Daniel Höra Braune Erde

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Inhaltsangabe zu „Braune Erde“ von Daniel Höra

Ben wohnt bei seiner Tante in einem Dorf in Mecklenburg. Er will weg, wie alle anderen, denn hier ist nichts los. Doch plötzlich kommt Leben ins Dorf: Zwei Familien ziehen ins alte Gutshaus und richten es her. Sie haben altdeutsche Namen, bringen einen neuen Gemeinschaftssinn in den Ort und nehmen Ben herzlich auf. Ben ist fasziniert von Reinhold, dem Anführer, und will ihm imponieren. Also schließt er sich den Zwillingen Konrad und Gunter an, streift mit ihnen durch die Gegend und verbringt seine Freizeit mit Schießübungen und konspirativen Treffen. Als sie einen Anschlag planen, wird Ben stutzig ... Ein Roman, der mitreißend erzählt, wie ein Dorf mit rechtem Gedankengut infiltriert wird und was passiert, wenn völkische Parolen auf Perspektivlosigkeit treffen.

Aktuell, deutlich, gefährlich - harter Tobak, aber als Schullektüre unbedingt zu empfehlen!

— parden

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    Braune Erde

    parden

    MITGEGANGEN, MITGEFANGEN... Der fünfzehnjährige Ben wohnt nahe der polnischen Grenze in Mecklenburg in einem trostlosen Dorf, wo die Hälfte der Häuser leersteht und in der anderen Hälfte Menschen wohnen, die größtenteils arbeitslos sind. Jeder lebt für sich, lässt sich von der Perspektivlosigkeit runterziehen, und neben der Schule bleibt dem Jugendlichen nur die Welt der Bücher, in die er sich zurückzieht, wann immer es geht. Aufgeschreckt werden die Dorfbewohner, als eines Tages zwei vollbeladene Wagen in ihrem Ort halten - zwei Männer, eine Frau und drei Jugendliche, die den Autos entsteigen, entpuppen sich als die neuen Besitzer des Gutshauses. Die beiden Familien richten das verwahrloste Gebäude wieder her und verkünden der perplexen Dorfgemeinschaft, sich durch biologischen Anbau selbst versorgen zu wollen. Die offene Art der Neuankömmlinge ermutigt Ben, sich mit den Zwillingen Konrad und Gunter anzufreunden und mit ihnen Streifzüge zum nahegelegenen ehemaligen Militärgelände zu unternehmen. Auch das Interesse der gleichaltrigen Freya ist ihm nicht unangenehm, und ihr Vater Reinhold imponiert Ben ganz gewaltig. Er hat dort offensichtlich das Sagen, und Ben fühlt sich immer mehr eingeladen, seine Freizeit auf dem Gutshof zu verbringen. "... fühlte ich mich doch als Teil von etwas Größerem. Als hätte sich eine Tür geöffnet und frischen Wind in mein verstaubtes Leben gebracht." (S. 128) Der Fünfzehnjährige, der nach dem Unfalltod seiner Eltern von seiner Tante und seinem Onkel aufgenommen wurde, fühlt sich zunehmend wohl im Kreise der Neuankömmlinge, die so ganz anders sind als die spießigen Dorfbewohner. Während Ben sich bei seinen Verwandten oftmals eher unverstanden und unwillkommen fühlt, sieht er sich von den Neuen im Dorf an- und vor allem ernst genommen. Wie ein typischer Jugendlicher auf Identitätssuche ist Ben froh, dass ihm die Gutshofbesitzer eine Alternative zu seinem bisherigen Leben bieten - was so weit geht, dass er sich zwischenzeitlich mit seinen Verwandten überwirft und seine neue Bleibe auf dem Gutshof einrichtet. "Kommst du bald wieder nach Hause?", fragte sie als wir uns verabschiedeten. "Mal sehen", sagte ich. "Ich muss erstmal rausfinden, wo das ist." (S. 142) Doch die Neuen nehmen nicht nur Ben herzlich in ihrer Mitte auf, sie sorgen auch im Dorf für frischen Wind. Begegnen die Bewohner ihnen anfangs mit Misstrauen, so ändert sich das zunehmend, als Uta, die Frau auf dem Gutshof, die Alten und Kranken zu besuchen und zu pflegen beginnt. Anfangs zögernd, doch dann mit wachsender Begeisterung, beteiligen sich die Dorfbewohner bei der Aktion, das Gemeinschaftshaus wiederzubeleben - alle zusammen reinigen und restaurieren sie die Örtlichkeit, und die Anlässe werden immer häufiger, zu denen man sich schließlich dort trifft: eine Volkstanzgruppe wird ins Leben gerufen, ebenso wie eine Handarbeitsgruppe für die Frauen, eine Handwerksgruppe für die Männer. Plötzlich ist die Dorfgemeinschaft tatsächlich wieder eine Gemeinschaft. Nur Georg, ein eigenbrötlerischer alter Künstler, beteiligt sich nicht an der plötzlichen Euphorie. Im Gegensatz zu den anderen schaut er genauer hin, was da vor sich geht - und er warnt. Doch werden seine Warnungen als spinnert und lästig abgetan. Bei dem neuen Gemeinschaftsgefühl schaut man lieber nicht so genau hin, wenn es um die Waffenliebe der Jugendlichen auf dem Gutshof geht, wenn von der Globalisierung und ihren Folgen für das deutsche Volk, dem Verfall deutscher Werte und dem Vergessen deutscher Tugenden die Rede ist, wird verdrängt, dass die vermeintlich vernünftigen Aussagen im Bezug auf Ausländer, Kriminelle oder auch Politiker sehr einseitig sind. Und so entsteht mit der Unterstützung aller schließlich sogar eine Bürgerwehr im Dorf, die der Kriminalität angesichts der Passivität der Polizei Einhalt gebieten will. Ein bisschen mitmachen ist nicht - entweder ganz oder gar nicht, das wird Ben allmählich klar. Es kommt der Punkt, an dem er nicht länger wegschauen kann, an dem ihm klar wird, dass er Teil braunen Gedankenguts ist, dass Schweigen auch Mitmachen bedeutet, dass er plötzlich von einem System vereinnahmt wird, hinter dem er doch gar nicht steht. Doch ist es für eine Umkehr nicht längst zu spät?! "Ich sah in den angelaufenen Spiegel, der über dem Waschbecken hing. Wenn man lange genug hineinschaute, wurde einem das eigene Gesicht fremd: Genauso wie ein Wort, das man wieder und wieder vor sich hersagte und das dadurch seine Bedeutung verlor. War ich das wirklich da im Spiegel? Sah ich so aus? Was bedeutete der Überfall (...) für mich, für mein Leben? Verwandelte ich mich jetzt? (...) Ich konnte meinen Blick nicht von meinem Spiegelbild lösen. Der Typ auf der anderen Seite war mir fremd. Wo kam der plötzlich her? Und wo war Ben?" (S. 214) Die Geschichte, erzählt aus der Perspektive Bens, fesselt gleich von der ersten Seite an. Zu Beginn jeden Kapitels beschreibt Ben seine Flucht, und seine Angst erwischt zu werden, steigert das Unbehagen des Lesers von Mal zu Mal. Im Anschluss an die Szenen der Flucht wird das Geschehen in chronologischer Reihenfolge dargestellt, das zu eben dieser Flucht führte. "Sie würden mich als Mitwisser umbringen. Ich hatte zu lange mit ihnen gelebt, mit ihren Geheimnissen und ihrem schrägen Weltbild, Verräter hatten da keinen Platz, die mussten verschwinden. Wer sich gegen sie stellte, der hatte den Tod verdient. Das hatte ich unterschätzt, weil ich mir eingebildet hatte, ich wäre sicher, ja, ich wäre sogar einer vovn ihnen." (S. 143) Dieses Jugendbuch beschreibt sehr eindrücklich, wie mühelos Menschen in solch einen Sumpf hineingeraten können. Perspektivlosigkeit, Identitätssuche, fehlende Anerkennung - solche Orte, solche Menschen gibt es hierzulande überall. Auch wenn Höra hier mit vielen Klischees arbeitet, ist die Erzählung keineswegs platt. Zeigt sie doch, dass nicht nur Skins rechtes Gedankengut verbreiten, dass man es vielen Menschen gar nicht ansehen kann, dass sich das Gedankengut oftmals hinter unscheinbaren Fassaden und Themen versteckt. Und wäre man selbst denn davor gefeit? Unbequeme Fragen, die sich da beim Lesen auftun. Aber wäre man wirklich derjenige, der durchschaut, dass eigentlich begrüßenswerte Ansätze in ihrem Sinn pervertiert und andere dadurch manipuliert werden? Oder trüge man selbst den Mut in sich, sich offen gegen andere oder sogar gegen eine Gemeinschaft zu stellen, die begeistert und von ihrem Handeln überzeugt ist? Und ist der Gedanke immer so fern, dass womöglich auch etwas Wahres an den Ansichten rechtsdenkender Menschen sein könnte? Für mich muss ich sagen: ich hoffe es. Ein beeindruckendes Jugendbuch, das als Schullektüre Pflicht sein sollte, allerdings begleitet von einem interessierten und engagierten Lehrer, denn mit den angeschnittenen Themen sollten die Schüler nicht alleine gelassen werden. Unbedingt empfehlenswert! © Parden

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  • Rezension zu "Braune Erde" von Daniel Höra

    Braune Erde

    Ati

    Kennen Sie bloomsbury? Nein? Nun, dann sollten Sie vielleicht einen Blick auf deren Homepage werfen. Im Februar hat Piper den deutschen Zweig Berlin Verlag/Bloomsbury Berlin übernommen, doch bereits davor war er Lesern anspruchsvollerer Jugend- und Kinderliteratur ein Begriff. Im September 2012 kam dank bloomsbury der neue Roman von Daniel Höra mit dem Titel Braune Erde in den Verkauf. Damit verlegt bloomsbury bereits den dritten Roman des Autors, der 2009 für sein Debüt Gedisst Lob einheimste, 2011 mit seiner Dystopie Das Ende der Welt nachlegte und mit dem momentan aktuellen Roman Braune Erde erneut mehr als einen Leser erschüttern wird - und zwar nicht nur in der vom Verlag vorgeschlagenen Altersgruppe (14 - 17 Jahre). Wobei genau genommen sein wirklicher Debütroman bereits im Jahr 2001 unter dem Pseudonym Daniel Knüllmann und mit dem Titel Moya! erschien. Daniel Höra wurde 1965 in Hannover geboren, seine berufliche Laufbahn liest sich bewegt. Er war Möbelpacker und Altenpfleger, Taxifahrer und TV-Redakteur, bevor er als freier Autor tätig wurde. Dass er einen kritischen Weltblick hat, bewies er bereits mit seinem bloomsbury-Debüt Gedisst. Und so wundert es nicht, dass er nach den fragwürdigen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Zwickauer Trio das Thema Rechsextremismus aufgreift. Viele werden bei dem Thema automatisch Neo-Nazis vor Augen haben, die für ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind. Doch die rechte Szene ist viel vielschichtiger. Der weitaus größere Teil von ihnen bleibt eher unauffällig. Besagtes Terrortrio und die Pannen der ermittelnden Behörden bleiben in Braune Erde komplett außen vor. Höra beschreibt darin die gewaltbereite rechte Szene, doch es kommen ebenso scheinbar nette, um Gemeinschaft und Freundschaft bemühte, sogenannte völkische Siedler darin vor, die nicht weniger gefährlich sind. Das muss Ben lernen. Der Fünfzehnjährige lebt nach dem Unfalltod seiner Eltern bei Verwandten in einem Dorf ohne Perspektiven in Mecklenburg. Immer mehr Anwohner ziehen weg. Vereine gibt es genauso wenig wie ein Lebensmittelgeschäft, eine Postagentur oder irgendetwas anderes, was die Dorfgemeinschaft fördern könnte. Fast jeder ist arbeitslos. Man bleibt für sich und auch Ben ist ein unscheinbarer Junge, der gerne liest und viel alleine ist. Einzig mit einem Künstler Georg pflegt er so etwas wie eine engere Freundschaft. Zumindest bis ein Ehepaar mit ihrer Tochter und ein Witwer mit zwei Söhnen nach Bütenow ziehen. Sie haben ein altes Herrenhaus gekauft, wollen sich als Biobauern selbst versorgen. Während die Neuankömmlinge anfangs von den wenigen Dorfbewohnern eher misstrauisch beäugt werden, schließt Ben schnell Freundschaft mit ihnen. Zum einen findet er Freya, die Tochter von Reinhold und Uta nicht nur hübsch, sondern auch nett. Zum anderen liest Reinhold offenbar genauso gern wie er. Der Witwer Hartmut kommt ihm zwar etwas seltsam vor und seine Zwillinge Konrad und Gunther sind auch etwas gewöhnungsbedürftig. Doch während Ben sich bei seinen Verwandten eher unwillkommen und lästig vorkommt, fühlt er sich bei den Neuen im Dorf an- und vor allem ernst genommen. Vielleicht hört und sieht er deshalb nur selektiv, was die so von sich geben. Im Herrenhaus ist zwar ständig die Rede von der Globalisierung und ihren Folgen für das deutsche Volk, dem Verfall deutscher Werte und Vergessen deutscher Tugenden, doch Uta kümmert sich mütterlich um Ben. Die Zwillinge Konrad und Gunther, nur unwesentlich älter als Ben, interessieren sich zwar extrem für Waffen, prophezeien das Ende des Staates, einen kommenden Krieg, eine Revolution. Aber sie beschützen ihn auch und sorgen mit ihren Aktionen dafür, dass die zuvor immerwährende Langeweile und Trostlosigkeit durchbrochen wird. Dass die vermeintlich vernünftigen Aussagen im Bezug auf Ausländer, Kriminelle oder auch Politiker sehr einseitig sind, verdrängt Ben großzügig, weil er es sich mit seinen neuen Freunden nicht verscherzen möchte. Immerhin vertreten sie doch auch Werte, die den meisten Leuten, die Ben kennt, völlig abhandengekommen sind. Auch ihm selbst, wenn er ehrlich zu sich ist. Dazu gehört unter anderem Nachbarschaftshilfe. Familie wird groß geschrieben. Die Neuen nehmen nicht nur ihn herzlich auf, sie sorgen auch im Dorf für frischen Wind. Sie kümmern sich um andere, organisieren die Reinigung und Restauration eines Gemeinschaftshauses, gründen eine Tanzgruppe, unterrichten die Frauen in alten Handarbeitstechniken, die Männer im alten Handwerk. Dass der frische Wind einen überaus fauligen Geruch in sich trägt, wird Ben erst so richtig bewusst, als er bereits viel zu tief in Dinge verstrickt ist, die sich zunehmend verselbstständigen. Und auch das gesamte Dorf scheint sich gegen den braunen Sog nicht wehren zu können, gründet mit den Herrenhausbewohnern eine Bürgerwehr und macht Jagd auf angebliche polnische Diebe. Georg, der Einzige, der laut seine Kritik an den Herrenhausbewohnern und allen Vorkommnissen äußert, wird ausgegrenzt und mit Lügen kaltgestellt. Alle fühlen sich dank Reinhold und seinen Herrenhausmitbewohnern stärker und sicherer. Das eine oder andere stößt ihnen zwar etwas sauer auf, doch warum etwas unternehmen, immerhin passiert ja nichts Schlimmes. Wie sehr sie sich damit irren, muss Ben eines Tages beobachten. Erst dadurch wird er wach. Doch an wen soll er sich jetzt noch wenden? Wer soll ihm glauben, was er beobachtet hat? Er flieht und die, die ihn anfangs herzlich in ihrer Mitte aufnahmen, jagen ihn gnadenlos. Das alles erfahren die LeserInnen aus der Sicht von Ben selbst. Er erzählt die Geschichte. In neun, mit passenden Überschriften versehenen Kapiteln, lässt er uns jeweils vorab an seinen Gedanken, seiner Angst teilnehmen, die er während seiner Flucht fühlt. Anschließend lässt er in jeweils mehreren Unterkapiteln eine ausführlichere, chronologische Schilderung der Geschehnisse folgen, die zu eben dieser Flucht führten. Auch die letztendlich daraus resultierenden Nachwehen lässt er nicht außen vor. Das langsame Begreifen Bens, aber auch der Dorfbewohner, ist von Höra überaus nachvollziehbar dargestellt. Wer keine Perspektiven zu haben scheint, wünscht sich irgendwo dazuzugehören. Wer in unserer Leistungsgesellschaft keine Bestätigung bekommt - und nicht nur den Arbeitslosen in Bütenow fehlt genau die - sucht sie sich anderswo. Wer gnadenlos im täglichen, persönlichen Hamsterrad steckt, will sich nicht permanent auch noch mit vermeintlichen Pseudoproblemen beschäftigen. Und obwohl man durchaus versteht, wie empfänglich (nicht nur) Ben für die rechte Verführung sein muss, möchte man ihn von dort wegziehen, an die Stirn fassen, ihn angesichts seiner Blindheit anschreien. Dass die Erwachsenen ebenso leichtgläubig und blauäugig reagieren, nicht merken, wie tatsächlich lebenswerte Ansätze pervertiert und sie selbst manipuliert werden, erschüttert. Undenkbar, dass man selbst in so eine oder eine vergleichbare Situation kommen könnte! Wirklich? Ist man selbst so stark, dass man den Mund aufmacht, wenn das Umfeld begeistert mitmacht? Kann man den Unterschied zwischen einer an sich guten Grundidee und der pervertierten Fortführung dieser Idee wirklich immer gleich erkennen? Merkt man immer gleich, wenn man manipuliert wird? Gleich anfangs nimmt Bens Geschichte gefangen. Und mit jeder Seite, die ich las, wuchs mein Unbehagen, steigerte sich mein Entsetzen. Nicht nur wegen dem, was Höra so nachdrücklich schildert, auch weil Erinnerungen an Erlebnisse wach wurden, die ich selbst an der Seite von ausländischen Freunden erleben musste. Sei es die mit „Ausländer raus“ beschmierte Hauswand, sei es eine Hetzjagd durch die Schorndorfer Innenstadt oder entlang der Neckartalstraße von Bad Cannstatt nach Stuttgart-Münster. Das Einzige, was meine Freunde gemacht hatten, war dort zu wohnen oder entlangzugehen, einen ausländischen Namen zu tragen (der an der Klingel zu lesen war) oder südländisch auszusehen. Einmal wurde eine Scheibe meiner Wohnung eingeworfen, weil ich die Polizei gerufen hatte, nachdem ich zufällig mitbekommen habe, wie einige Rechte eine junge Ausländerin bedrängten. Bei all diesen Gelegenheiten bin ich glimpflich davon gekommen, das unangenehme Gefühl und die Erinnerung an diejenigen, die damals weggesehen haben, habe ich jedoch bis heute nicht vergessen. Genau wie das unangenehme Gefühl, das aus dem Wissen resultiert, wer alles ganz im Allgemeinen rechtes Gedankengut für gut oder ganz akzeptabel befindet. Von außen sieht man diesen Leuten das nicht an. Egal, ob es die nette ältere Dame aus der Straße, die freundliche Angestellte der Krankenkasse, der engagierte Lehrer, der hilfsbereite Rechtsanwalt, der coole Automechaniker oder der kumpelhafte Arbeitskollege ist. Das wurde erst bei einigen ausführlicheren Unterhaltungen oder auch einem Blick auf Musik-CDs oder Büchersammlungen klar. Ich habe damals in keinem rechtsradikalen Brennpunkt gelebt. Es war eine Gegend, die durchaus über ein funktionierendes Gemeinwesen und Perspektiven verfügt. Tatsächlich bin ich trotz meiner negativen Erfahrungen weniger gewaltbereiten Skins als braun denkenden Normalos begegnet. Und noch mehr Leuten, die sahen und wegsahen – sei es (verständlicherweise) aus Angst oder weil sie dachten, dass das alles ja nicht so schlimm sein kann und weil ja vielleicht etwas Wahres an den Ansichten dran sein könnte. Auf welch fruchtbaren Boden bestimmte Ansichten fallen können, wenn sowohl das funktionierende Gemeinwesen wie auch Zukunftsperspektiven fehlen, zeigt Höra in seinem Roman Braune Erde. Es muss nicht zwangsläufig so laufen, dennoch besteht diese Gefahr sehr real. Nicht nur in Bütenow. Der Autor hebt nicht besserwisserisch den Zeigefinger. Dennoch stößt er LeserInnen mit der Nase darauf, wie wichtig Hinsehen ist. Dass man sich der Thematik stellen muss, wenn man nicht will, dass man selbst oder jemand der einem nahe steht in eine vergleichbare Situation abrutscht. Ob man es dann verhindern kann, steht auf einem anderen Blatt. Doch es ist wichtig, kritisch zu sein gegenüber einem Phänomen, das bedauerlicherweise nicht auf ein einzelnes Land beschränkt ist. Paradoxerweise arbeiten Rechtsradikale auch Nationen übergreifend zusammen, wenn sie gemeinsame Opfer auserkoren haben. Sei es, weil sie einer Minderheit angehören, die sie bekämpfen wollen. Oder weil sie einfach manipulierbar sind und quasi zu Werkzeugen einer perfiden Ideologie umfunktioniert werden können. Fazit: Ein empfehlens- und lesenswerter, erschütternder und bedrückender Roman, der am Ende trotz der Thematik einen kleinen Hoffnungsschimmer erkennen lässt und dem ich fünf von fünf Punkten geben möchte. Copyright © 2012, Antje Jürgens (AJ)

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  • Bücher gegen Rezensionen: Plündert das LovelyBooks Bücherregal!

    After passion

    TinaLiest

    Wir räumen unser Bücherregal! Ihr kennt das doch sicher: Das Regal quillt über, aber irgendwie möchten trotzdem immer mehr neue Bücher zwischen die Regalbretter gesteckt werden. Auch bei uns im Büro steht ein Bücherregal, das nur so überquillt vor tollem Lesestoff, der viel zu schade dafür ist, nicht gelesen zu werden. Deshalb haben wir unser Bücherregal ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die wir dort gefunden haben, glücklich machen! So funktioniert's: Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, schreibt uns im passenden Unterthema einen Beitrag mit dem Titel/den Titeln aus dem entsprechenden Genre und seid automatisch bei der Verlosung dabei. Ihr könnt euch selbstverständlich für mehrere Bücher in mehreren Genres bewerben - bitte schreibt dafür aber für jedes Genre einen extra Beitrag, in dem ihr dann auch mehrere Titel aus einem Genre auflisten dürft! Am Donnerstag, dem 18. Juni, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier in den jeweiligen Unterthemen mit. Solltet ihr gewinnen, verpflichtet ihr euch, bis zum 2. August 2015 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion! Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"! Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und uns unsere Bücher abnehmt & wünschen euch viel Spaß beim Stöbern! ;)

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Rezension zu "Braune Erde" von Daniel Höra

    Braune Erde

    Alexandra_vom_Buecherkaffee

    17. January 2013 um 15:20

    "Ich wollte mir nicht ausmalen, was sie mit mir anstellen würden, wenn sie mich erwischten. Sie würden mich nicht schonen, das war mir klar. Ich wusste zu viel." Seite 7 Inhalt: Der fünfzehnjährige Ben, der nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Tante aufwächst, ist gelangweilt vom Leben in dem kleinen vergessenen Dörfchen in Mecklenburg. Nichts ist hier los, ein jeder lebt nur so vor sich hin. Die meisten sind arbeitslos und die Perspektiven stehen schlecht. Auch mit seiner Tante und dessen Familie versteht sich Ben nicht so gut - halten sie ihn doch für einen Spinner, weil er sich immerzu mit seinen Büchern verkriecht und liest. Doch plötzlich erscheinen Fremde im Dorf. Ein Ehepaar, ein weiterer Erwachsener und drei Jugendliche, etwa in Bens Alter. Sie beziehen das alte Herrenhaus und mit ihnen hält ein frischer Wind Einzug ins Dorf. Ben ist fasziniert und er hält sich ständig bei den neuen Dorfbewohnern auf. Plötzlich macht ihm Arbeit Spass und er hört eifrig den Reden und Ansichten von Reinhold, dem Anführer der Familie, zu. Altdeutsche Namen haben alle und sie leben einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Ben freundet sich mit den Zwillingsjungs an und streift mit ihnen durch die Wälder. Von ihnen lernt er schießen und sie spielen immer "Krieg". Die Gutshausbewohner gewinnen die Bürger des Dörfchens für sich durch ihr Engagement, ihre Hilfsbereitschaft und durch das Aufleben lassen der großen Gemeinschaft. Allen, auch Ben, entgeht dadurch die große Gefahr, in die sie sich unbewusst begeben. Selbst nachdem die Zwillinge Ben auf eine rechtsextremistisch orientierte Demo mitnehmen, verschließt er die Augen vor der Wahrheit. Denn was alles so harmlos beginnt, wird plötzlich bitterer Ernst. Als die Geschehnisse eskalieren, muss Ben plötzlich um sein Leben laufen ... "Es hatte sich einiges verändert, seitdem Reinhold, Uta und die anderen im Dorf waren. Daran konnte doch nichts falsch sein." Seite 110 Handlung & Charaktere: Daniel Höra hat sich mit seinem neuen Jugendbuch "Braune Erde" erfolgreich an ein sozialkritisches Thema herangewagt, das auch heute noch sehr aktuell ist und nicht unterschätzt werden sollte. "Braune Erde" beschäftigt sich mit dem unterschwellig aktiven Rechtsradikalismus in unserem Land, der gerade dort infiltriert, wo nahrhafter Boden auf ihn wartet. Erzählt wird diese Geschichte aus Ben's Sicht in der ich-Form, was dem Leser einen guten Einblick in seine Gedankenwelt liefert. Gerade dies ist sehr wichtig um zu verstehen, warum Ben so handelt, was ihn dazu antreibt, was ihn bewegt. Ben wächst in diesem vergessenen Dörfchen auf, hat keinerlei Perspektiven, sieht täglich die viele Arbeitslosigkeit um sich herum, die kläglichen Versuche einer sinnlosen Umschulung ( das halbe Dorf wurde zu Busfahrern u geschult...) und sucht nach Möglichkeiten, aus diesem trostlosen und unbefriedigendem Alltag auszubrechen. Und dann erscheinen plötzlich Leute, die ihm eine neue Perspektive zeigen. Uta und Reinhold stellen für ihn eine Familie dar, die er nie hatte. Sie unterhalten hin, fordern ihn, ziehen vor allem Interesse an ihm - sie hören im zu. Und ehe Ben sich versieht, hört er ihnen zu, ihren Reden, ihren Gedanken. Und so wie Ben ergeht es auch vielen anderen, die bewusst oder auch unbewusst auf der Suche nach etwas Neuem waren. Wo verbreitet man am besten seine Ideen und Vorstellungen? Dort, wo man willige Zuhörer findet... Es ist zum Teil sehr beklemmend und auch beängstigend zu lesen, wie schnell und doch so plausibel sich alles entwickelt in dem Dorf, wie geschickte Manipulation sich auswirken kann. Das Buch stimmt unglaublich traurig und auch sehr nachdenklich. Denn nichts liest sich an den Haaren herbeigezogen, sondern - leider - erscheint die Geschichte immer wieder authentisch. Man kann sich gut vorstellen, dass dies so auch zur heutigen Zeit so immer wieder passieren könnte. Auch Bens Geschichte spielt zur heutigen Zeit. Facebook ist ein Thema und auch die Berliner Demonstration ist aus dem tatsächlichen Leben gegriffen. Viele authentische Merkmale lassen einen beim Lesen oftmals eine Gänsehaut bekommen. Ben wünscht sich einfach nur, dazuzugehören, und so nimmt er nur selektiv Gespräche in sich auf. Er hört unbewusst nur das, was er wirklich hören mag. Er verschließt die Augen vor den teilweise geradezu offensichtlichen Äußerungen und Handlungen seiner neuen Freunde. Er hat immer eine passend Ausrede parat und redet sich die Dinge selbst so ein, wie er sie verkraften kann. Doch irgendwann macht es auch in seinem Kopf dieses besagte "Klick" und er kommt immer wieder ins Grübeln. Ben wacht auf, wenn auch sehr langsam. Zu langsam ... "Ich konnte meinen Blick nicht von meinem Spiegelbild lösen. Der Typ auf der anderen Seite war mir fremd. Wo kam der plötzlich her? Und wo war Ben?" Seite 214 Mein persönliches Fazit : Michael Höra hat nach den schon erfolgreichen Jugendromanen "Gedisst" und "Das Ende der Welt" nun einen äußerst gelungenen sozialkritischen Jugendroman vorgelegt, der mich trotz des sehr erschütternden Themas fesselte. Ein Jugendroman, der unglaublich zum nachdenken und mitdenken anregt und der für viel Gesprächs- und Diskussionsstoff sorgt. Ein Buch, das definitiv nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene sehr gut geeignet ist und dessen Thema ernst genommen werden sollte. Meiner Meinung nach würde sich dieser Roman auch sehr gut für die Schullektüre eignen, denn es ist sehr anschaulich aufgearbeitet und fordert regelrecht, sich mit diesem Thema bewusst auseinanderzusetzen. Ich persönlich habe noch lange nach dem Zuschlagen des Buches über die Geschehnisse nachgedacht und die Geschichte verarbeitet. Eine absolut empfehlenswerte Lektüre. "Schließlich war ich dem Tod begegnet. Und jetzt war er auf der Suche nach mir, weil ich etwas gesehen hatte, das ich nicht hätte sehen dürfen." Seite 143 © Rezension: Alexandra buecherkaffee.blogspot.de

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  • Rezension zu "Braune Erde" von Daniel Höra

    Braune Erde

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. January 2013 um 20:37

    Eine erschreckende Geschichte über leider immernoch aktuellen Rassismus * "Ich hörte ihre Schritte, ihren keuchenden Atem, ihre Versuche leise zu sein. Zwei Schatten schlichen um mein Versteck. Ich schloss die Augen und versuchte meine Angst ganz tief in meinen Kopf zu sperren. Ich wollte mir nicht ausmalen, was sie mit mir anstellen würden, wenn sie mich erwischten." (S. 7) * Ben, dessen Eltern bei einem Unfall gestorben sind, lebt bei seiner Tante in einem kleinen mecklenburgischen Dorf. Doch Ben will am liebsten dort weg, im Dorf passiert nichts spannendes und auch mit seiner Familie kommt er nicht immer gut zurecht. Wie passend als dann die neuen Gutshofbesitzer ins Dorf ziehen.... * Wieso habe ich bisher noch nichts von Daniel Höra gehört? Das war wirklich die erste Frage, die ich mir gestellt habe nachdem ich dieses faszinierende Buch gelesen habe. Und damit es euch nicht genauso geht, werde ich euch jetzt "Braune Erde" vorstellen. * Daniel Höras Schreibstil ist einfach nur angenehm und sehr flüssig zu lesen - und auch seine Beschreibungen der Handlungen und des kleinen mecklenburgischen Dorfes sind sehr atmosphärisch gehalten. Bereits nach ein paar Seiten war ich total versunken in Bens Geschichte und seinen Erlebnissen mit den neuen Gutshofbesitzern. Ja, ich war so sehr gefangen von "Brauner Erde", dass ich es in nur einer Nacht durchgelesen habe. Dazu muss man aber auch sagen, dass seine Geschichte durch zwei zeitebenen sehr spannend aufgebaut ist. Man beginnt mit der Geschichte in der Gegenwart und erfährt zu allererst nur, dass ben vor jemandem auf der Flucht ist. Und dann wird die Geschichte erzählt, wie es so weit kommen konnte, und die Zeitabstände werden immer kürzer, bis sie ineinander fließen. Stilistisch und spannungstechnisch wirklich brillant. * Und auch bei den Charakteren treffen wir auf gut ausgearbeitete Protagonisten, die mich als Leserin zugleich angezogen, aber auch abgestoßen haben - und unserem Ben geht es genauso. Ben ist nach dem Unfall seiner Eltern Waise und lebt bei seiner Tante, wo er sich nicht wirklich geliebt und verstanden fühlt. Bei den neuen im Dorf ist es allerdings ganz anders. Bei Uta, Reinhold, Freya und den Zwillingen Konrad und Gunter fühlt er sich vollwertig und verstanden, doch leider verschließt Ben vor der Realität seine Augen. Denn schon der Titel "Braune Erde" verrät dem Leser schon die inhaltliche Richtung des Romans. Die neuen Gutshofbesitzer sind nichts anderes als autonome Nationalsozialisten, die ihre Handlungen alle gut durchdacht haben und sich in dem kleinen Dörfchen gemütlich niederlassen wollen um das Zepter in die Hand nehmen und die anderen Dorfbewohner auf ihre Seite zu ziehen. * "Braune Erde" ist ein aufrüttelndes Jugendbauch, dass zum einen aufzeigt, dass das Thema Nationalsozialismus leider immernoch nicht vom Tisch ist und auch ganz ungeschönt beschreibt, wie man ohne es zu merken in den braunen Dunstkreis hineingeraten kann. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Höras "Braune Erde" ganz wunderbar als Schullektüre machen würde! * Spannend, nervenaufreibend und einfach nur gut geschrieben - unbedingt lesen!

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  • Rezension zu "Braune Erde" von Daniel Höra

    Braune Erde

    LaLecture

    03. January 2013 um 22:07

    Ein erschreckendes Buch, dass einem die Augen öffnet… Inhalt Der 15-jährige Ben lebt bei seinem Onkel und seiner Tante in einem kleinen Dorf namens Bütenow. Als eine neue Familie herzieht, ist er erfreut über die Abwechslung, auch wenn die Neuen etwas seltsam sind mit ihren altdeutschen Namen und ihrem Traditionsbewusstsein. Schnell freundet er sich mit der fremden Familie an, verteidigt sie schon bald vor anderen und verschließt die Augen so lange vor der Wahrheit, bis es fast zu spät ist… Meinung „Braune Erde“ hatte bei mir bereits von Anfang an schlechtere Chancen, weil das Thema des Buches mir total auf die Nerven geht! Ich wurde allerdings positiv überrascht! Erst einmal ist der Schreibstil wirklich klasse. Er passt gut zu einem 15-jährigen Jungen, wirkt aber auch nicht zu gewollt-jugendlich. Außerdem schildert Ben einige Szenen wirklich mitreißend und spannend, sodass ich kaum aufhören konnte zu lesen. Mit Brutalität spart das Buch teilweise auch nicht, denn es heißt nicht umsonst Rechtsradikale . Die Idee ist ziemlich interessant und setzt sich mit dem Thema Nationalsozialismus auf eine ganz andere Art auseinander. Man kennt ja einige historische Romane, die in der Zeit des 2. Weltkriegs spielen, doch ich finde es wichtig, dass auch mal jemand ausspricht, dass es heute noch immer Nazis gibt, die nicht immer als solche erkennbar sind. Gerade das stellt „Braune Erde“ super da. Langsam aber sicher erschleicht sich die neue Familie das Vertrauen er Dorfbewohner, die froh darüber sind, dass in ihrem kleinen Kaff endlich mal wieder was los ist. Natürlich posaunen sie auch nicht sofort ihre politischen Ansichten heraus sondern machen zunächst einen sehr gesitteten und sozialen Eindruck. Erst als es zur Eskalation kommt, wachen die Dorfbewohner auf. Auf diese Weise öffnet das Buch dem Leser die Augen und spricht ein wirklich wichtiges Thema an. Leider – und das ist der große Schwachpunkt des Buches – konnte ich mich die meiste Zeit überhaupt nicht in den Protagonisten hineinversetzten. Er kam mir ein wenig vor, wie ein Möchtegern-Harry Potter mit seiner ach so bösen Tante (die ich ein wenig übertrieben dargestellt fand) und seinem ja sooo einsamen Leben. Natürlich konnte ich verstehen, dass er sich nach Freunden und einer Familie sehnt, aber für mich war nach den ersten Seiten klar, dass mit der neuen Familie etwas nicht stimmt. Spätestens nach einigen brutalen Aktionen hätte Ben meiner Meinung nach echt das Weite suchen müssen und so weit, wie die Fremden es schließlich treiben, hätte es nicht kommen müssen! Fazit Ein spannend geschriebenes Buch mit einem wichtigen Thema und einem ganz anderen Blickwinkeln auf den Nationalsozialismus. Da ich die Hauptperson leider oft nicht verstanden habe, vergebe ich 4 Sterne, kann dieses Buch aber jedem empfehlen, der sich für den Nationalsozialismus im 21. Jahrhundert interessiert! Als Schullektüre ist dieser Roman sicherlich auch gut geeinget.

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  • Rezension zu "Braune Erde" von Daniel Höra

    Braune Erde

    Manja82

    14. December 2012 um 16:38

    Kurzbeschreibung: Ben wohnt bei seiner Tante in einem Dorf in Mecklenburg. Er will weg, wie alle anderen, denn hier ist nichts los. Doch plötzlich kommt Leben ins Dorf: Zwei Familien ziehen ins alte Gutshaus und richten es her. Sie haben altdeutsche Namen, bringen einen neuen Gemeinschaftssinn in den Ort und nehmen Ben herzlich auf. Ben ist fasziniert von Reinhold, dem Anführer, und will ihm imponieren. Also schließt er sich den Zwillingen Konrad und Gunter an, streift mit ihnen durch die Gegend und verbringt seine Freizeit mit Schießübungen und konspirativen Treffen. Als sie einen Anschlag planen, wird Ben stutzig... (Quelle: bloomsbury) Meine Meinung: Ben wohnt in einem abgelegenen Dorf irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Dorfbewohner leben nur noch vor sich hin, es gibt kaum Perspektiven und mach einer zieht sogar weg. Dann taucht plötzlich Reinhold mit seiner Familie im Dorf auf und durch den Kontakt, den die Familie sucht erwacht das Dorf wieder zum Leben. Ben freundet sich ziemlich schnell mit den Kindern er Familie an. Mit der Zeit aber bemerkt Benn die altmodischen Ansichten der Familie und ist irritiert. Den Dorfbewohnern ist das egal, sie akzeptieren die Familie so wie sie ist. Ben aber begreift letztlich, dass es eine Nazi-Familie ist, die für ihre rechtsradikalen Ansichten auch vor Gewalt nicht zurückschreckt … „Braune Erde“ ist der neueste Jugendroman des Autors Daniel Höra. Weitere Werke des Autors sind beispielsweise „Gedisst“ und „Das Ende der Welt“. Ich kannte vor diesem Buch kein Buch von ihm. Ben ist 15 Jahre alt und sowas wie der tragische Held der Geschichte. Er hat seine Eltern bei einem Autounfall verloren und wohnt nun bei seiner Tante und seinem Onkel. Zu beiden hat er aber kein gutes Verhältnis. Ben ist intelligent und liest viel und gerne. Er wird so auch als Sonderling bezeichnet. Reinhold und seine Familie sind für Ben quasi seine Ersatzfamilie. Uta und Reinhold sind für Ben da und hören ihm zu. Freya, die Tochter, verliebt sich in Ben und ei Zwillinge Gunter und Konrad werden Bens „Kameraden“. Reinhold versucht Ben mittels rechtsextremen Gedankenguts zu begeistern und da Ben in ihm einen Vaterersatz sieht und gerne liest, klappt dies sogar. Aber auch die Zwillinge machen keinen Hehl aus ihre rechten Gesinnung, sie werfen mit rechtsextremen Parolen nur so um sich. Und sie fahren mit Ben sogar auf eine Demonstration von Rechtsradikalen. Der Gegner der Familie ist der Künstler Georg, mit dem Ben auch befreundet ist. Nach der Wintersonnenwendfeier bei der rechte Jugendliche Bücher verbrennen verbreitet Georg in der örtlichen Presse Kommentare über die Gleichgültigkeit der Dorfbewohner gegenüber der Familie. Doch diese lässt das nicht auf sich sitzen und holt zum Gegenschlag aus. Daniel Höra greift in seinem Roman eine aktuelle Thematik auf. Klar nachvollziehbar und glaubwürdig schildert er wie Menschen manipuliert werden können. Dies geschieht ganz gezielt und baut sich langsam auf. Doch je weiter man im Roman vorankommt, desto drastischer werden die Mittel der Familie. Es ist wirklich erschreckend zu lesen wie Menschen beeinflusst werden können. Der Leser wird durch die dramatische Handlung gefesselt und ins Geschehen gezogen. Das Ende baut sich langsam auf und ist dann umso packender erzählt. Die nicht ernst genommene Gefahr gerät vollkommen außer Kontrolle. Fazit: „Braune Erde“ von Daniel Höra ist ein Jugendroman der erschüttert und bedrückt. Authentisch und dramatisch schildert der Autor von einer Gefahr die aktueller ist als zuvor und die unterschätzt wird. Ein Buch das zum Nachdenken anregt.

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  • Rezension zu "Braune Erde" von Daniel Höra

    Braune Erde

    Die_Buecherfresser

    26. November 2012 um 23:00

    "Realitätsnahe Schilderung einer oft unterschätzten Gefahr …" ** Inhalt:
 Ben wohnt in einem abgelegen Dorf irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Bewohner leben vor sich hin, sind perspektivlos und haben die Gemeinschaft in ihrem Dorf vergessen. Erst als plötzlich Reinhold mit seiner Familie auftaut und einen Draht zu den Dorfbewohnern sucht, taut das Dorf wieder auf. Ben ist von Anfang an dabei und freundet sich schnell mit den Kindern der Familie an. Aber nach und nach merkt Ben, dass die Familie seltsame und altmodische Ansichten vertritt. Während sich das Dorf mit seinen Bewohnern der neue Familie öffnet, wird Ben klar, dass er in eine Nazifamilie geraten ist, die nicht vor Gewalt zurück schreckt um ihre Meinung durchzusetzen … ** Story 4/5 Spannung 4/5 Charaktere 4/5 Thematik 5/5 Tiefgang 4/5 ** Meinung: Bei dem Roman “Braune Erde” handelt es sich um den neusten Jugendroman von Daniel Höra. “Braune Erde” erzählt die Geschichte von einem abgelegenen Dorf, das langsam von einer Familie Nationalsozialisten eingenommen wird. ** Ben spielt die Hauptrolle in “Braune Erde”. Aus seiner Perspektive wird die Geschichte erzählt und als Leser erfährt man durch ihn vieles aus erster Hand. Ben ist jung, wächst in einem perspektivlosen Dorf auf, das vom Land vergessen wurde. Jeder Bewohner kümmert sich um seinen eigenen Kram und eigentlich lebt jeder bloß vor sich hin. Dann zieht plötzlich eine sympathische und sehr engagierte neue Familie in das Dorf. Die anfängliche Skepsis weicht und auf einmal verändert sich das Dorf. Ben ist von Anfang an bei dieser Veränderung dabei. Er gesellt sich immer mehr zu der Familie, schließt Freundschaft mit Reinhold und den Zwillingen und freut sich über die Werbungen von Freya. Doch langsam beginnt Ben zu merken, in was er da eigentlich hineingeraten wird, denn die Familie vertritt nicht nur rechtsradikale Ideen, sondern scheut nicht vor Gewalt zurück … ** Ich räusperte mich. »Tut mir leid, dass ich mich nicht gemeldet habe«, sagte ich. Freya sah mich nicht an. Dafür fixierte mich Uta, dass es schon unangenehm wurde. Ich rutschte unruhig auf meinem Sessel hin und her. (Seite 95) ** Daniel Höra greift mit seinem neuen Jugendbuch eine durchaus aktuelle Thematik auf. Durch die Medien ist allseits bekannt, dass vor allem in Mecklenburg-Vorpommern viele rechtsradikal orientierte Menschen immer mehr in abgelegene Dörfer ziehen. Der Autor geht in jedem Fall sehr authentisch auf das Thema ein und erzählt die Geschichte aus der Perspektive eines Jugendlichen. Gerade dadurch und die Eindrücke die Ben erfasst, wirkt “Braune Erde” sehr realistisch, auch wenn die Handlung im Grunde sehr vorhersehbar ist, wenn man sich denn mit der Thematik auseinander setzt. ** Gelungen finde ich zudem die Schilderungen, in welch minimalen Schritten sich die Nazifamilie in dem Dorf niederlässt und sich dort einschleimt. Ben hat sich mit dieser Gefahr zuvor nicht wirklich befasst, sodass der Leser erfahren kann, wie manipulativ die rechte Bewegung agiert und junge Menschen überzeugt. Es ist erschreckend wie hinterlistig rechtsradikales Gedankengut “getarnt” an die Bewohner des Dorfes gebracht wird und wie diese darauf reagieren! Das Ende war zudem dann das “i” Tüpfelchen, da sich Gewalt und Hass schüren und irgendwann entladen. Dieses packende Ende baut sich langsam auf, von einer nicht ernst genommenen Gefahr bis letztendlich zur Gefahr, die außer Kontrolle geraten ist. ** Ich verstand Georg nicht. Die Diebstähle gab es wirklich, und dass die Polizei Ewigkeiten brauchte, um hierherzukommen, wenn sie überhaupt kam, war kein Geheimnis. Warum sperrte er sich so dagegen? (Seite 177) ** Insgesamt gebe ich dem Roman 5 Sterne. “Braune Erde” ist keine schaurige oder rundum spannende Geschichte, sondern eher eine Teil von Bens Leben in dem Dorf. Der Autor beschreibt die Geschehnisse klar und deutlich, dabei bleibt die Geschichte durchweg realistisch. Zudem stellt der Autor auf eine äußert gute Weise dar, wie gefährlich die Bedrohung von solchen Nazi Gruppen sein kann, die auf dem Land Dörfer “einnehmen” wollen. Aus diesem Grund gebe ich 5 Sterne. ** Der Schreibstil ist sehr einfach und soll wahrscheinlich Ben und seine Umgebung authentischer wirken lassen. Besonders gut haben mir immer die Textabschnitte zu Anfang jedes neuen Kapitels gefallen, denn so baut sich stetig das spannende Ende auf. ** Das Cover ist schlicht und der Titel ist auf den ersten Blick nichtssagend. Doch nach einem weiteren Blick wird die indirekte Botschaft deutlich, was ich richtig gut fand. ** »Hallo«, sagte ich. Die beiden sahen nicht gut aus; als hätten sie ein Stück des grauen Winterhimmels mit in die Stube gebracht. (Seite 262) ** Fazit: Ich gebe “Braune Erde” 5 Sterne, denn die Geschichte ist realitätsnah und authentisch geschrieben. Dazu ist die Thematik aktuell und gerade durch “Braune Erde” wird wieder einmal deutlich, dass diese Gefahr nicht unterschätzt werden sollte.

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