Daniel Deutsch Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

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Inhaltsangabe zu „Anna-Maria und die anderen 99 Schafe“ von Daniel Deutsch

Ein Roman mit viel Humor und großem Ernst, der einen nachdenklichen Blick auf das Miteinander in christlichen Gemeinden wirft. Als Gemeindeseniorin Agnes nach einer (wieder einmal todlangweiligen) Predigt tot vom Stuhl kippt, löst dies einen Sturm in der kleinen, verstaubten Kirche aus, die der Single Jan seine Heimat nennt. Denn zur Beerdigung taucht Agnes' Enkelin Anna-Maria auf, seine Sandkastenfreundin, die vor über 20 Jahren urplötzlich die Stadt verlassen hatte, als sie mit Horst auf dem Motorroller durchgebrannt ist. Ihr Auftauchen bringt ein dunkles, längst verdrängtes Kapitel der Gemeinde wieder ans Tageslicht - und neuen Schwung in Jans Hauskreis, der die Jugend von 17 bis 68 Jahren versammelt (und im Übrigen der einzige weit und breit ist). Der Hauskreis beschließt, die Gemeinde zu verändern, was direkt zum offenen Konflikt mit der Gemeindeleitung führt. Jan und seine Freunde müssen bald schon feststellen, dass es hierfür keine einfachen Rezepte gibt. Doch sie wissen: Aufgeben wollen sie nicht - denn es ist ihr Zuhause, und das soll endlich einladend werden.

Denkanstöße für ein anderes Gemeindeleben unter dem Deckmantel einer satirisch-tragischen Geschichte

— orfe1975

Eine verstaubte Gemeinde wird von einer nicht-angepassten Frau aufgewirbelt.

— strickleserl

Eine Mischung aus Wahrheit und Provokation. Skurril. Unterhaltsam. Tragikomisch. Ein Gemeinde-Roman, den man lesen kann oder auch nicht.

— Uhu1

Ein humorvoller, aber auch strichweise ernster Roman über eine Gemeinde und ihre Strukturen.

— claudi-1963

Amüsant, beinahe skurril und erschreckend realistisch

— Smilla507

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  • Das schwarze Schaf krempelt die Gemeinde um

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    orfe1975

    09. October 2017 um 22:49

    Cover: Das Cover erinnert an eine Comicdarstellung. Man sieht den Gemeindesaal, der im Dunkeln liegt und mit dem fehlenden Buchstabe auf der Gemeindetafel etwas heruntergekommen und alt wirkt. Davor eine darauf zulaufende Frau, die modern aussieht. Wenn man den Inhalt kennt, passt dieses Bild hervorragend. Im Buchladen hätte auf den ersten Blick wohl eher an ein Jugendbuch gedacht als an einen Gemeinderoman. Aber es hätte auf jeden Fall erst mal meine Aufmerksamkeit gehabt und passt auf jeden Fall gut zum Humor des Buches. Inhalt: Die Geschichte beginnt mit Jan, der auf seine Nachbarin steht, aber Angst hat, sie seiner verstaubt wirkenden Gemeinde vorzustellen. Dann kippt plötzlich Agnes, eine Seniorin der Gemeinde bei einer dieser todlangweiligen Predigten im Gottesdienst tot von der Kirchenbank. Zu ihrer Beerdigung kommt ihre einzige Verwandte: Anna-Maria, Nichte von Agnes und Jans Sandkastenfreundin. Sie wuchs bei ihrer Tante auf, hat sie wegen ihrer rabiaten Erziehungsmethoden gehasst und ist vor Jahren auf und davon mit einem Jungen aus dem Dorf. Zurück in ihrer Heimat wirbelt sie mit ihrer unkonventionellen Art ordentlich Staub auf. Damit beginnt ein neuer Abschnitt für das Gemeindeleben und das Leben für Jan. Mein Eindruck: Was mir sehr gut gefallen hat, ist der teilweise sehr schräge Humor. Obwohl der Tod von Agnes eine ernste Angelegenheit ist, wird diese Szene doch recht humorvoll beschrieben. Die Gemeinde ist schon von sehr überzeichneten Charakteren geprägt. Aber genau dieses Extreme ist eben Teil dieses Humors, teilweise kann man es als satirisch bezeichnen. Ernste Themen im Gemeindeleben, wie z. B. das Aufeinanderprallen konservativer mit moderner Meinungen zur Führung einer Kirche, Glaubensabfall bzw. -bekehrung, aber auch Liebe und Vergebung spielen eine Rolle. Dennoch tragen diese Themen nie zu einer düsteren Stimmung bei, durch den häufig eingestreuten, subtilen Humor behält der Roman stets eine gewisse Leichtigkeit. Alles wirkt hier überzogen, so dass die Charaktere und ihre Handlungsweise stellenweise nicht wirklich glaubwürdig erscheinen. Doch dahinter steckt ein wahrer Kern, über den jeder sich selbst Gedanken machen kann.Der Aufbau des Buches in den 4 Teilen "Glaube","Hoffnung","Liebe" und "Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen" hat mir gut gefallen. Die Überschriften passen sehr gut zum jeweiligen Inhalt. Die Kapitel sind angenehm kurz, so dass man das Buch gut immer wieder zwischendurch zur Hand nehmen kann und schnell voran kommt. Der Begriff "tragikomischer Blick auf Gemeinde" trifft bei diesem Roman voll ins Schwarze. Er ist flüssig und unterhaltsam geschrieben und gibt durch recht extreme Darstellungen gute Denkanstöße. An einigen Stellen war es mir jedoch zu dick aufgetragen bzw. zu einfach gelöst und leider ließ mich das Ende recht unbefriedigt zurück. Fazit: Denkanstöße für ein anderes Gemeindeleben unter dem Deckmantel einer satirisch-tragischen Geschichte

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  • Heitere Gemeindekritik

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    strickleserl

    30. August 2017 um 15:25

    Das Buch beginnt mit einer Szene, die für sich spricht. Eine hübsche Nachbarin braucht Hilfe, und Jan hilft natürlich gerne. Aber ihre Einladung zum Frühstück, die als Dankeschön gemeint ist, muss er ausschlagen. Zögernd gibt er zu, dass er stattdessen in den Gottesdienst gehen wird. Obwohl die Nachbarin ihn gerne begleiten würde, wimmelt er ab, denn er schämt sich sehr für seine Gemeinde.Wegen eines Todesfalles kommt eine ehemalige Schulfreundin von Jan zurück an diesen Ort. Sie kann es kaum fassen, dass vieles im Ort und auch in der Gemeinde unverändert geblieben ist. Anna-Lena, eine unangepasste Frau, die schon immer lieber ihren eigenen Weg gegangen ist, öffnet ihrem Schulfreund Jan die Augen dafür, dass seine Gemeinde nicht so unattraktiv bleiben muss. Sie schließt sich seinem Hauskreis an, und gemeinsam werden Pläne zur Veränderung entworfen. Dabei bleibt der Widerstand von einigen anderen Gemeindemitgliedern nicht aus, andere jedoch blühen auf.Das Ganze spielt vor 30 Jahren, und manche Leser werden sicher die Probleme ihrer ehemaligen oder jetzigen Gemeinden in den Beschreibungen wiederfinden. Das unterhaltsam geschriebene Buch regt zum Nachdenken an und wirft viele Fragen auf. Wofür steht Gemeinde eigentlich? Was ist ihre Aufgabe? Wer darf über die Richtung einer Gemeinde bestimmen? Wie sieht es mit Führungsstrukturen in der Gemeinde und mit Machtmissbrauch aus? Viele Situationen werden mit Humor beschrieben, wobei mir persönlich manches etwas überzogen oder auch zu abschätzig vorkommt.Ein Vers über Liebe aus dem ersten Korintherbrief zieht sich durch die Gliederung des Buchs, und damit wird dem Leser vor Augen geführt, dass es gerade darin oft in Gemeinden mangelt. Eine ältere Person lebt dies vorbildhaft, aber ich hätte mir mehr positive Impulse in diese Richtung gewünscht.Fazit: Ein Buch zum Schmunzeln über eine Gemeinde, die viel zu sehr an ihre Traditionen hängt, und gleichzeitig ein Buch zum Nachdenken über den Weg zur Veränderung und Erneuerung, damit Gemeinden auch für Außenstehende attraktiv sind.

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  • Kann ein Hauskreis das Gemeindeleben verändern?

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    Martinchen

    26. August 2017 um 16:54

    "Als Gemeindeseniorin Agnes nach einer (wieder einmal todlangweiligen) Predigt tot vom Stuhl kippt, löst dies einen Sturm in der kleinen, verstaubten Kirche aus, die der Single Jan seine Heimat nennt. Denn zur Beerdigung taucht Agnes' Enkelin Anna-Maria auf, seine Sandkastenfreundin, die vor über 20 Jahren urplötzlich die Stadt verlassen hat. Ihr Auftauchen bringt ein dunkles, längst verdrängtes Geheimnis wieder ans Tageslicht. Jans Hauskreis beschließt, die Gemeinde zu verändern, was direkt zum offenen Konflikt mit der Gemeindeleitung führt.  Doch Jan und seine Freunde geben nicht auf, denn es ist ihr Zuhause -  und das soll endlich einladend werden." soweit der Klappentext. Das Cover passt ganz ausgezeichnet zum Buch. Es ist Adventszeit, so dass es früh dunkel wird und die Sterne funkeln. Das Gemeindehaus ist sehr zutreffend wiedergegeben, bis hin zu den fehlenden Buchstaben im Schaukasten. Die naive Zeichnung gefällt mir sehr gut. Daniel Deutsch hat Germanistik und Kulturwissenschaft studiert und lebt in Bremen und Stuttgart als Singer-Songwriter, Lektor und Autor. "Anna-Maria und die anderen 99 Schafe" ist sein Debütroman. Der Roman wird als "tragikomischer Blick auf Gemeinde und auf das, was sie mit uns zu tun hat" beschrieben. Treffender geht es nicht. Daniel Deutsch beschreibt in vier Teilen das Gemeindeleben und die angestrebte Veränderung von Dezember 1997 bis August 1998. Die vier Teile sind unterteilt in "Glaube", "Liebe", "Hoffnung" und "Aber die Liebe ist die größte unter ihnen", denen die Illustration des Titels vorangestellt ist. Daniel Deutsch schreibt einen gut lesbaren Stil. Seine Protagonisten sind lebendig beschrieben, insbesondere die Titelgebende Anna-Maria ist wunderbar gelungen. Die Idee, eine "angestaubte" Gemeinde zu verändern, hat mir gut gefallen. Leider finde ich die Art und Weise, wie der Hauskreis um Jan dieses Veränderungen umsetzen will, etwas unrealistisch und sehr stark überzogen. Da hatte ich mir mehr umsetzbare Vorschläge erhofft.  Aus diesem Grund hätte ich gern 3,5 Sterne vergeben, habe mich dann für 4 entschieden, weil es ja, wie bereits beschrieben, ein "tragikomischer Blick" ist, der zur Auseinandersetzung mit Gemeindeleben anregt und bei dem ich viel gelacht habe.  Fazit: ein unterhaltsamer Roman zu einem ernsten Thema.    

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  • Leserunde zu "Anna-Maria und die anderen 99 Schafe" von Daniel Deutsch

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    Arwen10

    Und hier ein neuer christlicher Roman aus dem SCM Verlag zum Thema Gemeinde. Ich danke dem Verlag für die Unterstützung der Leserunde. Anna-Maria und die anderen 99 Schafe von Daniel Deutsch Zum Inhalt: Ein Roman mit viel Humor und großem Ernst, der einen nachdenklichen Blick auf das Miteinander in christlichen Gemeinden wirft. Als Gemeindeseniorin Agnes nach einer (wieder einmal todlangweiligen) Predigt tot vom Stuhl kippt, löst dies einen Sturm in der kleinen, verstaubten Kirche aus, die der Single Jan seine Heimat nennt. Denn zur Beerdigung taucht Agnes' Enkelin Anna-Maria auf, seine Sandkastenfreundin, die vor über 20 Jahren urplötzlich die Stadt verlassen hatte, als sie mit Horst auf dem Motorroller durchgebrannt ist. Ihr Auftauchen bringt ein dunkles, längst verdrängtes Kapitel der Gemeinde wieder ans Tageslicht - und neuen Schwung in Jans Hauskreis, der die Jugend von 17 bis 68 Jahren versammelt (und im Übrigen der einzige weit und breit ist). Der Hauskreis beschließt, die Gemeinde zu verändern, was direkt zum offenen Konflikt mit der Gemeindeleitung führt. Jan und seine Freunde müssen bald schon feststellen, dass es hierfür keine einfachen Rezepte gibt. Doch sie wissen: Aufgeben wollen sie nicht - denn es ist ihr Zuhause, und das soll endlich einladend werden. Falls ihr eines der 5 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 31. Juli 2017, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen  ? Wichtige Hinweise zu eurer Bewerbung: Ein Gewinn verpflichtet innerhalb von ca 4 Wochen nach Erhalt des Buches zum Austausch in der LR mit den anderen Teilnehmern über alle Leseabschnitte sowie zur Veröffentlichung einer Rezension, die möglichst breit gestreut werden soll.Bewerber mit privatem Profil , erwiesene Nichtleser , sowie jene ohne Rezensionen werden nicht berücksichtigt.Bitte beachtet, dass es sich hierbei um eine CHRISTLICHE LESERUNDE handelt, das Buch ist in einem christlichen Verlag erschienen und so spielen christliche Werte eine wichtige Rolle. Ich freue mich auf eure Bewerbungen. Wer mit einem eigenen Exemplar bei dieser Leserunde mitlesen möchte, ist natürlich herzlich willkommen. ACHTUNG : ES GIBT EIN NEUES BEWERBUNGSVERFAHREN VON LOVELYBOOKS. NUR WER SICH UNTER BEWERBUNG EINTRÄGT KANN NACHHER AUSGEWÄHLT WERDEN !!! BEI MIR FUNKTIONIERT DAS MIT DEN ADRESSEN NICHT: ICH BRAUCHE VON DAHER DIE ADRESSEN NACH DER AUSLOSUNG !! NACH 3 TAGEN VERFÄLLT DER GEWINN; WENN ICH KEINE ADRESSE ERHALTE. ES ERFOLGT KEIN ANSCHREIBEN DER GEWINNER VON MIR !!

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    • 133
  • Eine tragikomische Geschichte

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    Uhu1

    25. August 2017 um 16:19

    Die kleine verstaubte Gemeinde am Uhlandplatz scheint fast sämtliche Gemeinde-Klischees in sich zu vereinen. Als die Gemeindeseniorin Agnes während einer langweiligen Predigt tot vom Stuhl kippt, löst dies eine Kette von Ereignissen aus. So taucht auch das schwarze Schaf Anna-Maria wieder auf. Mit ihrer schillernden und lauten Persönlichkeit bringt sie ganz schön alles durcheinander. Doch angesteckt durch ihre Echtheit und ihren Mut, wächst in den Mitgliedern von Jans Hauskreis der Wunsch nach einer Veränderung der Gemeinde. Sie möchten endlich auch ihre Freunde in den Gottesdienst einladen können. Doch es wird ihnen nicht gerade einfach gemacht…  Eine tragikomische Geschichte– diese Bezeichnung passt genau zu diesem Buch. Oft weiss man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Skurril ist so manche Situation. Der Autor Daniel Deutsch schreibt gut, hat spannende Charaktere ausgearbeitet, die Geschichte packt und liest sich leicht. Dazu tragen auch die kurzen Kapitel und die Unterteilung des Buches in vier Teile bei. Ich empfand das Buch als Mischung zwischen Wahrheit und Provokation. Überspitzte Situationen regen zum Nachdenken an, es kann so manche Wahrheit daraus gelesen werden. Doch mir sind die Klischees zu sehr aufeinander getürmt. Die geballte Ladung ergibt schon einen deftigen Cocktail, sprich eine Gemeinde und Gepflogenheiten, die unerträglich sind. Erstaunlicherweise folgt ein abrupter, seltsamer Schluss, schöngefärbt und unwirklich. Ich habe eher ein humorvolles Buch erwartet. So wie es aussieht, deckt sich mein Humor nicht mit demjenigen des Autors. Das Lachen blieb mir oft im Halse stecken oder stellte sich gar nicht erst ein. Es gibt aber einzelne spärliche Situationen, die sind wirklich herrlich. Es ist ein Buch, das schwer einzuordnen ist. Es passt weder in die Sparte Satire, noch in Romane oder sonst was. Unterhaltung ist garantiert, doch man verpasst nicht wirklich viel, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Da es wirklich gut geschrieben ist (mal von den Rechtschreibfehlern) abgesehen, gibt es von mir trotzdem noch drei Sterne.

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  • Gemeinden und andere Katastrophen

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    Mrs. Dalloway

    22. August 2017 um 09:54

    Eine kleine verstaubte Gemeinde, eine Seniorin, die tot vom Stuhl fällt und das alles im christlichen Rahmen? Klingt super, dachte ich mir. Und ich wurde nicht enttäuscht. Aber erst mal zum Inhalt: Die Geschichte ist in vier große Teile verpackt, die glücklicherweise wiederum in viele einzelne Kapitel unterteilt sind. Immer wenn ein neuer Teil beginnt findet man eine wunderschöne Illustration vor. Durch diese kurzen Kapitel und dadurch, dass relativ viel passiert, kommt man schnell voran mit dem Lesen, was ich vor allem auch bei dicken Büchern sehr schätze. Das absolute Highlight der Story ist für mich die Figur der Anna-Maria. Sie ist direkt, ehrlich und nimmt kein Blatt vor den Mund. Das finde ich vor allem in diesem christlichen Kontext absolut herrlich, erfrischend und wunderbar. Ich habe unglaublich viele Stellen gefunden, die man als kleine Highlights betiteln könnte. Nichtsdestotrotz kommt der Aspekt der Kirche und Gemeinde natürlich nicht zu kurz. Es ist aber schon ein Buch, das "ein wenig anders" ist und das so einige Menschen durchaus zum Nachdenken anregen könnte.

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  • Wenn Gemeinden sich nicht mehr verändern wollen

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    claudi-1963

    19. August 2017 um 00:05

    "Viele Leute halten es mit der Kirche wie mit dem Staat. Sie schieben alles Versagen auf ihn und haben vergessen, das sie der Staat sind." (August Everding)Ein paar Wochen vor Weihnachten im Jahr 1997 bei einem Gottesdienst, den mal wieder keiner vom Hocker gerissen hat, verstirbt die Gemeindeseniorin Agnes auf der Kirchenbank. Die einzige Hinterbliebene ist ihre Enkelin Anna-Maria, mit der sie sich vor 20 Jahren zerstritten hatte. Als keiner mehr mit ihr rechnete, taucht sie doch noch verspätet an der Beerdigung auf. Doch Anna-Maria möchte gar nicht lange bleiben, sondern nur das Haus ihrer Großmutter verkaufen, zu viel Negatives hatte sie dort erlebt. Aber nach einigen Tagen in der alten Heimat und dem Wiedersehen alter Freunde möchte doch Anna-Maria hier bleiben. Auch ihre Tochter, wegen der sie dem Dorf den Rücken gekehrt hat gefällt es gut, sodass sie das Haus behalten. Jan freut sich seine Freundin wieder hier zu haben, die prompt neuen Wind in die Gemeinde und seinen Hauskreis bringt. Als sie mit ihren neuen Einfällen und Umstrukturierungen den Gottesdienst bereichern wollen, ecken sie schnell mit der Gemeindeleitung Kurt an. Doch auch sonst kriselt es bei dem einen oder anderen Gemeindemitglied, sodass Liebe und Glaube bei vielen gefragt ist.Meine Meinung:Daniel Deutsch hat mit diesem Roman einen Einblick in die Gemeinden der achtziger Jahre gegeben, wie es sicher aber auch heute noch einige gibt. Gemeinden, die stehen geblieben sind in ihren Meinungen, bei denen die Gesetzlichkeit über der Liebe Gottes stehen, wie es eigentlich heute nicht mehr sein sollte. Ältere Gemeindeglieder wollen sich nicht mehr verändern und Jüngere nicht anpassen, das ist heute oft noch ein großes Problem in den Kirchengemeinden. Ich frage mich oft, wie würde das Jesus heute regeln? Mich hat dieser Roman an meine Kindheit erinnert, als ich genau in so einer Gemeinde gelandet war und mich deshalb der Glaube nicht ergreifen konnte. Zum Glück hat Gott Geduld mit uns Menschen und kann vieles verändern und zum Guten wenden, wie auch teilweise hier in dieser Geschichte der Fall ist. Das Buch ist aufgeteilt in 4 große Kapitel: Glaube, Hoffnung, Liebe und Aber die Liebe ist die Größte unter ihnen. So lässt sich das Buch auch gut lesen, da der Schreibstil sehr gut ist und der Humor auch eine große Rolle spielt.  Am Ende bleiben dem Leser noch einige Fragen offen, da ich das Gefühl hatte, das der Autor eine Fortsetzung plant. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne für ein Buch, das uns die Kehrseite von Liebe und Gemeinde zeigt.

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  • Amüsant, beinahe skurril und in vielem realistisch

    Anna-Maria und die anderen 99 Schafe

    Smilla507

    06. August 2017 um 23:06

    Es ist das Jahr 1997, Schwester Agnes hat während einer von Kurts langweiligen Predigten das Zeitliche gesegnet. Dies ist der Auslöser für Anna-Maria, nach über 20 Jahren heimzukehren, zur Beerdigung ihrer Großmutter. Eigentlich hatte sie nicht vor lange zu bleiben. Denn mit ihrer flapsigen, frechen Art eckt die »wilde Lederbraut aus der Großstadt« nonstop an und die Konfrontation mit der Vergangenheit macht ihr ebenfalls zu schaffen.Jan, Buchhändler und Hauskreisleiter, freut sich, seine Freundin aus Kindheitstagen wiederzusehen. Schnell findet Anna-Maria Anschluss in der Gruppe, bestehend aus Simon, Erik, Lena, Martha und Jan. Und nach einem Gottesdienstbesuch in der Gemeinde am Uhlandplatz steht für Anna-Maria fest: Hier muss dringend ein frischer Wind rein, sonst wird die Gemeinde auf lange Sicht durch »natürliche Dezimierung« aussterben. Es formieren sich neue Ideen: Ein offener Gottesdienst, das wär’s! Da haben Jan & Co. die Rechnung allerdings ohne den Wirt gemacht: Gemeindeleiter Kurt...Aber nicht nur das Gemeindeleben ist Thema dieses Buches. Auch private Probleme und Sorgen der Romanfiguren unterschiedlichen Alters fließen in die Handlung ein. Der Schreibstil ist recht locker (in Anna-Marias Beispiel etwas derbe in der Ausdrucksweise) humorvoll und beinahe skurril. Besonders Gemeindeleiter Kurt hat mich durch seine verknöcherte Art laut zum Lachen gebracht. Oder ein paar Szenen mit Jan in seiner Buchhandlung... Herrlich!Dieser Roman war in manchem ganz anders, als ich erwartet hätte. Er war für mich ein unerwarteter Flashback in meine Jugendzeit (als Willow Creek gerade nach Deutschland schwappte und die Titanic die Kinoleinwand eroberte). Und bot amüsante Liebeswirren und ein recht offenes, nicht besonders vorhersehbares Ende. (Ich würde aber gerne wissen, wie es weiter geht!!)Nun wird hier natürlich überwiegend die Seite des Hauskreises geschildert, der seine Ideen so gerne umsetzen würde. Es zeigt sich aber auch, welche Probleme sich ergeben, wenn die älteren Gemeindemitglieder so gar nicht angetan sind von Neuerungen. Ist Bewährtes plötzlich nicht mehr gut? Kann die Gemeinde auf einen Nenner kommen?Vielleicht empfindet der eine oder andere Leser die Szenen als übertrieben dargestellt. Dem muss ich sagen: Sie sind sehr realistisch! Auch heute gibt es noch solche Gemeinden und dieselben »Probleme«.

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