Daniel Anselme Adieu Paris

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Inhaltsangabe zu „Adieu Paris“ von Daniel Anselme

Paris, Anfang der 50er Jahre - im Strom der Passanten auf der Rue de Rivoli küsst sich ein junges Paar. Diese Szene wird zu einer der berühmtesten Fotografien des 20. Jahrhunderts und weltweit Symbol für die Stadt der Liebe. Nur wenig später beginnt im besetzten Algerien ein Krieg, in dem die Grande Nation bis 1962 eine ganze Generation junger Männer verheizt. In Adieu Paris kehren drei Soldaten über Weihnachten aus diesem Krieg für ein paar Tage auf Urlaub nach Paris zurück. Zunächst geht jeder seiner Wege, doch schon bald sind sie wieder vereint. Mit Familie und Freunden können sie das Erlebte nicht teilen, fremd und fern erscheint ihnen die eigene Stadt. In den Cafés am berühmten Rive Gauche schlagen sie sich die Nächte um die Ohren, suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, dem Schicksal des Krieges zu entgehen - und fügen sich am Ende doch, da niemand von ihrer Bedrängnis Notiz nimmt.

Die Sprache ist bezaubernd poetisch und angenehm zu lesen.Es sind die unauffälligen Beschreibungen,welche die Situation der Männer aufzeigt.

— littlesunshine
littlesunshine

Welche Wirkung der Krieg auf den Soldaten hat. Beeindruckend geschildert.

— Buecherwurm1973
Buecherwurm1973

Leider überhaupt nicht mein Geschmack

— Steph86
Steph86

franz. Geschichte. Algerienkrieg: 3 junge Soldaten auf kurzem Heimaturlaub, die der völligen Ziel- und Sinnlosigkeit verfallen. Lesenswert

— Gwendolina
Gwendolina

Sehr distanzierter, aber dadurch noch eindrücklicher Roman über den Krieg und was er mit den Menschen macht.

— HarIequin
HarIequin

Ein Buch über den Krieg und das Abschniednehmen.

— abetterway
abetterway

Wunderbar geschrieben

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Drei Soldaten, denen der Algerienkrieg Jugend, Hoffnung und Sprache raubt. Für mich ein wichtiger und bewegender Roman!

— leselea
leselea

Hilflosigkeit, Verzweiflung und Wut von französischen Soldaten im Paris der 50er Jahre

— Bibliomania
Bibliomania

Ein beeindruckendes Zeitzeugnis einer verlorenen Generation.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

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  • Regenbogen-Bücher-Challenge 2016

    Regenbogentänzer
    BlueSunset

    BlueSunset

    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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    • 1392
  • Leserunde zu "Adieu Paris" von Daniel Anselme

    Adieu Paris
    katja78

    katja78

    50er  Jahre - Krieg - Schicksale Bewerbt euch jetzt zur Leserunde "Adieu Paris" von Daniel Anselme und taucht ein in die Geschichte 3er Soldaten, die aus dem Krieg zurück kehrten. Paris, Anfang der 50er Jahre – im Strom der Passanten auf der Rue de Rivoli küsst sich ein junges Paar. Diese Szene wird zu einer der berühmtesten Fotografien des 20. Jahrhunderts und weltweit Symbol für die Stadt der Liebe. Nur wenig später beginnt im besetzten Algerien ein Krieg, in dem die Grande Nation bis 1962 eine ganze Generation junger Männer verheizt. In Adieu Paris kehren drei Soldaten über Weihnachten aus diesem Krieg für ein paar Tage auf Urlaub nach Paris zurück. Zunächst geht jeder seiner Wege, doch schon bald sind sie wieder vereint. Mit Familie und Freunden können sie das Erlebte nicht teilen, fremd und fern erscheint ihnen die eigene Stadt. In den Cafés am berühmten Rive Gauche schlagen sie sich die Nächte um die Ohren, suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, dem Schicksal des Krieges zu entgehen – und fügen sich am Ende doch, da niemand von ihrer Bedrängnis Notiz nimmt. DANIEL ANSELME, 1927 als Daniel Rabinovitch geboren, gab sich während seiner Zeit in der französischen Résistance den Decknamen Anselme. Als Journalist unternahm er viele Reisen, und man kannte ihn als Stammgast und Geschichtenerzähler in den Pariser Cafés am berühmten linken Ufer der Seine. Er wandte sich offen gegen den Krieg in Algerien, Anlass für seinen ersten Roman Adieu Paris (Originaltitel: La Permission), der 1957, also noch während des Algerienkrieges, erschien. Daniel Anselme starb 1984 in Paris. Wir suchen nun mindestens 15 Leser, die gerne in Romanen schmökern und das Buch gerne gemeinsam in der Leserunde lesen möchten.  Blogger dürfen sich gerne ihre Blogadresse mit angeben. Bewerbungsfrage: Was glaubt ihr erwartet euch bei diesem Buch? Wir freuen uns auf eure Bewerbungen! *** Wichtig *** Ihr solltet Minimum 2-3 Rezensionen in eurem Profil haben, damit ich sehen kann wie ihr eure Rezensionen schreibt und wie aussagekräftig/aktuell sie sind. Der Erhalt eines Rezensionsexemplares ist verpflichtend für die Teilnahme an der Leserunde. Dazu gehört das zeitnahe Posten in den Leseabschnitten und das anschließende Rezensieren des Buches Erwiesene Nichtleser werden nicht ausgewählt.

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    • 248
  • Anspruchsvolles Antikriegsbuch, das sehr vom Nachwort profitiert

    Adieu Paris
    anushka

    anushka

    14. October 2015 um 22:10

    Drei französische Soldaten sind zum Jahresende 1956 auf Heimaturlaub. Statt die Zeit mit ihren Familien zu verbringen, lassen sie sich durch Paris treiben, in dem sie als Fremdkörper wahrgenommen werden. "Keine andere Stadt ist so chauvinistisch und hurrapatriotisch und zugleich so kultiviert, feinfühlig und auf selbstsüchtige Weise geschmackvoll. Das ach so elegante Paris schämt sich für seine schlecht gekleideten Soldaten, verschleißt sie aber permanent - ganze Jahrgänge gehen dabei drauf. Tag und Nacht besudelt es sich mit ihrem Blut, wie eine Kokotte Rouge aufträgt." (S. 154f). Lachaume wurde von seiner Frau verlassen, Valette kehrt zurück in ein kommunistisches Viertel und Lasteyrie möchte sich einfach nur vergnügen. Alle drei versuchen zu verdrängen, dass sie in einigen Tagen wieder im Zug nach Algerien sitzen müssen. Und je mehr die Zeit fortschreitet, desto mehr steigt die Verzweiflung. Der vorliegende Roman ist bereits 1957 erschienen und schnell wieder "in der Versenkung" verschwunden, da der Algerienkrieg in Frankreich ein Tabuthema war. Dem Nachwort ist zu entnehmen, dass erst seit 1999 offiziell vom Algerienkrieg gesprochen wird und bis heute ein Schuldeingeständnis Frankreichs aussteht. Anselme wollte mit "Adieu Paris" ein Antikriegsbuch schreiben und die Ignoranz der Franzosen zum Algerienkrieg aufzeigen. Selbst den Kommunisten in seinem Buch fällt nichts weiter ein als lediglich Unterschriften gegen den Krieg zu sammeln, während die drei Soldaten darüber verzweifeln, dass ihre Jugend, wenn nicht gar ihr Leben, mit diesem Krieg verschwendet wird. Anselmes Buch ist sprachlich anspruchsvoll und auch von der Handlung her nicht immer leicht zu durchsteigen. Die Gesellschaftskritik wird gut vermittelt, allerdings mangelt es immer wieder an Handlung. Die Soldaten treiben dahin, und der Leser mit ihnen. Zahlreiche Bilder und Metaphern wurden mir erst durch das äußerst hilfreiche Nachwort der Übersetzerin Julia Schoch klar. Ohne dieses Nachwort wäre ich sicherlich ein wenig "aufgeschmissen" gewesen. Vom Stil her ist dieses Buch wie ein französischer Film. Die Sätze wirken abgehackt und ich konnte die hohe Sprechgeschwindigkeit förmlich hören. Auch im Nachwort wird der Verweis auf den französischen Film getätigt. Leider kann ich mit diesen Filmen wenig anfangen und auch in diesem Buch waren die Handlungen und die Verhaltensweisen der Figuren recht sprunghaft und für mich teilweise wenig nachvollziehbar. Insgesamt ist "Adieu Paris" sicherlich ein wichtiges Buch, das sich auf jeden Fall mit entsprechender Begleitung auch als Schullektüre für die Oberstufe eignet, aber als Roman an sich konnte mich dieses Buch nicht packen oder fesseln. Und ohne die Hilfestellung durch das Nachwort, mit dem man abgleichen konnte, ob man die Bilder und Intentionen auch richtig verstanden hat, und auch noch einiges an Zusatzinformationen erhalten hat, wären mir wichtige Einsichten und Erkenntnisse sicherlich entgangen und das Buch hätte einiges an Frust hinterlassen. Zudem war der Erzählstil eher inkompatibel mit meinem (Lese-)Geschmack. Daher gibt es von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung.

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  • Adieu Paris

    Adieu Paris
    Steph86

    Steph86

    23. September 2015 um 18:22

    Buchinhalt "Paris, Anfang der 50er Jahre - im Strom der Passanten auf der Rue de Rivoli küsst sich ein junges Paar. Diese Szene wird zu einer der berühmtesten Fotografien des 20. Jahrhunderts und weltweit Symbol für die Stadt der Liebe. Nur wenig später beginnt im besetzten Algerien ein Krieg, in dem die Grande Nation bis 1962 eine ganze Generation junger Männer verheizt. In Adieu Paris kehren drei Soldaten über Weihnachten aus diesem Krieg für ein paar Tage auf Urlaub nach Paris zurück. Zunächst geht jeder seiner Wege, doch schon bald sind sie wieder vereint. Mit Familie und Freunden können sie das Erlebte nicht teilen, fremd und fern erscheint ihnen die eigene Stadt. In den Cafés am berühmten Rive Gauche schlagen sie sich die Nächte um die Ohren, suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, dem Schicksal des Krieges zu entgehen - und fügen sich am Ende doch, da niemand von ihrer Bedrängnis Notiz nimmt."   Leseeindruck Ich probiere ja auch gern literarisch mal etwas neues aus und die Geschichte klang echt gut für mich, aber ich bin einfach nicht warm geworden mit diesem Buch und musste mich regelrecht zwingen es zu Ende zu lesen. Eigentlich ein guter Schreibstil, aber leider hat mich die Story aus irgendwelchen Gründen nicht erreicht/bewegt. Ich kann selbst nicht genau begründen warum dies so war, da ja der Background eigentlich total emotional und bewegend ist. Aber leider sind diese Emotionen bei mir nicht angekommen. Ich möchte auch das Buch hier nicht zerfetzen, weil ich einfach denke, es kann nicht jedes Buch, jedermanns Geschmack treffen und es wird sicherlich viele Menschen geben, die mit diesem Buch ihren Spaß haben. Leider kann ich keine Leseempfehlung für mich aussprechen.

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  • Klage über die Gleichgültigkeit

    Adieu Paris
    wandablue

    wandablue

    Klage über die Gleichgültigkeit. 1957, mitten im Algerienkrieg (1954 – 1962) erschienen, 2015 erst, also viel zu spät übersetzt und in Frankreich schon immer unter den Tisch gefallen, weil der Autor keiner der französischen Parteiungen nach dem Mund redet, nicht einmal den Kommunisten, ist „Adieu Paris“, ein politischer Roman, der die Initiative Frankreichs im Algerienkrieg scharf kritisiert. 350.000 algerische Menschen und 30.000 französische Soldaten, mindestens, sind gefallen. Diese Fakten erfährt man aus dem Nachwort. 1961 erreicht der Krieg Ausmaße und Massaker, die auch in Frankreich nicht mehr überhört und übersehen werden können. Daniel Anselme hat einen Kunstroman geschrieben, dessen Zentrum der Aufschrei bildet: „Warum hat ihr nichts getan? Warum habt ihr das zugelassen?“ und insoweit nicht nur die politische Führung, sondern die ganze französische Gesellschaft in die Verantwortung nimmt; kurios und tragisch, dass die derart kritisierte Gesellschaft kaum Notiz von diesem Roman nahm. Ein Kunstroman ist „Adieu Paris“ deshalb, weil die dargestellten Personen Stellvertreterfunktion für die Gesellschaftschichten haben, ein Offizier, ein Gefreiter, ein einfacher Soldat oder anders gesagt, ein Intellektueller, ein Kommunist und ein Leichtfuß. Die drei Protagonisten, Lachaume, Valette und Lastyrie kommen im Winter 1956 auf ein paar Tage Heimaturlaub nach Paris und können ihn nicht genießen. In den ersten Tagen des Januar 1957 geht es zurück an die Front. Das Erlebte und das Wissen um die Unentrinnbarkeit des Zurückmüssens, das Ausgeliefertsein mit Leib und Leben, benebeln sie und berauben sie jeglicher Kraft und Perspektive. Saufend laufen sie durch die Straßen von Paris, wissen nicht wohin mit ihrer Verzweiflung und können sich nicht verständlich machen, da, genau wie auch bei Deutschlands Einsatz in Afghanistan, es verpönt ist, den Konflikt beim Namen zu nennen: Krieg! Der Großteil der Bevölkerung bekommt kaum mit, was läuft, da nur die unter Dreissigjährigen eingezogen worden sind, d.h. ein geringer Bruchteil der Bevölkerung überhaupt betroffen ist. Selbst die Angehörigen bagatellisieren, wollen unerträgliche Willkommensfeste feiern und plaudern; ihr Leben ist einfach weiter gegangen. Dabei hätte die Sonne still stehen sollen! Die Handlungsarmut vermittelt das unerträgliche Lebensgefühl der Heimaturlauber und macht das Buch schwer lesbar, der Stil jedoch ist angenehm. Melancholie, Depression und Ausweglosigkeit sind Hauptelemente sowie die Unfähigkeit der Protagonisten, sich sprachlich zu äussern oder klar zu formulieren, was sie wollen oder nicht wollen: es ist sowie so alles sinnlos. Sie haben nur einander, um resigniert zu beklagen, dass sowohl ihre Jugend als auch ihre Zukunft auf dem Altar der Politik geopfert worden ist. Aber wen interessierts ausser ihnen selbst? Fazit: Beklemmend, vor allem in seiner unbeabsichtigten Aktualität. Kategorie: Gehobene Literatur Verlag Arche, 2015

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    • 4
    kingofmusic

    kingofmusic

    18. September 2015 um 13:56
    gst schreibt Was Du so alles liest. Alle Achtung!

    Das kann ich genauso unterschreiben :-) Schwere Kost! Respekt!

  • La Permission... eine Wieder- oder vielmehr Neuentdeckung

    Adieu Paris
    Gwendolina

    Gwendolina

    13. September 2015 um 15:47

    Algerienkrieg… ich musste erst einmal nachlesen was genau damals passiert ist. Der Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich… Dieser Krieg hat 8 Jahre gedauert von 1954 bis 1962, kostete eine halbe Million Menschen das Leben. Erst 1999 wurde der Begriff „Algerienkrieg“ von der französischen Nationalversammlung anerkannt und erst in den Jahren 2000-2002 wurde der Krieg erstmals öffentlich diskutiert. Dies als Hintergrund zu dem Roman La Permission von Daniel Anselme der erstmals 1957 (also noch MItten im Krieg) in Frankreich erschien, nicht positiv aufgenommen wurde und schnell von der Bildfläche verschwand. Dieser Roman wurde nun neu aufgelegt, in einer Übersetzung und einem großartigen Nachwort von Julia Schoch. Besser kann man es nicht sagen, deshalb möchte ich gerne diese Passage aus ihrem Nachwort aus Adieu Paris, wie die deutsche Ausgabe heißt, zitieren. „Drei befreundete Wehrpflichtige sind Ende Dezember 1956 für ein paar Tage auf Heimaturlaub in Paris. Ein Intellektueller, ein junger Kommunist und ein Frauenheld – so verschieden sie von ihrer Herkunft und dem Charakter nach sind, vereint sie doch die Erfahrung des Krieges, in den sie alle gegen ihren Willen hineingezogen wurden. Je näher der Abfahrtstermin zurück in den Krieg rückt, desto größer wird ihre Verzweiflung. Fieberhaft suchen sie nach einer Lösung, wie sie diesem Schicksal entgehen könnten – und fügen sich letztendlich, da niemand von ihrer Bedrängnis Notiz nimmt.“ Die drei jungen Männer kehren nach Paris zurück, Heimaturlaub, nur vom Krieg kann man nicht Urlaub machen. Schon gar nicht wenn dieser Krieg in den Augen der Gesellschaft und der Politik nicht existiert. Die drei heimgekehrten Soldaten (die für eine ganze Generation stehen) sind traumatisiert und finden kein Gehör. Die anfängliche eher positive Stimmung, wechselt schnell in Melancholie, Frustration und dann Resignation über. Die jungen Männer irren sinn- und ziellos durch eine Stadt, die ihnen fremd geworden ist. So richtig wohl fühlt sich keiner von ihnen, weder in der eigenen Familie beim Weihnachtsessen noch unter Freunden. „Abschalten“ können sie nur innerhalb der kleinen Gemeinschaft, der sich die Deutsche Lena anschließt, die mit Alkohol und nächtlicher Zerstreuung die Schatten ihrer eigenen Vergangenheit bekämpft. Ebenso wie Familie und Freunde, steht der Leser unnahbaren, distanzierten Charakteren gegenüber, deren Innenleben er nur erahnen kann, wie könnte es in einer solchen Situation anders sein. Wirklich etwas über den Krieg und was die Soldaten erlebt haben, erfahren wir in den elf Tagen über die sich die Handlung erstreckt nicht. Das macht das Buch aus meiner Sicht noch viel eindringlicher, denn die Phantasie füllt die fehlenden Puzzleteilchen aus und damit muss sich der Leser auseinandersetzen. Der Autor übt zwar Kritik an der Gesellschaft, der Politik und Wirtschaft, aber sein eigentliches Anliegen ist es die psychologische Auswirkungen, die der Krieg auf die Soldaten hat, näher zu beleuchten. Der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber aus meiner Sicht auch ein wenig holprig. Es ist Anselmes erster Roman, der Journalist ist mit 16 in die Fußstapfen seines Vaters getreten und hat sich der Resistance angeschlossen. Den Krieg selbst hat er nicht erlebt, aber sehr wohl die heimkehrenden Soldaten, wie man anhand der folgendef Abschieds-Passage am Bahnhof (wie auch bei vielen anderen im Buch) merkt. „Die Gare de Lyon war voller frisch rasierter Soldaten. Kreidebleich oder hochrot unterhielten sie sich, ohne einander anzuschauen, und alberten herum, ohne zu lachen, während die Militärpolizei sie mit aufgepflanztem Bajonett überwachte. Zivilsten waren kaum zu sehen.“ (Zitat aus Adieu Paris) Ein wirklich lesenswerter Roman über ein sehr dunkles Kapitel der französischen Geschichte, der zum Glück seinen Weg zurück in die Bücherregale gefunden hat.

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  • Zu Unrecht unbeachtet

    Adieu Paris
    HarIequin

    HarIequin

    10. September 2015 um 21:42

    „Da ihrer beider Hände jedoch regungslos blieben, kam es ihm mehr und mehr so vor, als seien Valette und er selbst tot, und zwar seit Langem schon, getötet durch einen Kopfschuss in irgendeinem entlegenen Wadi, und dass die anderen es jeden Moment bemerken und schreiend den Tisch verlassen würden.“ (S. 109) Die drei Soldaten Lachaume, Valette und Lasteyrie kehren für einige Tage aus dem Algerienkrieg zurück in ihre Heimat Frankreich. Doch was vorher Heimat war, ist ihnen jetzt fremd – die Stadt, die Leute, das Leben in Paris. Ziellos streifen sie umher, schlagen sich die Nächte mit Alkohol um die Ohren und versuchen dem Krieg zu entgehen. Doch der Tag ihrer Abreise ist unausweichlich. Der Leser folgt in „Adieu Paris“ vor allem Lachaume, den ich als tragischen Antihelden wahrgenommen habe. Unfähig, über seine Erlebnisse zu sprechen, bleibt er einem den ganzen Roman über distanziert. Man erfährt kaum etwas aus seinem Innenleben, nur durch sein Verhalten kann man es sich in etwa vorstellen. Gerade weil die Emotionen nicht offen dargelegt werden, macht das den Roman für mich noch viel eindrucksvoller. Anstatt einer innere Reflexion bekommt man beispielsweise plötzliche Wutausbrüche, wodurch die Zerrissenheit noch viel eindrücklicher dargestellt wird. Auch die anderen beiden Soldaten sind unberechenbar, ihre Nächte trist und die ganze Situation hoffnungslos. Der Fokus des Romans liegt darauf, was mit einem Menschen durch den Krieg passiert. Dabei wird auf den Algerienkrieg selbst (leider) kaum eingegangen. Wer sich Informationen o.ä. erhofft, wird hier klar enttäuscht. Auf der anderen Seite kann man das auch als „universelles“ Werk zu Kriegen allgemein und dem menschlichen Erleben und Verhalten auffassen. Der Schreibstil dabei ist zwar schön (ich möchte fast schon sagen elegant), aber sehr niederdrückend. Die ganze Atmosphäre ist melancholisch und wird vom Cover sehr gut aufgegriffen, wie ich finde. Den Roman könnte ich mir auch nur als Schwarzweißfilm mit verrauchten Bars und Regen vorstellen. Alles in allem ein zu Unrecht vergessener Roman, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Für mich war es einer der eindrücklichsten Romane, die ich seit langem gelesen habe.

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    • 2
  • Die Züge fahren nachts

    Adieu Paris
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    06. September 2015 um 18:48

    Der Algerienkrieg von 1954-1962 - für den deutschen Leser eher eine unbekannte Episode der jüngeren europäischen Geschichte - stellt für Frankreich ein lange verdrängtes nationales Trauma dar.  Erst seit 1999 darf offiziell überhaupt von einem "Krieg" gesprochen werden, zuvor war von innerstaatlichen Unruhen die Rede, da Algerien seit 1830 zum Kernland Frankreichs hinzu gezählt wurde.  Ein unrühmliches Ende der kolonialen Träume Frankreichs, das mit Algeriens Unabhängigkeit endete, zur Vertreibung fast 1 Million Algerienfranzosen und hohen Opferzahlen bei den Algeriern führte.  Es war einer der blutigsten Kolonialkriege mit zahlreichen Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten. Von den Franzosen wird er bis heute weitgehend verdrängt, und zwar nicht nur offiziell, sondern auch im Bewusstsein der Bevölkerung.  Diese Erfahrung mussten bereits während des Krieges die drei Soldaten machen, die mit einer "permission", so der Originaltitel, auf 1956 Heimaturlaub nach Paris fahren, und die wir im Buch begleiten.  Der Offizier Lachaume, der Gefreite Vallette und der Soldat Lasteyrie bilden eine Art repräsentativer Querschnitt. Der Bildungsbürger kehrt zurück in seine kriselnde Ehe, der Kommunist in seine lebhafte Familie und der Lebemann zurück in das Paris der Amüsierbetriebe. Doch so unterschiedlich ihre Herkunft und persönliche Situation auch sein mag, alle drei machen ähnliche Erfahrungen, des Nichtverstandenwerdens, des Verdrängens, des Nichtankommens.  So hat Lachaumes Frau ihn bereits verlassen, die kommunistische Partei, in der Vallette ein Zuhause gefunden hat drischt nichts als Phrasen und verfasst Petitionen.  Alles mündet in Vallettes Aufschrei und Anklage: "Warum habt ihr uns gehen lassen? Warum habt ihr die Züge abfahren lassen? Warum habt ihr uns im Stich gelassen, als wir in den Zügen saßen? Warum? Warum?" Und warum interessiert sich niemand für die Ungeheuerlichkeiten, die sie im Krieg erleben mussten, und die im Roman nur angedeutet werden? Warum werden ihre Ängste nicht wahrgenommen und verdrängt, angesichts der "minimalen Verluste"?  "Die Leute achten nicht auf die Gesichter von Soldaten, sie nehmen nur die Uniform wahr, und auch das nur nebenbei." "Paris liebt Soldaten nur von Weitem, wenn sie brav hinter weißen Absperrungen vorbeimarschieren. Kaum kommen sie näher, sieht es voller Geringschätzung über sie hinweg." Von dieser Erfahrung verstört, irren die drei Soldaten allein oder gemeinsam durch Paris, bis sie wieder zurück müssen. In den Krieg, in das Grauen. "Die Militärzüge fahren spätnachts, lange nach dem letzten Personenzug. Paris versteckt sie." Danle Anselme war selbst nicht im Algerienkrieg, hat aber Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis auf beeindruckende und eindringliche Weise umgesetzt.  Es gelingt ihm gut, die Verzweiflung, die Getriebenheit und Rastlosigkeit der Heimkehrer genauso zu schildern wie das Versagen der unmittelbaren Umgebung und der Gesellschaft.  Das schlägt sich auch nieder im Stil, der nicht immer schön zu lesen ist.  Aber das Buch hat etwas zu sagen, das auch heute noch gilt, angesichts der vielen weltweit ausgetragenen Konflikte, die doch auch weitestgehend verdrängt werden.  Auch wenn mich das Buch nicht durchweg begeistern konnte, sollte man es lesen. Eine durchaus beeindruckende Leseerfahrung.

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  • Adieu Paris

    Adieu Paris
    abetterway

    abetterway

    06. September 2015 um 18:00

    Inhalt: "Paris, Anfang der 50er Jahre - im Strom der Passanten auf der Rue de Rivoli küsst sich ein junges Paar. Diese Szene wird zu einer der berühmtesten Fotografien des 20. Jahrhunderts und weltweit Symbol für die Stadt der Liebe. Nur wenig später beginnt im besetzten Algerien ein Krieg, in dem die Grande Nation bis 1962 eine ganze Generation junger Männer verheizt. In Adieu Paris kehren drei Soldaten über Weihnachten aus diesem Krieg für ein paar Tage auf Urlaub nach Paris zurück. Zunächst geht jeder seiner Wege, doch schon bald sind sie wieder vereint. Mit Familie und Freunden können sie das Erlebte nicht teilen, fremd und fern erscheint ihnen die eigene Stadt. In den Cafés am berühmten Rive Gauche schlagen sie sich die Nächte um die Ohren, suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, dem Schicksal des Krieges zu entgehen - und fügen sich am Ende doch, da niemand von ihrer Bedrängnis Notiz nimmt." Meinung: Ich fand den Schreibstil flüssig und gut, die EReignisse wurden sachlich beschrieben, mit sehr viel Abstand, so konnte ich auch nicht eine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Alles war von einer gewissen Distanz. Krieg ist furchtbar und ich möchte gar nicht wissen was diese jungen Männer alles sehen mussten und ich möchte gar nicht wissen wieviel Schlussendlich ganz heimgekommen sind. Ein Buch, dass man lesen sollte man lesen aber man darf sich glaube ich nicht das große Werk erwarten. Fazit: Ein Buch welches mich nicht emotional erreichen konnte.

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  • Adieu Paris

    Adieu Paris
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    Drei junge Soldaten kehren an Weihnachten 1956 aus dem fernen Krieg in Algerien nach Hause zurück und sind plötzlich Fremde in ihrer Heimat Paris - die erstaunliche Wiederentdeckung eines fast vergessenen Romas aus Frankreich, der mit Melancholie und Augenzwinkern von einer sehr modernen Erfahrung erzählt. Die drei Soldaten, Lachaume, Valette und Lasteyrie kehren an Weihnachten 1956 für zehn Tage Heimaturlaub nach Hause, nach Paris zurück. Sie erfahren schnell eine innere Zerrissenheit, keiner ihrer Familienangehörigen oder Freunde kann nachvollziehen, wie es in ihnen aussieht und was sie wirklich empfinden. Sie wurden ihrer Jugend beraubt und werden zurückgeschickt nach Algerien, in einen Krieg, den sie nicht wollen. Der so sinnlos zu sein scheint. "Paris liebt Soldaten nur von Weitem, wenn sie brav hinter weißen Absperrungen vorbeimaschieren. Kaum kommen sie näher, sieht es voller Geringschätzung über sie hinweg. Keine andere Stadt ist so chauvinistisch und hurrapatriotrisch und zugleich so kultiviert, feinfühlig und auf selbstsüchtige Weise geschmackvoll". Wenn im Innenraum eines Menschen nichts mehr seinen selbstverständlichen Platz hat, die Welt draußen aber weitermacht wie bisher, entsteht das Absurde. In genau diesen Abgrund stürzen die drei Romanhelden bei ihrem Kurzaufenthalt in Paris. Daniel Anselme's Original von Adieu Paris erschien 1957 in Frankreich und wurde kein Erfolg. Im Nachwort dieses Buches ist gut und nachvollziehbar erklärt, warum es damals so gewesen ist. Und es werden im Nachwort viele politische und interessante Hintergründe erwähnt und erklärt, die ich noch nicht wusste und die mich damit sehr bereichert haben. Der flüssige Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, dieser Roman ist mit einer Melancholie versehen, die angenehm ist, nicht schwer und niederdrückend, sondern die durch das Buch fließt und einen einfach mitnimmt. Man hat oberflächlich gesehen das Gefühl, dass in diesem Roman nicht viel passiert. Aber zwischen den Zeilen und beim Nachsinnen über dieses Buch werden einem so viele Dinge klar vor Augen geführt und öffnen einem den Blick für die Dinge, über die man sich vorher nicht wirklich viele Gedanken gemacht hat. Ein sehr interessanter, berührender und anregender Roman, der mir sehr gut gefallen hat und den ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

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    • 3
  • Auf dem Sprung

    Adieu Paris
    TochterAlice

    TochterAlice

    06. September 2015 um 08:15

    Auf dem Sprung sind die drei jungen Männer im Paris der 1950er Jahre, allerdings ist diese vorübergehende Situation keine von ihnen frei gewählte: es sind alles Soldaten, Teilnehmer des Algerienkrieges, eines Feldzuges, der nicht einmal eine ganze Generation nach Ende des 2 Weltkriegs eine Nation, die gerade dabei ist, sich zu berappeln, nachhaltig schwächt. Sie haben schon viel gesehen, die drei Jungs - denn das sind sie eigentlich noch: Lachaume, Lasteyrie und Valette, die (fast) ausschließlich beim Nachnamen genannt werden, wie es eben so die Art ist bei Rekruten. Es sind Menschen aus vollkommen unterschiedlichen Kreisen, mit unterschiedlichen Lebensbedingungen. Lachaume, etwas älter und erfahrener als die anderen, ist bereits verheiratet, eine Ehe, die nun - offenbar aufgrund der Kriegssituation - am Ende scheint. Valette kommt aus einer Arbeiterfamilie, die die Kommunisten unterstützt und untereinander eng zusammenhält und Lasteyrie - ja, über ihn erfahren wir am wenigsten, er verkörpert am stärksten von den Dreien das Suchende, gewissermaßen auch unverbindliche. Ein Roman mit einer Botschaft, der aber genauso sehr von der Stimmung lebt: den Schwingungen der drei Männer untereinander sowie ihrer Kommunikation mit der Außenwelt, den Nichtsoldaten, den Zivilisten aller Art, aber auch von der Atmosphäre in Paris, der Stadt, die den Rahmen des Geschehens bildet. Und es wirkt ausgesprochen authentisch, nicht zuletzt dadurch, dass dieser Roman das Werk eines Zeitzeugen ist: Daniel Anselme schrieb ihn bereits 1957, erst jetzt wurde er ins Deutsche übersetzt. Dadurch ist sein Vorteil, absolut realistisch zu sein, möglicherweise auch der Nachteil des Buches für heutige Leser: es ist eine Botschaft aus einer anderen, einer vergangenen Welt, auch wenn viele Erkenntnisse und Bemerkungen auch heute noch aktuell und übertragbar auch auf heutige Gegebenheiten sind. Doch Anselmes Appell richtete sich konkret an die damalige Gesellschaft, es war auch eine Stellungnahme, eine, die sich ganz klar gegen den Krieg richtete. Die Zerissenheit, die Planlosigkeit der jungen Männer bildet aus meiner Sicht eine vortreffliche Parallele zur Sinnlosigkeit des Krieges. Doch es ist gut nachvollziehbar, dass Anselme damit nicht den Nerv eines jeden Lesers der heutigen Zeit trifft, zumal eine gewisse Unverbindlichkeit, die möglicherweise nicht für jeden gut zu ertragen ist, aus seinen Worten spricht. Auf jeden Fall ein besonderes Buch, das Beachtung verdient hat!

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  • "Unsere gesamte Jugend, unser gesamtes Leben ist hin" (S. 115)

    Adieu Paris
    leselea

    leselea

    „Nein, mein Lieber“, sagte er, „da mach dir besser keine Hoffnung. Du bist als Soldat geboren und wirst es dein Leben lang bleiben. Genau wie ich. Wie Lasteyrie. Wie unsere ganze Generation." (S. 156) Drei Soldaten kehren über Weihnachten 1956 aus dem Algerienkrieg zurück – aus einem Krieg, den es offiziell gar nicht gibt. Der intellektuelle Lachaume, das Arbeiterkind Valette und der draufgängerische Lasteyrie könnten unterschiedlicher nicht sein, doch die Kriegserfahrung schweißt sie zusammen. Verzweifelt und orientierungslos müssen sie feststellen, dass sie mit Freunden und Familie über das Erlebte nicht sprechen können, dass ihre Heimat Paris für sie fremd geworden und dass ihr Leben vor dem Krieg unwiderruflich verlorengegangen ist. Auf je eigene Weise verstand ein jeder am Tisch, dass das Gespenst des Krieges das Zimmer betreten hatte und in seiner Gegenwart jede Geste ungehörig war, sei sie auch noch so banal und berechtigt, wie etwa der Griff nach dem Brot. (S. 109f.) Daniel Anselmes Roman Adieu Paris wurde bereits 1957 veröffentlich, also noch während des Algerienkrieges. Schnell verschwand das Buch aber in der Schublade: Frankreich wollte nichts von traumatisierten Soldaten lesen, die in einem Krieg kämpften, der von Regierung und Presse nur als „Konflikt“ oder „Ereignis“ bezeichnet wurde und der bis heute nicht völlig von der französischen Gesellschaft aufgearbeitet ist. 2015 publiziert der Arche-Verlag nun die vom Deutschen Übersetzungsfonds geförderte Übersetzung durch Julia Schoch, die der eigentlichen Geschichte auch ein in meinen Augen sehr gelungenes und eindringliches Nachwort hinzufügt. Daniel Anselme schildert die Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit der jungen Soldaten. Einmal in Paris angekommen, machen sie schnell die Erfahrung, dass die herbeigesehnte Normalität eine Illusion bleibt. Sie können die Erlebnisse in Algerien nicht vergessen. So taumeln sie durch Paris, in dem sie sich plötzlich fremd fühlen; sie suchen nach dem Boden unter ihren Füßen, nach Halt, doch sie suchen ihn vergebens. Denn schnell wird ihnen bewusst, dass sie von der französischen Gesellschaft keine Hilfe erwarten können: Wenn der Krieg nicht gerade in Gesprächen übergangen oder kleingeredet wird, sind die einzigen Lösungsvorschläge Diskussionen und Unterschriftaktionen. Doch dieser Krieg, das wissen die Soldaten genau, kann nicht weggeredet, nicht wegunterschrieben werden. Die Sprachlosigkeit von Lachaume, Valette und Lasteyrie ist ein weiteres großes Thema dieser Geschichte. Sie sind nicht in der Lage, das Erlebte ihren Freunden und Familien gegenüber angemessen zu formulieren, sie können nicht erzählen, was da „unten“ passiert. Hilflos flüchten sie sich in Gespräche ohne Sinn, deren Motivation für den Leser im Dunkeln bleibt, die schnell wieder abbrechen oder in Aggression und Trauer umschlagen. Viele Szenen erscheinen surreal, traumhaft, werden für den Leser nicht greifbar. Doch das ist gewollt: Die Kriegserfahrungen trennen die Soldaten nicht nur von ihren Mitmenschen, sondern auch von uns Lesern. Wir können nicht nachvollziehen, was in ihren Köpfen vorgeht; ihre Gespräche ergeben für uns keinen Sinn, weil wir die Hintergründe, auf denen sie entstehen, nicht durchschauen. Daniel Anselme stellt die Zerrissenheit der Soldaten, die Verlorenheit einer ganzen Generation in starken, eindringlichen Bildern dar. Immer wieder stolperte ich beim Lesen über Zitate, die mich zutiefst bewegten und mir die Konsequenzen dieses Kampfes für Seele und Geist drastisch vorführten. Anselmes Stil ist bisweilen holprig und schleppend, entwickelte sich für mich aber zu einem ganz eigenen Sound. Sein Erzählton ist distanziert: Wir wissen nicht, was genau die Soldaten in Algerien erleben, wir können nicht in ihre Seelen blicken – doch damit verdeutlicht der Autor nur einmal mehr, dass das Lesen über einen Krieg nicht mit dem Erleben desselben zu vergleichen ist. Wir können diesen jungen Menschen nicht nahekommen! Paris liebt Soldaten nur von Weitem, wenn sie brav hinter weißen Absperrungen vorbeimarschieren. Kaum kommen sie näher, sieht es voller Geringschätzung über sie hinweg. (S. 154) Für mich ist Adieu Paris wieder eine dieser Perlen, die ich ohne Lovelybooks nicht entdeckt hätte. Ein Buch, das informiert, bewegt und zum Nachdenken anregt. Besonders beim Lesen des Nachworts war ich erschüttert, wie wenig ich über den Algerienkrieg weiß und wusste – und das, obwohl ich ein deutsch-französisches Abitur gemacht habe und bilinguale Geschichtsunterricht hatte. Adieu Paris ist meiner Meinung nach eine mehr als geeignete Schullektüre und ich wünsche dem Buch in seiner Neuauflage den Erfolg, der ihm 1957 und darüber hinaus verweigert wurde.

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  • Der Krieg, die Frauen und Paris

    Adieu Paris
    Himmelfarb

    Himmelfarb

    04. September 2015 um 12:12

    "Adieu Paris" ist der erste Roman von Daniel Rabinovitch, der sich als Mitglied der französischen Résistance den Namen Anselme gab und diesen dann behielt, einem 1927 geborenen französischen Journalisten, der sich mit diesem Werk 1957 gegen den Algerienkrieg positionierte. Der schmale Roman erzählt von drei Soldaten- Lachaume, Valette und Lasteyrie - die auf Urlaub in ihre Stadt, Paris, zurückkommen und feststellen, dass sie, aufgrund ihrer Kriegserfahrungen, nicht mehr an ihr altes Leben andocken können. Nun ist es mit der Kritik an Antikriegsromanen, wie mit der Meinung zur israelischen Politik:  Sagt man etwas Negatives, ist man Antisemit. Wenn ich nicht in allgemeine Begeisterungsstürme über diesen Roman ausbreche, bin ich dann für den Krieg? Verstehe ich die Didaktik der Literatur vergangener Zeiten nicht? Bin ich ein Literatur - Banause? Es ehrt Anselme posthum, dass er den Versuch wagte, den Soldaten dieses verschwiegenen Krieges in Algerien, eine Stimme zu geben. Ein großes Kompliment geht ebenfalls an Julia Schoch, für ihre einfühlsame Übersetzung. Bis heute wissen wir über den Krieg in Algerien sehr wenig, und Anselme liefert dem Leser auch keine Erklärung, was daran liegen mag, dass "Adieu Paris" bereits 1957 erschien, der Krieg aber erst 1962 offiziell beendet war. Vielleicht war es Anselmes Absicht, den Algerienkrieg nur stellvertretend für alle Kriege zu thematisieren, denn die Entfremdung von Familie, das Verlorensein in einer Gesellschaft, wenn man Dinge erlebt hat, die man nicht mitteilen kann, die daraus resultierende Traumatisierung, ist sicher in allen Kriegen gleich. Trotzdem berührt mich das Ganze seltsamerweise nicht, bekomme ich keinen Zugang zu den Protagonisten. Es gibt etliche Stellen, die großartig erzählt sind, wie die Begegnung Lachaumes mit seinem Jugendfreund, dem Arzt Thevenin, der seinen Militärdienst vor dem Staatsexamen abgeleistet hat, und nun, als praktizierender Mediziner, offenbar nicht eingezogen werden kann. Stellvertretend für alle, die dieser Krieg eigentlich nichts angeht, wird Thevenin beschrieben:"Der Gedanke jedoch, dass dieses Unglück, auf die eine oder andere Weise auch ihn ereilen könnte, streifte ihn nicht mal. Der Algerienkrieg war den unter Dreißigjährigen vorbehalten wie die Staublunge den Bergleuten; gegen beides war Thevenin gefeit." Oder auch der Abschied der Drei am Ende des Romans. Dennoch bleiben Handlung und Personen seltsam distanziert und es fehlt mir die wirkliche Tiefe. Ich frage mich, wie der Leser diesen Roman in seinem Erscheinungsjahr aufgenommen hat? Wir heutigen Leser wissen zumindest, wie der verdrängte Algerienkrieg die französische Realität bis in die Gegenwart hinein beeinflusst, und können so das Geschriebene abstrahieren. Daß die Grande Nation Anselmes Werk 1957 die kalte Schulter zeigte, liegt auf der Hand. Im Zweiten Weltkrieg auf der Seite der Sieger, wollten die Franzosen, ähnlich den Amerikanern mit den Kriegen in Korea und Vietnam, sich nicht als Versager, bzw. Verantwortliche für Kriegsleid auf beiden Seiten, sehen. Sicher wollte Anselme, der ehemalige Résistance Kämpfer, der abtrünnige Kommunist, wie wir aus dem hervorragenden Nachwort von Julia Schoch erfahren, seine Landsleute mit diesem Roman aufrütteln. Bei mir, dem aktuellen Leser, kommt diese Botschaft nicht mehr an, da ich per se Pazifist bin, und bessere Romane zu diesem Thema gelesen habe. Man denke nur an die Trilogie von Pat Barker über die Verheerungen, die der 1. Weltkrieg in den Soldaten angerichtet hat. Zuletzt beschäftigt mich die fragwürdige Rolle der Frauen in diesem Roman. Nun gut, ich kann von einem Haudegen von Mann, wie es Daniel Anselme gewesen zu sein scheint, im Jahr '57 vielleicht keine einfühlsamen Frauenporträts erwarten, aber, selbst der alte Macho Hemingway hat mir bessere weibliche Protagonisten beschert! Was Anselme an weiblichen Figuren auftreten läßt, ist traurig: Die Ehefrau, die den tapferen Soldaten verlässt; die deutsche (!) Hure mit Herz; die Heimchen am Herd der Familie Valette und die kommunistisch- blaustrümpfige Schwester... Den von den anderen Rezensenten hervorgehobenen Aufschrei, als Anklage an die Gesellschaft:"Warum habt ihr nichts getan? Warum habt ihr das zugelassen?", reicht mir aus aktueller Sicht nicht, ist nicht überzeugend, weil zu passiv. Ich hätte mir ein Aufbegehren der Romanfiguren gewünscht, denn im Gegensatz zum wahren Leben, ist in Romanen alles erlaubt!

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  • Paris, Frankreich, Algerienkrieg

    Adieu Paris
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    04. September 2015 um 11:27

    Daniel Anselme beschrieb bereits 1957 wie drei junge Soldaten aus dem Algerienkrieg heimkehren nach Paris um dort Weihnachten zu feiern. Anselme war offensichtlicher Gegner dieses Krieges, aus welchem Anlass dieses Buch erschien. Die 200 Seiten dieses dünnen Büchleins sind durchzogen von einer andauernden Melancholie, Wehmut und Tristesse, die für mich ein typisch französisches Werk ausmachen. Während des Lesens hat mich das Buch nicht überzeugt, ich konnte mit den Charakteren nicht sehr viel anfangen, sie waren mir zu fern, zu distanziert. Doch nach dem letzten Kapitel gibt es ein Nachwort, das ich für lesenswert erachte und das mir einiges noch mal näher gebracht hat. Im Nachhinein betrachtet muss ich dem Buch einfach doch 4 Sterne geben, da es erst mal eine Weile wirken musste und ein so wichtiges Zeugnis seiner Zeit ist. Wer Trivial- und Unterhaltungsliteratur schätzt, lässt am besten die Finger von diesem Buch.

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  • Film noir

    Adieu Paris
    Leseratz_8

    Leseratz_8

    Klappentext: "Drei junge Soldaten kehren an Weihnachten 1956 aus dem fernen Krieg in Algerien nach Hause zurück und sind plötzlich Fremde in ihrer Heimat Paris - die erstaunliche Wiederentdeckung eines fast vergessenen Romans aus Frankreich, der mit Melancholie und Augenzwinkern von einer sehr modernen Erfahrung erzählt." "Selten hat mich ein Buch auf so verzweifelt-poetische Weise die Atmosphäre im Paris der fünfziger Jahre empfinden lassen - eine Perle abseits der großen Klassiker" Julia Schoch (Übersetzerin) Was kann ich über diesen 188 Seiten Roman sagen... er ist kurz und das ist auch gut so. Ja, Kriege sind furchtbar, junge Männer sterben für sinnlose Ideale oder in diesem Fall für eine längst überholte Kolonialpolitik. Ja, die Situation der Männer ist ausweglos und sie haben keine Möglichkeit sich zur Wehr zu setzen. Der Wehrdienst schickt sie fort und ihre Heimat wendet sich ab. All dies ist richtig und allen halbwegs denkenden Menschen klar. Der Autor beschreibt diese Situation und er beschreibt sie gut. Die Männer kommen nach Hause, der Eine von seiner Frau verlassen, doch er sucht keine Lösung oder beendet die Ehe, sondern zieht in ein Hotel und trinkt sich durch den Roman. Ein Anderer, aus der sozialistischen Vorstadt, gefangen in seinen Zwängen und ebenso unzufrieden. Was will der Dritte... eine Frau für ein oder zwei Nächte und das Vergessen. Beim Lesen kann man der Melancholie verfallen oder so wie ich, sich maßlos aufregen... Denn was nützt eine Zustandsbeschreibung ohne Lösungsansätze, was hilft es den Soldaten, wenn es nichts und niemanden gibt, der in der Heimat für Veränderungen sorgen möchte. Nichts, gar nichts! Und genau das stört mich an diesem Roman massiv. Keine Ideen zur Veränderung einer Situation, nicht mal ein Versuch sich den Menschen mitzuteilen. 188 Seiten Wut, Trauer, Verzweiflung, Sprachlosigkeit und am Ende zurück in den Krieg. Leider sind mir die Protagonisten sehr fern geblieben, ich kann keine Emphatie für sie aufbringen und so animiert der Roman mich auch nicht dazu, mich mit den aktuellen Krisenherden zu beschäftigen und zu überlegen, welche Möglichkeiten der Einzelne hat, um solchen Irrsinn zu beenden oder zumindest zu lindern. Wie man liest, hat mich der Autor nicht erreicht, und ich kann auch verstehen, warum es in den Katakomben der Literatur verschwunden ist. Für mich leider keine verlorene Perle... Der Roman ist leicht zu lesen, stilistisch nichts besonderes oder außergewöhnliches. Das im Klappentext beschriebene Augenzwinkern ist mir offensichtlich auch entgangen. Ich möchte keine Leseempfehlung aussprechen, vielleicht sollte man Fan von Film noir sein, um hier auf seine Kosten zu kommen.

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