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Daniel BühlingDas 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
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Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
Daniel BühlingDas 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen
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Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen
Daniel BühlingSchöpfer-Ich
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Schöpfer-Ich
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Erschienen am 09.09.2013

Neue Rezensionen zu Daniel Bühling

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen" von Daniel Bühling

Dieses Buch "ist keine Abrechnung mit der katholischen Kirche". Tatsächlich nicht?
R_Mantheyvor 3 Jahren

Dass dieses Buch nicht als Abrechnung mit der katholischen Kirche gedacht ist, steht auf der ersten Seite des Vorworts. Das Cover zeigt den Autor mit Hemd und Pullunder verkleidet, wie er den Zeigefinger zum Zeichen des Schweigens vor seinen Mund hält. Pullunderträger, so lernt man später im Text, sind die Erzkonservativen in der katholischen Kirche. Dazu zählte sich der Autor nie. Inzwischen ist er aus der Kirche ausgetreten. Er schweigt auch nicht, sondern erzählt seine Erlebnisse aus der katholischen Priesterausbildung für "Spätberufene".

Doch wie kann er glauben, dass seine Schilderungen keine Abrechnung mit der katholischen Kirche seien? Schon allein die Aufmachung sagt genau das Gegenteil.

Bühlings Lebensweg, so wie er im Buch von ihm geschildert wird, ist von Anbeginn schwierig. Er wuchs in einem kleinen Dorf auf. Seine Eltern wurden früh geschieden, die Familienverhältnisse ließen eine glückliche Kindheit nicht zu. Mit einem guten Hauptschulabschluss begann er eine Lehre als Koch, die er allerdings früh aufgab. Anschließend vollendete er eine Lehre in einem Baumarkt, doch gesundheitliche Probleme verhinderten hier eine weitere Karriere. In der folgenden deprimierenden Phase der Arbeitslosigkeit begleitete er einmal seine Großmutter in die Kirche. Dort kam ihm dann plötzlich der Gedanke, dass er unbedingt Priester werden will.

Man stockt an dieser Stelle beim Lesen, weil man ein gewisses Unbehagen bei der Glaubwürdigkeit dieser Entscheidung spürt. Abgesehen von der Plötzlichkeit seiner Eingebung weiß Bühling zu diesem Zeitpunkt nämlich bereits, dass er schwul ist.

Und damit gelangt man an den Punkt, der dieses Buch etwas schwierig macht. Der Autor macht für einen Teil seiner Probleme die katholische Kirche verantwortlich. Es liegt mir fern, hier für eine Kirche einzutreten, der ich weder angehöre, noch deren Ansichten ich in jeder Beziehung teilen kann. Wenn man aber in eine Organisation eintritt, deren Regeln man kennt und von denen man wissen muss, dass man sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht einhalten kann, dann ist man entweder naiv oder nicht ehrlich. Wenigstens zu sich selbst nicht.

Auf einem ganz anderen Blatt steht, ob man diese Regeln für richtig und gut befindet oder eben nicht. Leider vermischt der Autor diese beiden Probleme miteinander. Immerhin aber hat Bühling am Ende doch noch die Kraft gefunden, seinen Irrweg zu beenden. Er hätte es dabei belassen können, schrieb aber stattdessen dieses Buch, von dem er behauptet, es sei keine Abrechnung mit seiner ehemaligen Kirche. Das wiederum ist wieder nicht ehrlich, denn natürlich ist der Text genau das, was er angeblich nicht sein soll. Er führt seinen Lesern die ganze Zerrissenheit und die fehlende Wahrhaftigkeit der Institution Kirche vor Augen, eben so, wie sie Bühling in seiner hoffnungsvollen Sehnsucht nach einem Zuhause frustriert und enttäuscht zurückließ.

Für den unbefangenen Leser sind Bühlings Schilderungen aus den Priesterseminaren ein (natürlich subjektiv eingefärbter, aber sicherlich letztlich doch ehrlicher) Blick hinter die Kulissen, wie man ihn sonst eben nicht erhält. Dabei wird offenbar, dass die katholische Kirche an ihren eigenen moralischen Ansprüchen scheitert. Nach Bühlings Einlassungen muss man davon ausgehen, dass wenigstens ein Fünftel der katholischen Priester schwul ist. Und das, obwohl die Kirche Homosexualität ablehnt. Der zunehmende Priestermangel, so liest man, zwinge die katholische Obrigkeit, über diesen offensichtlichen Widerspruch nicht nur hinwegzusehen. Vielmehr neige sie sogar dazu, diesen Widerspruch zu vertuschen und die Homosexualität ihrer Priester irgendwie zu managen. Auch dem Autor wurden entsprechende Vorschläge gemacht.

Ganz abgesehen von diesem Hauptthema des Buches drehen sich Bühlings Schilderungen auch noch um die erzkonservative Strömung in der katholischen Kirche, der sich vor allem junge Priester anschließen, und etwas am Rande um gewisse fürstliche Verhaltensweisen mancher deutscher Bischöfe.

Das Buch liest sich leicht, zumal es sich immer nahe an der Lebensreise des Autors orientiert und kaum tiefer geht. Dass es Bühling mit seiner eigenen Wahrhaftigkeit nicht immer so genau genommen hat, kann man ihm nachsehen, denn wahrscheinlich hat er das nicht einmal bemerkt. Die Sterne gibt es für die interessanten Einblicke in eine sonst geschlossene Gesellschaft.

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MissStrawberrys avatar

Rezension zu "Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar" von Daniel Bühling

Eine Gratwanderung: Wahrheit oder Abrechung
MissStrawberryvor 5 Jahren

Es fällt mir außerordentlich schwer, dieses Buch zu bewerten, obwohl ich es jetzt länger hab sacken lassen.

Solche Themen sind immer schwierig zu behandeln. Es gibt Verfechter und Gegner, neutrale Berichte kann es bei diesen Dingen nie wirklich geben, denn jeder hat irgendeine Tendenz zu einer Richtung.

Bei der katholischen Kirche ist es besonders schlimm. Wer mit all den Ritualen und Regeln dieser Kirche aufgewachsen ist, dem mag das alles nicht so schlimm vorkommen. Für mich aber, die ich Protestant bin, sind viele dieser Dinge schlicht und ergreifend Horror. Mir will es nicht in den Kopf, dass ein katholischer Priester ein Neutrum werden soll und muss, dann aber Ehepaare "beraten" will. Kann er doch gar nicht - er hat weder eine Ahnung von Sex noch von Beziehung und schon gar nicht von Familie. Da fängt es schon mal an und endet beim Prunk der Kirchen und Altersruhesitze (ist ja jetzt besonders aktuell). Mir will das alles einfach nicht plausibel werden.

Und da ist Aniel Bühling keine echte Ausnahme. Er schreibt sehr gut über das Priesterseminar, erzählt von Dingen, die mir so nicht wirklich bewusst waren. Aber er lässt mich auch staunend über ihn zurück - acht Jahre sind eine lange Zeit ....

Gut finde ich aber, dass er trotz aller Widrigkeiten, die besonders ihn betreffen (die katholische Kirche verteufelt Homosexualität, aber nicht wenige Priester sind homosexuell und leben es auch aus - was mich nicht wundert), seinen Weg am Ende doch noch gefunden hat, er an seinem Glauben trotz allem festhalten kann und er nun seine eigene Alternative (freier Theologe) gefunden hat. Für mich ist das wahrer Glaube und das dafür Kämpfen sehr löblich. Kein Gott kann so tyrannisch und falsch sein, wie es gerade die katholische Kirche immer wieder gern hätte.

Ich merke, ich steigere mich wieder in das Thema, ich werde wütend und ich fühle mich hilflos. Insofern ist Daniels Geschichte noch wichtiger und wertvoller. Aber dennoch: ACHT JAHRE ....

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merlin78s avatar


Ein Aussteiger aus der katholischen Kirche berichtet über seinen Weg, seine Erfahrungen und seine Beweggründe. Ist es eine Abrechnung oder einfach nur die Verarbeitung von Bühlings Lebensweg? 

Die Erzählung, aus Sicht von Daniel Bühling beschrieben, beginnt mit der Kindheit und macht deutlich unter welchen Umständen er aufgewachsen ist. Scheidung der Eltern und nur mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche, schafft er es nicht, seinem Leben die richtige Wendung zu geben. Immer wieder muss er sich eingestehen, dass seine Berufswahl nicht seins ist und er sucht Zuwendung in der Kirche. Auch seine sexuelle Orientierung ist dabei nicht außer acht zu lassen, denn er ist schwul, behält dies aber lieber unter Verschluss. Dann sieht Bühling im Priesteramt seine Zukunft und beginnt, seiner Zukunft neuen Raum zu schaffen. 

Bühling beginnt seine Ausbildung als Priester und berichtet von seinen Erfahrungen, die ihn während dessen begleitet haben. Dabei steht das Thema "Homosexualität" im Mittelpunkt der Erzählung, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Er schildert dem Leser, wie viele seiner Kollegen die gleichen Vorzüge genießen und im Priesteramt ihre Berufung gefunden haben. Der Zwiespalt, dass die katholische Kirche Homosexualität ablehnt, wird hingenommen und es scheint so, als sei es fast normal. Zum Schluss hin berichtet er dann von seinem Entschluss, die Kirche zu verlassen und sein Amt aufzugeben. Und welche Konsequenzen sein Handeln mit sich bringt. 

Fazit: Sicherlich schildert Herr Bühling in seinem Werk "Das 11.Gebot – Du sollst nicht darüber sprechen" einige schockierende Details über die wahre sexuelle Gesinnung seiner Kollegen und über die konservativen Einstellungen der katholischen Kirche. Doch wahre Geheimnisse hat er mit seinem Buch nicht aufgedeckt. Dass viele Priester schwul sind, weiß der Leser auch schon vor dem Lesen des Werkes und die Denkweisen der Kirche gegenüber Frauen und dem Zölibat sind auch keine neuen Erkenntnisse. Deshalb scheint dieses Buch tatsächlich eher eine Abrechnung Bühlings mit der Kirche zu sein, die in diesem Werk nicht besonders gut weg kommt. Die subjektiven Erfahrungen fließen natürlich in die Schilderungen ein und erzeugen ein negatives Gesamtbild. Einzig die abschließenden Erfahrungen, nach dem Austritt aus der Kirche, wirken aufrichtig und erzeugen einen versöhnlichen Eindruck vom Gelesenen. Mit welchen Sorgen und Ängsten er dann zu tun bekommt und wie seine Familie auf seine Entscheidung reagiert, ist das wahre Highlight des Buches.  

Von daher kann ich dem Werk leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.  

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