Dana von Suffrin

 3,4 Sterne bei 157 Bewertungen
Autorin von Otto, Nochmal von vorne und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Geschichten zum Mitfühlen: Dana von Suffrin wird 1985 in München geboren, wo sie auch heute noch lebt. Neben ihrem Studium in Politikwissenschaften, Neuerer und Neuster Geschichte und Komparatistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet sie seit 2009 als Stadt- und Museumsführerin in ihrer Heimatstadt. 2017 promoviert sie und ist seitdem als Postdoc an ihrer Alma Mater. Dabei ist sie vor allem als Koordinatorin der DFG-Forschergruppe „Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften“ tätig.

2019 veröffentlicht von Suffrin ihren Debütroman »Otto«. Er handelt von einem strengen, cholerischen und sturen jüdischen Familienvater, der zum Pflegefall wird und von seinen Töchtern seine Pflege verlangt. Voller Mitgefühl aber auch Humor erzählt von Suffrin die Geschichte von Timna und Babi, die ihren Vater Otto ihr Leben lang lieber loshaben wollten, von einer kaputten Familie, die sich dennoch nicht trennen kann.

Neue Bücher

Cover des Buches Toxibaby (ISBN: 9783462009798)

Toxibaby

(5)
Neu erschienen am 12.03.2026 als Gebundenes Buch bei Kiepenheuer & Witsch.
Cover des Buches Toxibaby (ISBN: B0GN9BFL8B)

Toxibaby

(2)
Neu erschienen am 12.03.2026 als Hörbuch bei Argon Verlag.

Alle Bücher von Dana von Suffrin

Cover des Buches Otto (ISBN: 9783462001433)

Otto

(111)
Erschienen am 10.06.2021
Cover des Buches Nochmal von vorne (ISBN: 9783462009231)

Nochmal von vorne

(34)
Erschienen am 09.10.2025
Cover des Buches Toxibaby (ISBN: 9783462009798)

Toxibaby

(5)
Erschienen am 12.03.2026
Cover des Buches Wir schon wieder (ISBN: 9783498007317)

Wir schon wieder

(5)
Erschienen am 13.08.2024
Cover des Buches Toxibaby (ISBN: B0GN9BFL8B)

Toxibaby

(2)
Erschienen am 12.03.2026

Neue Rezensionen zu Dana von Suffrin

Cover des Buches Toxibaby (ISBN: 9783462009798)
Hyperikums avatar

Rezension zu "Toxibaby" von Dana von Suffrin

Hyperikum
Die Sucht nach Anerkennung

Toxibaby hat viel Zeit, ins Leid zu fallen. Er will sich nicht verbiegen und anpassen, im täglichen Strudel des Broterwerbs ertrinken. Er lässt sich treiben, arbeitet stattdessen die philosophischen Fragen des Lebens ab und Herzchen hilft ihm dabei. Sie sei eben anpassungsfähig, sagt er, deswegen hat sie auch ihr erstes Buch geschrieben und für das hoffentlich baldige Zweite einen satten Vorschuss kassiert. Zuvor hatte sie den ein oder anderen Schreibwettbewerb gewonnen und durfte sich dem geneigten Publikum auch schonmal in der Kreissparkasse zeigen. Tatsächlich handelt ihr erstes Buch von ihrer jüdischen Familie und Toxi wirft ihr vor, sie habe sich daran bereichert, ihre Familie vorzuführen. Und also na ja, es passt aber auch so gut ins kollektive Schuldbewusstsein und deswegen hat es sich auch so gut verkauft, wer hätte denn da nicht zugeschlagen?

Trotz Toxibabys Zickigkeit ist er für Herzchen der schönste Mann, den die Welt je gesehen hat. Er kleidet sich in Designerware aus zweiter Hand, dass er sie belügt und betrügt, davon geht sie aus. Toxibaby verzweifelt gerne am System, das Verlierern wie ihm nicht den gebührenden Platz einräumen möchte. Herzchen ist sich allerdings sicher, dass sie ihn wird retten können. Toxibaby monologisiert gerne ausschweifend und wenn Herzchen ihren kindlichen Blick aufsetzt und Interesse heuchelt, dann ist sie ihm recht. Wenn sie jedoch widerspricht, dann streiten sie. Toxi kann laut werden, wenn ihm der Kragen platzt, danach verschwindet er in schöner Regelmäßigkeit aus ihrer Wohnung und blockiert sie für Tage bis Wochen. Herzchen telefoniert deswegen mit ihren besten Freundinnen und verbreitet ihr Leid, denn sie kann einfach nicht ohne Toxi. Dreizehnmal ist ihnen das jetzt schon passiert. 

Fazit: Die mehrfach ausgezeichnete Autorin Dana von Suffrin hat in diesem Buch eine moderne On-off-Beziehung verhandelt. Sie zeigt auf eingängige, fast penetrante Weise, wie zwei Menschen weder mit,- noch ohne einander können. Beide haben große Minderwertigkeitsgefühle, die sie unterschiedlich kompensieren. Er ist paranoid und depressiv. Er neigt zur Bevormundung, zu mangelnder Selbstironie, und weil er sich und seinen weltlichen Schmerz sehr ernst nimmt, kreiert er allerhand Dramen. Sie ist eine nähesuchende, abhängige Persönlichkeit, die zu Hysterie neigt. Sobald sie sich zurückgewiesen fühlt, wird sie verletzend und ist in ihrem Repertoire breit aufgestellt. Sicherlich kranken beide an ihrem familiären Background, aber auch an den gesellschaftlichen Optimierungstendenzen. Bedingungslose Liebe wird nicht mehr verschenkt. Wir verstricken uns in Erwartungen, denen weder wir noch andere gerecht werden können, die uns jeden Tag durch sozial Media vorgekaut werden. Viele sehnen sich nach dem Optimum, geiler Job, coole Bude in hypem Wohnviertel, schnatzes Aussehen. In der Sehnsucht nach Anerkennung vergessen wir das, was wirklich zählt. Und so zerreiben Toxi und Herzchen sich an den Gegensätzen Libido und Thanatos und entwickeln eine Leidensfähigkeit, die für mich als Außenstehende extrem nervig war. Die Geschichte ist großartig gemacht, gerade weil sie mich dazu bringt, von den Interaktionen des Paares und dem sinnlosen Verschwenden ihrer Lebenszeit genervt zu sein. Und sie zeigt, dass so eine komplizierte Beziehung eben nicht nur Frust, sondern auch Lust bringt. Für alle, die sich für weiblichen Narzissmus interessieren. 

Cover des Buches Toxibaby (ISBN: 9783462009798)
downey_jrs avatar

Rezension zu "Toxibaby" von Dana von Suffrin

downey_jr
... denn eigentlich suchte ich, wie jeder Straßenköter, nach Liebe und Trost

Schriftstellerin Herzchen blickt zurück auf ihre On-Off-Beziehung mit Toxibaby; es geht nicht miteinander, aber auch nicht ohne: 13 Trennungen in 3 Jahren sagen eigentlich alles. Auch der adopiterte Hund kann sie nicht dauerhaft aneinanderbinden. In Rückblicken reflektiert Herzchen ihre Herkunft aus einer dysfunktionalen, jüdischen Familie und ihre Beziehung zu Toxibaby.

 

„Wir trennten uns ständig, und dann kamen wir quasi ohne unser Zutun wieder zusammen, zumindest redeten wir uns darauf heraus, und nur ganz am Anfang versuchten wir noch, etwas zu verstehen. Ich sagte, unsere Liebe ist wie ein Fluss, und Toxibaby sagte, unsere Liebe ist wie ein Gewitter, und ich fragte, aber wieso denn wie ein Gewitter, und er sagte, sie ist düster und gefährlich, und dann sagte ich, dass das Bild mit dem Fluss aber viel passender sei, und Toxi wollte wissen, warum, und ich sagte, weil ich seine Sklavin sei und mich aus Verzweiflung in die Fluten gestürzt habe, und Toxi sagte, spinnst du, wenn überhaupt bin ich dein Sklave, wer hat denn mit dem ganzen Mist überhaupt angefangen? Wer wollte mich denn unbedingt verführen, wer hat mich denn mit zum Zigarettenautomaten genommen, wer hat mir denn die ganze Zeit diese hungrigen Blicke zugeworfen, wer hat mir denn diese ganzen Nachrichten geschrieben? Und ich sagte, wer hat mich denn schon vor Jahren angebaggert, wer hat mir denn seine langweiligen Texte geschickt, wer hat denn gesagt, dass er mich immer geliebt hat?

Wir konnten uns nie einigen, ich kann mich an keinen Tag mit Toxi erinnern, an dem wir nicht von früh bis spät gestritten hätten, wir stritten nicht nur darüber, wer wen zum Zigarettenautomaten mitgenommen und wer wen ‚verführt‘ hatte, wir stritten über mein Leben, wir stritten über sein Leben.“

 

"Toxibaby" war mein erster Roman von Dana von Suffrin. Leider sagt mir persönlich ihr Schreibstil nicht so wirklich zu. Ich fand die oft seitenlangen Sätze weitgehend sehr anstrengend zu lesen. 

 

Auch inhaltlich konnte mich die Geschichte dieser immer wieder scheiternden Liebesbeziehung nicht wirklich fesseln. 

Die beiden Protagonist*innen sind zwar menschlich nahbar, machten es mir aber durch ihr Verhalten nicht leicht, Sympathien für sie zu entwickeln. 

 

Der Roman hatte durchaus gute Momente, insgesamt hatte ich aber vielleicht andere Erwartungen an das Thema Beziehungsunfähigkeit. Final vergebe ich 3 von 5 Sternen.

 

Vielen Dank an den Kiepenheuer & Witsch Verlag & NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚

Cover des Buches Toxibaby (ISBN: 9783462009798)
Girdies avatar

Rezension zu "Toxibaby" von Dana von Suffrin

Girdie
Eindringlich geschilderte Geschichte einer ständig scheiternden Liebesbeziehung

Kurz nachdem „Toxibaby“ in Dana von Suffrins gleichnamigem Roman zu der Autorin Herzchen Goldberg in deren Zweizimmerwohnung im Münchener Stadtteil Giesing gezogen ist, fahren beide ins Blaue hinein nach Italien. Sie landen in einem kleinen Ort am Taro. Toxi hat eigentlich einen ungenannten altdeutschen Vornamen, aber sein Spitzname, den Herzchen ihm gegeben hat, spiegelt den Kern ihrer Beziehung wider. Ihr wird in den ersten Tagen der Reise bewusst, dass sie zwischen zwei widerstreitenden Gefühlen steht: Einerseits möchte sie mit Toxi ihr ganzes Leben verbringen, andererseits fürchtet sie, dass genau dieses gemeinsames Leben zum Scheitern verurteilt ist.

Aus der Gegenwart heraus schildert die inzwischen 37-jährige Herzchen, die als Ich-Erzählerin auftritt, von ihrer Beziehung zu Toxi, die sich inzwischen zu einer On-Off-Romanze entwickelt hat. Dreizehn Trennungen in drei Jahren sind es nach ihrer Zählung, wie man bereits auf den ersten Seiten erfährt. Seit dem letzten Beziehungsende hat sich jedoch das sonst übliche Ritual bis zur Versöhnung geändert, denn erstaunt stellt sie fest, dass Toxi sie nun wie ein vernünftiger Erwachsener ignoriert. Jede ihrer bisherigen Trennungen hat sich für Herzchen wie ein Kleinkrieg angefühlt, den sie am Ende verlor. Nun steht ein mehrwöchiger beruflicher Aufenthalt in der Schweiz bevor und mit ihm die Angst, dort allein zu sein.

Die besondere Stärke des Romans liegt in seiner differenzierten Figurengestaltung, in der sich exemplarisch die prägenden Erfahrungen und Eigenschaften der sogenannten Millennials widerspiegeln. Herzchen ist einige Jahre jünger als Toxi. Sie beschreibt sich selbst als impulsiv und als jemand, deren Gefühle sich schnell zuspitzen, die sie im Streit auch bewusst einsetzt. Toxi zu provozieren ist kein Zufall, denn es reizt sie, sich ihrer eigenen Freiheit ihm gegenüber zu versichern. Als Tochter eines bereits verstorbenen Chirurgen mit jüdischen Wurzen in Polen ist sie in München aufgewachsen. Ihre Mutter ist gebürtige Italienerin. Sie kennt von ihr eine gewisse Neigung, die sie auch bei Toxi feststellt.  Gemeinsam ist den beiden auch, dass sie mit ihren Handlungen kleinsten Widerstand leisten.

Toxis Attraktivität und seine Intelligenz findet sie anziehend, jedoch benötigt er viel Aufmerksamkeit, ist eher humorlos und wenig zur Selbstreflexion bereit. In einem Punkt unterscheidet sie sich deutlich von ihm: Toxi schreibt das Scheitern seiner Lebenspläne der Gesellschaft zu, wohingegen Herzchen glaubt, dass der Mensch selbst daran Schuld hat, weil er es sein Können und Wissen stets dazu einsetzt, sich mit anderen zu messen. Sie neidet es ihm, dass er in einer unaufgeregten, konventionellen Familie aufgewachsen ist. Die Werte, die beiden durch ihre Herkunft vermittelt wurden, haben sich bei ihnen tief eingeprägt.

Herzchen fehlt das Verständnis für die Lage ihres Freunds, dem sie ihrer Meinung nach jedwede Unterstützung gewährt und der doch nie zufrieden ist, was sich in Wutausbrüchen äußert. Ihre langjährige Freundin Daria, die eher nüchtern auf die Verbindung mit Toxi schaut, erdet sie, schafft es aber nicht, die festgefahrenen Muster der Vorwürfe aufzubrechen. Trotz der gewollten und ungewollten Konflikte hält Herzchen an der Beziehung mit Toxi fest, weil sie es für schwierig hält, ihn zu ersetzen. In diesem Punkt möchte man ihr Mut zusprechen, sich von ihm zu lösen. Ihr Wunsch nach Romantik und einer intakten Familie mit Vater, Mutter und Kind bleiben unangetastet. 

Vordergründig ist der Roman „Toxibaby“ die Geschichte einer ständig scheiternden Liebesbeziehung. Dana von Suffrin erzählt mit einem feinen Gespür für das Beziehungsgeflecht ihrer Figuren in einem durchgehend lockeren Tonfall mit Spuren von Ironie. Zunehmend gewährt die Protagonistin Herzchen einen Blick auf ihre Herkunft und ihre Ansichten, die ein tieferes Verständnis dafür geben, warum sie trotz ständiger Trennungen ihren Traum von einer Zukunft an Toxis Seite nicht aufgibt. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

Gespräche aus der Community

"Ich küsse die Erde!"

Otto ist der Vater von Timna und Babi und ein Mann, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Seitdem sie sich erinnern können, haben die Töchter die Launen des Vaters ertragen müssen. Und jetzt sind sie erwachsen und der Vater krank.

In ihrem Debütroman "Otto" beschreibt Dana von Suffrin, wie zwei Frauen ihren Vater erst richtig kennenlernen, wenn es zu spät zu sein scheint…

Möchtet ihr Otto und seine Töchter kennenlernen? Im Rahmen unseres Literatursalons verlosen wir 30 Exemplare von "Otto"!

710 BeiträgeVerlosung beendet
Frieda-Annas avatar
Letzter Beitrag von  Frieda-Anna

Hier ist endlich auch meine Rezi....

Ich mochte Otto sehr gerne!

https://www.lovelybooks.de/autor/Dana-von-Suffrin/Otto-2023861773-w/rezension/2422114208/

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