht auch Reichtum, in dem Glauben, Geschichte schreiben zu können. Ob sich diese Männer die Geschichte so vorgestellt haben? Wohl kaum. Mir erscheint diese Expedition so sinnlos, gerade wenn man bedenkt, dass die Passage eben niemals sonderliche Relevanz bekam. Eine Tragödie, die darauf fußt, dass der Mensch glaubte und glaubt, sich alles untertan machen zu können. Nun ja, oder nicht … aber beschäftigt hat mich das Ganze doch auch abseits der Lektüre reichlich.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insider2199s avatar

    Wir haben beschlossen in der Insider Top-3-Voting-Challenge zusammen "Terror" von Dan Simmons zu lesen. 

    Wir beginnen jetzt und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man 2 Lose dafür. 

    Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen! 


    Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    


    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. 

    Viel Spaß uns allen :)
    Yolandes avatar
    Letzter Beitrag von  Yolandevor 8 Monaten
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