Daniel Bax

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Erschienen am 01.08.2018
Daniel BaxAngst ums Abendland
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Erschienen am 31.08.2015
Daniel BaxDie Volksverführer
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Die Volksverführer
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Erschienen am 01.09.2018

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J

Rezension zu "Die Volksverführer" von Daniel Bax

Parasitäres Verhältnis zur Demokratie
jamal_tuschickvor einem Monat

„Deutschland ist mit der AfD in der Realität angekommen“, schreibt Daniel Bax in seiner Anleitung zum Verständnis des politischen Augenblicks „Die Volks-Verführer - Warum Rechtspopulisten so erfolgreich sind“.
Die ganze Welt tanzt nach den Pfeifen rechter Populisten den neovölkischen Pogo. Sollte Deutschland zur Beute der AfD werden, wird im Trivialmythos der Kampfzeiterzählung der kleine Mann als besorgter Bürger der Stimme seines Herzens bis zum Sieg der Vernunft gefolgt sein. Ich nehme den Text vorweg: Der Feind nannte populistisch, was wir legitim fanden – nämlich die Herrschaft im eigenen Land im Geist einer homogenen Gesellschaft.
Bax bemerkt, dass Alexander Gauland sich den Populismusvorwurf jederzeit gefallen lässt. Die AfD stellt sich als repräsentativ angestrichener Bürgerprotest dar – als parlamentarische Bewegung. Angeblich trägt die Partei im Bündnisstil jenes Plebiszit in den Bundestag, dass die Grundgesetzautor*innen aus der Verfassung heraushielten, nicht nur, weil Hitler legal an die Macht gekommen war.
Gauland will erklärtermaßen die Grenzen des Sagbaren erweitern und fremdenfeindliche Formulierungen etablieren. Ihm geht es darum, Sichtweisen strategisch zu verschieben und den politischen Diskurs zu verändern. Populisten sind Demagogen und an „der Lösung realer Probleme nicht interessiert“. Das erklärt alles. Das Phantasma der von Migration ungestörten, ethnisch-kulturell mäßig diversen Volksgenossenschaft dient der Entlastung im Zuge einer Abkehr von spannungsreich sich gegenseitig garantierender Koexistenz des Verschiedenen. Diese Bereitschaft zur Aushöhlung und Untergrabung des Demokratischen setzt ein parasitäres Verhältnis zur Demokratie voraus. Die Alternative für Deutschland ist autoritär. Autoritäre Strukturen bieten (vermeintlich) Sicherheit und erlösen die Bürger vom Druck ständiger Neuaushandlungen im Wettbewerb.
In attraktiven Einwanderungsgesellschaften ergibt sich eine starke soziale Dynamik aus Identitäten. Die Veränderungsgeschwindigkeit ihrer Verhältnisse erscheint den Migranten sowie den eingesessenen „Abgehängten“ schicksalhaft, den meisten Autochthonen aber nicht. Sie wissen, dass sich das Tempo zu ihren Gunsten regulieren lässt. An dieser Schraube drehen Populisten vor allem, indem sie sich da bedienen, wo „Besserverdienende und ein sozialdarwinistisch eingestelltes, verrohtes Bürgertum“ nach einem überlieferten Muster ihre Pfründe zu sichern versuchen. Das beschreibt Daniel Bax in seiner Anleitung zum Verständnis des politischen Augenblicks „Die Volks-Verführer.
Die Führer der rechten Bewegungen in Europa gerieren sich als Zampanos der Vereinfachungen. Die populistischen Ablehnungsbescheide richten sich gegen Muslime, während Russlanddeutsche, so Bax, auf Russisch umworben werden. Ein rechtspopulistischer Kanon bestimmt die Talkshow Themen: Flüchtlinge, Islam, Terrorismus. Die Bildzeitung trägt das weiter auf dem Boulevard. So entsteht selbst in der Kritik eine Akzeptanz demokratiefeindlicher Kräfte, die ihre autoritäre Agenda mit dem Design pluraler Politik abdecken.
Die Medien „gehen der AfD oft auf den Leim - allein schon dadurch, dass sie ihrer Erzählung folgen, dass Migration, Integration und Flüchtlinge die Schicksalsfrage unserer Nation seien.“

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Volksverführer" von Daniel Bax

Gefahr von rechts oder eine Zeiterscheinung?
Bellis-Perennisvor 2 Monaten

Klappentext:

Rechtspopulisten haben derzeit Auftrieb - autoritäre Demagogen liegen im Trend. Wer aber wählt diese rechten Verführer und was treibt die "besorgten Bürger" um? Ist es die Furcht vor wirtschaftlichem Abstieg, oder sind es andere Verlustängste? Welche Rolle spielen die Medien? Ist linker Populismus die probate Antwort? Daniel Bax zeigt die Gründe für den aktuellen Erfolg der Rechtspopulisten und wie wir dieser Entwicklung entgegenwirken können. 

Autor Daniel Bax versucht in seinem Buch herauszufinden, warum derzeit weltweit die Rechtspopulisten auf dem Vormarsch sind. 

Natürlich kann es nicht EINE Antwort geben, genauso wenig wie es EINEN Grund dafür gibt. 

Zum einen nutzen sie geschickt die Propaganda. Sie behaupten u.a., die schweigende Mehrheit zu repräsentieren und die Interessen des sogenannten „kleinen Mannes“ (was ist eigentlich mit den Frauen?) zu vertreten. Doch bei genauerem Hinsehen wird genau diese Gruppe nicht berücksichtigt. Da werden munter und ohne nachzudenken Sozialleistungen gekürzt oder überhaupt eingestellt. Meistens ist es jedoch genau die Bevölkerungsgruppe, die den Populisten am lautesten zujubelt.

Zum anderen bedienen sie sich populärer Stimmungen und berufen sich auf den „Hausverstand“. Den gibt es bekanntlich im Supermarkt, nur leider ist er derzeit ausverkauft.

In Wirklichkeit aber streben sie autoritäre Regime an, die ja – so wird uns suggeriert – von den meisten Leuten gewollt sind.

Man muss sich die Frage stellen, was denn die etablierten (linken oder halblinken) Parteien in den letzten Jahren denn falsch gemacht haben, dass der Ruf nach „dem starken Mann“ weltweit erschallt. Ist es wirklich nur die Abgehobenheit der Regierenden? Wird die rechtspopulistische Opposition, wenn sie das Sagen hat, ähnlich agieren? So wird der Postenschacher den Linken angekreidet, doch wenn ich mir ansehe, wer unter der neuen, österreichischen türkis-blauen Regierung eine Top-Job erhalten hat und welche Ministerien umgefärbt wurden, sehe ich wenig Unterschied zu den Altparteien. 

Die ersten Veränderungen sind bereits deutlich zu sehen. In vielen europäischen Ländern wie Ungarn, Tschechien, Polen und der Türkei werden Minderheiten bedroht und unterdrückt, die Pressefreiheit wird eingeschränkt und der Rechtsstaat beschnitten.  

Auch die USA steuert mit ihrem „Amerika First“ in einen rechten Kurs.

Doch sind die Linkspopulisten um soviel besser?

Und, Hand aufs Herz, wer hat nicht schon einmal, den Slim-Fit-Tragenden Politikern zugenickt?

Meiner Meinung nach gehörte die Rolle der Medien ein wenig hinterfragt. Derzeit sieht es so aus, als ob nur Auflage und Gewinnmaximierung statt ordentlicher Recherche zählte.

Das hat einst schon Reinhard Mey besungen, dass nicht alles was in der Zeit steht, wahr sein muss. 

Fazit: 

Ein nachdenklich machendes Buch, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.


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