Der innere Sinn

von Daniel Heller-Roazen 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Der innere Sinn
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Inhaltsangabe zu "Der innere Sinn"

Es war vermutlich Aristoteles, der als Erster einen dem Menschen eigentümlichen Sinn entdeckte: den Sinn wahrzunehmen, dass man wahrnimmt. Daniel Heller-Roazen unternimmt in seinem Buch nun dessen Archäologie: In 25 Kapiteln zeichnet er die verschlungen Wege dieses besonderen Sinns bei Denkern vom antiken Griechenland bis zum 20. Jahrhundert und in Disziplinen von der Philosophie über Psychologie und Literatur bis zu medizinischen Abhandlungen nach. 'Der innere Sinn' ist eine originelle, elegante und weitreichende philosophische Untersuchung der Frage, was es bedeutet, dass man sich lebendig fühlt.

'Daniel Heller-Roazens Archäologie eines Gefühls wirft ein völlig neues Licht auf eine Reihe von wesentlichen Momenten in der Geschichte der Philosophie und der Humanwissenschaften. Doch noch wesentlicher für diese außergewöhnliche Arbeit ist, dass sie ein faszinierendes Forschungsfeld entdeckt, das von allergrößte Bedeutung für das zeitgenössische Denken ist: des Gefühls, durch das wir – vor oder jenseits des Bewusstseins – fühlen, dass wir existieren.'

Giorgio Agamben

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783100314116
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:25.07.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    michael_lehmann-papevor 6 Jahren
    Rezension zu "Der innere Sinn" von Daniel Heller-Roazen

    „Ich denke, also bin ich“ oder?

    Das man „wahrnimmt, wahrzunehmen“ ist eine der interessantesten, besonderen „Sinne“ des Menschen. Was genau ist dieser „Sinn“? Wie funktioniert diese besondere Wahrnehmung? Was trägt sie aus?

    Das sind die Kernfragen, denen Heller-Raozen in seinem Buch mit seinem Blick auf „das empfindende Wesen“ chronologisch und breit nachgeht ins einem Bemühen, diesen „inneren Sinn“ einzukreisen und ihm auf eine möglichst genaue Spur zu kommen.

    Das Bewusstsein des Menschen über sich selber und, durch dieses Bewusstsein hinaus, auch über die Welt, die ihn umgibt, das ist der Kern von Heller-Roazens Untersuchung.
    „Es ist die Erfahrung des einen Sinnes, der von allen einzelnen Sinnen geteilt .... wird: Die Empfindung des Empfindens als solchem, mit der wir uns ---- dem allgegenwärtigen Leben ausgesetzt fühlen.“

    Es sind durchaus komplexe, teils auch abstrakte Beobachtungen, die Heller-Roazen in seinen 25 Kapiteln philosophisch betrachtet und in oft fast poetischer Sprache dem Leser versucht, nahe zu bringen. Den Versuch unternimmt, das „denkende Bewusstsein“ eben nicht als die Höchste der Fähigkeiten des Menschen fest zu schreiben, sondern dieses „denkende Bewusstsein“ einem noch tiefer liegenden „inneren Sinn“ unterzuordnen. Einer Art intuitiver Verbundenheit mit der Welt und den Dingen, einem „Gemeinsinn“, der durchaus nicht nur dem Menschen eigen ist, den aber der Mensch in ganz besonderer Form durch seine „Wahrnehmung dieser Wahrnehmung“ wieder finden und „erleben“ könnte. Ein Sinn, der durch die Überbetonung des Verstandes und des Lebens als „Denkakte“ ein stückweit verschüttet wurde im Lauf der Zeit.

    So setzt Heller-Roazen in seinem eloquenten Buch Stück für Stück ein Puzzle zusammen, indem das Bewusstsein mehr und mehr als eine Art „Tastsinn“ definiert wird. Der Mensch als sich an das Leben, an des Eigentliche des Lebens „herantastende“ Wesen, ohne diesen Kern, diese innere Verbundenheit, diese Intuition wirklich jemals ganz „begreifen“ oder definieren zu können, durchaus aber fühlen und erleben zu dürfen. Hier berührt Heller-Roazen auch Erlebnisse und Erfahrungen der Mystik, Erfahrungen des nicht kontrolliert herzustellenden „Einssein“ mit der Welt.

    Eine Erfahrung, für die das „Tasten“ in jedweder Form das benötigte Instrumentarium zur Verfügung stellt, bis dahin, dass Heller Roazen argumentiert, in der „natürlichen Ordnung“ sei keine Schwäche ohne Grund“, und daher die „Empfindsamkeit“ des „menschlichen Fleisches“ als Zweckursache setzt, um in besonderer Form dem „Tastsinn“ seinen hervorragenden Ort innerhalb der Sinne des Menschen zuzuweisen (erweitert durch Formen des „inneren Tastsinns“, der weit über ein einfaches anfassen von Dingen hinausgeht).

    Man braucht viel Zeit, um sich mit diesem Buch und der besonderen sprachlichen Form auseinander zu setzten. Eine einfaches Durchlesen wird den eigentlichen Gehalt des Buches nicht erschließen. Eigentlich gilt für das Buch genau das, was Heller-Roazen versucht, zu erläutern und nahezubringen. Man muss es Schritt für Schritt in aller Ruhe und Feinfühligkeit „ertasten“. Dann aber erschließen sich durchaus bemerkenswerte, innere Welten, welche die Lektüre zu einem echten Erlebnis gestalten.

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    eine lehrreiche, über etwa 2000 Jahre gehende philosophische Begriffs- und Ideengeschichte des ›inneren Sinns‹

    Daniel Heller-Roazens ›Archäologie eines Gefühls‹ wirft ein völlig neues Licht auf eine Reihe von wesentlichen Momenten in der Geschichte der Philosophie und der Humanwissenschaften.

    Heller-Roazen besitzt eine Gelehrsamkeit, welche es mit den Heroen der Geisteswissenschaft, mit […] Bloch und Michel Foucault, aufnehmen kann und diese manchmal sogar, fast leichtfüßig, überbietet.

    Sein Buch ›Der innere Sinn‹ ist literarische Philosophie. Es fordert Geduld, Zeit und Muße – und belohnt die Leser mit einem klaren, brillanten Schreibstil.

    stößt das Tor zu einer zeitgemäßen Logik der Wissenschaften auf und steckt zugleich das Pensum ab, das auf diesem Weg zu bewältigen wäre.

    ein schönes und anregendes Buch

    ein Werk von fünfhundert Seiten, dessen Schriftbild allein schon ein typografisches Ereignis ist.

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