Daniel-Pascal Zorn Logik für Demokraten

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Inhaltsangabe zu „Logik für Demokraten“ von Daniel-Pascal Zorn

Demokratisches Handeln und Denken hat nur Bedeutung, wenn es immer wieder eingeübt wird. Es gibt dem Leser die Denkwerkzeuge an die Hand, um sich den Gegnern und Feinden demokratischen Denkens entgegenzustellen.

Zorns »Logik für Demokraten« führt den Leser in die argumentativen Auseinandersetzungen, vor die sich ein Demokrat immer wieder gestellt sieht. In klugen Analysen populistischer Argumentation und totalitärer Denkweisen bekommen Leser Instrumente an die Hand, die Demokratie wirkungsvoll gegen ihre Feinde zu verteidigen. Dabei vergisst er nicht, diejenigen zum Gespräch einzuladen, die mit dem Konzept der Demokratie noch nichts oder nichts mehr anfangen können. In diesem Buch kann man erfahren, warum es geradewegs vernünftig ist, demokratisch zu denken.

Braucht eine Weile um zu wirken, aber sehr schwere Leseführung ...

— Teufel100

Theorie-Analyse heutiger Redepraxis am Beispiel der antiken Griechen. Kleine philosophische Abhandlung.

— wandablue

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  • Kompetenztraining für politische Diskurse

    Logik für Demokraten

    michael_lehmann-pape

    07. July 2017 um 13:45

    Kompetenztraining für politische DiskurseDemokratische Prozesse beruhen im (gedachten) Kern auf vor allem zunächst einen „Austausch“. Meinungen, Argumente, Haltungen, Werte werden gemeinsam mitgeteilt, der Status Quo dadurch erhoben und, im weiteren Verlauf, wird gemeinsam eine „mehrheitsfähige“ Lösung versucht, zu erreichen, die auch die Belange von „Minderheiten“ nicht aus dem Blick verliert.Konsens und Kompromiss sind dabei jene „Instrumente“, die zur demokratischen Meinungs- und Willensbildung führen sollen, an deren Ende eine demokratisch getragene Entscheidung steht (die manches Mal andere Meinungen „überstimmt“, die, im besten Falle, auch von der Lösung gegenüber skeptischen Kräften mitgetragen wird).Was passiert nun aber, wenn eben jener Austausch, die Diskussion um Argumente, der Versuch eine Lösung gemeinsam zu finden von vorneherein unterlaufen wird? Wenn, und das ist in der letzten Zeit nicht selten der Fall, Meinungsaustausch nicht mehr als Diskussion mit dem Ziel zu überzeugen stattfindet, sondern eher wie in einem „Schaufenster“ die eigenen Positionen nur mitgeteilt werden, die Einwände anderer überhört oder lächerlich gemacht werden, somit also das grundlegende Instrument der demokratischen Politik, der Diskurs und die Bildung einer Mehrheit, gar nicht mehr zum Tragen kommt?Damit letztendlich beschäftigt sich Zorn als Philosoph in dieser als „Handreichung“ zu bezeichnenden Schrift.„Die deutsche Diskussionskultur ist in der Krise. Sie wird immer mehr von Redeweisen bestimmt, die jede vernünftige (und damit demokratische und gesprächseröffnende) Zurückhaltung vermissen lassen“.Nur mehr die eigene Haltung, die eigenen Dogmen werden wie abgefeuerte Waffen in den Raum geworden, andersartige Meinungen nicht gelten gelassen und, oft genug, als „Fake“ verunglimpft. Wobei eine Atmosphäre entsteht, die an getrennte Welten oder solitäre Inselüberzeugungen erinnert und wenig Zeichen dabei darauf hindeuten, dass man gemeinsam darum ringt, für die gemeinsam bewohnte reale oder politische Welt gemeinsame Haltungen zu entfalten. „Dogma vor Realität“ und, vor allem, „Dogma vor Demokratie“, so kann man das bezeichnen.Dem nun setzt Zorn unter anderem das „Prinzip der ausgeschlossenen dogmatischen Setzung“ im Blick auf demokratische Auseinandersetzung gegenüber und führt den Leser, Schritt für Schritt, in eine „Redehaltung“ und damit zur Kenntnis einer „inneren Haltung“, die intensiv durchdacht jene Grundsätze vor Augen führt, die für einen konstruktiven Entscheidungsfindungsprozess unabdingbar notwendig sind.Und mehr noch, Zorn analysiert auch die „Gegenseite“, die dogmatisch-populistische Haltung und ihre Methoden und Instrumente samt einer Handreichung für den Leser, dieser im Diskurs begegnen zu können.Was schon damit beginnt, dass Zorn überzeugend den „Populismus“ definiert und eben nicht als „Weltanschauung“ kennzeichnet, sondern als eine „Form des Argumentierens“. Die Zorn in ihren primären und sekundären methodischen Strukturen offen legt und damit den Weg eröffnet, für eine Form des „Gegenargumentierens“ die sich der „Sache“ zuwendet und sich nicht an persönlichen Emotionen, Sympathien, Behauptungen oder Animositäten erschöpft.„Populismus wird hier nicht als Eigenschaft….beschrieben, sondern als Art und Weise, in einer Rede für das Gesagte Geltung zu beanspruchen“. Die primär an „dogmatischer Setzung“ von Inhalten erkannt werden kann (mit der Folge der „Ablehnung jeder Möglichkeit, es anderes zu sehen als man selbst“).Was eben auf Dauer nicht funktionieren kann als „Regierungsform“, weil die inneren Widersprüche einer formalen „Gleichschaltung“ diese auf Dauer sprengen würde.Wie Widersprüche von vorneherein als „Angriff“ gewertet werden. Wie schon in den Formulierungen die Anklage an mögliche andere Meinungen liegt, wie mit Plattitüden „Heldenhaftigkeit“ und „Mut der Person“ von Beginn an gesetzt werden, um damit den Inhalt ebenso von Beginn an außer Reichweite von sachlichen Angriffen zu halten, das liest sich im Buch zwar nicht einfach, aber letztendlich brillant durchdacht.Wer hier als „Kerntugend“ einen kühlen Kopf behält, der Vernunft (belegbar und nicht nur behauptet) folgt, die Sache in den Mittelpunkt rückt und zugleich auf die ebenso sachlichen Widersprüche populistischer Inhalte (die vielfach inhaltlich ihre nur vermeintliche „Kraft“ verlieren, wenn die markigen Worthülsen entzaubert sind) beharrlich verweist, der hat gute Aussichten, mit demokratischen Mitteln in Haltung und Ausdruck der dogmatischen Verengung Herr zu werden. Ohne in den Fehler zu verfallen, „auf gleicher Ebene“, persönlich emotional, den „Gegner“ als Person anzugreifen und damit die eigene Position für den Betrachter nicht mehr überzeugend und sachgerecht darstellen zu können.Ein glänzender Beitrag für den Umgang mit einem grundsätzlichen Problem im Rahmen einer gewahrten und breiten Meinungsfreiheit. Mit dem es Zorn zugleich gelingt, mit überzeugenden Argumenten die Demokratie an sich als „für die Vernunft“ bestmöglich geeignete „Lebensform“ zu setzen.

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  • Leider nur Theorie!

    Logik für Demokraten

    wandablue

    27. April 2017 um 21:27

    Leider nur Theorie. Der Zusatz „Anleitung“ verführt den durch den Titel auf das Buch aufmerksam gewordenen Interessierten zu falschen Annahmen. Denn unter einer Anleitung stellt man sich etwas Praktisches vor, vielleicht einige Übungen zur Rhetorik oder auch welche zu logischem Denken. Jedenfalls etwas, was relativ einfach nachzuvollziehen und nachzuahmen ist und das mit Fallbeispielen aufwartet, im Idealfall mit aktuellen. Alles das ist das Buch „Logik für Demokraten“ nicht. In der Einleitung werden die Zielsetzungen des Buches erläutert, Fachbegriffe definiert und vorgestellt, und es wird auf die Art und Weise eingegangen, wie politischer Diskurs heutzutage verläuft. Die Zielsetzung wird folgendermaßen präsentiert: „Das vorliegende Buch möchte nicht zu dieser Verhärtung und damit zur Abschaffung des vernünftigen Diskurses beitragen. Es will und wird keine Stellung beziehen auf dem Kampfplatz der neuen Metaphysik. Stattdessen möchte es diesen Kampfplatz einmal näher betrachten, um herauszufinden, wie ein Weg von den verhärteten Fronten zurück zu einem vernünftigen Diskurs aussehen könnte.“ Mag sein, dass diese vornehme Zurückhaltung, die keine Fronten aufbauen will, in gewisser Weise eine Stärke ist, es ist aber auch die hervorstechende Schwäche des Buches. Die sogenannten Populisten nämlich, die für sich in Anspruch nehmen, jederzeit in jeder Materie für alle zu sprechen, was unmöglich ist, sagt Zorn, werden wohl nicht gerade zu diesem Buch greifen, um ihr Denken zu überprüfen. Und die anderen werden mit reiner Theorie bedient. Dabei würde es sich anbieten, die dogmatische Setzung beispielsweise, in vielerlei Weise am aktuellen Beispiel zu veranschaulichen und aufzuzeigen, wie man ihr beikommen könnte. Wenn überhaupt Beispiele auftauchen, greift Zorn auf die Griechen, die Erfinder der Demokratie zurück. Gut, dort kommt sie her, doch wen interessieren denn die Kämpfe Spartas mit Athen oder umgekehrt, wenn er die Reden der AfD (oder anderen Provokateuren) verstehen und ihnen vernünftig entgegnen möchte. Im ersten Teil des Buches wird untersucht, wie populistisches Denken überhaupt funktioniert. Im zweiten geht es um Totalitäres Denken und im dritten Teil um Demokratisches Denken. Die "Logik für Demokraten" ist eine kleine, aber feine, philosophische Abhandlung. In dem Buch wird sicherlich das philosophische Grundwissen vermittelt, das die Thematik verdient. Die Analyse ist klug und durchaus interessant. Begeistert hat vor allem das Glossar, das alle Fachtermini noch einmal ausführlich darstellt. Doch es ist nicht besonders praktikabel als Hilfe im Diskurs mit Populisten. Oder sogar, gar nicht? Zu viel Theorie, zu wenig Praxisanwendung. Grau ist alle Theorie und grün der Baum des Lebens. Fazit: Das Buch vermittelt Wissen. Sich Wissen anzueignen, ist mühsam. Isso. Eine leicht zu praktizierende und nachzuahmende Anleitung zum demokratischen Diskurs oder zur demokratischen Logik ist das Buch aber leider nicht. Kategorie: Sachbuch/PhilosophieVerlag: Klett-Cotta

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