Daniel Glattauer Geschenkt

(183)

Lovelybooks Bewertung

  • 153 Bibliotheken
  • 9 Follower
  • 6 Leser
  • 74 Rezensionen
(92)
(65)
(22)
(4)
(0)

Inhaltsangabe zu „Geschenkt“ von Daniel Glattauer

Gerold Plassek ist Journalist bei einer Gratiszeitung, und auch sonst war sein Leben bislang frei von Höhepunkten. Manuel, 14, dessen Mutter Alice für ein halbes Jahr im Ausland arbeitet, sitzt bei ihm im Büro, beobachtet ihn beim Nichtstun und ahnt nicht, dass Gerold sein Vater ist. Gerold selbst weiß es erst seit kurzem – und er hat sich von diesem Schock kaum erholt, als noch mehr Bewegung in sein Leben kommt: Nach einer von ihm verfassten Zeitungsnotiz über ein überfülltes Obdachlosenheim trifft dort eine anonyme Geldspende ein. Der Anfang einer geheimnisvollen Spendenserie, die Gerold offensichtlich mit seinem Schreiben beeinflussen kann. Langsam beginnt Gerold sich mit dem Leben zu versöhnen ...

Wunderbares Buch! Sehr zum schmunzeln, zitieren und grübeln geeignet.

— Hideyou

Feiner Humor mit ernstem Hintergrund

— TanteEvi

Abgewrackter, alkoholkranker Journalist muss Komfortzone verlassen - und wird belohnt! Absolut tolles Buch!

— Bookling

Kritik an der Gesellschaft

— coffee2go

Als ich dann den Klappentext von Geschenkt gelesen habe, bin ich direkt neugierig gewesen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

— Osilla

Viel Wortwitz, aber magere Handlung. Bei "Geschenkt" überzeugte mich nur der Schreibstil von Daniel Glattauer.

— schnaeppchenjaegerin

Glattauers Schreibstil ist einfach genial - humorvoll, tiefgründig und spannend bis zur letzten Seite - klasse!

— Ladyoftherings

Es werden tolle Themen aufgegriffen aber teilweise zu oberflächlich

— CorinaPf

Locker flockiges Buch, das erstaunlich in die Tiefe geht und lange nachwirkt.

— becauseitsme

Stöbern in Romane

Das Haus ohne Männer

Anfangs war ich doch verwirrt &skeptisch, aber im Laufe der Geschichte war die Verbindung der Frauen sehr wichtig. Ich liebe es.

Glitterbooklisa

Acht Berge

Welch ein berührendes Buch, das alle Fragen des Lebens so eindringlich und schön gearbeitet verhandelt - ein ganz große Empfehlung!

hundertwasser

Und jetzt auch noch Liebe

Eine gute Geschichte, an manchen Stellen etwas unrealistisch.

Traubenbaer

Lügnerin

Ein tolles Buch, ein merkwürdiges Ende

naninka

Birthday Girl

3.5 Sterne

AlinchenBienchen

Underground Railroad

Eine grandios geschriebene Abrechnung!

RubyKairo

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Feelgood

    Geschenkt

    awogfli

    03. July 2017 um 15:16

    Dieser Roman von Daniel Glattauer ist der diametrale Gegenentwurf zur alarmistischen boulevardesken Xenophobie und Misanthropie der heutigen Welt – ein Alternativentwurf zu Mord, Totschlag, bösartigen, sensationsgeilen Menschen – quasi ein sehr modernes Märchen. Er ist durchaus ein wenig klischeehaft und auch rührend, aber ehrlich gesagt, der Autor hat bei mir wie auf Knopfdruck die richtigen Stellen gefunden, um Empathie und ein paar zerdrückte Tränchen zu erzeugen – ich bin entzückt! Und wir reden hier nicht von Romantik und schwülstigem Schmalz, was ich bis auf den Tod hasse, sondern von einer sich entwickelnden Vater-Sohn-Beziehung und spontaner Hilfe für die Ärmsten der Gesellschaft.Worum geht es? Basis für diese Geschichte bildet eine wahre Begebenheit, in der 2011 in Braunschweig ein anonymer Wohltäter an unterschiedliche karitative und soziale Einrichtungen und an in Not geratene Privatpersonen mehrere höhere Geldbeträge gespendet hat. In diesem Roman werden ausgerechnet jene Institutionen und Personen ausgewählt, die ein versoffener abgehalfterter Journalist, der bei einem rechtspopulistischen Gratiszeitungs-Schmierblattl gelandet ist, als Kurzmeldungen in seinem Ressort Vermischtes & Soziales anspricht.Weiters wird Journalist Gerold Plassek mit der Bärenaufgabe konfrontiert, erstens überraschend einen 14-jährigen Sohn zu akzeptieren und diesen zweitens auch noch jeden Nachmittag zu beaufsichtigen, da Mama ein halbes Jahr bei einem Hilfsprojekt von Ärzte ohne Grenzen in Afrika weilend, sich um den pubertierenden Fortpflanz nicht ausreichend kümmern kann. Hier beginnt nun das Märchen, der Vater Gerold (eigentlich Onkel, denn Papi ist sohnemannmäßig ungeoutet) baut doch ganz langsam liebevoll und sanft eine Beziehung zum Sohn auf, entwickelt sich plötzlich von einem versoffenen Versager zu einem verantwortungsvollen Menschen mit Rückgrat, der als Mensch, Mann, Vater, Freund und im Beruf seinen Dornröschenschlaf in der Agonie überwindet und zu einer erfolgreichen Persönlichkeit mutiert.Ein bisschen Krimi ist auch in diesem Roman, aber diesmal gibt es im Paralleluniversum von Glattauer nicht ein heiteres Mörderraten mit zerstückelten Leichen, sondern der Leser und auch Gerold Plassek mit Sohn fahnden detektivisch nach Hinweisen und Indizien auf den edlen Spender. Die Auflösung ist übrigens auch sehr gelungen.Und bei all dem ganzen Feelgood-Rausch kriegt man dann ganz sanft allmählich mit, dass eine gehörige Portion Medienkritik am Boulevard und Kritik an all jenen Menschen, die Hilfsbereitschaft als dummes Gutmenschentum vernadern, so en passant auch noch sehr ernsthaft – aber auch humorvoll transportiert werden.Nach dem Roman Ewig Dein, der doch sehr stark polarisierte, ist es eigentlich sehr still um den Erfolgsautor Daniel Glattauer geworden, obwohl er weitere Romane wie diesen hier publiziert hat. Das finde ich sehr sehr schade.Sprachlich ist zwar der gemächliche Formulierungsstil von Glattauer zu Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber er schwingt sich sowohl stilistisch als auch inhaltlich bald in fast schon humoristisch-philosophische Höhen auf.„Jedenfalls hatte sie mir im Vorfeld jede Freude auf unser erstes richtiges Rendezvous, genommen. Sie mochte ja was von Zähnen verstehen, aber in der Romantik war sie eine Versagerin.“ „Wenn er mich zweimal mit Herr Plassek ansprach und dazwischen Atemgeräusche einlegte, als würde man ihm gerade ohne Narkose einen Luftröhrenschnitt verpassen, dann deutete das auf ein gravierendes Ereignis hin. Also kroch ich widerwillig in die Redaktion zurück.“Fazit: Absolute Leseempfehlung von mir – dieser Roman zeigt, dass man nicht durch Leid, Mord, Totschlag, Blut, Schweiß und Tränen und böse Menschen waten muss, um großartige Literatur zu finden.

    Mehr
  • Feiner Humor mit ernstem Hintergrund

    Geschenkt

    TanteEvi

    28. May 2017 um 23:19

    Worum geht es? Gerold Plassek ist Journalist bei einer Gratiszeitung, und auch sonst war sein Leben bislang frei von Höhepunkten. Manuel, 14, dessen Mutter Alice für ein halbes Jahr im Ausland arbeitet, sitzt bei ihm im Büro, beobachtet ihn beim Nichtstun und ahnt nicht, dass Gerold sein Vater ist. Gerold selbst weiß es erst seit kurzem – und er hat sich von diesem Schock kaum erholt, als noch mehr Bewegung in sein Leben kommt: Nach einer von ihm verfassten Zeitungsnotiz über ein überfülltes Obdachlosenheim trifft dort eine anonyme Geldspende ein. Der Anfang einer geheimnisvollen Spendenserie, die Gerold offensichtlich mit seinem Schreiben beeinflussen kann. Langsam beginnt Gerold sich mit dem Leben zu versöhnen ...   Meine Meinung Daniel Glattauer überascht mich immer wieder. Ich habe schon einige Bücher von ihm gelesen und war von jedem Buch total begeistert. Sein Erzählstil ist in jedem Buch völlig anders und man könnte meinen, die Bücher sind sogar von unterschiedlichen Autoren. Eine typische Handschrift von Daniel Glattauer (außer der für außerordentlich gute Unterhaltung) kann ich nicht festmachen und so bin ich jedes Mal aufs Neue von seinen Büchern überrascht. Wie gerne erinnere ich mich an Gut gegen Nordwind und Alle Sieben Wellen. Für mich eine der schönsten Liebesgeschichten, welche ich je in meinem Leben gelesen habe. Wer mehr zu diesen Büchern erfahren möchte, der kann gerne einmal in einem ältern Artikel von mir Stöbern: Best of Liebesromane   Auch dieses Mal hat mich die Erzählkunst von Daniel Glattauer sofort gefangen genommen. Mir hat der feine Humor außerordentlich gut gefallen un das Buch hat mich sehr häufig zum Schmunzeln gebracht. Der Protagonist Gerold ist eigentlich ein absoluter Verlierer, dem ich unter normalen Umständen nicht sonderlich viel Beachtung geschenkt hätte. Aber er wird so facettenreich und humorvoll beschrieben, dass er mir sofort ans Herz gewachsen ist und ich immer weiter lesen musste. Gerold schliddert beruflich völlig  unverhofft in ein mediales Spektakel und auch in seinem Privatleben lauern aufregende Begebenheiten, denen er sich stellen muss. Hauptsächlich dreht sich die Handlung um die anonymen Spenden, die Gerold anscheinend mit seine Artikeln beeinflussen kann. Dazu gesellt sich Manuel, sein unehelicher Sohn, der nicht ahnt, dass Gerold sein Vater ist. Die Situationen, die er mit seinem Sohn Manuel erlebt sind mitunter rührend bis hin zu schreiend komisch. Natürlich darf die Liebe auch nicht außen vor bleiben, die mit Rebecca der hübschen Zahnärztin in sein Leben tritt. Aber auch bei der Kennenlerngeschichte besticht das Buch durch feinen, geistreichen Humor. Das Buch ist jedoch nicht durchgehend lustig, sondern hat einen ernsthaften Kern. Die zentrale Botschaft des Buches wird nicht mit erhobenen Zeigefinger transportiert, sondern mit viel Feingefühl. Wahrscheinlich deshalb lässt es den Leser nachdenklich aber auch überaus gut unterhalten zurück.   Fazit Ein packendes Buch, welches man so schnell nicht wieder aus der Hand legt. Geistreich, humorvoll und anregend. Alles Liebe, Eva

    Mehr
  • Kurzweiliger Roman mit viel Charme

    Geschenkt

    Hunderttausendbuecher

    14. May 2017 um 18:29

    Was mir gleich am Anfang aufgefallen ist, als ich das Buch aufgeschlagen habe, war, dass Gerold alles andere als ein typischer Protagonist ist. Er ist schon etwas älter, geschieden, arbeitet bei einer verpönten Zeitung und zeigt nicht wirklich Interesse daran, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Wer auf der Suche nach einem Helden ist, der ist definitv bei Gerold falsch am Platz. Aber trotz seiner nicht gerade hervorstechenden Eigenschaften ist er mir während des Lesens durchaus ans Herz gewachsen. Denn als Gerold davon erfährt, dass er einen Sohn hat, mit dem er die nächsten Monate verbringen soll und immer wieder Geldspenden bei Bedürftigen eintreffen, die alle etwas mit ihm zu tun haben, verändert sich Gerold nach und nach. Es ist wunderschön mitanzusehen, wie er von Seite zu Seite an sich arbeitet, vielleicht den ein oder anderen Rückstoß erlebt, aber trotzdem sein Leben langsam aber doch versucht wieder auf die richtige Bahn zu rücken. Die Kennenlernphase mit Manuel hat überhaupt nichts klischeehaftes an sich und bekommt durch Glattaueres Schreibstil noch die richtige Prise Humor. Prinzipiell habe ich Manuel als sehr interessanten und sympathischen Charakter empfunden. Dann ist da natürlich noch die geheime Spendenserie, die den Leser gespannt über die Seiten fliegen lässt. Dabei fragt man sich immer mehr, wer denn der mysteriöse Spender sein könnte und was das alles mit Gerold zu tun hat. Auch die Reportagen, die Gerold im Laufe des Buches verfasst, waren super interessant gestaltet und ich hatte eigentlich nie Langeweile. Natürlich muss man auch noch erwähnen, dass sich nach und nach eine kleine Liebesgeschichte entwickelt, die jedoch nicht so sehr zu den Hauptthemen zu zählen ist. Denn auch ohne diese könnte man in „Geschenkt“ alles finden, was das Leserherz begehrt. Bemerkung am Rande: Wieder einmal muss ich kurz anmerken, dass ich es wunderbar finde, dass „Geschenkt“ in Wien spielt. Es werden immer wieder Bezüge auf die Stadt genommen und Glattauer schafft es mit Bravur den Leser den „Wiener Charme“ spüren zu lassen. Fazit: „Geschenkt“ ist ein wunderbares, kurzweiliges Buch, das mit viel Charme und Humor geschrieben ist. Ich würde es allen empfehlen, die sich für ein paar Stunden mit Gerold auf die spannende Suche nach dem mysteriösen Spender und einem Zugang zu seinem Sohn machen wollen. Diese Rezension ist auch auf meinem Blog erschienen: hunderttausendbuecher.wordpress.com

    Mehr
  • gesellschaftskritische Lektüre

    Geschenkt

    coffee2go

    28. November 2016 um 20:06

    Kurze Inhaltszusammenfassung: Gerold Plassek arbeitet als schlecht bezahlter Journalist bei einer Gratiszeitung und betreut dort mit möglichst geringem Aufwand die Klatschkolumne. Er versucht die Tage so gut wie möglich herunterzubiegen um sich am Abend mit seinen Freunden in der Stammkneipe zu treffen und dort bis zur Sperrstunde zu philosophieren und das eine oder andere alkoholische Getränk zu konsumieren. Eines Tages bekommt er plötzlich seinen 14jährigen Sohn Manuel, von dessen Existenz er bis dato nichts wusste, für ein paar Monate zur Nachmittagsbetreuung, da seine Mutter beruflich ins Ausland muss. Fast zeitgleich passiert auch ein großes Wunder: Ein unbekannter Spender reagiert auf seine Klatschkolumne und spendet anonym Geld an die Organisation, die Gerold zuvor in seiner Kolumne erwähnt hat. Somit gerät sein Alltagsleben, wie er es bis dahin gewohnt war, in komplett andere Bahnen und die Veränderungen machen sich auch bei Gerold selbst bemerkbar.   Meine Meinung zum Buch: Daniel Glattauer schreibt über ein ernstes, problembehaftetes Thema, aber trotzdem mit viel Witz und Satire, sodass das Lesen ein wahrer Genuss ist. Mit der Zeit wird auch der zu Beginn unsympathische Hauptcharakter Gerold immer sympathischer und insgesamt werden die Menschen im Buch mit all ihren positiven wie negativen Seiten beschrieben, was es sehr authentisch macht. Interessant beschrieben ist auch die Annäherung von Gerold und Manuel, die sich zu Beginn überhaupt nicht ausstehen können und mit der Zeit ein eingespieltes Team werden. Auch bei der Auflösung am Ende des Buches, wer oder was sich hinter der mysteriösen Spendenaktion verbirgt, ist es nicht vorhersehbar und der Schluss ist sehr stimmig mit dem restlichen Buch.   Titel und Cover: Der Titel „Geschenkt“ ist kurz und knackig formuliert und trifft den Inhalt des Buches sehr gut. Am Cover gefällt mir die auffällige Farbgestaltung in türkis, allerdings hat der Hardcovereinband einen anderen Farbton als der sehr dünne und empfindliche Softeinband, was mir nicht so gut gefallen hat und was ich auch nicht als besonders praktisch empfinde.   Mein Fazit: „Geschenkt“ ist ein gesellschaftskritisches Buch über den Umgang mit Alkohol, das einerseits zum Nachdenken anregt und auf der anderen Seite trotzdem nicht anklagend ist, sondern den Inhalt mit Witz und satirischen Pointen vermittelt.

    Mehr
  • Großartig!

    Geschenkt

    KiraMinttu

    07. November 2016 um 09:47

    Der Alltag des Journalisten Gerold Plassek ist normalerweise überschaubar. Ohne feste Beziehung, ohne festes Ziel und mit minimalem Aufwand wurstelt er sich durch sein Leben, das in erster Linie aus seiner Arbeit für das Ressort "Soziales", sowie der Leserbriefseite bei einer Gratiszeitung und einem gelegentlichem Schluck Alkohol besteht. Es gleicht daher einem kleineren Beben, als Gerold erfährt, dass er nicht nur Vater einer fünfzehnjährigen Tochter ist, sondern darüber hinaus auch noch Vater eines bereits vierzehnjährigen Sohnes. Das einmalige Wochenende mit Alice führte zu diesem Umstand, nur hat Alice es bis vor kurzem nicht für notwendig erachtet, Gerold darüber zu informieren. Jetzt jedoch, wo sie beruflich für ein halbes Jahr ins Ausland geht, ist sie der Ansicht, es sowohl ihrem Ex-Lover als und insbesondere auch ihrem gemeinsamen Sohn Manuel zumuten zu können, einander zu beschnuppern - auch wenn sie es vorsichtshalber unterlassen hat, Manuel über den genauen verwandtschaftlichen Grad zwischen ihm und Gerold aufzuklären. Für Gerold würde die Aufregung, nun mehrere Monate lang einige Stunden täglich mit Manuel sein Büro teilen zu müssen, vollkommen ausreichen, doch ein weiteres Ereignis bringt sein gewohntes Einerlei vollends aus dem Lot: Aufgrund einer von ihm geschriebenen Randnotiz erhält ein Obdachlosenheim eine größere Summe von einem unbekannten Spender. Und bei dieser einen Spende soll es nicht bleiben..."Geschenkt" von Daniel Glattauer ist eines der charmantesten, liebenswertesten unmd warmherzigsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, und ich würde das auch wortwörtlich so schreiben, wenn heute der 31. Dezember wäre. Es gibt Bücher, die möchte man am liebsten gleich stapelweise kaufen, um sie an sämtliche Freunde zu verschenken, und dieses Buch gehört ganz eindeutig dazu. Ein Jammer nur, dass ich es in allerkürzester Zeit durchgelesen hatte - ich hätte mich gern noch ein bisschen länger darüber gefreut, in meinen freien Minuten zu diesem Buch eilen zu dürfen.

    Mehr
  • Wie ein ominöser Wohltäter das Leben eines Suchtkranken wieder auf Kurs bringt.

    Geschenkt

    Osilla

    05. November 2016 um 15:37

    Daniel Glattauer habe ich durch seine E-Mail-Romane kennen gelernt. MitGut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen hatte er bei mir direkt ins Schwarze getroffen. Als ich dann den Klappentext von Geschenkt gelesen habe, bin ich direkt neugierig gewesen und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Ein Vater, der sein Leben bereits aufgegeben hatte, bekommt durch seinen neu entdeckten Sohn wieder Antrieb und nimmt volle Fahrt auf. Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, ist Autor und Journalist. Bei der Tageszeitung Der Standard hatte er eine Kolumne, durch welche er bekannt wurde. Neben den bereits erwähnten Titel hat er noch weitere Werke verfasst, darunter Darum, Ewig Dein, Die Wunderübung und Theo. Einige seiner Werke sind auch in andere Sprachen übersetzt und als Hörspiele oder Theaterstücke adaptiert worden. Geschenkt ist eine Vater-Sohn Geschichte. Der Hauptprotagonist Gerold Plassek ist Journalist einer Gratiszeitung und hat sein Leben nicht mehr im Griff. Sein Tagesablauf wird vom Alkohol bestimmt. Noch ist er nicht ganz abgestürzt, denn er kommt seiner ungeliebten Arbeit weiterhin nach. Eines Tages erfährt er, dass er neben seiner Tochter Florentina, die bei ihrer Mutter samt neuem Ehegatten lebt, auch noch einen Sohn aus einer alten gescheiterten Beziehung hat. Da dessen Mutter beruflich für einige Zeit im Ausland ist, fällt es Gerold zu, die Nachtmittagsbetreuung des 14-jährigen zu übernehmen. Als nach einer von ihm geschriebenen Kurzmitteilung in der Gratiszeitung bei einem Obdachlosenheim eine anonyme Spende eingeht, verändert sich Gerolds Leben drastisch. Auf einmal ist er erfolgreich und sein Sohn, der nicht weiß, dass Gerold sein Vater ist, beginnt zu ihm auf zu sehen. Die beiden beginnen, gemeinsam für neue Berichte zu Recherchieren und erarbeiten sich auch zusammen die Berichte, welche inzwischen in einer renommierteren Zeitung erscheinen. Sie lernen sich näher kennen und Gerold beginnt langsam, etwas an seinem Leben zu ändern. So bringt jeder weitere Bericht, den Gerold mit seinem Sohn Manuel schreibt, ihn wieder ein Stück mehr zurück in ein lebenswertes Leben. Zunächst will Gerold nur seinem Sohn gefallen, doch nach und nach findet er wieder Spaß an seiner Arbeit und sein Ehrgeiz entbrennt von Neuem. Glattauer gelingt es, die Person des Gerold Plassek gekonnt in Szene zu setzen. Seine innere Gefühlswelt und die vielen Konflikte, die er immer wieder mit sich aus macht, werden nachvollziehbar. Der Konsum des Alkohols machte Gerold schlapp und antriebslos, sodass er sich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich gehen ließ. Gerold ist kein Mensch, der Karriere machen will oder große Ziele im Leben hat. Er braucht stets Anreize, um tätig zu werden. Sei es durch seine Kinder Florentina und Manuel oder seiner neuen Liebe Rebecca. Er will gebraucht werden, weil er nur dann einen Sinn in seiner Existenz und seinem Leben sieht. Obwohl ein Mensch, der sich so gehen lässt wie Gerold, eigentlich abstoßend sein müsste, empfindet man als Leser eine gewisse Sympathie. Man fühlt mit ihm und erlebt, wie vielschichtig sein Inneres doch ist. „es verursachte einen Schmerz, der länger anhalten sollte als mein Kater.“ (Seite 88) Natürlich bringt der Roman auch noch eine gewisse Spannung mit sich. Denn als Leser möchte man schon erfahren, wer der ominöse Wohltäter ist, der immer wieder große Summen Geld spendet und immer sind Gerolds Sozialberichte der Auslöser. Die Presse wird dabei auch kritisiert, denn aus einer zunächst guten Sache wird schnell Skandalhascherei, weil natürlich von Schwarzgeld und kriminellen Machenschaften die Rede ist. Gleichzeitig stellt Glattauer auch die Frage, ob es überhaupt wichtig ist, zu erfahren, wer der Wohltäter ist. So sagte Gerolds Mutter folgende wirklich bedenkenswerte Sätze: „Ich will aber auch nicht wissen, wer der Spender oder die Spenderin ist. […] Weil es doch viel schöner für uns alle ist [wenn der Spender im verborgenen bleibt] […] Dann kann es jeder sein. (Seite 205) Erwähnenswert ist auch der Sprachstil in Glattauers Werk. Während man die Geschichte flüssig lesen kann, transportiert der Text aber auch das journalistische Können des Gerold Plassek durch seine Art zu sprechen. Obwohl er sich eigentlich nichts zutraut, so hat er immer die passenden Worte parat, wenn er einmal in Bedrängnis gerät. So stellt er sich zwar auch verbal oft in einem schlechten Licht dar, jedoch versucht er dadurch wohl einfach nur, sich selbst nicht zu hoch zu setzen. „Irgendwie machte ich mir ernsthafte Sorgen über mich, weil ich plötzlich mittags offenbar keine drei Biere mehr vertrug.“ (Seite 275) Geschenkt ist erfrischend tiefgängig. Mit Selbstironie und Sarkasmus versehen, steht Gerold Plassek zwar im Mittelpunkt der Erzählung, jedoch geht es hier nicht nur um Alkoholismus, sondern auch um Dinge des täglichen Lebens, die uns alle betreffen. So wird der Leser auch zum Nachdenken angeregt.

    Mehr
  • Viel Wortwitz, aber magere Handlung

    Geschenkt

    schnaeppchenjaegerin

    12. September 2016 um 18:45

    Der 43-jährige Gerold Plassek ist ein Journalist ohne Ambitionen. Er arbeitet bei der Wiener Gratis-Zeitung "Tag für Tag", wo er für die "bunten Meldungen des Tages" zuständig ist. Sein Büro teil er sich seit Kurzem nachmittags mit seinem 14-jährigen Sohn Manuel, von dem er bis dato nichts wusste. Manuel weiß zu dem Zeitpunkt nicht, bei wem ihn seine Mutter zur Hausaufgabenbetreuung untergebracht hat. Nach anfänglicher Skepsis beiderseits entwickelt sich ein enges, freundschaftliches Verhältnis zwischen Manuel und "Onkel Geri". Die letzten Meldungen, die Gerold für "Tag für Tag" schrieb, handelten von Sozialprojekten oder von Menschen, die unschuldig in Not geraten sind. Ein anonymer Wohltäter nimmt die Meldungen zum Anlass, um jeweils 10.000 € zu spenden. Während Gerold zunächst an einen Zufall denkt, wird er spätestens dann stutzig, als auch nach seinem Wechsel zur hochwertigeren Tageszeitung "Neuzeit" als freier Journalist, weiterhin die anonymen Spenden per Kuvert versendet werden. Gerold, der mit seinem unaufgeregten Leben, seinem ehrgeizlosen Job und seinen regelmäßigen Feierabendbierchen in Zoltan's Bar zufrieden war, findet die Aufmerksamkeit um seine Person unangenehm. Manuel ist stolz auf Gerold und auch die Zahnärztin, auf die Gerold ein Auge geworfen hat, zeigt erstmals Interesse an ihm. Gerold Plassek ist der Antiheld des Romans, ein Alkoholiker, der nicht viel vom Leben erwartet. Als sein Sohn unerwartet in sein Leben tritt und Gerold auch noch beruflich überraschend erfolgreich ist, verändert sich Gerold auch selbst. Er übernimmt Verantwortung und empfindet sogar Spaß bei seiner Arbeit, wenn er zusammen mit Manuel an den Reportagen arbeitet. "Geschenkt" erinnert an das "Wunder von Braunschweig", als ein anonymer Wohltäter mindestens im Zeitraum von 2011 bis 2013 soziale und karitative Einrichtungen mit Spenden in Höhe von 10.000 € unterstützte. Glattauer beschreibt in seinem Roman ähnlich lautende Fälle, die finanzielle Hilfe benötigen, wie ein Obdachlosenheim, ein Hospiz für Kinder, eine tschetschenische Familie, die abgeschoben werden soll, Zahnärztinnen, die sich ehrenamtlich engagieren usw., die dem Buch den Rahmen geben. Viel interessanter waren für mich allerdings die Dialoge zwischen Gerold und Manuel mit unheimlichem Wortwitz sowie die Frage, wer sich hinter den Spenden verbirgt bzw. welche Verbindung zwischen dem Wohltäter und Gerold bestehen könnte. Die Handlung mit der Aneinanderreihung der Wohltaten hatte seine Längen, weshalb die Spannung allein durch das Rätsel um den anonymen Spender aufrechterhalten wurde. Die Entwicklung der Vater-Sohn-Beziehung war vorhersehbar und das Bezirzen der Zahnärztin für mich fehl am Platz. "Geschenkt" besticht für mich insbesondere durch den unverkennbaren Schreibstil von Glattauer und seinen einmaligen Wortwitz, der den Roman über die Längen rettet. 

    Mehr
  • Gutes Buch

    Geschenkt

    CorinaPf

    10. July 2016 um 21:32

    Inhalt:Gerold Plassek ist ein Journalist bei einer Wiener Gratis Zeitung. Er trifft seine Ex Freundin und erfährt dabei, dass er Vater ist, von einem 14 jährigen Jungen. Gerold soll ihn näher kennen lernen, indem Manuel  jeden Nachmittag nach der Schule zu ihm kommen soll lernen. Nicht nur das verändert sein Leben von Grund auf, sondern auch die Artikel die er schreibt. Denn er behandelt Themen über Sozialeinrichtungen oder Menschen die Finanzielle Hilfe benötigen. Bei den Personen oder Einrichtungen die Hilfe benötigen geht eine Spende von 10 000€ jeweils ein. Nun steht Gerold Plassek unter Druck, den er so noch nicht gekannt hat. Ich mochte das Buch denn Gerold Plassek entwickelt sich von Seite zu Seite weiter und wird einem immer Sympatischer. Am Anfang mochte ich ihn nicht, denn er war Alkoholiker und faul doch zum Schluss wird er ein ein selbstbewusster Mann der Ziele hat.Die Themen die in dem Buch angesprochen werden, werden nur oberflächlich behandelt, ich hätte mir hierbei gewünscht dass es mehr in die tiefe geht. Das alles etwas genauer beschrieben wird. So im großem und ganzen ein gutes Buch  3 Sterne 

    Mehr
    • 3
  • Hervorragende Vater-Sohn Geschichte mit viel Wiener „Schmäh“

    Geschenkt

    CanisLibrum

    18. May 2016 um 11:12

    Nach all den Krimis und Thrillern, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, brauchte ich ein wenig Abwechslung und habe mich für „Geschenkt“ von Daniel Glattauer entschieden. Was soll ich sagen? Es war eine sehr, sehr gute Entscheidung.  Das Lesen dieses Buches war ein wahres Erlebnis. HandlungIn Wien würde man Gerold Plassek als typischen „Obezarer“ bezeichnen. Ein Mensch, der ehrgeizlos sein berufliches als auch privates Leben irgendwie meistert. Er ist mit seinen unwichtigen Job als Journalist bei einem Wiener Schmierblatt, das kaum Leser aufweisen kann, zufrieden. Doch sein Leben änderte sich, als er für die Zeitung soziale Projekte vorstellt, deren finanzielle Mittel begrenzt sind. Ein anonymer Spender, schickt daraufhin Kuverts mit EUR 10.000,-- und eine Kopie des jeweiligen Zeitungsartikels an die Organisationen. Auch lernt er seinen Sohn Manuel kennen, von dem er vierzehn Jahre lang nichts gewusst hatte.  Beide Ereignisse wirken sich auf das Leben von Gerold Plassek positiv aus.MeinungNatürlich handelt es sich bei diesem Roman um einen „Feel Good“ Roman. Dass es ein Happy End geben wird, war von Anfang an klar und das ist auch gut so.  Die Art und Weise wie Daniel Glattauer seine Geschichten erzählt ist für mich als Leser beeindruckend. Der Schreibstil schaut auf den ersten Blick einfach aus, aber da steckt einfach vielmehr dahinter. Die ausgefeilten Wortspiele, die Darstellung der zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Selbstironie und der Sarkasmus, mit denen er Gerold Plassek ausgestattet hat, haben mich von Seite eins an gefesselt, sodass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Daniel Glattauer hat es geschafft, dass mir ein motivationsloser Alkoholiker extrem sympathisch war. Die Herzlichkeit und das sanfte Wesen von Gerold Plassek wurden so liebevoll niedergeschrieben, dass die offensichtlichen Schwächen des Hauptprotagonisten zwar nicht in den Hintergrund gedrängt wurden, aber letztendlich von mir als nicht negativ empfunden wurden.  Es war einfach schön zu lesen, wie Gerold im Laufe des Buches aufgeblüht ist und die Zuneigung von seinem Sohn Manuel erfahren hat.  Gut gefallen hat mir auch wie Daniel Glattauer die Zeitungswelt auf die Schaufel genommen hat. Die Hascherei nach Skandalberichten und wie sich die konkurrierenden Tageszeitungen gegeneinander ausspielen, war sehr amüsant zu lesen. Da er selbst jahrelang als Journalist tätig war, verfügt er mit Sicherheit über genügend Background.  Als Vorbild für diese Erzählung hat Daniel Glattauer „Das Wunder von Braunschweig“ mit einer ähnlichen anonymen Spendenflut aus dem Jahr 2011 herangezogen  und daraus eine hervorragende Vater-Sohn Geschichte mit viel Wiener „Schmäh“ gemacht.  FazitUnbedingt Lesen. Das Buch hat mir soviel Spaß gemacht.  Normalerweise bin ich nicht der Typ der sich  vorstellen kann  ein Buch nochmals zu lesen – bei diesem Buch kann ich es aber. Mir sind die Charaktere derart ans Herz gewachsen, dass ich ein wenig traurig war, dass das Buch zu Ende war. Lieber  Herr Glattauer  falls Sie zufällig meine Rezension lesen sollten,  ich plädiere für eine Fortsetzung. Herzliche GrüßeCanis Librum

    Mehr
  • Geschenkt...

    Geschenkt

    clary999

    „Leistung war die Geißel meiner Gesinnung, Druck der Erzfeind meines Gemüts. Wenn sich die beiden zum Leistungsdruck verbündeten, war ich nicht mehr der Mensch, mit dem ich es auf Dauer aushalten konnte, das war schon in der Schule so gewesen...“  Zitat aus dem Buch, Seite 183 Zum Inhalt: Gerold Plassek bekommt Besuch von Alice, eine Wochenendaffäre vor fünfzehn Jahren. Alice ist Ärztin und möchte für ein halbes Jahr nach Somalia. Sie konfrontiert Gerold gleich mit zwei Überraschungen. Manuel, ihr 14-jähriger Sohn, soll nachmittags bei Gerold Hausaufgaben machen. Außerdem erfährt Gerold, dass er der Vater von Manuel ist. Für Manuel ist er ein guter Freund seiner Mutter. Gerold arbeitet als Journalist bei einer Gratiszeitung. Neben seinen Dreizeilern in „Bunte Meldungen des Tages“ über Sozialthemen, verbringt er seine Zeit mit Nichtstun. Die Nachmittage verlaufen eher schweigend. Als eines Tages eine anonyme 10000,- Euro-Geldspende mit einem beigelegten Zeitungsartikel eintrifft, wird Manuel neugierig. Gemeinsam beginnen sie mit den Recherchen... „...“Außerdem stinkst du nach Alkohol...“ „Alkohol stinkt nicht“, sagte ich. „Doch Alkohol stinkt, und wie er stinkt!“ „Was du behauptest, ist eine Frechheit. Ich würde nie etwas trinken, was stinkt!“...“ Zitat aus dem Buch, Seite 20/21 Meine Meinung: Der lockere Schreibstil mit einem trockenen Humor hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte wird aus Gerolds Sicht in Ich-Form erzählt. Gerold Plassek ist ein erfolgloser zynischer Journalist und Alkoholiker. Eine Flasche Bier muss immer in seiner Reichweite sein. Abends trifft er sich mit seinen Kumpels in der Stammkneipe Zoltans`Bar. Gerold lebt in den Tag hinein. Er stellt keine Erwartungen und Forderungen an andere. Eigeninitiative scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Durch Manuel verändert sich sein Leben. Die beiden kommen sich näher. Gemeinsam recherchieren über Hilfsprojekte. Manuels großer Elan wirkt auf Gerold ansteckend. Gerold wird sich seiner Verantwortung als Vater bewusst, auch wenn er Manuel darüber nichts erzählen darf. Er trinkt weniger, allerdings wird sein Alkoholproblem nach meiner Meinung doch manchmal ein bisschen heruntergespielt. Das finde ich schade. Die Nebencharaktere fand ich auch gut gelungen. Die sympathische Zahnärztin Rebecca., Gerolds Tochter Florentine, verschiedene Journalisten, Saufkumpanen und andere. Weitere anonyme Geldspenden mit Zeitungsausschnitten (geschrieben von Gerold) treffen ein. Der unbekannte Wohltäter ist ein Rätsel, dass anscheinend viele lösen möchten, auch der Leser ;). Die Ereignisse im privaten und öffentlichen Bereich sind spannend, unterhaltsam und kurzweilig. Die verschiedenen Themen, wie beispielsweise Obdachlose, Autisten, Alkoholiker etc., sind berührend beschrieben. Der Autor besticht mit seinem, oft zynischen, Wortwitz und einer emotionalen hoffnungsvollen, teilweise aber auch traurigen, Erzählung, die auf einer wahren Begebenheit beruht!  Leseempfehlung! 4 Sterne

    Mehr
    • 12
  • Eine schöne Geschichte!

    Geschenkt

    Ekcnew

    01. January 2016 um 17:08

    Nach den Büchern "Gut gegen Nordwind", "Alle sieben Wellen" und "Ewig dein", die ich bislang von Daniel Glattauer gelesen habe, hat mir auch dieses Buch wieder schöne Lesestunden bereitet. Gerold Plassek ist 43 Jahre alt und arbeitet bei einem kleinen Gratisverlag. Sein Leben ist sehr nach seinen Gewohnheiten bestimmt. Im Alkohol hat er einen Freund gefunden und die Stammkneipe ist quasi sein Wohnzimmer. Gerold erzählt von Alice, wie sie sich nach 15 Jahren wiedersehen. Bei diesem Wiedersehen hört Gerold von Manuel. Er ahnt da noch nicht, dass Manuel sein Sohn ist. Alice wird für ein halbes Jahr aus beruflichen Gründen nach Afrika gehen. Ihren Sohn möchte sie dorthin nicht mitnehmen. Nachmittags soll er die Zeit bei seinem Vater verbringen. Im Büro sitzen die beiden sich nun gegenüber. Manuel weiß noch nicht, dass Gerold sein Vater ist. Gerold merkt sehr wohl, dass Manuel seinen Vater nicht ausstehen kann. Nach einem Artikel über Obdachlose, geht beim Verlag eine Geldspende über zehntausend Euro ein und dass soll erst die erste Spende sein. Es gehen weitere Spenden ein. Das Leben von Gerold Plassek verändert sich. Gerold und Manuel verstehen sich mit der Zeit sehr gut. Gemeinsam gelingt es den beiden, sehr gute Reportagen für den Verlag abzuliefern. Und immer wieder ist die Frage, wer ist der Wohltäter, der immer wieder Geld spendet und warum er ausgerechnet nur die Artikel von Gerold Plassek bei den Spenden bedenkt. Insgesamt ist das Buch schnell und einfach zu lesen.

    Mehr
  • Toller Schreibstil aber langweilige Geschichte

    Geschenkt

    Maerchenbuch

    30. November 2015 um 12:18

    Gerold Plassek arbeitet als Journalist bei der Wiener Gratiszeitung „Tag für Tag“ und schreibt dort für die Rubrik „Bunte Meldungen zum Tag“. Seine kurzen sozialen Artikel finden kaum Beachtung und im Grunde führt Gerold ein wenig ruhmreiches Leben. Der unmotivierte und arbeitsscheue Journalist, lebt ohne feste Beziehung, verfolgt keinerlei Ziele für seine Zukunft und windet sich mit möglichst geringem Aufwand durch sein monotones Leben. Gerold fehlt einfach jeglicher Antrieb und Lethargie und Alkohol sind seine zuverlässigsten Freunde. Seine bequeme Lebensweise kommt dem Mittvierziger aber gerade recht, denn so kann Geri seinen abendlichen Ausflügen in die Kneipe nachgehen und er muss keine Verantwortung übernehmen. Zu seiner 15-jährigen Tochter Florentina, die bei Gerolds Exfrau lebt, hat er nur wenig Kontakt, doch eines Tages wird sein bequemer Alltag empfindlich gestört, als er erfährt, dass er auch der Erzeuger des 14-jährigen Manuel ist, um den er sich nun wenige Stunden am Tag kümmern soll, da die Mutter des Teenagers und ehemalige Liebelei von Geri, gerade im Ausland unterwegs ist. Manuel ahnt nicht, dass Gerold sein Vater ist. Der Junge sitzt täglich ein paar Stunden gelangweilt in Geris Büro und beobachtet den Schreiberling beim Nichtstun, bis sich eines Tages das Blatt wenden. Als der Journalist einen Artikel über ein überfülltes Obdachlosenheim verfasst, trifft dort einige Tage später, eine anonyme Spendensumme von 10.000,- Euro ein. Dem Geldkuvert ist Gerolds Artikel beigelegt. Der unbekannte Wohltäter startet nun eine Serie von großzügigen Geldspenden und die Beträge gehen immer an die notleidenden Personen oder an die sozialen Einrichtungen, über die Gerold in seinen Artikeln berichtet. Der Journalist gerät immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und langsam beginnt auch Manuel seinen Vater zu respektieren. Der Teenager wird in Recherchetätigkeiten eingebunden und das Männergespannt schreibt ab sofort gemeinsam an den unterschiedlichsten Sozialreportagen. Die Arbeit macht Manuel Spaß und Vater und Sohn finden plötzlich einen guten Draht zueinander und nutzen die Gelegenheit soziale Brennpunkte zu beleuchten. Während Gerold unbedingt wissen möchte, wer hinter den anonymen Geldspenden steckt, wächst er auch immer mehr in seine Vaterrolle hinein. Er möchte für seinen Sohn ein Vorbild sein und deshalb sein Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken. Daniel Glattauer hat in seinem Buch, einen typischen Antihelden geschaffen, der authentisch und aus dem Leben gegriffen gezeichnet ist. Der Ich-Erzähler Geri, schildert glaubhaft und in einem besonders lebensnahen Erzählstil seine Situation, aber reflektiert auch ehrlich über seine Schwächen. Die Portion Selbstironie, mit der er sein Leben betrachtet und die kritische Betrachtungsweise auf sein Schicksal, weckten in mir sowohl ein wenig Sympathie für Geri, als auch großes Unverständnis für seine Pflichtvergessenheit. Größtenteils war ich leider etwas genervt von dem Wiener Journalisten. Die Spendenserie wurde gekonnt von Glattauer inszeniert. Dabei hat der Autor die wahre Begebenheit „Das Wunder von Braunschweig“ verarbeitet. 2012 kam es in Braunschweig angeblich tatsächlich zu einer Serie von Geldspenden an diverse soziale Einrichtungen. Obwohl ich als Leser stets wissen wollte, wer sich hinter dem anonymen Gönner verbirgt, war ich von den Nebengeschichten des Buches und von der Familienzusammenführung leider gelangweilt und es war mir im Grunde gleichgültig ob Geri das planloses Chaos im seinem Leben in den Griff bekommt oder nicht.

    Mehr
  • Mr. Wohltäter

    Geschenkt

    dowi333

    27. September 2015 um 21:21

    Gerold Plassek - genannt Geri - ist Journalist und seit Neustem Vater Manuels. Als Gerold die mehr oder weniger glückliche Nachricht ereilt ist Manuel immerhin schon 14 Jahre alt; nur wenige Monate jünger als Gerolds Tochter Florentina aus erster Ehe. Manuels Mutter ist Ärztin und beabsichtigt im Rahmen eines sozialen Projektes (ähnlich Ärzte ohne Grenzen) für ein halbes Jahr nach Somalia zu gehen – natürlich ohne Manuel, der fest in Wien verwurzelt ist. Wohl oder übel bittet sie Gerold deswegen, die Nachmittagsbetreuung des Jungen zu übernehmen. Manuel ahnt nicht, dass dieser unsympathische Versager sein Vater ist; „Onkel Geri“ wird ihm als alter Freund seiner Mutter vorgestellt. In den vergangenen fünfzehn Jahren führte Gerolds beruflicher Werdegang von der "Rundschau" zu einer Wiener Gratiszeitschrift namens "Tag für Tag", für welche er in den Rubriken Kultur, bunte Meldungen zum Tag und Soziales Beiträge schreibt. Ein äußerst bequemer Job, der sein Einkommen mehr schlecht als recht sichert. Aber Geri war schon immer wenig hungrig nach Erfolg; statt dessen war - oder ist es nach wie vor - durstig. Der Alkohol hat sich in der Vergangenheit zu seinem besten Freund entwickelt. Dann trifft Gerold aber mit einem Artikel über eine überfüllte Obdachlosenschlafstätte ganz unbeabsichtigt den Nerv der Zeit. Sein Artikel veranlasst einen anonymen Spender, der Einrichtung 10.000 Euro in bar zu übermitteln. Der Beginn einer Serie von Wohltaten, durch die Gerold immer mehr in den Focus der Öffentlichkeit gerät; und ganz unbeabsichtigt löst er damit eine Welle von Wohltaten aus. Immer mehr Spenden in Höhe von stets 10.000 Euro kommen Bedürftigen zugute – immerzu in bar und in einem weißen Briefumschlag verpackt nur mit einem von Geris Artikeln als Beilage. Der Wohltäter scheint sich auf kurze sachliche Artikel über Schicksale, noch dazu abgedruckt in einer Gratiszeitung, zu konzentrieren, woraufhin die Leitung der Zeitung in die Kritik gerät, die Spendenaktionen initiiert zu haben. Auch der neue Ehemann seiner Exfrau gerät unter Verdacht. Als Gerold aber seine Stelle kündigt, weil die rechtsorientierte „Tag für Tag“ die Veröffentlichung seines Artikels über eine tschetschenische Flüchtlingsfamilie, ablehnt, dessen Abdruck zwar nicht ihm, aber umso mehr Manuel am Herzen liegt, und er freiberuflich für die Neuzeit zu schreiben beginnt, erregen plötzlich auch ausführliche Ausarbeitungen das Interesse des Geldgebers. Wer steckt also dahinter? Hat er es womöglich auf Gerold abgesehen? Gerold vollzieht im Laufe der Geschichte einen deutlichen Wandel. Er wird ungewohnt geschäftig, verzichtet freiwillig immer öfter auf Alkohol und nähert sich seinem Sohn und seiner Tochter an; er wird zum Ansprechpartner und Vertrauten seiner Kinder. Als Zugabe scheint sich noch eine Beziehung zu der Zahnärztin seines Sohnes zu entwickeln. Das Buch zeichnet sich durch einen klaren Handlungsstrang, eine klare Sprache, wobei mir allerdings der eine oder andere österreichische Begriff völlig fremd war, und einen wunderbar trockener Humor aus.

    Mehr
  • Hallodrianer auf Abwegen

    Geschenkt

    Nespavanje

    13. September 2015 um 11:34

    Gerald Plassek ist ein typischer Hallodri. Mit der Mutter seiner Tochter hat er nicht mehr viel am Hut, außer den unregelmäßigen Besuchen als Papa in spe und von seinem unehelichen Sohn erfährt er erst, als dessen Mutter für ein halbes Jahr nach Afrika geht und Manuel da schon 14 Jahre alt ist. Gerald arbeitet als Journalist für eine Gratiszeitung. Er gerät medial in den Fokus der Öffentlichkeit, als eine ganze Reihe von anonym gespendeten Geldsummen, an jene soziale Einrichtungen und unschuldig in Not geratene Menschen überbracht wird, über die er kurz zuvor berichtet hat. Ich mag Glattauers Geschichten und das nicht nur wegen seines wirklich ganz eigenen Erzählstils, sondern auch wegen seiner Protagonisten. In Geschenkt trifft der Leser auf einen wirklich sympathischen Antihelden. Gerald sitzt seine Zeit meist in kleinen Beisln ab, trinkt Alkohol in rauen Mengen und das ändert sich zumindest ein wenig, als sein Sohn in sein Leben tritt. Diesen hallodrianischen Lebenswandel sieht er aber ganz und gar nicht kritisch, sondern tut die Umstände mit ein bisschen Sarkasmus und Wiener Schmäh ab. Der eine oder andere geneigte Leser meiner Rezensionen weiß allerdings, dass ich es nicht unbedingt mag, wenn man in eine Erzählung sozusagen reingeworfen wird und sich der Schriftsteller erst gar nicht lange mit einer Vorgeschichte herumschlägt. Hier könnte man nun dem ehemaligen Journalisten und Schriftsteller Glattauer, nun jenes vorwerfen, allerdings ist das eben Geschmackssache. Dem einen gefällt’s, dem anderen nicht. Genauso wie das offene Ende, das mir ein Déjà-vu bereitet hat, denn dieses Gestaltungselement findet sich auch in seinem Roman Gut gegen Nordwind. Ich finde, dass man nicht immer alles Erzählen und man nicht immer alles Auflösen muss. Das gefällt mir eben an einem Roman ausgesprochen gut. In mir erhärtet sich der Verdacht, dass er vielleicht eine weitere Geschichte rund um Gerald Plassek auf Lager hat, denn schließlich gab es auch bei Emmi und Leo eine Fortsetzung, was meiner Meinung nach, nicht unbedingt hätte sein müssen.

    Mehr
  • Wie eine anonyme Spendenserie das Leben eines Mannes verändert

    Geschenkt

    TheOnlyTruth

    14. July 2015 um 17:00

    Der nicht mehr taufrische und latent alkoholabhängige Journalist Gerold Plassek ist bei einem werbefinazierten Gratisblatt für die Betreuung der Randnotizen zuständig, wozu auch gelegentlich der Hinweis auf eine soziale Einrichtung zählt. Seit kurzem ist er nicht mehr allein in seinem winzigen Büro, denn sein Sohn Manuel sitzt jeden Nachmittag mit bei ihm, um seine Hausaufgaben zu erledigen. Das Problem ist nur, dass Manuel nichts davon weiß, dass Gerold sein Vater ist, und Gerold ebenfalls erst vor kurzer Zeit von Manuels Existenz erfahren hat. Kurz nach dem Erscheinen einer Notiz zu einem überfüllten Obdachlosenheim kommt es zu einer anonymen Spende über 10.000 Euro, der ein Ausschnitt von Gerolds Artikel beigelegt ist. Als dann wiederholt der gleiche Betrag in Folge von Gerolds Artikeln bei den jeweiligen Hilfebedürftigen eintrifft, kann auch er sich nicht mehr mit einem Zufall herausreden. Der anonyme Spender muss es auf ihn und seine Artikel abgesehen haben. Parallel zur Suche nach der Identität des Spenders beginnt für Gerold auch die Suche nach dem, was ihn mit Manuel verbindet, nach dem, was ihm bisher in seinem Leben gefehlt hat. Daniel Glattauer erzählt in seinem Roman eine spannende und bewegende Geschichte über Mitgefühl, Verantwortung, Familie und das Leben als Ganzes. Dabei rutscht er nie ins Melodramatische ab, was wohl auch der Erzählperspektive Gerolds geschuldet ist, der zwar sentimental sein kann, aber dessen Blick auf das Leben ein eher desinteressierter und verhärteter ist. Der Anfang der Geschichte hat mich nicht gleich gefesselt, dafür steigt die Spannung aber bis zur letzten Seite an. Mit einem Umfang von 335 Seiten hat "Geschenkt" einen Umfang, den die Handlung perfekt füllen kann. Unnötige Handlungsstränge konnte ich nicht ausmachen. Die Hauptpersonen sind gut ausgestaltet, die am Rand naturgemäß nur grob umrissen.  Besonders auffallend waren für mich die sprachlichen Kunststücke, die Daniel Glattauer immer wieder vollführt und in denen er gebräuchliche Formulierungen kritisch hinterfragt, wie er es auch schon in seinen Kolumnen getan hat. So beschreibt er zum Beispiel, wie Gerold eine SMS mehrmals umformuliert, um ja genau das richtige und nur das auszudrücken. Diese Spielerei mit Wörtern und Sätzen war für mich der Bonus zu einem an sich schon sehr guten Buch. Da es sich bei Daniel Glattauers "Geschenkt" um ein durchweg spannendes, phantasievolles und sprachlich herausragendes Buch handelt, bekommt es von mir volle 5 Sterne und eine 1- als Schulnote.

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks