Daniel Harrich

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Pharma-Crime, Saat des Terrors und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Daniel Harrich

Pharma-Crime

Pharma-Crime

 (2)
Erschienen am 15.05.2017
Saat des Terrors

Saat des Terrors

 (0)
Erschienen am 13.05.2019

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Rezension zu "Pharma-Crime" von Daniel Harrich

erschreckend
supersusivor 4 Monaten

Dass Medikamente, die man über das Internet kauft, nicht sicher sind, weiß man. Aber, dass sich auch in unseren Apotheken Medikamente ohne Wirkstoff oder mit falscher Dosierung oder mit schädlichen Substanzen befinden, war mir neu. 

Es ist wirklich erschreckend, wie überall aus Profitgier gefälscht und betrogen wird. Von unseriösen Internethändlern, etlichen Zwischenhändlern und Vertreibern von Medikamenten bis zu den großen Pharmafirmen selbst, die im Ausland produzieren lassen, ohne die Reinheit der Wirkstoffe oder die hygienischen Bedingungen der Herstellung zu überprüfen. Viele gepanschte Arzneimittel werden durch etliche Länder hin und her transportiert, sodass man für die Echtheit keine Garantie mehr hat, von einer korrekten Lagerung oder Einhaltung der Kühlkette ganz zu schweigen. Am schlimmsten sind wiedermal die Menschen in der 3. Welt betroffen, die sich die teuren Originalmedikamente nicht leisten können und auf günstige Generika zurückgreifen müssen. Und diese sind fast alle gefälscht, d.h. ohne Wirkung oder sogar mit schädlichen teils giftigen Inhaltsstoffen. Abgelaufene Produkte werden neu etikettiert und in den Handel gebracht und selbst unter den deutschen Apothekern gibt es schwarze Schafe, die gerade beim Anmischen von Zytostatika (Krebsmedikamente), diese verwässern und strecken, um sich zu bereichern. Eine direkte Todesfolge aufgrund unwirksamer Medikamente nachzuweisen, ist nahezu unmöglich. Manchmal sind auch nur einzelne Bestandteile der Originalmedikamente vergiftet, da die Pharmariesen keine Kontrolle darüber haben, woher ihre "Zutaten" genau stammen. Selbst ihnen wird ein Einblick oder ein Kontrollbesuch der indischen oder chinesischen Produktionsstätten verwehrt. Zoll, Interpol, Gesetzesänderungen, Whistleblower, können dem Skandal kaum Einhalt gebieten. Es gibt anscheinend unzählige Wege, wie gefälschte Medikamente in die legale Handelskette eingeschleust werden können. Und selbst, wenn man der illegalen Machenschaften Herr werden würde, blieben immer noch die aus fragwürdigen Quellen stammenden Wirkstoffe für die originalen Medikamente. Kontrollen erfolgen nur stichprobenartig und die Pharmafirmen übernehmen keine Verantwortung. Durch die übermächtige Pharmalobby, bleibt diese Verantwortung nun am einzelnen Apotheker hängen, der unmöglich alle Medikamente prüfen kann, zumal er ja kein dafür notwendiges Labor im Hinterstübchen hat.

Die betroffenen Medikamente sind nicht nur teure Zytostatika, Viagra oder Schlankheitsmittelchen, sondern auch ganz normale Medikamente, für die nicht mal ein Rezept gebraucht wird, wie z.B. Erkältungsmedikamente, Schmerzmittel o.ä. Die Palette geht von Blutdrucksenkern, Herzmitteln, Psychopharmaka, Insulinen und Lipidsenkern über Immunsuppressiva, HIV- Medikamente, Mittel gegen Hepatitis C, Asthmamittel und Kortison bis hin zu Augentropfen, Mittel gegen Schuppenflechte, Magendarnerkrankungen und Heparin. Die Liste ist unendlich und scheint eigentlich alle Medikamente zu betreffen. 

Ein sehr erschreckendes Buch, für das jahrelang recherchiert wurde. Die Autoren sind rund um den Globus gereist und haben hinter die Kulissen geguckt, soweit dies möglich war und mit vielen Insidern gesprochen. Es lässt sich gut lesen, allerdings hat mein Interesse im Indienkapitel gegen Ende etwas nachgelassen, da sich alles zu wiederholen scheint. Natürlich müssen viele Beispiele gebracht werden, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt und natürlich muß es auch Quellenangaben geben, bzw. aufgeführt werden, mit wem man alles gesprochen hat und welche Firmen und welche Medikamente betroffen sind, aber es wurde dadurch Ende letzten Drittels doch etwas zäh zu lesen. Die Gegenmaßnahmen am Schluß des Buches sind wieder interessant, machen aber nicht wirklich Hoffnung auf baldige Besserung.

Jeder sollte dies Buch lesen oder sich dessen zumindest bewußt sein. Vielleicht lässt sich so etwas Druck auf die Pharmafirmen erzeugen. Aber auch das wird nicht den illegalen Handel mit gefälschten Medikamenten unterbinden.

 

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Rezension zu "Pharma-Crime" von Daniel Harrich

ein Buch das informiert und aufklärt, den Leser aber sehr verunsichert
Engel1974vor 2 Jahren

In „Pharma Crime“ zeigen die Autoren Danuta Harrich – Zanderberg und Daniel Harrich auf erschreckende Art und Weise auf, wie unsere Medikamente kopiert, gepanscht und verfälscht werden und so in den Handel kommen. Dabei gehen sie darauf ein, wie es zu diesen Manipulationen kommt und welche Rolle die Pharmaunternehmen spielen.

Um was geht es?

Mit ihrem Buch beabsichtigen die Autoren aufzuzeigen mit welcher Gier manche Menschen menschenverachtend handeln, wie skrupellos sie über Moral hinwegsehen und dabei sogar buchstäblich über Leichen gehen. Nach ihren Informationsquellen und Recherchen sind unsere Medikamente nicht mehr sicher, denn laut Expertenschätzungen wird bereits jedes hundertste Medikament gefälscht und zwar so perfekt, das selbst Apotheker und Ärzte getäuscht werden.

Meinung:

Gefälschte Medikamente? Darüber hat man sich eigentlich bisher noch keine Gedanken gemacht, denn man vertraut seinem Arzt, seinem Apotheker und letztendlich auch den Pharmazeutischen Unternehmen. „Pharma Crime“ ist ein Buch das auf der einen Seite aufrüttelt und informiert, auf der Anden aber auch sehr beängstigt und seinen Leser macht- und hilflos zurück lässt.

Mir stellten sich bei Lesen stellenweise schon die Nackenhaare zu Berge und ich habe mich gefragt was soll ich nach der Lektüre nun mit meinen Wissen anfangen, wem noch vertrauen? Von nun an keine Medikamente nehmen? In Panik und Verunsicherung verfallen? Das haben die Autoren sicherlich nicht beabsichtigt, aber leider zeigen sie auch keinen Weg auf, wie man sich wehren kann und wie man mit dem nun erworbenen Wissen umgehen soll. So fühlte ich mich am Ende der Lektüre zwar umfassend informiert, allerdings auch mit meiner „Not“ von den Autoren alleingelassen.

Wie soll man nun solch ein Buch bewerten? Auf der einen Seite ist es schon gut informiert da zu stehen und das haben die Autoren auch sehr gut dargelegt, hierfür gibt es auf alle Fälle 5 Sterne von mir. Da sich der Leser aber am Ende dann doch hilflos zurück gelassen fühlt und es weder Informationen gibt an welche Stellen er sich bei Fragen wenden kann ziehe ich 2 Sterne in meiner Bewertung ab. Insgesamt also 3 Sterne in der Bewertung von mir.

Fazit: Ein Buch das informiert und aufklärt, den Leser aber sehr verunsichert und teilweise rat- und hilflos zurücklässt

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