Dana von Suffrin

 3,4 Sterne bei 124 Bewertungen
Autorin von Otto, Nochmal von vorne und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Geschichten zum Mitfühlen: Dana von Suffrin wird 1985 in München geboren, wo sie auch heute noch lebt. Neben ihrem Studium in Politikwissenschaften, Neuerer und Neuster Geschichte und Komparatistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet sie seit 2009 als Stadt- und Museumsführerin in ihrer Heimatstadt. 2017 promoviert sie und ist seitdem als Postdoc an ihrer Alma Mater. Dabei ist sie vor allem als Koordinatorin der DFG-Forschergruppe „Kooperation und Konkurrenz in den Wissenschaften“ tätig.

2019 veröffentlicht von Suffrin ihren Debütroman »Otto«. Er handelt von einem strengen, cholerischen und sturen jüdischen Familienvater, der zum Pflegefall wird und von seinen Töchtern seine Pflege verlangt. Voller Mitgefühl aber auch Humor erzählt von Suffrin die Geschichte von Timna und Babi, die ihren Vater Otto ihr Leben lang lieber loshaben wollten, von einer kaputten Familie, die sich dennoch nicht trennen kann.

Neue Bücher

Cover des Buches Nochmal von vorne (ISBN: 9783462002973)

Nochmal von vorne

 (15)
Neu erschienen am 06.03.2024 als Gebundenes Buch bei Kiepenheuer & Witsch.
Cover des Buches Wir schon wieder (ISBN: 9783498007317)

Wir schon wieder

Erscheint am 12.08.2024 als Gebundenes Buch bei Rowohlt.

Alle Bücher von Dana von Suffrin

Cover des Buches Otto (ISBN: 9783462001433)

Otto

 (109)
Erschienen am 09.06.2021
Cover des Buches Nochmal von vorne (ISBN: 9783462002973)

Nochmal von vorne

 (15)
Erschienen am 06.03.2024
Cover des Buches Wir schon wieder (ISBN: 9783498007317)

Wir schon wieder

 (0)
Erscheint am 12.08.2024

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Neue Rezensionen zu Dana von Suffrin

Cover des Buches Nochmal von vorne (ISBN: 9783462002973)
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Rezension zu "Nochmal von vorne" von Dana von Suffrin

Jüdisches hin und her, vor und zurück strukturell a bisserl mühsam aber ganz gut
awogflivor 13 Tagen

Eine sehr interessante Geschichte einer dysfunktionalen jüdischen Familie Jeruscher über mehrere Generationen hinweg.

Leider ist der Buchtitel Programm aber weniger des Inhalts, sondern des Plots wegen, das heißt „Nochmal von vorne“ bedeutet mit unzähligen Zeitsprüngen vor, zurück, dazwischen, ohne stringente Handlungsstränge, das ist leider sehr anstrengend und man muss sich die komplette Familienchronik schrittweise und mühsam zusammenpuzzeln. Wenigstens habe ich nicht komplett den Faden im Gewirr der Zeiten verloren so wie beim letzten Buch, denn die Familie bleibt sehr stabil von den Figuren her. Irgendwann, wenn sich die Schnipsel verdichten und ein paar Teile chronologisch und logisch bereits zusammenpassen und einrasten wird es etwas leichter, das Gesamtbild zu rezipieren und einzuordnen. Aber das dauert eben. Viele Leute sind von einer solchen Schreibmethode sehr angetan, ich als literarische Realistin habe es lieber weniger durcheinander. Andererseits geht es in der Familie tatsächlich drunter und drüber, was der Stil eben auch unterstreichen möchte.

Ansonsten ist die Familiengeschichte sehr gut, die Figuren sind zwar gut gezeichnet, aber das erkennt man lange nicht durch den dekonstruierten Schreibstil.

Worum geht es? Um Streitbare, Zerstrittene über Generationen, die sich hin und wieder auch arrangieren, jüdische Identität, Großeltern aus Rumänien ausgewandert ins gelobte Land, Vater und Onkel aus Israel, irgendwann zog der Vater wegen der Liebe nach Deutschland und gründete dort eine Familie. Leider ist er nicht ganz so erfolgreich, wie er und seine linke deutsche Frau sich das erträumt haben, deshalb ist die Ehe auch eine einzige Katastrophe. Ihre Kinder, die beiden Schwestern Nadja und Rosa sind sehr unterschiedlich und dennoch manchmal sehr ähnlich, aber über die Jahre hinweg meist spinnefeind. Erst als der Vater stirbt, nähern sie sich als Erwachsene nach Ewigkeiten wieder an. Die ganze Mischpoche ist ein wirres Durcheinander, was durch die Schreibweise auch noch verstärkt wird. Sehr oft blitzen auch dieser jüdische Fatalismus und der Humor durch.



[…] sofort fällt mir ein, dass das nicht der richtige Zeitpunkt ist, an so etwas zu denken, und ich fühle mich gleich ein bisschen schuldig, denn immer, wenn etwas Schreckliches passiert, muss ich sofort an etwas lustiges denken, ich lüfte jedem Gespenst das Leintuch und entdecke darunter etwas unendlich Witziges, und es ist fast so wie bei meiner Mutter, die auch nie den Schrecken für sich stehen lassen konnte.



Fazit: Ich mochte den Roman in der Endabrechnung, wenngleich ich einen etwas mühsamen Gewöhnungsprozess durchlaufen musste. 3,5 Sterne aufgerundet auf 4

Cover des Buches Nochmal von vorne (ISBN: 9783462002973)
E

Rezension zu "Nochmal von vorne" von Dana von Suffrin

Dysfunktionale Familiengeschichte
evaczykvor 22 Tagen

Von Tolstoj wissen wir, dass sich alle glücklichen Familien irgendwie ähneln, während unglückliche Familien stets ihr ganz eigenes Unglück mit sich herumschleppen. In Dana von Suffrins Roman "noch mal von vorne" ist die Familie entschieden unglücklich, nicht nur, weil gleich am Anfang ein Todesfall steht. Der krebskranke Vater stirbt, und Protagonistin Rosa erhält die Todesnachricht an ihrem Arbeitsplatz.

Der Tod eines Elternteils - erst recht, wenn es sich um den letzten Elternteil handelt - ist immer ein einschneidendes Verhältnis, egal wie kompliziert vielleicht zu Lebzeiten das Verhältnis war. Rosa weiß, plötzlich ist die ältere Generation weg. Es bleiben sie und ihre Schwester Nadja, aber das ist auch so eine schwierige Angelegenheit, die beiden haben schon länger nicht mehr miteinander zu tun gehabt, ja, Nadja hat sich eigentlich bereits mit 18 mehr oder weniger aus der Familie verabschiedet.

Das Ausräumen der Wohnung, in der sie als Kind aufgewachsen ist, bringt auch die Erinnerungen zurück, von denen Rosa erzählt. Die meisten sind ziemlich durchwachsen, und jedes Familienmitglied hat das sicher unterschiedlich gesehen. Rosa war die Harmoniebedürftige, Nadja die Rebellin. Die Eltern wussten irgendwann mal nicht mehr, warum sie eigentlich geheiratet hatten. Dann noch der nicht unkomplizierte Hintergrund - katholisch-bayrische Mutter, jüdischer Vater aus Israel, die Familie stammte aus Rumänien, ist Schoah-bedingt stark geschrumpft. Oma Zsusza jedenfalls war wohl nicht so begeistert über die goische Schwiegertochter, die sie konsequent mit falschem Namen anspricht.

Zwischen München und Israel, zwischen dem Lachen über den irgendwie peinlichen Akzent des Vaters, seine unter der Oberfläche lauernden Verletzlichkeiten und Ängste, der Suche nach Bestätigung durch die Mutter, deren kleine Fluchten immer weiter werden, fragt sich nicht nur Rosa, wie in dieser Familie alles zusammenpassen soll oder kann. Das familiäre Miteinander, es ist herbe. Gelingt die Annäherung erst, wenn die Beteiligten tot sind? Als Rosa endlich wieder auf Nadja trifft, kommt nicht gerade familiäre Harmonie auf. Doch selbst in dem stacheligen Mitarbeiter wird klar - man kann seine Familie lieben oder hassen, aber man kommt nicht ganz von ihr los. von Suffrin erzählt ihre disfunktionale Geschichte mit Witz und Beobachtungsgabe und lotet die Konflikte aus, die mehr als eine Generation überdauern. Gerade der Verzicht auf emotionalen Kitsch macht diesen Roman glaubwürdig.

Cover des Buches Nochmal von vorne (ISBN: 9783462002973)
roomwithabooks avatar

Rezension zu "Nochmal von vorne" von Dana von Suffrin

Von unglücklichen Eltern und beobachtenden Kindern
roomwithabookvor einem Monat

Rosas Vater stirbt, und auch wenn das nicht überraschend kommt, schließlich hatte er Krebs, wirft es sie doch ziemlich aus der Bahn. Zum einen sitzt sie nun in der alten Wohnung, in der sie auch aufgewachsen ist, und muss sie auflösen. Zum anderen versucht sie ihre ältere Schwester zu finden, die die Familie früh verlassen hat und mit der schon seit Jahren kein Kontakt besteht. Und doch ist Nadja jetzt die einzige, die ihr von ihrer Familie noch geblieben ist, die Mutter ist schon seit längerer Zeit tot. Rosa versucht zu verstehen, was in der Familie Jeruscher so alles schiefgegangen ist. Die Liebe ihrer Eltern jedenfalls hielt nicht lange an. „Es wäre natürlich schöner, die Geschichte einer großen Liebe zu erzählen, einer Liebe zwischen einer Deutschen und einem Israeli, zwischen einer Katholikin und einem Juden, die sich gegen alle Widerstände durchgesetzt haben, (…) aber so war es natürlich nicht, es war ganz anders, es war völlig banal.“ Rosa erinnert sich an ihre Kindheit, an den Streit und das Schweigen, an ihre Schwester, die schon immer gemacht hat, was sie wollte und damit vielleicht glücklicher geworden ist. Und an ihren Exfreund David, mit dem immer alles so schön vorhersehbar war, und trotzdem hat die Beziehung nicht gehalten. Dana von Suffrin schreibt mit leichter Melancholie und einem subtilen Humor von einem Aufwachsen zwischen München und Tel Aviv, von Verwandten, die man sich nicht ausgesucht hat und deren Schicksal trotzdem das eigene prägt. Es geht um die großen Themen wie Verfolgung und Neuanfang, Trauma und Verdrängung, Identität im Zwischenraum und immer um die Frage, wie man trotz der eigenen Familie glücklich werden kann. Das liest sich leicht und oft witzig, die Autorin hat Sinn für pointierte Beschreibungen eigentlich alltäglicher Begebenheiten, die sich fast unbemerkt im Gedächtnis verhaken und die die dunklen Seiten der Geschichten erst auf den zweiten Blick offenlegen. Ich habe das Buch auf einer längeren Zugfahrt gelesen und mochte es wirklich gern.

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