Daniëlle Bakhuis

 3.2 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor von Nur 6 Sekunden.

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Nur 6 Sekunden

Nur 6 Sekunden

 (19)
Erschienen am 06.06.2017

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page394s avatar

Rezension zu "Nur 6 Sekunden" von Daniëlle Bakhuis

„Aber sechs Sekunden sind mehr als nichts. Sechs Sekunden sind alles."
page394vor einem Jahr

Jasmin, Hanna und Jacky haben endlich eine Einladung zu einer der Partys erhalten – Partys, die deswegen so beliebt sind, weil darüber geschwiegen werden muss. Keiner weiß, wer dahinter steckt oder was dort passiert. Und das zurecht, denn die Mädchen erleben dort einige unschöne Dinge und geraten in Schwierigkeiten...

Viel lässt sich nicht sagen zu diesem Buch, ohne zu viel zu verraten. Es handelt sich um einen soliden Thriller (mit Arena Thrillern kann man eigentlich nie etwas falsch machen), sehr spannend, auch, wenn das Ende immer vorhersehbarer wird. Leider haben mich die Protagonistinnen komplett kalt gelassen, sodass ich nicht wirklich mit ihnen mitgefiebert habe. Wirklich heftig finde ich eher die Überlegung, dass Partys in der Form, wie sie im Buch beschrieben werden, anscheinend tatsächlich stattfinden.

Dennoch: Sechs Sekunden können, so bedeutungslos sie auch erscheinen, sehr viel ausmachen. Diese Message hat Nur 6 Sekunden wirklich gut rübergebracht.

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katha_dbnos avatar

Rezension zu "Nur 6 Sekunden" von Daniëlle Bakhuis

Solide, aber ausbaufähig
katha_dbnovor 2 Jahren

Rezension auf Buntes Tintenfässchen

Nach all der (literarischen) Liebe, die ich in letzter Zeit konsumiert habe, war es mal wieder Zeit für etwas Spannendes. Der Inhalt von Nur 6 Sekunden hat mir genau das versprochen: Jugendliche, die ein Spiel spielen, bei denen sie scheinbar harmlose Aufgaben meistern müssen, und welches dann vollkommen aus dem Ruder gerät. Den Sinn dahinter muss man jetzt nicht verstehen. Ein Anreiz zum Mitmachen bietet aber auf jeden Fall die finanziellen Gewinne im drei- bis vierstelligen Bereich. Zumindest dass Jasmin deshalb an dem Spiel teilnimmt, war für mich partiell nachvollziehbar, da sie in relativ ärmlichen Verhältnissen lebt (zumindest stellt sie es so dar). Der Konflikt, der sich bei ihr auftut, ist die die Frage, wie weit man für Geld gehen darf. Welche Aufgaben sind okay, welche nicht? Für sie ist die Grenze bei körperlicher Gewalt klar überschritten. Relativ am Anfang der Geschichte wird eine Mitspielerin bei der "Ernte" zusammengetreten, nachdem sie sich auf einen Haufen Geld gestürzt hat. Auch wenn Jasmin nicht selbst zugetreten hat, stand sie bloß dabei und hat zugesehen, was sie sich im Nachhinein immer wieder vorwirft. Diese Schuld ist auch der Grund, warum ich sie von allen Charakteren am meisten mochte, denn es zeigt, dass ihr moralischer Kompass noch funktioniert. Bei allen anderen (selbst bei ihren drei Freundinnen Hanna und Jacky) war ich mir da nie so sicher. Während man Jasmins inneren Kampf live miterleben kann, erfährt man über die anderen Akteure nur das, was Jasmin sich zusammenreimt, wie sie sie beschreibt und was sie sagen. Da man also nicht in sie "hineinblicken" kann, bleiben sie relativ eindimensional und wirken zum Teil oberflächlich. Jacky zum Beispiel scheint überhaupt nicht zu realisieren, wie gefährlich das Spiel ist bzw. werden kann. Am liebsten hätte ich sie dauernd geschüttelt. Die einzige Person, die ich neben Jasmin mochte, war ihr heimlicher Schwarm (und bester Freund) Seth, der wesentlich vernünftiger als ihre Freundinnen ist und Jasmin bei ihren Nachforschungen, wer speziell dafür verantwortlich ist, dass eine Mitspielerin im Krankenhaus gelandet ist. Schwülstige Liebesbekundungen und rosarote Tagträume von Seiten Jasmins muss man (Gott sei Dank) jedoch nicht befürchten. Ihre romantischen Gefühle spielen nur eine winzige Rolle und das Ganze ist relativ unschuldig, aber doch ganz süß mitzuverfolgen gewesen.
Was nun Jasmins Recherche betrifft, war ich ein wenig enttäuscht. Ich fand es zwar durchaus interessant, wie sie aus diversen Hinweisen ihre Schlüsse gezogen hat, aber so richtig wollte sich bei mir nicht das Gefühl eines Thrillers einstellen. Ich hatte nie den Eindruck, sie schwebe ernsthaft in Gefahr und hab vergeblich darauf gewartet, dass etwas unglaublich Dramatisches passiert. Nennt mich blutrünstig, aber für den Nervenkitzel haben bloße Drohungen und ihre Paranoia einfach nicht ausgereicht. Vielleicht lag es auch daran, dass der Roman zu kurz ist und dadurch nur wie ein Auszug aus einer weitaus komplexeren Geschichte wirkte. Gelungen fand ich jedoch die Auflösung, wer da nun eigentlich ein Spielchen mit Jasmin treibt. Mit dem Schuldigen hab ich nun so gar nicht gerechnet.

Fazit

Für mich war Bakhuis' Roman angesichts der Seitenzahl ein recht kurzes Lesevergnügen. Der Platz hat hier einfach nicht ausgereicht, um genügend Spannung oder Freude am Miträtsel aufkommen zu lassen.Ein wenig hat mich auch gestört, dass es nur zwei Personen gab, die ich wirklich mochte, und alle anderen relativ farblos und/oder unsympathisch geblieben sind. Trotzdem gefiel mir die Struktur, die Auflösung und auch der Schreibstil selbst. Ich bin mir sicher, dass mich die Geschichte mehr in den Bann gezogen hätte, wenn sie länger gewesen wäre.

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Vuchas avatar

Rezension zu "Nur 6 Sekunden" von Daniëlle Bakhuis

Sechs Sekunden sind doch nichts... oder?
Vuchavor 2 Jahren

Zum Inhalt:

Jasmin und ihre Freundinnen Jacky, Olivia und Hanna bekommen  eine Einladung zu DER PARTY. Die Party, zu der jeder hin möchte. Die Party, über die niemand reden darf. Die Party, bei der Handys verboten sind. Die Party, deren Höhepunkt "die Abrechnung" ist. Die Party, die sie nie wieder vergessen werden...

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Immer wieder liest man in den verschiedenen Medien von Mutproben, neuen Trends bei Jugendlichen und den manchmal fatalen Ausgang dieser leichtsinnigen Aktionen.

Daniëlle Bakhuis erzählt in ihrem Jugendroman von einem solch angesagten Trend. Die 4 Protagonisten Jasmin, Hanna, Jacky und Olivia würden alles geben, um zu DER Party des Jahres eingeladen zu werden. Sie verbringen ihre Zeit damit, sich 6-Sekunden-Aufgaben zu überlegen, die jeweils eine von ihnen lösen muss. Und dann passiert es wirklich und Jacky kann ihren Freundinnen die Nachricht verkünden, dass sie alle vier auf der Gästeliste stehen.

"Auf die Gästeliste für DIE PARTY zu kommen, ist schwerer, als mit verbundenen Augen den Führerschein zu bestehen." (S.13)

Voller Vorfreude bereiten sich die Mädchen auf den Abend vor: schwarze Hose, schwarzer Kapuzenpulli, schwarze Chucks. Niemand darf aus der Masse herausstechen. Aus dem Grund werden auf der Party weiße Hasenmasken verteilt und fortan erkennt niemand mehr seinen Nächsten. Gegen Mitternacht kommt es dann zum großen Showdown: DIE ABRECHNUNG! 10 Freiwillige treten in ein mit Fackeln abgestecktes Areal und werfen nacheinander, nach festgelegten Regeln, Geld auf den Boden. Die Regeln besagen, dass derjenige, der sich zuerst bückt um nach dem Geld zu greifen, während sechs Sekunden so wie Geld einsammeln darf, wie er schafft. Der Haken bei der Sache: die restlichen 9 Freiwilligen dürfen während diesen sechs Sekunden auf ihn einschlagen, ihn treten ... und erhalten ihren Teil des Geldes, das am Boden liegenbleibt.

Allein diese Idee hat mich schon ziemlich schockiert, aber es kommt noch schlimmer. Jasmin tritt als Freiwillige nach vorn, doch als sich dann jemand nach dem Geld bückt, steht sie tatenlos daneben und sieht zu, wie jemand krankenhausreif geprügelt wird. Denn auch als die sechs Sekunden längst abgelaufen sind, tritt jemand weiter nach dem am Boden liegenden Jugendlichen.
 
Während der folgenden Tage muss Jasmin immer wieder an das Geschehene denken, denn sie kennt das Opfer und hat etwas beobachtet, das den Täter verraten könnte: ein Kreuz auf der Kappe seiner Chucks. Außerdem wird sie von Schuldgefühlen geplagt, weil sie nichts unternommen hat.

Als dann auch noch die Polizei in der Schule auftaucht und die ersten Schüler verhört, will Jasmin nicht länger schweigen. Doch damit bringt sie sich erst recht in Schwierigkeiten, denn immerhin lautet die Regel: "Schweig wie ein Grab über DIE Party!"

Doch Jasmin erkennt:

"Aber sechs Sekunden sind mehr als nichts. Sechs Sekunden sind alles. In sechs Sekunden kannst du etwas anfangen und etwas beenden. Du kannst jemandem gratulieren und kondolieren. Kannst geboren werden und sterben. Sechs Sekunden sind noch nie nichts gewesen." (S.202)

Jasmins Erlebnisse haben mich deshalb so erschüttert, weil sie zeigen, wie wahnwitzig diese Partys sind - die es offensichtlich in ähnlicher Form wirklich gibt - und in welchem Maße manch einer sich in der Masse unbeobachtet fühlt und denkt, unbehelligt davon zu kommen, wenn man in der Anonymität verschwinden kann.

Daniëlle Bakhuis hat den Schluss ihrer Geschichte einigermaßen offen gelassen. Wohl erfährt man als Leser, wer sich hinter dem Schläger mit dem Kreuz auf den Chucks versteckt und lernt auch dessen Beweggründe kennen. Wer allerdings hinter der Organisation der Partys und auch der anschließenden Einschüchterungsversuche steckt, erfährt man nicht und es sieht ganz so aus, als würden die wahren Bösewichte ungeschoren davonkommen.

Auch wenn dieses Buch mich teilweise regelrecht schockiert hat, so möchte ich dennoch eine Leseempfehlung aussprechen. Meiner Ansicht nach eignet das Buch sich auch sehr gut , um es mit älteren Jugendlichen im Unterricht zu besprechen.

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