Daniel Depp Tanz mit dem Teufel

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Inhaltsangabe zu „Tanz mit dem Teufel“ von Daniel Depp

Ein Insider zeigt die dunklen Seiten Hollywoods Hollywood versteht keinen Spaß – besonders, wenn es um Preise geht, denn dann geht es auch ums große Geld. Als der schwierige Regisseur Jerry den Golden Globe gewinnt, wird er damit gleichzeitig zum Favoriten für den Oscar. Und sofort tauchen böse Geschichten über ihn auf. Damit sinken seine Chancen, den Preis zu bekommen. Wer steckt dahinter? David Spandau, der Held von Stadt der Verlierer und Nächte in Babylon, läuft wieder zur Hochform auf, denn es gibt keinen, der sich in der bösen Glitzerwelt des Films so gut auskennt wie er. Daniel Depp zieht wieder alle Register – und zeigt, dass er in die Reihe der großen Autoren gehört, die Hollywood ebenso witzig wie böse entzaubern.

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  • Spandau in zunehmender Verwirrung

    Tanz mit dem Teufel
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. May 2013 um 15:28

      Auch wenn David Spandau als Privatermittler in der Welt des Glamours, der falschen Fassaden und der beinharten Intrigen innerhalb der Filmindustrie Hollywoods seinem Werk nachgeht und dabei mit aller Kraft versucht, nicht zum zynischen Misanthropen zu werden, einfach fällt ihm das nicht.   Zu mitnehmend ist sein ständiger Blick in die Abgründe menschlichen Seins, die Gier, die Härte, die Gewalt, der Eigensinn. So mitnehmend, dass er selbst mehr und mehr über sich selbst sich verwirrt und in sich verläuft. Trotz aller Anstrengung seiner Lebensgefährtin Anna, ihm ihre Liebe fest und sicher zu zeigen. Trotz aller Zuneigung hinter rauer Schale, die ihm die Mitarbeiter der Detektei, Pookie und Leo, die sein bester Freund leitet, entgegenbringen.   Jede Begegnung im Rahmen seiner neuen Ermittlungen um den „Rufmord“ an einem Filmschaffenden (der sich zudem in keiner Weise zeigt und einfach ein widerlicher Mensch ist), führt Spandau tiefer in die Abgründe der Seele und die Verlogenheit der Welt. Zudem will es Spandau einfach nicht gelingen will, zu verstehen, was da eigentlich vor sich geht.   Während Walter, Ermittlungsagenturleiter und engster Freund, sich völlig zurückgezogen hat und, den Gerüchten zufolge, sich zu Tode säuft. Während Spandaus Ex-Frau Dee mit ihrem neuen Mann Probleme bekommt (der verschwunden ist, den Spandau ganz nebenbei versucht, ebenfalls zu finden). „Das hier ist nun mal Hollywood. Wen sie hier offen und ehrlich sind, glaubt ihnen kein Mensch.“   Und doch weiß Spandau, dass das nicht alles sein kann und darf und kämpft hart mit sich. „So ging man nämlich mit Lebewesen um, die einem am Herzen lagen. Man nahm sie wichtig, man kümmerte sich um sie“. Er versucht es ja. Oft verzweifelt. Je mehr er es aber versucht, desto schiefer geraten die Dinge des Lebens.   So bildet Daniel Depp in seinem zweiten Band um den Ermittler David Spandau nicht nur die Härten vor und hinter den Scheinwerfern ab, zeigt nicht nur die Syndikate, die ihren kriminellen Machenschaften hinter den Kulissen nachgehen, sondern lässt den Leser vor allem die innere Entfaltung, den inneren Kampf seines Protagonisten gegen sich selbst begleiten. Der händeringend versucht, einen klaren Stand in sich zu finden und der erkennen muss, das auch er in seiner Person viel näher mit „dem Teufel“ verwandt ist, als er es glaubt. Den er gegen Ende des Buches auch von Angesicht zu Angesicht erkennen wird. Ganz menschlich fassbar.   Diese persönliche Konstellation, gemischt mit der ironisch, zynischen Sprache, den harten Umgangsformen, auch der nackten Brutalität (wie nebenbei wird hier ein Arm frittiert und da Schienbeine zerschlagen) ist es, die auch diesem zweiten Roman der Spandau-Reihe einen faszinierenden Reiz verschaffen. Wie wenig Zugang man doch zu sich selbst hat, wie oft man auf die Seite der Schuld gerät und wie schwer es ist, den Rest an Aufrichtigkeit in sich zu bewahren. Wie hilflos man meist ganz einfach sich selbst gegenüber steht.   Doch David Spandau nimmt den Kampf an, wird den Fall lösen, versuchen, die Dinge in Ordnung zu bringen und doch am Ende nur wieder eine einzige Etappe auf seinem Weg voller Irrtümer hinter sich gebracht hat. Wobei das ein oder andere Gute allerdings abfällt.   „Der einzige Grund, warum ich ihnen nicht persönlich ein Montiereisen zu fressen gebe, ist das Mädchen!“.   Sprachlich flüssig, atmosphärisch hart und treffend, im menschlichen Unrat auf jeder Seite wühlend und doch die Hoffnung hochhaltend, Daniel Depp versteht es wieder hervorragend, ein nie langweiliges und auf jeder Seite intensives Leseerlebnis zu gestalten.

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