Daniel Bühling , Felicia Englmann Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar

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Inhaltsangabe zu „Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar“ von Daniel Bühling

Ein idealistischer junger Katholik beschließt Priester zu werden und hat keine Ahnung, was ihn bei dieser Ausbildung erwartet: eine Welt voll Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Bühling berichtet von der Parallelwelt des Priesterseminars, in der Homosexualität unterdrückt ausgelebt wird und wo Psychosen und Wahnvorstellungen, Tabletten- und Alkoholmissbrauch an der Tagesordnung sind. Warum scheinen sich gerade in der Kirche Missbrauchsfälle überdurchschnittlich zu häufen? Warum hat die katholische Kirche ausgerechnet auf Homosexuelle eine enorme Anziehungskraft? Und warum ist eine große Anzahl von Priestern psychisch labil und suchtgefährdet, wo doch gerade diese Menschen eine Stütze für andere sein sollen? Daniel Bühling hat den Mut, erstmalig aus dem Innersten der katholischen Kirche zu berichten. Und scheut sich dabei nicht, offen kritische Fragen zu stellen und diese aus seiner Erfahrung im Priesterseminar auch zu beantworten.

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    Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
    merlin78

    merlin78

    Ein Aussteiger aus der katholischen Kirche berichtet über seinen Weg, seine Erfahrungen und seine Beweggründe. Ist es eine Abrechnung oder einfach nur die Verarbeitung von Bühlings Lebensweg?  Die Erzählung, aus Sicht von Daniel Bühling beschrieben, beginnt mit der Kindheit und macht deutlich unter welchen Umständen er aufgewachsen ist. Scheidung der Eltern und nur mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche, schafft er es nicht, seinem Leben die richtige Wendung zu geben. Immer wieder muss er sich eingestehen, dass seine Berufswahl nicht seins ist und er sucht Zuwendung in der Kirche. Auch seine sexuelle Orientierung ist dabei nicht außer acht zu lassen, denn er ist schwul, behält dies aber lieber unter Verschluss. Dann sieht Bühling im Priesteramt seine Zukunft und beginnt, seiner Zukunft neuen Raum zu schaffen.  Bühling beginnt seine Ausbildung als Priester und berichtet von seinen Erfahrungen, die ihn während dessen begleitet haben. Dabei steht das Thema "Homosexualität" im Mittelpunkt der Erzählung, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Er schildert dem Leser, wie viele seiner Kollegen die gleichen Vorzüge genießen und im Priesteramt ihre Berufung gefunden haben. Der Zwiespalt, dass die katholische Kirche Homosexualität ablehnt, wird hingenommen und es scheint so, als sei es fast normal. Zum Schluss hin berichtet er dann von seinem Entschluss, die Kirche zu verlassen und sein Amt aufzugeben. Und welche Konsequenzen sein Handeln mit sich bringt.  Fazit: Sicherlich schildert Herr Bühling in seinem Werk "Das 11.Gebot – Du sollst nicht darüber sprechen" einige schockierende Details über die wahre sexuelle Gesinnung seiner Kollegen und über die konservativen Einstellungen der katholischen Kirche. Doch wahre Geheimnisse hat er mit seinem Buch nicht aufgedeckt. Dass viele Priester schwul sind, weiß der Leser auch schon vor dem Lesen des Werkes und die Denkweisen der Kirche gegenüber Frauen und dem Zölibat sind auch keine neuen Erkenntnisse. Deshalb scheint dieses Buch tatsächlich eher eine Abrechnung Bühlings mit der Kirche zu sein, die in diesem Werk nicht besonders gut weg kommt. Die subjektiven Erfahrungen fließen natürlich in die Schilderungen ein und erzeugen ein negatives Gesamtbild. Einzig die abschließenden Erfahrungen, nach dem Austritt aus der Kirche, wirken aufrichtig und erzeugen einen versöhnlichen Eindruck vom Gelesenen. Mit welchen Sorgen und Ängsten er dann zu tun bekommt und wie seine Familie auf seine Entscheidung reagiert, ist das wahre Highlight des Buches.   Von daher kann ich dem Werk leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.  

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    • 3
    merlin78

    merlin78

    17. February 2014 um 18:31
    siebenundsiebzig schreibt Eine sehr aufschlußreiche Rezi. Interessant und ausgezeichnet geschrieben.

    Vielen Dank für das Lob :)

  • Eine Gratwanderung: Wahrheit oder Abrechung

    Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
    MissStrawberry

    MissStrawberry

    09. February 2014 um 12:01

    Es fällt mir außerordentlich schwer, dieses Buch zu bewerten, obwohl ich es jetzt länger hab sacken lassen. Solche Themen sind immer schwierig zu behandeln. Es gibt Verfechter und Gegner, neutrale Berichte kann es bei diesen Dingen nie wirklich geben, denn jeder hat irgendeine Tendenz zu einer Richtung. Bei der katholischen Kirche ist es besonders schlimm. Wer mit all den Ritualen und Regeln dieser Kirche aufgewachsen ist, dem mag das alles nicht so schlimm vorkommen. Für mich aber, die ich Protestant bin, sind viele dieser Dinge schlicht und ergreifend Horror. Mir will es nicht in den Kopf, dass ein katholischer Priester ein Neutrum werden soll und muss, dann aber Ehepaare "beraten" will. Kann er doch gar nicht - er hat weder eine Ahnung von Sex noch von Beziehung und schon gar nicht von Familie. Da fängt es schon mal an und endet beim Prunk der Kirchen und Altersruhesitze (ist ja jetzt besonders aktuell). Mir will das alles einfach nicht plausibel werden. Und da ist Aniel Bühling keine echte Ausnahme. Er schreibt sehr gut über das Priesterseminar, erzählt von Dingen, die mir so nicht wirklich bewusst waren. Aber er lässt mich auch staunend über ihn zurück - acht Jahre sind eine lange Zeit .... Gut finde ich aber, dass er trotz aller Widrigkeiten, die besonders ihn betreffen (die katholische Kirche verteufelt Homosexualität, aber nicht wenige Priester sind homosexuell und leben es auch aus - was mich nicht wundert), seinen Weg am Ende doch noch gefunden hat, er an seinem Glauben trotz allem festhalten kann und er nun seine eigene Alternative (freier Theologe) gefunden hat. Für mich ist das wahrer Glaube und das dafür Kämpfen sehr löblich. Kein Gott kann so tyrannisch und falsch sein, wie es gerade die katholische Kirche immer wieder gern hätte. Ich merke, ich steigere mich wieder in das Thema, ich werde wütend und ich fühle mich hilflos. Insofern ist Daniels Geschichte noch wichtiger und wertvoller. Aber dennoch: ACHT JAHRE ....

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  • Ein Beinahe-Priester schafft den Ausstieg

    Das 11. Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen: Dunkle Wahrheiten über das Priesterseminar
    HUlrich

    HUlrich

    16. November 2013 um 14:26

    Eigentlich ist es ja nicht neu, was der Autor uns da kundtut. Daß Priester schwul sind, nicht alle, aber sehr viele - herrje, das wissen wir doch längst. Bei uns in Bonn gab es zu meiner Studentenzeit in den 90ern einen Club, da traf sich u.a. die schwule Studentenschaft. Ganz harmlos, da wurde geflirtet, ein wenig getanzt und man lernte sich kennen. Mehr nicht. Und dann gab es den Donnerstag, an dem Tag trafen sich die schwulen Theologiestudenten beider Konfessionen. Wenn man da eine Zeitlang verkehrte, dann wußte man auch, daß sich dort im Lauf der Zeit genug Priester, auch aus der Diözese Aachen bis rüber nach Limburg, Köln sowieso, trafen, mit denen man eine Große Messe mit Chor und Orchester hätte veranstalten können. Auch der Redakteur einer Bistumszeitung war gelegentlich Gast. Schlimm war es, die Angst derjenigen zu spüren, ihre Verklemmtheit und Sorge, doch entdeckt zu werden. Und ihre Schuld, wenn sie denn mal Sex gehabt hatten, der ja laut ihrer verquasten Lehre nur zur Fortpflanzung diesen sollte. Diese persönliche Not der Kommilitonen, ihr Wunsch, einen Freund zu haben, einen Partner, aber dem nicht nachgeben zu dürfen, weil es ja nicht der Lehre entsprach. Damals hatte ich Mitleid mit diesen Studenten. Das hat sich geändert, ich empfinde eigentlich nur noch Ekel und Abscheu gegenüber der katholischen Kirche, die ihre "Diener" wider besseres Wissen in dieses Verhalten zwingt. Aber es gehören immer zwei dazu, auch diejenigen, die sich zwingen lassen. Für manche ist es ja das Größte, wenn sie sich diesem ganzen Brimborium mit ihren Röckchen und Weihrauchschwenkern hingeben dürfen. Homosexualität ist eine natürliche Form der menschlichen Sexualität, man kann damit wunderbar leben und eine stabile Beziehung samt Familie haben. Wenn dann wie in dem Buch besprochen, in Priesterseminaren und auch anderswo, sog. Psychotherapien die "Betroffenen" zu "heilen" suchen, dmait aus ihnen Priester werden können - dann ist das zutiefst abzulehnen, denn es ist eine Vergewaltigung des Menschen, der da "behandelt" wird. Und es ist auch nicht einzusehen, warum ein schwuler Mann nicht glücklich mit seinem Partner zusammenleben kann und gleiczeitig Priester sein kann. Katholische Priester sind in meinen Augen seelisch gestörte Menschen, denen das Glück stabiler und glücklicher Beziehungen versagt wird. Egal ob homo- oder heterosexuell. Es ist dem Autor hoch anzurechnen, daß er rechtzeitig den Ausstieg aus dieser kaputten Szene geschafft hat. Wenn die Kirche sich so schwer damit tut, das letztendlich Selbstverständliche anzuerkennen, nämlich daß Menschen sind wie sie sind und auch als Schwule im gegenseitigem Respekt, dem Geben und Nehmen einer Partnerschaft leben wollen, in der sie Bestätigung erfahren, dann ist das auf eins zurückzuführen, eine zutiefst unchristliche Empfindung: Blanker Neid! Wenn man nämlich im Alter erkennen muß, daß man vor einem persönlichen Scherbenhaufen steht, dann ist das bitter. Man denke an den vormaligen Kardinal und Erzbischof von Edinburgh, der wie nur wenige gegen Schwule hetzte, bis er von seinem langjährigen Partner, ebenfalls Priester, und einigen Seminaristen, in Rom verpfiffen wurde. Wie es so schön heißt, die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche. Und Beispiele wie die dieses Klerikers gibt es viele. Es bleibt zu wünschen, daß dieses kleine Buch ein weiteres Mosaiksteinchen bildet, daß dazu beiträgt, den Laden RKK und seine Apologeten als hohles, überflüssigen Gedöns zu entlarven. Mir hat es gefallen, ich werde es zu Weihnachten im Freundeskreis weiterverschenken.

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