Daniel Barenboim Musik ist alles und alles ist Musik

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Inhaltsangabe zu „Musik ist alles und alles ist Musik“ von Daniel Barenboim

Musik bringt Menschen zusammen, schafft Beziehungen und verleiht ihnen Bedeutung – Daniel Barenboim hat es in seiner langen Karriere wie kaum ein zweiter Künstler verstanden, die gesellschaftliche Dimension der Musik herauszustellen. In seinen Aufsätzen und Reden vermag er es, sein Publikum mitzureißen. Themen des Buches sind unter anderem der Zusammenhang von Ethik und Ästhetik in der Musik, Wagners Antisemitismus, die heutige Bedeutung Guiseppe Verdis, das Klavierwerk Ludwig van Beethovens, die moderne Aufführungspraxis und sein Verhältnis zu berühmten Künstlerkollegen wie Claudio Arrau, Wilhelm Furtwängler, Dietrich Fischer-Dieskau, Luciano Pavarotti, Götz Friedrich oder Christian Thielemann. Die Gedanken und Reflexionen eines weltberühmten Künstlers - weit über die Sphäre der Musik hinaus.

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    Musik ist alles und alles ist Musik

    michael_lehmann-pape

    17. March 2014 um 14:15

    Klare, präzise und verständliche Einsichten Natürlich geht es viel um Musik in diesem Buch. Sehr konkret im Übrigen. Natürlich geht Barenboim dabei in den überschaubaren Texten nicht komplett ganze Werke wie den „Don Giovanni“ oder „Carmen“ oder die „Walküre“ Takt für Takt durch. Er beschränkt sich in den Gesprächen über konkrete Werke (und auch hier und da über Komponisten wie Verdi, Mozart, Wagner) auf das, was ihm Wesentlich ist an diesen Werken, was ihm einen Schlüssel zum Verständnis ganzer „Musikwelten“ eröffnet hat. Die Wichtigkeit der Rhythmik bei Verdi, zum Beispiel. Oder, dass manche Werke und Komponisten eben keine Übertreibung verzeihen. Dass bei Mozart jede Vorentscheidung, jeder Versuch eines Dirigenten oder Regisseurs, Schwerpunkte zu setzen, eigene Interpretationen heraus hören zu lesen in direkter Folge zu seiner „Störung“ des Werkes führen. „Mozarts Größe ist einzigartig. Mozart ist so genial, so einmalig, weil er keinerlei Übertreibung gestattet. Wenn man bei Mozart etwas betonen will, schadet man der Sache, weil man die Natürlichkeit, Einfachheit und Spontaneität beeinträchtigt. Mozart sagt die komplexesten und tiefsinnigsten Dinge auf die einfachste Art“. Ganz klar und präzise kommt Barenboim auf die wichtigen Punkte, erläutert diese immer wieder auch dem Laien sehr verständlich und eröffnet so einen „ganz einfachen“ Blick auf „komplexe Musik“, immer an konkreten Beispielen aufgeführt. Vielleicht, so erklärt er selbst, mag das daran liegen, das er einen anderen Weg zum Dirigenten ging, dass er lange Zeit Pianist war, Musiker, die „typische“ Entwicklung eben nicht gegangen ist. So aber war es ihm auch möglich, seine erste große Herausforderung als Dirigent, den „Don Gioavanni“ mit Peter Ustinov in einer Autobahnraststätte unter Hilfe von Servietten anzugehen, eben hier und da andere Wege einzuschlagen, frische Blicke auf die Stücke zu finden. Blicke, die auch weit über die Musik in diesem Buch hinausgehen. Welche die Politik streifen, Wagner in seiner antisemitischen Haltung auch als Kind seiner Zeit erläutert, ohne ihn damit zu einfach zu entschuldigen. Er aber ebenso das Judentum und den Staat Israel anhält, die Nationalsozialisten nicht im nach hinein mit ihrer Vereinnahmung Wagners durchkommen zu lassen. Barenboim selbst war es, der zu Zeiten erstmalig in Israel selbst mit dem Orchester im Konzert Wagner spielte (und der hier auch erläutert, wie gewollt skandalisiert das damals wurde). Sei es in thematischen Essays oder Vorträgen (Israelisch-arabischer Konflikt; Wagner und Israel; Ethik und Ästhetik u.a.), sei es in den im Buch aufgenommenen sehr konkreten Interviews (Carmen; Walküre, Don Giovanni u.a.), immer bleibt der Leser auf der Höhe des Gesagten und kann dem roten Faden Barenboims folgen. Jeder Zeile spürt man den reflektierten Menschen und Musiker ab. Präzise und klar im Ausdruck, fundiert in seiner Sachkenntnis, überzeugend in seinen politischen und menschlichen Argumenten, Ansichten und Einsichten bietet dieser schmale Band einen wunderbar zu lesenden Eindruck in die Arbeit und die innere Betrachtung der Musik und der Welt durch Daniel Barenboim.

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