Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen

von Daniel H. Rapoport 
1,9 Sterne bei10 Bewertungen
Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen
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Positiv (1):
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Eine brillante und amüsante Analyse unserer Sprachgewohnheiten!

Kritisch (8):
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Theoretische, für mich ziemlich schwer lesbar aufbereitete Kost.

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Inhaltsangabe zu "Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen"

Das Hirn stirbt den Redetod - Eine brillante Analyse der gegenwärtigen Sprachkultur
Kann man über Geschmack streiten? Ist es eine Illusion, dass das Reden bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme hilft? Warum gibt es Brand-, aber keine Löschreden? Stimmt die gängige Auffassung, dass wir im Wettstreit der Meinungen zu rationaleren Urteilen gelangen? Daniel Rapoport untersucht unsere Kommunikationsgewohnheiten und schlägt dabei einen Bogen von Alltagsphänomenen bis hin zu philosophischen Fragestellungen. Seine Betrachtungen vereinen Wissen und Witz sowie die Präzision und Experimentierfreude eines Naturwissenschaftlers, der er von Haus aus ist, und sind höchst anregend, allgemein verständlich und absolut unkonventionell.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783360013262
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Das Neue Berlin Imprint von Eulenspiegel Verlagsgruppe Buchverlage GmbH
Erscheinungsdatum:20.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Streiflichtvor 7 Monaten
    Absoluter Reinfall


    Leider kann ich dazu nichts anderes sagen, als dass ich absolut enttäuscht von diesem Buch bin und es mein Flop des Jahres 2018 ist und vermutlich leider auch bleiben wird. Ich bin ein begeisterter und leidenschaftlicher Vielleser und ich liebe Sprache, Worte und das Lesen... Ich habe mich mit diesem Buch auch sehr bemüht und mehrmals angefangen und auch einzelne Kapitel gelesen, um doch noch etwas zu finden, das mir gefällt. Aber leider war dem nicht so. Ich habe das Gefühl, der Autor spricht absolut nicht meine Sprache und ich verstehe ihn einfach nicht. Mein einziger Trost bleibt, dass es auch den meisten anderen Lesern so ergangen ist.

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    dieschmitts avatar
    dieschmittvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Theoretische, für mich ziemlich schwer lesbar aufbereitete Kost.
    Theoretische, für mich ziemlich schwer lesbar aufbereitete Kost.

    Zum Inhalt:

    Kann man über Geschmack streiten? Hilft reden bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme?

    Ein Buch über Kommunikationsgewohnheiten und die Frage was Sprache bringen kann.

     

    Meine Meinung:

    Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, denn die Beschreibung und der Klappentext lässt auf witzige und interessante Sprachbeobachtungen hoffen.

     

    Leider habe ich beides nicht in dem Buch gefunden. Ob dies an meinen falschen Erwartungen lag, kann ich aber nicht beantworten. Oftmals ist man ja enttäuscht, wenn man eine klare Vorstellung davon hat, was kommen wird und dann etwas anderes zu lesen ist. Erwartet habe ich ein Sachbuch, das sich der Sache etwas ironisch annimmt. Es ist jedoch ein sehr theoretisches Sachbuch, was Sprachliebhabern, die solchen Stoff gerne lesen, bestimmt gefallen wird.

     

    Ehrlich gesagt bin ich mir nicht wirklich sicher, was mir das Buch sagt, allerdings gebe ich zu, dass ich das Buch nach dreiviertel abgebrochen habe, da es mir wirklich schwer gefallen ist es zu lesen.

     

    Es werden einige Philosophen genannt und einbezogen, die mir größtenteils bekannt sind. Aber auch diese Inhalte sind doch sehr theoretisch und nicht besonders leicht lesbar aufgenommen.

     

    Fazit:
    Theoretische, für mich ziemlich schwer lesbar aufbereitete Kost.

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    Aischas avatar
    Aischavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Weder witzig noch klar - für mich eine durchweg enttäuschende, schwer verdauliche Sprachanalyse!
    Humorlos und sehr schwer verständlich!

    Der Klappentext verspricht witzige und klare Beobachtungen zu unseren Sprachgewohnheiten, Autor Rapoport selbst hofft auf das Erklugen des Lesers anhand seiner Essays. Ich war diesbezüglich zum einen enttäuscht, konnte ich den Texten doch weder etwas Amüsantes, noch wirklich Verständliches entnehmen. Zum anderen dürfte ich als Leserin auch eine Enttäuschung für den Autor darstellen, denn wirklich schlauer bin ich durch die Lektüre nicht geworden.
    Die Enttäuschung habe ich zum Teil mir selbst zuzuschreiben: Verführt durch Werbung des Verlags und die humorvolle Gestaltung des Covers hatte ich eher lustige Geschichten à la Bastian Sick erwartet. Bekommen habe ich kompliziert dargebrachte Theorien, eine enorm unklare Sprache, die mir weniger die behandelten Sachverhalte als eine deutliche Selbstverliebtheit des Autors vermittelt hat. So schreibt er etwa "Sprache bleibt die große Liebe meines Lebens" - bei der überdurchschnittlich häufigen Verwendung des Wortes "eigentlich" wie auch von Füllwörtern wie "nun ja" oder "ähm" bleibt das für mich leider ein Lippenbekenntnis. Auch Rapoports "Ich hoffe, ich bin wirklich klar verstanden" ist, was mich betrifft, ein frommer Wunsch.
    Auch fühle ich mich nicht als "der liebgewonnene Leser", sondern empfinde den Autor seiner Leserschaft gegenüber eher lieblos. Vielfaches Namedropping mir völlig unbekannter Philosophen (Horkheimer, Austin, Quine, Davidson, Frege) wirkt auf mich ebenso überheblich wie die Aufforderung, ich solle doch den Hirsch-Factor googeln. Hier hätte ich mir vom Naturwissenschaftler, der das Publizieren gewohnt ist, hilfreiche Fußnoten gewünscht. 
    Was denkt sich der Autor dabei, ein Verb wie transmogrifizieren ohne Erläuterung zu verwenden? Dass seine Leser samt und sonders World-of-Worcraft-Spieler sind?
    Ich muss gestehen, dass ich mich derart mühsam durch das Buch gekämpft habe und dass ich so sehr mit der Sprache gehadert habe, dass ich mich kaum auf den Inhalt konzentrieren konnte. Auch wiederholtes Lesen ganzer Abschnitte hat mir selten zu wirklichem Verständnis verholfen. Und das ist mein größter Kritikpunkt: Wenn Rapoport nicht nur selbstverliebt seine Ansichten zum besten geben möchte, sondern mit seiner Kritik auch Änderungen in unserer Gesellschaft bewirken will, dann sollte er doch möglichst verständlich schreiben. Eine der wenigen Aussagen, die mir klar geworden sind, ist, dass Medien die Wahrnehmung der Massen synchronisieren. Diese Ansicht teile ich, beim Großteil des Buchs kann ich ehrlicherweise nicht sagen, wie ich dazu stehe, da ich es - trotz abgeschlossenen naturwissenschaftlichen Studium - schlichtweg nicht verstanden habe.

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    thelauraverses avatar
    thelauraversevor 8 Monaten
    Anspruchsvolle Gedankengänge und neue Blickwinkel

    Rien ne va plus, nix geht mehr.“ Mit diesem Satz beginnt nicht nur das Kapitel „The Konjunkturpaket wreaks havoc“, sondern er kam mir während der Lektüre von „Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen“ auch hin und wieder selbst in den Sinn. So viele Informationen, Fakten, Überlegungen und Gedankengänge auf einem Fleck machen es dem Leser / der Leserin sicherlich des Öfteren schwer. Es ist tatsächlich nicht immer leicht, der Gedankenakrobatik von Daniel H. Rapoport zu folgen. Aber – und hier kommt die gute Nachricht – es lohnt sich meistens.

    Das Anliegen des Sachbuches und seines Autors ist schnell beschrieben: Anhand der Kommunikationsgewohnheiten der Menschen sollen Hinweise auf diverse gesellschaftliche Probleme und auch deren Lösungsmöglichkeiten gefunden werden. So werden, angefangen von der oftmals unfairen Arbeitswelt über Rassismus dessen Entstehung bis hin zur "Bewertbarkeit" von Kunst, verschiedenste Probleme der Gegenwart auf ihre Ursachen und Auswirkungen hin untersucht.

    Der Autor Daniel H. Rapoport versucht, die zugegebenermaßen oftmals schon ein wenig trockenen und theoretischen Ausführungen mit ein wenig Humor „verdaulicher“ zu machen. Dies geschieht mit durchaus viel Selbstvertrauen, indem auch schon einmal behauptet wird: „Okay. Hier kommt das coolste Kapitel.“ (S. 70)

    Gleich vorweg: Der Schreibstil ist keineswegs etwas für jeden Geschmack und wird vermutlich vielen Leser/innen nicht wirklich zusagen. Es wäre also falsch, sich durch den niedlichen Schimpansen im Business-Anzug, der den Einband ziert, ablenken zu lassen und auf leichte Kost zu hoffen. Man muss sich vollkommen auf die einzelnen Aufsätze einlassen und auch hin und wieder einige Kapitel öfter als einmal lesen, um wirklich alles mitzubekommen und nicht irgendwann völlig auszusteigen. Des Weiteren sollte man auch nicht zu viele sprachwissenschaftliche Aspekte erwarten, denn Kommunikation und ihre Aspekte werden zwar wiederholt thematisiert, jedoch meist aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive.

    Mir hat das Buch in vielerlei Hinsicht gut gefallen und mir auch bezüglich einiger Aspekte ein wenig die Augen geöffnet. Jedoch muss ich zugeben, dass ich mir manchmal dennoch etwas schwer dabei getan habe, der Argumentation des Autors zu folgen und die Lust und das Interesse an der Lektüre nicht zu verlieren. „Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen“ ist eben ein Sachbuch, das man nicht halbherzig und nebenbei im Bus lesen kann, sondern dem man seine gesamten „grauen Zellen“ widmen muss, um tatsächlich von der Lektüre zu profitieren. Es fordert sehr viel vom Leser / von der Leserin – auch an Vorwissen. Ich versuche dennoch vorsichtig, es jenen Menschen zu empfehlen, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen möchten und auch etwas an Zeit und Energie in einen anderen Blickwinkel auf alltägliche Probleme der Gesellschaft stecken kann und will.

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    Sikals avatar
    Sikalvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Für mich war das Buch eine Zeitverschwendung und sinnloses Geschwafel.
    Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen

    Ich gestehe – der Titel lockte mich. Ebenso der versprochene Inhalt, unsere Kommunikationsgewohnheiten zu beobachten und zu analysieren und sprachliche Kuriositäten unter die Lupe zu nehmen. Ich erwartete mir eine humorvolle Lektüre, einen Genuss an sprachlicher Satire, Kostproben diverser Skurrilitäten.

     

    Doch leider war dieses Buch für mich eine herbe Enttäuschung, ich quälte mich durch die Seiten, verstand absatzweise nicht was mir denn der Autor nun sagen möchte. Im Normalfall habe ich nicht das Problem, Schachtelsätzen zu folgen, doch hier zogen sich die Sätze dermaßen in die Länge, dass ich am Ende nicht mehr wusste, wie dieser denn nun anfing. Ständig schaute ich nach der Seitenzahl, wie nah ich denn nun dem Ende bereits bin … Keine gute Basis!

     

    Es handelt sich hier um seitenlanges Philosophieren über … - genau das war der Punkt. Ich wusste es am Ende des Kapitels nicht. Ja, Bewerbungsdeutsch ist anders als ein Gespräch übers Wetter. Das ist nun nichts Neues.

     

    Als „humorvoll“ kann ich das Buch ganz und gar nicht bezeichnen, zumindest konnte ich mit diesem Humor nichts anfangen.

    Für mich war das Buch eine Zeitverschwendung und sinnloses Geschwafel.

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: "Eigentlich" ist der Hauptbestandteil dieses Buches, leider ein Flop
    Leider eine herbe Enttäuschung

    Das Buch wird als “witzig, ungewöhnlich und provokant” vorgestellt.

     

    Da haben meine Augen geleuchtet, weil ich gerne humorvolle Bücher über den Umgang mit der Sprache lese. Ich hatte mir so etwas ähnliches wie Sebastian Sicks Bücher über die falsche Verwendung des Dativs (als Genetiv-Ersatz nämlich) oder Stilblüten usw., vorgestellt.

     

    Allerdings bin ich schwer enttäuscht worden. Das Buch ist nicht “witzig”, “ungewöhnlich” vielleicht, da es das Wort “eigentlich” zur Ikone erhebt. Provoziert habe ich mich höchstens durch die nichtssagenden Sätze voller Worthülsen, gefühlt.

     

    Der Autor, ein promovierter Chemiker, schwafelt 256 Seiten durch den Äther.

     

    Ich hoffe, Daniel Rapoport ist ein besserer Chemiker, ein wortgewandter und witziger Autor ist er nämlich nicht.

     

    Fazit:

     

    Für mich ein Flop, keine Leseempfehlung und nur ein Stern (keiner geht ja leider nicht)

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    Kristall86vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Völlige Zeitverschwendung...
    Eine Untersuchung unserer Kommunikationsgewohnheiten

    Daniel H. Rapoport wird als Beobachter menschlicher Interaktion und nicht als Kommunikationskritiker vorgestellt. Er befragt ganz selbstverständlich das Selbstverständliche. Wer redet wie? Und warum? Warum reden wir immer über das Wetter? Warum begeben wir uns in Diskurse wird gefragt... Dieses Buch soll auf vermeintlich witzige und auch provokante Art die Kommunikation beleuchten aber leider muss ich feststellen das mir keine Leuchte dabei aufgegangen ist. Seine vermeintlichen witzigen Aspekte waren weder das eine noch das andere. Es war ein kleiner Kampf dieses Buch zu Ende zu lesen. Reine Zeitverschwendung. Denn das was beschrieben wird, wird so immens verschachtelt oder erst gar nicht so behandelt wie beschrieben und verpäppelt das es irgendwann keinen Sinn mehr ergibt. Die ständige Verwendung vom Wort „eigentlich“ viel hierbei sehr ins Auge und gab mir jedesmal das Signal das der Autor sich doch irgendwie eigentlich aus der eigentlichen Situation winden wollte oder eigentlich nicht?! Ich weiß es nicht, aber eines weiß ich, dieses Buch bekommt von mir einen Stern oder eigentlich?!...naja genug davon. Leider ein absoluter Reinfall und keine Empfehlung für Menschen die sich wirklich mit Sprache beschäftigen wollen.

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    Huschdegutzels avatar
    Huschdegutzelvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Langatmig und zum Teil schlicht nicht zu verstehen .. vielleicht bin ich schon zu sehr Affe ....
    Langatmig und zum Teil schlicht nicht zu verstehen .. vielleicht bin ich auch schon zu sehr Affe ...

    Das Hirn stirbt den Redetod - Eine brillante Analyse der gegenwärtigen Sprachkultur 
    Kann man über Geschmack streiten? Ist es eine Illusion, dass das Reden bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme hilft? Warum gibt es Brand-, aber keine Löschreden? Stimmt die gängige Auffassung, dass wir im Wettstreit der Meinungen zu rationaleren Urteilen gelangen? Daniel Rapoport untersucht unsere Kommunikationsgewohnheiten und schlägt dabei einen Bogen von Alltagsphänomenen bis hin zu philosophischen Fragestellungen. Seine Betrachtungen vereinen Wissen und Witz sowie die Präzision und Experimentierfreude eines Naturwissenschaftlers, der er von Haus aus ist, und sind höchst anregend, allgemein verständlich und absolut unkonventionell ...


    Diese Inhaltsangabe und eine kurze Leseprobe ließen mich hier gern zu greifen. Hoffte ich dadurch doch auf eine knackige Satire voll bitterbösem Humor, denn es bieten einige Dinge, die sich in unsren Sprachschatz mischen, doch gerade genug Zielscheiben des Spotts.


    Beim Lesen wich das Lächeln in meinem Gesicht leider immer mehr einem Stirnrunzeln, einem Gähnen und zum Teil völligem Unverständnis.


    Manche Sätze sind schlicht bandwurmartig und wenn ich für jedes vorgefundene "eigentlich" einen Euro bekommen würde, könnte ich davon sehr gut essen gehen. Ein Wort, das ich nicht erwartet habe, wenn sich jemand über den Sprachgebrauch auslässt.


    Dabei ist die Sprache in diesem Buch wirklich schön - nur ummantelt das nicht das Geschwafel, das hier derartig ausartet, dass einige durchaus interessante Thesen nahezu völlig untergehen.


    Unkonventionell trifft also zu  .. höchst anregend und allgemein verständlich hingegen nicht, es sei denn, man kennt sich mit Philosophen und deren Lehren extrem gut aus und verfügt dazu über den Langmut eines Maultiers.


    All dies trifft bei mir nicht zu - ich fand das Buch langweilig. Aber prima zu empfehlen, wenn man an Schlafstörungen leidet. Den Kampf gegen das Einschlafen habe ich beim Lesen nämlich oft verloren.


    2 Sterne daher für die Sprache, aber null für den Inhalt. Denn worum es hier im Grunde geht ... um das zu verstehen, bin ich wohl schon zu sehr Affe.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Stilistisch sicherlich polarisierend, inhaltlich interessante, soziokulturelle, der Linguistik im weitesten Sinne zuzuordnende Studien.
    Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen

    Der Titel lockte mit einer gewissen Skurrilität, der Inhalt, wie er sich mir ohne vorherige Leseprobe darstellte, ebenfalls. Eine Untersuchung unserer Kommunikationsgewohnheiten wurde versprochen. Witzig und unterhaltsam sollte es sein, Floskeln und hohle Phrasen als notwendige soziale Interaktion, nicht nur erklären, sondern beleuchten, in Kontext setzen mit Zeitgeist und Wandel. Eine differenzierte Betrachtung der Medien, die uns noch nicht so lange zur Verfügung stehen und ihrer Auswirkungen auf unser Kommunikationsverhalten.

    Hätte ich Gelegenheit gehabt, das Buch in der Buchhandlung anzulesen und reinzuschnuppern, würde nun hier nichts stehen. Ich hatte aber die Glücksfee erfolgreich geschüttelt und bei der Buchverlosung wie es schien Glück gehabt, was mich nun verpflichtet im Gegenzug eine Buchbesprechung zu schreiben. Etliche von euch kennen das Dilemma sicherlich.

    Man schreckt mit Grausen zurück vor dem Maul des geschenkten Gauls, muss aber ran.

    Schön ist das nicht, da die Arbeit, Kreativität und Mühen des Autors meiner Ansicht nach grundsätzlich immer wertzuschätzen sind und hier wurde gerungen, das ist deutlich.

    Lesen hieß in diesem Fall leider leiden. Im Vorwort ,oder "Geleit", fordert Autor und Chemiker Daniel H. Rapoport, der Leser "solle am Ende" mit ihm kommuniziert haben. Diese Wortwahl missfiel mir. Übergriffig wurde dies empfunden, da nicht als Wunsch oder Hoffnung, sondern verlangend geäußert, wenn auch durch ein hingeworfenes "nunja" abgemildert. Die bemüht witzige Attitüde des Autors fand ich anstrengend, deutlich erkennbar, jedoch nicht zündend. Aber: Humor ist Geschmackssache und wie er in Weiße Quadrate oder: Von der Kunst, über Kunst zu urteilen darlegt:

    ...die ästhetische Wirkung eines Werkes nie ohne das Zutun des Individiuums stattfinden könnte. Die Wirkung eines Kunstwerks entsteht durch die private, ganz eigene Inbezugsetzung des Kunstgenießenden zum Werk.

    ...Man kann über Geschmack nicht nur streiten - man muss!


    Sprachverliebt kann bedeuten, dass man die Sprache liebt und genießt, oder, wie es mir bei Lektüre von Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen vorkam, dass der/die Autor*in sich selbst gerne sprechen hört/sieht und dieses Gefühl verdichtete sich bis zum Ende des Buches immer mehr. Klar, wir alle, die schreiben, sind notwendigerweise bis zu einem gewissen Grad sprachverliebt und vor allem selbstverliebt in unsere Texte, aber mich störte in dieser Essay Sammlung das gehäufte Auftreten von stilistischen Marotten (Dietmar Dath darf das, aber nur dieser) wie sie im unteren Zitat zu finden sind. Sie sind nicht die einzigen, es zieht sich durch fast alle Essays. Das kann man mögen, ich mochte es nicht.

    Stilistisch konnte mich der Autor also absolut nicht begeistern. Inhaltlich, wenn ich auch nicht immer mit dem Dargelegten konform ging, gab es etliche interessante Gedankengänge und Wege, denen zu folgen aber leider weniger Freude, als vorab erhofft bereitete. Zu sehr störte mich die aufgeblähte Wortwahl und düpierten mich hingeworfene Erwähnungen des Philosophen Spinozas und anderer Denker, deren Werk oder Teile davon zur Verdeutlichung der Gedanken des Autors als selbsverständlich vorausgesetzt wurden.

    Es gibt Autor*innen welche die Freundlichkeit besitzen kurz zu erläutern worauf sie hinauswollen, Daniel H. Rapaport ist keiner von ihnen. Dabei sind ihm Fußnoten als Mittel zur Wissenvermittlung offensichtlich bekannt, er greift im Buch darauf zurück.

    Dabei fand ich z. B. in Boviste und Planeten etliche Gedankengänge zum Dialog zwischen Atheisten und Religiösen, die aufschlussreich, interessant und neuartig waren und Anlaß zum (Nach)Denken boten. Und nicht nur dort.

    Seiner Argumentation mochte, ich dennoch nicht immer folgen. Seine Perspektive erschien mir teils irrelevant. So im Falle der Bewerberauswahl oder des Zeugniserstellens. Dort gilt es eine Auswahl zu treffen, die Mechanismen dafür geben niemals eine Garantie, es wird immer "Glücklose" (Bewerber) geben die aussortiert werden. Fakt ist: Es muss aufgrund Angebot und Nachfrage aussortiert werden. Wie das geschieht ist relativ egal. Warum und woran es liegt und wie man es womöglich besser gestalten kann ist wichtig. Wir haben in Deutschland Arbeitgeber und Arbeitnehmer, diese Begrifflichkeiten fand ich schon immer unlogisch, da ich als Arbeitnehmer ja meine Arbeit gebe und nicht umgekehrt, doch es ist das Sytem welches diese Begrifflichkeiten prägte, ergo muss ich jenes kritisieren und nicht die Begrifflichkeiten. So legt Rapoport in

    Bewerbungen und andere verpasste Chancen oder: Über die Messbarkeit von Qualitäten

    die Finger auf die vielfältigen maroden Stellen unseres aktuellen Gesellschaftssystems, dem neoliberalem Kapitalismus und dessen Anzeichen im alltäglichen Sprachgebrauch. Meines Erachtens der falsche Ansatz, denn ursächlich ist all dies, zwar durchaus im - selbstverständlich von der Sprache geprägten - Denken vorhanden und ersichtlich, doch den Fokus hier derart stark auf die Sprache, das Symptom, zu richten, anstatt auf das System, die Ursache, scheint mir wenig zielführend. Wenn man Menschen mit seinem Anliegen erreichen möchte sollte dieses Anliegen klar und deutlich dargelegt werden, möglichst so, dass viele Menschen es verstehen können.

    Das ist in Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen nicht oft der Fall.

    Systemkritik muss auf den Punkt kommen. Die Ursachen herausarbeiten, nicht die Symptome. Rapaport nutzt die Sprache zur Diagnose, verweigert aber die Schlussfolgerung, Behandlung.

    Schönes Beispiel ist der verstorbene 68 er Soziologe und politische Aktivist Rudi Dutschke der wunderbare Reden und Ideen zur Rettung der Arbeiterklasse hielt, die aber aufgrund unterschiedlicher Bildungsqualifikationen und Niveaus nicht einmal ansatzweise verstand, dass es dem guten Mann und seinen Anhängern darum ging ihr Leben zu verbessern indem er das herrschende System kritisierte - welches sich mittels Bildzeitung und anderen Vertretern erheblich cleverer gegen seine Subversionsversuche zur Wehr setzte indem es sich exakt jener die Dutschke retten wollte bediente um ihn lächerlich und unglaubwürdig zu machen und anderweitig zu diskreditieren.

    Weshalb gelang es diesem intelligenten Menschen nicht, sein Anliegen sprachlich herunterzubrechen und sich einer Sprache zu bedienen die die Arbeiter verstanden hätten?

    In Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen den aufgeblähten Einlassungen zumindest zu folgen, war durchaus möglich, doch da Lesen bei mir mit dem Genußaspekt und dem Unterhaltungswert untrennbar verbunden, ist blockierte bereits nach wenigen Sätzen meine Aufmerksamkeit und an ihre Stelle trat VERDRUSS. Wie bei Dutschkes avisierter Arbeiterschaft. Völlig ohne Fremdeinwirkung.

    Allzu freigiebig und langatmig schüttet der Autor sein Wissen dem Leser vor - löste damit äußerst unangenehme Erinnerungen an all die ungeliebten Lehrer meiner schulischen Laufbahn aus - bedient sich allerlei veranschaulichender und bekräftigender Adjektive, gerne auch in Anlehnung an den Superlativ. Häufig vorkommende Anspielungen an Philosophen und vorausgesetztes aber nicht näher definiertes Wissen über ihre Grundthemen. Mit wohlgesetzten Fremdwörtern gespickte, mäandernde geistige Ergüsse die zum genaueren Verständis nicht unbedingt beitragen. Die von ihm erhoffte "Erklugung nach Lektüre" gestaltet sich daher mühsam und wenig erfreulich. In meinem Fall aus Autors Sicht sozusagen Perlen vor die Säue. So wie folgende:

    "Setzen wir noch einmal beim Bekannten an, bei dem Vorwurf, der Kapitalismus objektiviere, entwerte, verheize den Menschen. Beginnen wir noch einmal mit der Moderne. Die Moderne ist vielleicht ideengeschichtlich in eben dem flächenbrandigen, fulminaten Ausbruch einer Brunst des Messfiebers am ehesten auf ihren Begriff gebracht. Nicht von Ohngefähr wird ihr Beginn gemeinhin mit der klassischen Physik durch Galilei und Newton identifiziert, nicht von Ohngefähr beginnt sie mit dem berühmten Ausspruch Galileis, es sei das Buch der Natur in der Sprache der Mathematik abgefasst."



    Ein unvollständiger Ausschnitt aus Rapoports im Buch versammelten Essays:

    Zahlen oder: Die vermaledeite Nichtswürdigkeit des Sichkümmernwollens

    Boviste und Planeten oder: Der Streit um Gott

    The Konjunkturpaket wreaks havoc oder: Erinnerungen an einen heißen Herbst

    Flausenlemmata oder: Stirn und Dominiak ersinnen den idealen Staat.

    Die Fischparabel oder: Linke und ihr Verhältnis zum Neuen


    Fazit:

    Ein Sammelsurium an Ansichten zu Gesellschaft, Staat, Gott, Rassismus, Sprache, diesem und jenem, das mich nicht für sich einnehmen konnte, obwohl es einige interessante Denkansätze enthält. Zielgruppe: Frustrationstolerante Akademiker mit MINT Hintergrund die Bertolt Brechts Stil noch nie schätzten, und Thomas Mann verehren.

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    Eulenspiegel_Verlagsgruppes avatar
    Eulenspiegel_Verlagsgruppevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine brillante und amüsante Analyse unserer Sprachgewohnheiten!
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Eulenspiegel_Verlagsgruppes avatar

    Stirbt das Hirn den Redetod?

    Wer redet wie und wann und mit welchen Absichten? Warum reden wir übers Wetter? Warum sollen wir am »gesellschaftlichen Dialog« teilnehmen, warum gar »gesamtgesellschaftliche Debatten« führen? Wie kommen Vorurteile und Stereotype in die Welt? 

    Der Naturwissenschaftler Daniel H. Rapoport untersucht unsere Sprachgewohnheiten und gibt sich mit dem allgegenwärtigen Gejammer über die Schwatzgesellschaft nicht zufrieden. Denn da liegt mehr im Argen! Kenntnisreich und amüsant erkundet er Sprache als Sozialisationshandlung und sieht verwundert und besorgt den »Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen«.
    Seine Beobachtungen sind klar und witzig, er überrascht mit provokanten Schlüssen; dabei geht er theoriefreudig oder auch brachial empirisch alle Umwege, die seine prüfende Vernunft ihn leitet. Kann sein, der Titel seines Buchs legt das Verblöden durch Reden etwas zu nahe; der Verf. hofft nicht minder auf das Erklugen.

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