Dark Universe - Der Aufbruch

von Daniel F. Galouye 
3,8 Sterne bei12 Bewertungen
Dark Universe - Der Aufbruch
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

einz1975s avatar

Ein post-apokalyptisches Abenteuer, welches auf seine ganz eigene Art und Weise uns Menschen zurück in die Steinzeit schickt.

Annabels avatar

Definitiv kein herkömmlicher Roman. Gewöhnungsbedürftig, allerdings wirklich spannend, wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat.

Alle 12 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Dark Universe - Der Aufbruch"

Dark Universe – Der Aufbruch

Jared gehört zu den „Überlebenden“.

Vor Jahrhunderten löschte ein gewaltiger Krieg die menschliche Zivilisation
aus und machte die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe konnten sich in ein unterirdisches Tunnelsystem retten. Seit Generationen leben sie im Untergrund - ohne Licht - in völliger Dunkelheit. Ihre Sinne haben sich perfekt an die ewige Nacht angepasst. Erinnerungen an die alte Welt, sogar an Licht, sind nicht mehr als Legenden – bewahrt in den Mythen der Überlebenden.

Jared will den Geschichten auf den Grund gehen und wagt den riskanten Aufstieg…

Dark Universe erschien erstmals 1962 zur Zeit des Kalten Krieges. Die post-apokalyptische Vision einer vom Atomkrieg zerstörten Zivilisation war für den Hugo Award nominiert. Ein Meisterwerk der Science-Fiction Literatur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783945493847
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Mantikore-Verlag
Erscheinungsdatum:10.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne6
  • 3 Sterne4
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    einz1975s avatar
    einz1975vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein post-apokalyptisches Abenteuer, welches auf seine ganz eigene Art und Weise uns Menschen zurück in die Steinzeit schickt.
    Daniel F. Galouye - Dark Universe - Der Aufbruch

    Dunkelheit, Finsternis und kein Licht… wir befinden uns genau da wo ihr es vermutet – Tief weit unter der Erde. Wir lernen dabei Jared kennen. Ein junger Mann, welcher aus der sogenannten unteren Ebene stammt und nicht immer ganz den Gesetzen seiner Vorgesetzten treu ist. Es kommt schon vor, dass er sich in Gebiete wagt, welche er nicht betreten darf. Schon von Anfang an spürt man, dass hier etwas anders sein muss, denn es wird unter anderem von sogenannten „Klick-Steinen“ gesprochen. Wozu könnten diese wohl dienen? Richtig, um sich zu orientieren, denn in dieser Welt ist es wie anfangs beschrieben einfach nur Dunkel. Genau das macht einen wahrlich unheimlichen Reiz aus, denn wie ein Blinder lebt Jared in dieser Welt und erlebt er seine Umwelt auf eine ganz andere Art als wir.

    Sein Gehör ist daher außerordentlich gut ausgeprägt und er erkennt viele Kleinigkeiten nur aufgrund des Schalls, welcher von dem Gegenstand zurückgeworfen wird. Selbst mit Pfeil und Bogen oder mit einem Speer kann er trotz Dunkelheit gut umgehen. Er trifft gleich zu Anfang auf ein gefährliches Tier, welches in diesen Höhlen zu leben scheint. Mit Glück schafft er es dennoch wieder zurück. Viel erschreckender ist jedoch die Tatsache, dass es in dem Höhlensystem anscheint auch noch andere und weitaus gefährlichere Monster gibt. Eines Tages wird er zum Rat der Einwohner gerufen, denn es ist Zeit, dass er verheiratet wird. Seine Auserwählte ist anfangs auch nicht sonderlich angetan von dieser Idee, aber im Verlauf der Geschichte ändert sich das.

    Denn sie ist ebenfalls mehr als Besonders und kann sich zusätzlich doch noch auf ihre Augen verlassen, wenn auch anders als ihr eure Augen benutzt. Was aber hat das alles mit Science-Fiction zu tun? Der Roman selbst spielt nach einem verehrenden Atomkrieg, welcher vor einigen hundert Jahren auf der Oberfläche tobte. Die Menschen suchten Schutz und was daraus geworden ist, könnt ihr hier erfahren. Der Autor nimmt sich dabei sehr viel Zeit für seine Figuren. Er entwickelt zum Teil eine eigene Sprache und viele eigene Begriffe, denn Sprache steht bekanntlich niemals still. Was den Roman an einigen Stellen etwas undurchsichtig macht und man schon frühzeitig erraten will, was „Zivver“ sind oder diese Monster, welche Menschen verschwinden lassen. Eine schöne Auflösung gibt es allerdings erst zum Schluss.

    Außerdem erschien Dark Universe erstmals 1962 und damit mitten zur Zeit des Kalten Krieges, kein Wunder, dass Galouye dieses Thema dermaßen beschäftigt hat. Das Ende zeigt einmal mehr, dass die Menschen damals wirklich diese Endversion eines Krieges direkt vor Augen hatten. Eine weitere, recht philosophische Frage, wird dem Leser ebenfalls beantwortet. Was ist Licht und was ist Finsternis? Einige Traumwelten, in die sich unser Held verirrt sind schon recht eigenwillig, weisen den Roman aber in genau die Richtung, wie der Autor es eben wollte. Denn vorrangig geht es nicht um Science-Fiction mit einer schönen neuen Zukunft, sondern das Ende unserer Gesellschaft und der Rückschritt zu unserer Vergangenheit als Sammler und Jäger.

    Fazit:
    Dark Universe – Ein post-apokalyptisches Abenteuer, welches auf seine ganz eigene Art und Weise uns Menschen zurück in die Steinzeit schickt. In dunklen Gängen wandeln mysteriöse Monster und schicken unseren Helden von einem Schrecken zum nächsten. Der Roman liest sich schnell, aber nicht immer leicht und wer sich zurückerinnert fühlen will an den Kalten Krieg und seine Folgen, der findet hier einen fast vergessenen Zeitzeugen und seine Erlebnisse.

    Matthias Göbel

    Autor: Daniel F. Galouye
    Paperback: 280 Seiten
    Verlag: Mantikore Verlag
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsdatum: 10.05.2017
    ISBN: 978-3-945493-84-7

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Annabels avatar
    Annabelvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Definitiv kein herkömmlicher Roman. Gewöhnungsbedürftig, allerdings wirklich spannend, wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat.
    Ungewohnt aber gut!

    Figuren: An sich ist die Anzahl der Figuren, die wirklich eine Rolle in der Handlung von Dark Universe spielen, recht gering gehalten. Das begrüße ich allerdings, da ich mich als Leserin sowieso mehr auf andere Dinge konzentrieren musste. So bleiben als wirklich wichtige Figuren nur zwei: Jared und Della.Jared scheint der einzige in seiner „Welt“ zu sein, der das Licht nicht nur als eine unnahbare Gottheit sieht, sondern mehr dahinter vermutet. Er ist eine sympathische Figur und muss auf seiner Suche nach Antworten einiges ertragen. Als besonders empfand ich vor allem, wie ich als Leserin wirklich mitfühlen konnte, wie sich seine Einstellung gegenüber der unterirdischen Welt, also seiner Heimat und seinem Volk, immer wieder geändert hat und wie er mit sich selbst haderte.Zu ihm gesellt sich nach einiger Zeit Della. Sie gehört einem anderen Volk an und soll mit Jared eine Verbindung eingehen, um die Welten der beiden einander näherzubringen. Ihre wahre Bedeutung für die Story wird erst recht weit am Ende des Buches offenbart, also werde ich jetzt nicht allzu viel verraten. 
    Schreibstil: Ich muss zugeben, ich habe erst nachdem ich mit dem Lesen von Dark Universe begonnen hatte auf der Seite des Verlags bemerkt, dass dieses Buch erstmals 1962 veröffentlicht wurde. Überrascht hat es mich vor allem, weil ich bei dieser Jahreszahl sofort Flashbacks diverser Schul- und Unilektüre bekam. Hier kann ich euch aber beruhigen, denn dem Schreibstil merkt man sein Alter nicht an. Er lässt sich sogar wirklich angenehm lesen. Ich hatte da eher ein Problem mit der Aufteilung des Textes selbst, also mit den Absätzen. Denn teilweise finden größere Zeit- oder Ortssprünge statt, ohne, dass das optisch im Text erkennbar ist. Leider habe ich so teilweise erst nach mehreren Zeilen bemerkt, dass sich die Handlung mittlerweile irgendwann oder irgendwo anders abspielte. Nach circa der Hälfte des Buches war ich zwar darauf gefasst und auch aufmerksamer, was solche Wechsel anging, doch hat mich diese (nicht vorhandene) Trennung in den ersten Kapiteln immer wieder ins Stolpern gebracht.
    Inhalt:Bei diesem Buch musste ich als Leserin wirklich vergessen, wie ich bisher gelesen habe. Denn Jared, Della und Co. leben in einer Welt unter der Erde in verschiedenen Höhlensystemen. Unsere Welt, also das „oben“ haben sie nie kennengelernt. Die Zeit, in der ihre Vorfahren auf der Erde gewohnt haben, ist so lange her, dass sich niemand mehr daran erinnert, was „oben“ überhaupt ist. Jared selbst lebt in absoluter Dunkelheit. Er und sein Volk sehen nicht wie wir, sie nehmen ihre Umwelt durch Schall wahr. Dies ist auch der Punkt, für den man wirklich offen sein muss. Natürlich werden Räumlichkeiten und Personen beschrieben.- Aber eben nicht, wie sie aussehen, sondern wie sie sich anhören, also wie der Schall zurückgeworfen wird. Ich befand mich also während des Lesens wirklich in einem „Dark Universe“. Trotzdem hat der Autor es geschafft, die gesamte Welt gerade so durch die verschiedenen Figuren zu beschreiben, dass ich mich immer zurechtfinden konnte und auch ein grobes Bild der Umgebung hatte. Öde ist es in den Höhlen allerdings nicht, auch, wenn man das vorerst meinen könnte. Denn die Menschen leben nicht allein dort unten. Es ist zu Beginn noch nicht ganz klar, was es mit den Zivvern und Subflatterern auf sich hat, aber genau das gibt dem Ganzen noch einen extra Hauch Spuk dazu. Man sieht die Gefahr, beziehungsweise das Monster, das einen verfolgt, nicht wirklich. Man kann es nur hören und riechen.Zu diesen Monstern kommt aber auch Gefahr aus den eigenen Reihen, denn die Überlebenden sind in höchst mittelalterliche Glaubensmuster zurückverfallen und Fehltritte (die sich Jared zu oft leistet) werden hart bestraft. Sie alle beten Gegenstände, „Reliquien“, aus der Vergangenheit an.- Also aus der Zeit, in der die Menschen noch auf der Erde lebten. Wozu Glühbirne und Co. allerdings so wirklich da waren, verstehen sie alle nicht, denn „hell“ und „dunkel“ kennt man dort unten auch nicht. Das einzig Gute, sofern man es so nennen will, was das Leben unter der Erde hervorgebracht hat, sind die besonderen Fähigkeiten der Bewohner. Da sie schon lange nicht mehr ihre Augen nutzen, haben sich andere Sinne wie Hören und Riechen stark verbessert. Manche einzelnen Personen haben sogar ganz besondere Fähigkeiten entwickelt, über die ich hier nicht zu viel verraten möchte.
    Wenn euch Dark Universe interessiert, möchte ich euch hier auch noch ans Herz legen, wirklich am Ball zu bleiben, wenn ihr einmal mit dem Lesen angefangen habt. Es handelt sich hier um keinen dicken Schinken, also sollte das machbar sein. Denn ich muss gestehen, dass ich dieses Buch nicht seitenweise lesen konnte, sondern es kapitelweise verschlungen habe. Das allerdings nicht nur, weil es zum Ende heraus immer spannender wurde, sondern auch, weil man sonst schnell den Faden verlieren könnte. Allzu verwirrend ist zwar nichts beschrieben, aber durch die bereits erwähnten Zeit- und Ortssprünge kann man schnell aus dem Lesefluss kommen, wenn man nicht genug „Schwung“ hat. 
    mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2018/03/rezension-dark-universe.html

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Zsadistas avatar
    Zsadistavor einem Jahr
    Rezension zu "Dark Universe"

    Mittlerweile ist der gewaltige Krieg Jahrhunderte her. Die Menschen leben seit ewigen Zeiten unter der Erde in der Dunkelheit. Verschiedene Gruppen haben sich unter der Erde weiter entwickelt. Die eine hat sich auf hören spezialisiert. Mit Klickgeräusche verständigen sie sich. Die andere kann Temperaturen und Wärmesignaturen unterscheiden.

    Doch wirklich glücklich sind die Menschen mit ihrer Situation nicht. Jared, ein Überlebender, sehnt sich nach den alten Legenden nach Licht und Farben.

    Jared würde zwar gerne an die Oberfläche, doch traut er sich trotz seiner Sehnsucht nicht. Doch dann geschehen merkwürde Dinge im Dunkeln und Jared bleibt nichts anders übrig, als doch den Weg nach oben zu suchen.

    „Dark Universe“ ist ein Science Fiction Roman aus der Feder des Autors Daniel F. Galouye.

    Gleich vorne weg sei zu sagen, dass der Roman bereits im Jahre 1962 geschrieben wurde. Das Buch wurde nun neu verlegt und veröffentlicht. Daher muss ich gleich erwähnen, dass der Schreibstil natürlich nicht neumodisch ist. Die Geschichte ist nun einmal 55 Jahre alt und als solche muss man sie auch lesen.

    Die Katastrophe an sich wird erst spät im Buch erwähnt. Anfangs gibt es immer nur Andeutungen. Auch spielt die Religion in der Story eine große Rolle. Wobei es schon eine seltsame Sache ist, wenn man die Finsternis als das verteufelte Böse ansieht, wenn man beständig in ihr wohnt.

    Die Geschichte an sich erzählt sich schon sehr interessant. Ich bin immer wieder überrascht, auf was die Autoren dieser älteren Bücher doch gekommen sind.

    Zum Ende hin weißt die Geschichte jetzt nicht die große Wendung. Es endet auch nicht im großen bombastischen Finale. Mir hat die Story jedoch trotzdem gefallen. Wie schon erwähnt, man muss auch das Alter der Geschichte beachten. Es ist wie der Vergleich von alten und neuen Filmen. Die alten Filme und Bücher bestechen durch ihren Inhalt und die Darstellung, die neuen in ihrer Aktion und bildgewaltige Darstellung.

    Mir hat das Buch trotz allem gut gefallen. Es ist auch mit Sicherheit ein guter Lesestoff für Liebhaber älterer Science Fiction. Für Fans der neuen SF mit allen Raumschlachten und übertriebener Aktion dürfte das Buch etwas langatmig sein. 

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Daninskys avatar
    Daninskyvor einem Jahr
    Gelungener Abenteuer SF

    * Meinen Dank an den Manticore Verlag für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar. *

     In Dark Universe steht die Warnung vor der Atomaren Bedrohung eher zweitrangig da. Vielmehr thematisiert der Autor im Gewand eines SF Abenteuerromans zeitbezogene Probleme wie Religion, Sektentum und Ausgrenzung. Ganz unmittelbar geht es dem Autor jedoch einfach um das Gedankenspiel einer Menschheit die in absoluter Dunkelheit überleben muss. Die Überlebenden, denen Hauptcharakter Jared angehört haben hierfür (durch Strahlungsmutation?) ein hochsensibles Gehör, ähnlich dem der Fledermäuse, entwickelt, welches sie ihre Umgebung mittels Echowahrnehmung erfassen lässt. Von dieser Prämisse ausgehend entwickelt der Autor seine Geschichte um eine Gesellschaft für die „Licht“ ein Mythos ist, ein Relikt vergangener Tage von dem sie nur Wissen das es um sie war.
     Galouye präsentiert uns eine gleichermaßen wahnwitzige, wie im Kontext überzeugende Religion die das Licht mit Gott gleichsetzt und welche in Furcht vor der Oberwelt und ihren Teufeln lebt, namentlich Kobalt, Strontium und Wasserstoff höchstpersönlich.

     Doch Jared ist ein Zweifler, er misstraut der Religion und möchte auf eigene Faust herausfinden was Licht ist. Diese Suche, wird behindert durch gräulichen „Subflatterer“, ins gigantische mutierte Fledermäuse, und die ständige bedrohung durch Überfälle der Zivver, einem abgelegen lebenden Menschenstamm, welche sich auf eine den Überlebenden unbekannte Weise zu orientieren vermögen ohne auf ihre Ohren angewiesen zu sein.
    Die Suche führt Jared uns seinen Freund über die „Barriere“ welche den verbotenen Weg in die Oberwelt abgrenzt, eine Zone durchstreift von Monstern die lautlose Töne von sich geben und ihre Opfer betäuben um sie dann für ungewisse Zwecke zu Verschleppen.

     Bereits nach wenigen Seiten schafft es der Autor uns so komplett in seine Ideen zu involvieren das wir uns tatsächlich vorstellen können wie wir an der Seite Jareds durch eine ewige Dunkelheit jagen, sich vor uns eine Welt entfaltet die für uns nur noch aus Schalleindrücken besteht.

     Kritisieren lässt sich nur dass sich der Autor im Mittelteil in gefühlt unnötigen Passagen verliert, die zwar nicht weniger Spaß machen zu lesen, aber ultimativ die Geschichte nicht bereichern sondern eher dazu geneigt sind das sorgfältig aufgebaute Konstrukt der Glaubwürdigkeit zu Erschüttern, wenn zum Beispiel der Autor weitere Mutationen einfließen lässt, wohl nur um einem bereits gemachten Punkt Nachdruck zu verleihen.

     An der Übersetzung selbst fällt auf dass das Lektorat leider nicht so sorgfältig ausgefallen ist, wie es hatte sein können. Da der Manticore Verlag aber als unabhängiger Kleinverlag sicher stärker auf seine Kostendeckung achten muss, und mit der Veröffentlichung eines nicht mehr so bekannten Autors hier sicherlich ein gewisses höheres Risiko eingeht, lässt sich dies meiner Meinung nach leicht nachsehen.
     

     Die Geschichte, soviel sei Verraten, endet eher antiklimatisch, es gibt keine wirklich überraschende Wendung zum Ende hin und mir stellte sich das Gefühl ein das der Autor hier besser beraten gewesen wäre hätte er das Ganze auf eine Kurzgeschichte oder Novelle Konzentriert.

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    M
    Mel_Anievor einem Jahr
    "Auf der Suche nach dem Licht"

    Achtung: Rezension enthält Spoiler!!!

    Klappentext:
    Jared gehört zu den „Überlebenden“.
    Vor Jahrhunderten löschte ein gewaltiger Krieg die menschliche Zivilisation
    aus und machte die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe konnten sich in ein unterirdisches Tunnelsystem retten. Seit Generationen leben sie im Untergrund - ohne Licht - in völliger Dunkelheit. Ihre Sinne haben sich perfekt an die ewige Nacht angepasst. Erinnerungen an die alte Welt, sogar an Licht, sind nicht mehr als Legenden – bewahrt in den Mythen der Überlebenden.
    Jared will den Geschichten auf den Grund gehen und wagt den riskanten Aufstieg…
    Dark Universe erschien erstmals 1962 zur Zeit des kalten Krieges.

    Jared lebt in der untersten Ebene der Höhlen.Die Sinne der Menschen haben sich komplett an die Dunkelheit angepasst.Seine Gruppe und die Gruppe der obersten Ebene können durch "Klicksteine" und zentrale "Schallwerfer" Laute und Echos erzeugen um dadurch ihre Umwelt warzunehmen.Dann gibt es noch die Gruppe der "Zivver" deren Sinne sich nicht so gut angepasst haben und sie deshalb nur sehr schlecht hören können.Dafür haben sie sich so weiterentwickelt das sie mittels Infrarotsicht ihre Umgebung warnehmen.
    Jared ist begabter als andere in seiner Gruppe.Er kann seine Umwelt ganz besonders detailreich warnehmen,solange es eine "Lautquelle" gibt.
    Die Menschen leben von Schaafzucht und Fischen oder Flusskrebsen die in den unterirdischen Flüssen Leben.
    Jared ist der Sohn des Anführers aber er tut sich schwer den religiösen Leitfäden seiner Gruppe zu folgen.
    Das Licht steht für das Gute und die Finsternis für das Böse.Ohne das die Menschen überhaupt wissen was Licht und Finsternis wirklich sind.Das Licht wird als Gottheit in Form einer alten Glühbirne angebetet.Jared zweifelt jedoch an diesen religiösen Ansichten.Er glaubt das Licht etwas physisches ist und hat es sich zur Aufgabe gemacht Licht und Finsternis zu finden.Begriffe wie: "wir sehen uns später" haben sich über die Generationen angepasst da die Menschen ja nicht wissen was sehen ist und wozu die Augen eigentlich da sind.So heißt es hier "wir hören uns später".
    Einige der Menschen haben ihre Augen immer geschlossen und tragen ihre Haare vor dem Gesicht,andere dafür haben ihre Augen immer geöffnet.
    Für jeden Überlebenden muss für eine "Vereinigung"ein Partner gefunden werden damit das Überleben auch für die nächsten Generationen gesichert ist.So muss auch Jared zur oberen Ebene aufbrechen.Doch bald verschwinden immer mehr Menschen aus den verschiedenen Gruppen und in den Tunnelsystemen tauchen "Monster" auf......

    Die Geschichte an sich ist sehr interessant und hat durchaus potenzial.Aber es gibt so viele Dinge die für mich zum Schluß ungeklärt blieben!
    Zbsp. Warum haben nur die "Zivver" die Infrarotsicht und nicht auch die anderen.Warum hat nur Leah diese "Gabe".Was hat es genau mit dem ewigen Mann und Ethan auf sich.Hier hätte ich mir gerne mehr Hintergrund gewünscht.Auch würde mich interessieren wie sie so lange dort unentdeckt leben konnten.Auch der Schluss war mir zu schnell abgefertigt.Und der Schreibstil war nicht immer einfach zu lesen,teils philosophisch.Ich bin erst beim 2. Anlauf und nach einer Weile richtig in die Geschichte reingekommen.
    Trotzdem hat das Buch mich mit vielen Fragen zurück gelassen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    Thoronriss avatar
    Thoronrisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Spannendes Gedanken-Experiment, dessen Schrecken wohl 1962 noch viel realer war. So muss Sci-Fi!
    Ein spannendes Gedanken-Experiment

    Achtung: Rezension enthält Spoiler!

    Es ist lange her, dass ich Science Fiction gelesen habe. Ich bin mit Andreas Eschbach aufgewachsen, und seine Romane haben meinen Blick auf die wissenschaftliche Seite des Universums geprägt. Mit "Dark Universe" bin ich in dieses Genre zurückgekehrt und obwohl das Buch über 50 Jahre alt ist, kann es auch heute noch faszinieren.

    Von der ersten Seite an werden wir in die Welt der absoluten Dunkelheit geworfen, in der Jared lebt. Wir erfahren, dass die Menschen, welche sich Überlebende nennen (nunja, zumindest, nachdem sie einen Partner für die "Vereinigung" gefunden haben, nennen sie sich so), gelernt haben, ihre Umgebung durch Laute und Echo wahrzunehmen. Jared scheint darin begabter als die meisten anderen, er kann seine Umgebung erstaunlich detailreich wahrnehmen, solange es nur eine Laut-Quelle gibt. Er ist der Sohn des Anführers, doch ausgerechnet er tut sich schwer damit, den religiösen Leitfäden seiner Gesellschaft zu folgen. Das Licht wird als Gottheit angebetet, ohne dass jemand weiß, was das Licht ist, ebenso wie die Finsternis für das Böse steht, obwohl niemand weiß, was Finsternis ist. Einige wissenschaftliche Begriffe haben die Jahrhunderte überdauert - Strontium, Kobalt, Wasserstoff -, doch ihre eigentliche Bedeutung ging verloren, so dass sie jetzt nur noch als Dämonen bezeichnet und gefürchtet sind. Man spricht von einem Paradies, aus welchem die Menschen verbannt wurden, in welchem sie die Fähigkeit hatten, ganz ohne Laute über weite Entfernungen hinweg zu sehen.

    Sehen. Ein Begriff, der den Überlebenden noch bekannt ist, aber der ebenfalls seine Bedeutung verloren hat. Niemand weiß, was sehen ist. Niemand weiß, wozu Augen da sind, weswegen die meisten sie ständig geschlossen halten. Dieses Konzept zieht sich konsequent durch den Text, auch das erzählende Wort spricht nie von sehen, sondern immer nur von hören. Am Anfang ist es absonderlich, bei Floskeln wie "Wir sehen später weiter" oder "Siehst du das dahinten?" das Wort auszutauschen und hören hinzuschreiben, doch es gestaltet die Welt und macht sie authentisch. Die gesamte Umgebung wird durch hören erschlossen.

    Noch spannender wird dieses Konzept in jenem Moment, da wir auf Zivver stoßen, welche erst als andersartige Monster präsentiert werden, doch schnell lernen wir, dass auch sie lediglich Menschen sind, die jedoch keinen überragenden Gehörsinn entwickelt haben, sondern Infrarotsicht. Sie sind den Überlebenden überlegen, da sie immer "zivven", sie brauchen keine Laut-Quelle, um die Umgebung wahrnehmen zu können. Nur hohe Temperaturen sind ihr Feind, da dann die Wärmesicht versagt. Jared versucht verzweifelt herauszufinden, was zivven ist, doch da er das Konzept von Sehen nicht versteht, kann er nur erahnen, wie Zivver ihre Welt wahrnehmen.

    Und noch verwirrter wird er, als die echten, bösartigen, überlegenen Monster auftauchen, welche eine Waffe bei sich tragen, die alle Sinne benebelt und teilweise Menschen in Ohnmacht fallen lässt. Dem Leser ist natürlich vom ersten Augenblick an klar, dass auch dies vermutlich nur Menschen sind, aber dass diese tatsächlich noch über Lichtquellen verfügen. Das "lautlose Geräusch", welches Jared wiederholt wahrnimmt, bereitet ihm und den anderen Überlebenden Schmerzen, und sie begreifen es nicht. Wie können sie etwas hören, das keinen Laut macht? Denn jede Sinneswahrnehmung, die ihnen ihre Umwelt enthüllt, ist für die Überlebenden hören. Und hören ist mit den Ohren und Geräuschen verbunden. Dass es die Augen sind, welche mit Hilfe von Licht die Umgebung wahrnehmen, versteht Jared erst viel, viel später.

    So viel zum Konzept, kommen wir zur eigentlichen Geschichte: Jared will das Licht finden, er zweifelt an der Religion. Als die Monster auftauchen, beschuldigt sein Volk ihn, dass er das über sie gebracht hat, weil er gezweifelt hat. Es gibt eine längere Episode, in der Jared in Kontemplation versunken über das Licht und seinen Glauben nachdenkt. Ihn plagen Gewissensbisse. Das Problem daran ist: Der Leser kann nicht mitleiden. Die gesamte Religion wurde zu keinem Zeitpunkt so präsentiert, dass man ihr Bedeutung zumessen kann. Zumindest keine handlungsleitende Bedeutung. In Romanen, welche sich mit bspw. christlicher Religion beschäftigen, da kann man die Handlungsmotivation von bspw. Mönchen durchaus verstehen, auch wenn man selbst nicht gläubig ist. Hier jedoch wurde die Religion so konfus präsentiert und durch die Brille von Jared von Anfang an mit Zweifeln betrachtet, dass ich als Leser ihr einfach keinerlei Bedeutung für Jared beimessen konnte. Warum einige seiner Handlungen eine Zeit lang in diesem Glauben ihre Motivation fanden, bleibt leider unerklärlich, so spannend die Religion ansonsten auch ist.

    Beeindruckt war ich auch vom Ende (erneuter Spoiler-Hinweis!): Jared war stets derjenige, der dachte, das Licht könnte eventuell etwas anderes als eine Gottheit sein, eventuell sogar etwas Physisches sein, doch als er durch Zufall die Außenwelt erreicht, ist er so von Panik erfüllt, dass er zurückkehrt und seine Mitmenschen, welche sich gerade gesammelt auf den Weg aus der Unterwelt hinaus machen, davor warnen will, die Außenwelt zu betreten. Plötzlich ist er derjenige, der am heftigsten dafür kämpft, dass der alte Glaube aufrecht erhalten wird und sich nichts ändert. So überraschend das im ersten Moment auch war, so einleuchtend war es doch, denn das Grauen, das Jared packt, als er die unendliche Weite der Außenwelt das erste Mal sieht und die Hitze der Sonne das erste mal spürt, ist eindringlich geschildert.

    Leider gibt es zum Ende hin einige Mängel im Schreibstil, der bis dahin schön zu lesen war. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung lag, doch bei einem längeren Gespräch die wörtliche Rede ausschließlich mit dem Namen der sprechenden Person und manchmal noch einem Adjektiv zu versehen, das gehört nicht in einen Roman. So schreibt man Theaterstücke. Das hat mich deutlich stolpern lassen. Abgesehen davon haben aber Autor und Übersetzer gute Arbeit geleistet.


    Fazit:

    Der Science-Fiction-Roman "Dark Universe - Der Aufbruch" ist ein spannendes Gedanken-Experiment, das vor dem Hintergrund des Horrors eines globalen Atomkrieges überlegt, wie Menschen ohne ihre Augen in der Welt zurecht kommen würden. Im Jahr 1962 hatte dieses Buch gewiss noch eine größere Schock-Kraft als heute, doch es bleibt spannend und interessant. Einzig der misslungene Aufbau des Religionssystems trübt die Freude ein wenig. "Dark Universe" erinnert streckenweise an "The Time Machine" von H. G. Wells und macht genau das, was Science Fiction (unter anderem) tun sollte: Zukunftsszenarien entwerfen und so fantasiereich wie möglich ausformulieren, wohin wissenschaftliche Errungenschaften uns führen und wie Menschen sich entwickeln könnten. Dieses Buch ist wie ein guter Kaffee: anregend und es hält wach!

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    Hortensia13s avatar
    Hortensia13vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Thematik rund um die Welt der Sinne fand ich sehr spannend. Leider hat mich die Umsetzung gar nicht überzeugt.
    Die Welt der Sinne

    Die Erde wurde vor Jahrtausenden durch einen gewaltigen Krieg unbewohnbar, was einige Überlebende dazu brachte sich in unterirdischen Höhlen zu retten und Generationen über Generationen vergingen. Erinnerungen an die Welt vor dem Krieg entwickelten sich zu Mythen, denen Jared auf den Grund gehen möchte. Was hat es mit dem ominösen Licht auf sich? Was befindet sich hinter der Barriere, die die Unterwelt von der Aussenwelt abgrenzt?
    Das Buch wurde erstmals 1962 zur Zeit des Kalten Krieges verlegt. Die post-apokalyptische Geschichte erscheint, auch zur aktuellen Gegenwart, sehr spannend. Leider wird in der Erzählung der Leser geradewegs in die "Unterwelt" geworfen und das Buch versäumt es mehrfach Hintergründe oder Aufklärungen anbieten. Das Hauptthema "Sinneswahrnehmungen" wird sehr diffizil und philosophisch verarbeitet. Aber ohne einleitenden Klappentext wäre man als Leser am Ende des Buches immer noch unwissend, um was sich eigentlich alles handelt.

    Kommentieren0
    10
    Teilen
    JessicaLiests avatar
    JessicaLiestvor einem Jahr
    "Eine neue Art von Ewigkeit"

    Klappentext:
    Jared gehört zu den „Überlebenden“.
    Vor Jahrhunderten löschte ein gewaltiger Krieg die menschliche Zivilisation
    aus und machte die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe konnten sich in ein unterirdisches Tunnelsystem retten. Seit Generationen leben sie im Untergrund - ohne Licht - in völliger Dunkelheit. Ihre Sinne haben sich perfekt an die ewige Nacht angepasst. Erinnerungen an die alte Welt, sogar an Licht, sind nicht mehr als Legenden – bewahrt in den Mythen der Überlebenden.
    Jared will den Geschichten auf den Grund gehen und wagt den riskanten Aufstieg…

    Meine Meinung:

    Direkt zu Beginn wird man in die Geschichte geworfen und sofort ein Teil davon. Jedoch erfährt man die „Vorgeschichte“, wie alles dazu kam, erst gegen Ende des Buches.

    Man stelle sich selbst ein so einer Welt vor, wenn man komplett auf das Hören angewiesen ist, ein irrer Gedanke. Aber für unsere Charaktere Wirklichkeit. Sie haben aus ihrer Situation gelernt und haben ihren Weg gefunden sie und womit sie sich dadurch zurechtfinden, das war interessant zu lesen. Es war auch beim Lesen super interessant wie sie damit umgehen und wie sie es umsetzen.

    Die Menschheit ist in zwei verschiedenen Gruppen aufgeteilt, beide sind nicht gut auf sich zu sprechen und leben dadurch auch in verschiedenen Regionen. Dieser Konflikt war dabei spannend zu lesen. Und dann kamen die Monster dazu, von diesem Zeitpunkt ging die Handlung rasant und aufregend weiter. Diese haben bei mir anfangs etwas für Verwirrung gesorgt, aber zum Ende des Buches blieben keinerlei Fragen mehr offen.

    Spannend war es ohne hin. Sie hat sich von der ersten Seite bis zur letzten Seite stark und immer wieder mehr entwickelt. Ich konnte gar nicht mehr von dem Buch loslassen, es war für mich einfach unglaublich spannend. Und der Schreibstil war dabei an sich super zu lesen, dabei für jede Wendung offen.

    Wer von diesem Genre Fan ist, der muss auch bei diesem Buch hier unbedingt vorbei schauen. Es ist eine absolute Leseempfehlung!

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    StSchWHVs avatar
    StSchWHVvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Absolut spannend und gleichzeitig philosophisch relevant! Ein echter Schatz von einem Sci-Fi Klassiker!
    Daniel F. Galouye - Dark Universe

    Das Alter dieses Sci-Fi Meisterwerkes merkt man der Schreibweise durchaus an, die teils ein bisschen verstaubt daher kommt. Diesen kleiner Stolperstein kann der Text aber spielend umgehen, denn nicht nur ist er ungemein spannend, er ist auch überraschend philosophisch und einzigartig tiefgründig!

    Wie kann jemand, der das Licht nie gesehen hat, nicht einmal wirklich eine Vorstellung davon aus, was es ist, für den Licht absolut keine reale Bedeutung im eigenen Leben hat, denn dieser jenige weiß nicht einmal, dass das, was ihn umgibt Dunkelheit ist, trotzdem danach suchen? Alles in frage stellen, was er weiß? An seinem eigenen Glauben zweifeln?

    Die Idee kommt so banal daher, die Suche unseres Protagonisten fast schon naiv, und doch will man keine Sekunde verpassen. Bis zum Schluss wird man sich fragen, wer hier wer ist, was das Licht ist, was die Dunkelheit, wie Monster in so einer Welt existieren und wie es soweit gekommen ist, das die Menschheit nicht mehr versteht, wozu unsere Augen gemacht sind.

    Mehr als eine Leseempfehlung! Ein Versprechen, dass dieser Roman bis zur letzten Seite ein Erlebnis ist!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    annlus avatar
    annluvor einem Jahr
    Kurzmeinung: sehr interessante Idee - und absolut konsequente Umsetzung
    Wenn Dunkelheit dich umgibt suchst du das Licht

    Wie konnte er ihnen klar machen, dass er keine Zeit für eine Vereinigung hatte. Dass er an ihren religiösen Vorstellungen zweifelte? Dass er sein Leben damit verbringen wollte, zu beweisen, dass das Licht etwas Physisches war, erreichbar in diesem Leben – nicht etwas, das auf das Jenseits beschränkt war?

    Die Welt wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Eine Katastrophe hat die Überlebenden in den Untergrund verbannt. Dort leben sie – nach Generationen vollständig an die ewige Dunkelheit angepasst. Während eine Gruppe das Hören perfektioniert hat, kann die andere Temperaturen unterscheiden und Wärmequellen wahrnehmen. Das Zusammenleben funktioniert allerdings mehr schlecht als recht. Einer der Menschen ist Jared, der sich mit dem Glauben an Licht und Finsternis auseinandersetzt, seine Skepsis durch Taten ausdrücken will und das wahre Licht suchen will. Als jedoch Monster auftauchen und immer mehr Menschen verschwinden, muss er sich zwischen seiner Suche und seiner Pflicht entscheiden.


    Der Leser wird schnell in die Geschichte geworfen und muss sich selbst einen Überblick über die Situation schaffen. Die Katastrophe, die all dem vorangegangen ist, wird sehr lange nicht erwähnt, die Verwendung des Wortes Strahlung als Fluch und die personifizierte Verteufelung von Kobalt und Teutonium lassen allerdings Vermutungen anstellen.

    Gleich von Anfang an fand ich es faszinierend, mir eine Welt vorzustellen, in der man sich einzig auf das Hören verlassen muss. Dazu dienen Schallgeräte und Klicksteine, die zu Echos führen. Dass der Autor auch den Sprachgebrauch und Redewendungen an das Hören als Hauptsinn angepasst hat, hat mir immer wieder gut gefallen. Ebenso interessant fand ich die Religion, die auf Überlieferungen der alten Welt basiert. Das Licht wird vergöttlicht, die Finsternis verteufelt – obwohl sich die Menschen unter beiden Begriffen nichts vorstellen können. Als heilige Reliquien dienen Glühbirnen, was manchmal zu ungewollt witzigen Szenen geführt hat.

    Besonders die Gläubigen halten an ihrem Misstrauen gegenüber allen Anderen fest. Dazu gehören auch die Zivver – Menschen mit der Fähigkeit durch Wärmeempfindunen zu sehen. Jared war in dieser Hinsicht nicht ganz so rassistisch, wie der Rest der Gruppe. Durch eine Zwangsvereinigung (eine Art Ehe, die sich verpflichtet für Nachwuchs für die Überlebenden zu sorgen) mit der Nichte einer konkurrierenden Gruppe, kommt Jared auch den Zivvern – die als Feinde beider Gesellschaften auftauchen – näher.

    Das Auftauchen des Monsters hat Spannung in die Geschichte gebracht, wenn ich auch manchmal etwas verwirrt war, da ich eigentlich dachte, dass sich Jared auf die Suche nach dem Licht machen würde. Je mehr er aber über das Monster erfährt, umso mehr hatte ich das Gefühl, dass die beiden Aufgaben gar nicht so weit auseinander liegen – erscheint doch das Monster gar nicht mehr so monströs, wie ich im ersten Moment geglaubt habe.

    Fazit: Eine sehr interessante Idee, die mir besonders dadurch gefallen hat, wie konsequent der Autor eine Welt in Dunkelheit entstehen lässt, die sich nicht nur auf die Umgebung, sondern auch die Legenden, den Glauben und die Sprache der Menschen niederschlägt.

    Kommentieren0
    28
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Mantikoreverlags avatar
    Liebe Leserinnen und Leser,
    es ist soweit! Unser neuester Klassiker aus der Feder des Scifi Schriftsteller Daniel F. Galouye – DARK UNIVERSE - ist vor kurzem erschienen.

    Da das Taschenbuch nun verfügbar ist möchten wir euch gerne zu einer Leserunde dieses spannenden Klassikers aufrufen. Hierzu spendieren wir 10 Bücher!


    Darum geht es:...
    Jared gehört zu den „Überlebenden“.

    Vor Jahrhunderten löschte ein gewaltiger Krieg die menschliche Zivilisation
    aus und machte die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe konnten sich in ein unterirdisches Tunnelsystem retten. Seit Generationen leben sie im Untergrund - ohne Licht - in völliger Dunkelheit. Ihre Sinne haben sich perfekt an die ewige Nacht angepasst. Erinnerungen an die alte Welt, sogar an Licht, sind nicht mehr als Legenden – bewahrt in den Mythen der Überlebenden.

    Jared will den Geschichten auf den Grund gehen und wagt den riskanten Aufstieg…

    Dark Universe erschien erstmals 1962 zur Zeit des Kalten Krieges. Die post-apokalyptische Vision einer vom Atomkrieg zerstörten Zivilisation war für den Hugo Award nominiert. Ein Meisterwerk der Science-Fiction Literatur
    ....

    Wer an dieser Leserunde teilnehmen möchte braucht sich hier einfach nur zu bewerben. Bitte gebt auch an, wo ihr eure Rezension (möglichst zeitnah!) veröffentlichen werdet (sehr freuen wir uns auch über Rezis auf eigenen Blogs und auf Amazon). Wir freuen uns schon auf euer Feedback.

    Und los gehts...


    Viele Grüße
    euer Mantikore-Verlag

    www.mantikore-verlag.de
    Ihr findet uns auch auf facebook @mantikoreVerlag

    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks