Daniel Cohn-Bendit

 3,6 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor*in von 1968, Unter den Stollen der Strand und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Daniel Cohn-Bendit, geb. 1945, wurde zur Ikone des französischen Mai 1968 und prägte die 70er-Jahre als anti-autoritäre Autorität. Statt Berufsrevolutionär zu werden, arbeitete er u.a. als Buchhändler und war Herausgeber des Sponti-Magazins Pflasterstrand. Später trat er als Realo-Anführer bei den Grünen in Erscheinung, war ab 1990 Frankfurter Stadtrat für multikulturelle Angelegenheiten und saß anschließend zwanzig Jahre lang im Europaparlament. Heute ist er als Dokumentarfilmer, Debattenredner und Kommentator des Zeitgeschehens in französischen wie deutschen Medien aktiv.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Erinnerungen eines Vaterlandslosen (ISBN: 9783964283122)

Erinnerungen eines Vaterlandslosen

Erscheint am 01.03.2026 als Gebundenes Buch bei Verlagshaus Jacoby & Stuart.

Alle Bücher von Daniel Cohn-Bendit

Cover des Buches 1968 (ISBN: 9783596175680)

1968

(4)
Erschienen am 11.11.2009
Cover des Buches Unter den Stollen der Strand (ISBN: 9783462052633)

Unter den Stollen der Strand

(3)
Erschienen am 13.02.2020
Cover des Buches Für Europa! (ISBN: 9783446241879)

Für Europa!

(1)
Erschienen am 24.09.2012
Cover des Buches Erinnerungen eines Vaterlandslosen (ISBN: 9783964283122)

Erinnerungen eines Vaterlandslosen

(0)
Erscheint am 01.03.2026
Cover des Buches Zurück zur Wirklichkeit (ISBN: 9783803137531)

Zurück zur Wirklichkeit

(0)
Erschienen am 20.03.2025

Neue Rezensionen zu Daniel Cohn-Bendit

Cover des Buches Freiheit verpflichtet (ISBN: 9783863935993)
D

Rezension zu "Freiheit verpflichtet" von Emma Bonino

davide
Ein inspirierendes Werk, das die Essenz der Freiheit einfängt

"Freiheit verpflichtet" von der früheren Außenministerin Italiens und Europa-Kommissarin Emma Bonino ist ein Buch, das nicht nur fesselnd geschrieben ist, sondern auch eine tiefgreifende Reflexion über die Bedeutung der Freiheit bietet. Die Gespräche zwischen Bonino und Giovanna Casadio zeugen von einer bemerkenswerten Intelligenz und einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen, vor denen die Welt steht.

Emma Bonino verwebt meisterhaft persönliche Erfahrungen und politische Einsichten, um ein Werk zu schaffen, das nicht nur informativ, sondern auch äußerst inspirierend ist. Die Gespräche mit Giovanna Casadio geben einen Einblick in eine Vielzahl von Themen, angefangen bei persönlichen Lebenserfahrungen (wie z.B. die Abtreibung) bis hin zu globalen politischen Fragen.

Besonders beeindruckend ist das Nachwort von Daniel Cohn-Bendit, das das Buch auf eine zusätzliche Ebene hebt. Seine klugen Analysen und seine tiefgründigen Gedanken erweitern das Verständnis für die behandelten Themen und bieten eine sinnvolle Ergänzung zu den vorangegangenen Gesprächen.

Die Art und Weise, wie die Autoren die Komplexität der Freiheit in all ihren Facetten erfassen, ist bewundernswert. Das Buch regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern ermutigt auch dazu, die eigene Vorstellung von Freiheit zu hinterfragen und zu reflektieren.

Insgesamt kann ich "Freiheit verpflichtet" jedem empfehlen, der sich für politische Analysen, persönliche Erzählungen und die grundlegenden Prinzipien der Freiheit interessiert. Ein herausragendes Werk, das lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt.

Cover des Buches Unter den Stollen der Strand (ISBN: 9783462052633)
sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Unter den Stollen der Strand" von Daniel Cohn-Bendit

sleepwalker1303
Fußball und Politik passen gar nicht so schlecht zusammen

Als jemand, der 1977 geboren ist, war mir Daniel Cohn-Bendit als Grünen-Politiker und später als Europa-Abgeordneter ein Begriff. Wie Fußball-verrückt er ist, wusste ich nicht. Aber in „Unter den Stollen der Strand. Fußball und Politik – mein Leben“ tobt er sich zu diesem Thema aus. Gekonnt verknüpft er Episoden aus seinem Leben mit Anekdoten aus dem Fußball und Grundsätzen der Politik. Aber das Buch ist keine wirkliche Autobiografie, dafür sind Fußball und Politik zu dominant und sein Leben zu sehr im Hintergrund – und wenn es Geschichten aus seinem Leben gibt, dann haben sie meistens – richtig! – was mit Fußball oder Politik zu tun. 

Ganz eindeutig: das eine geht für ihn nicht ohne das andere. Und so ist das Buch teilweise schwierig zu lesen und wirkt etwas konfus. Schwierig deshalb, da er sich nicht wirklich an ein Konzept hält, sondern, wie es manchmal scheint, „von Hölzchen auf Stöckchen“ kommt. Er rennt praktisch durch die Geschichte des Fußballs seit den 1950er Jahren, verknüpft sie mit politischen Ereignissen und ein paar privaten Erlebnissen. Damit schafft er ein sehr dichtes Werk, in dem jeder Satz passt, jedes Wort seine Daseinsberechtigung hat und ich musste es manchmal aus der Hand legen, um durchzuatmen. 

Das Buch ist ein bisschen wie ein Fußballspiel: mal rasant, mal überhastet und manchmal muss man den Angriff noch einmal von vorn starten (in meinem Fall: zurückblättern und nachlesen). Nein, in der Hinsicht ist es definitiv keine leichte Lektüre. Und obwohl ich politisch mit Daniel Cohn-Bendit in vielem nicht konform gehe und auch seine Fußball-Leidenschaft bei weitem nicht teile – vieles, was er in seinem Buch an- und ausspricht, spricht mir aus der Seele. Sei es der falsch verstandene Nationalismus und Patriotismus von sogenannten Fußballfans, Korruption, Fanatismus und Faschismus und auch die zunehmende Wichtigkeit des Frauenfußballs – alles hat in dem Buch seinen Platz gefunden. Auch die Tatsache, dass er wegen Jair Bolsonaro mehr und mehr die Freude an Brasilien und dem brasilianischen Fußball verliert („Manchmal frage ich mich, ob »Brasilien, mon amour« für mich langsam zu »Brasilien, je t’aime … moi non plus« wird.“) fehlt nicht.

Sein Hass auf Deutschland scheint sich mit den Jahren abgeschliffen zu haben. Obwohl er seit vielen Jahren in Deutschland lebt, identifiziert er sich aber bis heute nicht mit dem Land. Schuld daran ist vermutlich die Frankfurter Eintracht. „Ich kann Ihnen nur sagen, ob Sie Franzose, Türke, Balkanbewohner, Araber, Afrikaner, Asiate oder sonst was sind – wenn Sie sich drei, vier Spiele in Folge in der Commerzbank-Arena ansehen würden, wären Sie danach für den Rest Ihres Lebens »Frankfurter«.“ Deshalb schlägt er für Sportveranstaltungen im Allgemeinen, Fußballspiele im Besonderen vor, erbitterten Nationalismus und Patriotismus außen vor zu lassen und sich auf eine Art „Fanismus“ zu einigen.

Alles in allem ist das Buch schwer einzuordnen. Es ist keine Autobiografie und kein Sportbuch. Es ist kein politisches Manifest und kein Roman. Es ist irgendwie eine Mischung aus allem möglichen, aber eine gelungene und auch für diejenigen ein Lesevergnügen, die keine Fußballfans oder Vollblutpolitiker sind. Mir persönlich hat das Buch mit seiner Begeisterung und auch seinen Ansichten einen neuen Zugang sowohl zum Fußball als auch zur Politik eröffnet. Sprachlich ist es, wie man es von Daniel Cohn-Bendit kennt: ausschweifend, manchmal ein bisschen hektisch, aber präzise und mit treffender Wortwahl formuliert („ Fundamentalismus ist, ob religiös, nationalistisch, laizistisch oder ökologisch, Quatsch mit Soße.“). Man könnte auch sagen, es ist manchmal so unbequem wie er selbst. Manche Wortwahl ist allerding sehr „gehoben“, wie zum Beispiel das Wort „nachgerade“, das ich in dem Zusammenhang noch nicht einmal kannte. Auch wenn der „Unterhaltungswert“ sich für mich teilweise wegen des vielen Hintergrundwissens zum Fußball in Grenzen hielt – für Sprache und Aussage von mir 4 Sterne.  

Cover des Buches Unter den Stollen der Strand (ISBN: 9783462319293)
Buecherwurm1973s avatar

Rezension zu "Unter den Stollen der Strand" von Daniel Cohn-Bendit

Buecherwurm1973
Autobiografie, Politik und Fussball

Daniel Cohn-Bendit ist nicht nur ein Herzblut-Politiker und mir vor allem als ehemaliger Moderator des Literaturclubs im Schweizer Fernsehen bekannt, sondern auch ein Fussballnerd. Anlässlich der Fussball-EM, die in diesem Sommer hätte stattfinden sollen, erinnert er sich an legendäre Begegnungen seiner Lieblingsmannschaft Eintracht Frankfurt, Länderspiele, Europa- und Weltmeisterschaften und erzählt Anekdoten, die sich auf und neben dem Platz abgespielt haben. Geschickt verknüpft er sein Fussballwissen, die Politik und seine Autobiografie miteinander. 


Das Buch ist sehr dicht erzählt. Daniel Cohn-Bendit lässt dem Leser kaum Zeit zum Verschnaufen. Daher ist es kein Buch, welches sich schnell weglesen lässt – zumindest war mein Leseerlebnis so. Ab und zu war ich orientierungslos, weil ich nicht mehr wusste wovon er spricht, weil er wieder zu Vorherigem abschweift oder sonstige Zwischenbemerkungen macht. 


Ich habe viel Hintergrundwissen über den Fussball erfahren und habe den Moderator hinter meiner Lieblingssendung etwas näher kennengelernt.  


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