Daniel Kahneman

 4.3 Sterne bei 60 Bewertungen

Alle Bücher von Daniel Kahneman

Daniel KahnemanSchnelles Denken, langsames Denken
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Schnelles Denken, langsames Denken
Schnelles Denken, langsames Denken
 (40)
Erschienen am 14.11.2016
Daniel KahnemanSchnelles Denken, langsames Denken
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Schnelles Denken, langsames Denken
Schnelles Denken, langsames Denken
 (4)
Erschienen am 08.07.2013
Daniel KahnemanThinking, Fast and Slow
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Thinking, Fast and Slow
Thinking, Fast and Slow
 (16)
Erschienen am 01.10.2012
Daniel KahnemanJudgment Under Uncertainty
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Judgment Under Uncertainty
Judgment Under Uncertainty
 (0)
Erschienen am 30.04.1982
Daniel KahnemanChoices, Values and Frames
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Choices, Values and Frames
Choices, Values and Frames
 (0)
Erschienen am 01.12.2000
Daniel KahnemanWell-Being
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Well-Being
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Erschienen am 01.06.2003

Neue Rezensionen zu Daniel Kahneman

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Knigaljubs avatar

Rezension zu "Schnelles Denken, langsames Denken" von Daniel Kahneman

Nicht umsonst als "eines der wichtigsten Bücher unserer Zeit" beworben!
Knigaljubvor 5 Monaten

Dieses Buch war ein kleines Projekt für mich, das sich insgesamt sehr gelohnt hat und für das ich eine große Leseempfehlung aussprechen kann.

"Schnelles Denken, langsames Denken" besteht aus fünf Teilen und hat insgesamt 38 Kapitel plus Einleitung und Schlusswort. 
Im ersten Teil geht es um die zwei Systeme, die Kahnemann metaphorisch für zwei Arten des menschlichen Denkens verwendet: das intuitive System 1 und das kontrollierte System 2. In den neun Kapitel beschreibt er sehr anschaulich und durch einige Abbildungen gestützt, wie wir zwischen assoziativem und kontrolliertem Denken wechseln und warum die WYSIATI-Regel (what you see is all there), die in etwa besagt, dass nur das gerade Gesehene entscheidend für eine Beurteilung ist, so wichtig ist. Gerade hier zu Anfang war ich froh, das Werk zu lesen (und nicht vorgelesen zu bekommen), da ich oft innehalten musste und mir die Aufgaben, die er dem Leser stellt, in Ruhe durch den Kopf gehen lassen konnte.
Der zweite Teil ist Heuristiken und kognitiven Verzerrungen gewidmet. Die Tatsache, dass mir hiervon einiges (aus dem Lehramtsstudium) bereits geläufig war, habe ich eigentlich als vorteilhaft empfunden, denn so konnte ich Kahnemann relativ leicht folgen, mein Wissen auffrischen und vertiefen. Die hier beschriebenen psychologischen Erkenntnisse, z.B. der Anker-Effekt und die Regression zum Mittelwert, sind wirklich interessant und für viele Bereiche wissenswert.
In Teil drei beschreibt der Psychologie-Professor Arten der Selbstüberschätzung und bezieht sich im Gegensatz zu den ersten beiden Kapiteln schon ein bisschen mehr auf die Wirtschaft. Erstmals wurde mir bewusst, dass Kahnemann ja nicht umsonst den Nobelpreis für Wirtschaft verliehen bekommen hat. Aus diesem und dem vierten Teil über Entscheidungen können in der Wirtschaft Tätige, mit Aktien Jonglierende und Unternehmer sicherlich viel Wissenswertes ziehen. Mir waren einige Beispiele ein wenig zu weit entfernt von meinem persönlichen Alltag, sodass sich die Lektüre insgesamt eher schleppend voranzog. Nichtsdestotrotz waren auch hier so viele interessante Experimente beschrieben, dass ich immer wieder staunen konnte. Im Fokus stand hier unter anderem eine Unterscheidung von Econs und Humans.
Im fünften Teil schließlich ging es um zwei Selbste, das erlebende und das erinnernde - nicht zu verwechseln mit den zwei Systemen aus Teil 1! In diesem Kapitel war mein Interesse wieder voll geweckt, denn wen interessiert nicht, wie Erinnerungen und tatsächlich Erlebtes zusammenhängen, auch in Bezug auf eine allgemeine Lebenszufriedenheit?
Das Schlusswort schließlich fasst nochmals die drei wichtigen Unterscheidungen der zwei Selbste, Econs und Humans sowie der zwei Systeme zusammen und gibt einen Überblick über ihre Relevanz sowie Anregungen zur Umsetzung der Erkenntnisse.

Den Anhang habe ich mir nicht komplett durchgelesen, aber er bietet wahnsinnig viele Zusatzinformationen und die Quellen werden häufig nicht einfach nur angeführt, sondern jeweils in knappen Sätzen erläutert.

Abgerundet wird das Buch durch ein Sachregister, das wesentliche Begriffe aufführt und ihre Position im Buch angibt, sodass man zu bestimmten Begriffen schnell nachlesen kann, worum es sich handelt, und ein Personenregister, das nicht minder umfangreich als das Sachregister ist.

Alles in allem haben wir es also mit einem unglaublich umfangreichen Sachbuch zu tun, hinter dem jahrzehntelange Forschungsarbeiten zwei renommierter Psychologieprofessoren stecken, und in dem Kahnemann viele, viele interessante Experimente beschreibt sowie für die Gesellschaft und/oder Wirtschaft wesentliche Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit darlegt. Es ist verständlich und gut geschrieben, aber hat mir auch konzentriertes und gründliches Lesen abverlangt - einer der Gründe, warum ich so lange daran gelesen habe.

Besonders gelungen finde ich, dass hinter jedem Kapitel eine knappe Zusammenfassung des Themas erfolgt und zwar in Form von Zitaten, die er potentiellen Lesern in den Mund legt und von denen er hofft, dass diese sich ihren Weg in die Kantinen und Caféterias aller Einrichtungen bahnen - hierzu ein paar Beispiele:
- "Es kostete sie keine Mühe, sich stundenlang auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Sie befand sich in einem Zustand des Flow." (zum Thema Kontrolle, S. 68)
- "Sie sagt, die Erfahrung habe sie gelehrt, dass Kritik wirksamer sei als Lob. Sie versteht nicht, dass all dies auf die Regression zum Mittelwert zurückzuführen ist." (zum Thema "Regression zum Mittelwert", S. 230)
- "Er hasst den Gedanken, sein Haus für weniger Geld zu verkaufen, als er dafür gezahlt hatte. Hier wirkt die Verlustaversion." (zum Thema "Endowment-Effekt", S.368)

Fazit:
Ein Buch, das viel Aufmerksamkeit erfordert, aber unbeschreiblich viel Wissenswertes enthält und voller Beispiele und Aufgaben für den Leser steckt. Ein wirklich lohnenswertes Leseprojekt!

Kommentare: 2
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anilas avatar

Rezension zu "Thinking, Fast and Slow" von Daniel Kahneman

Interessant, aber stellenweise langatmig
anilavor 8 Monaten


Ich habe dieses Buch im Bücherregal meines Freundes gefunden und dachte mir, warum nicht?
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, ich weiß gar nicht, ob es eine deutsche Übersetzung für das Buch gibt. Da ich sehr faul bin, was das Nachschlagen unbekannter Wörter angeht, habe ich es nicht gemacht und muss sagen, dass es stellenweise ratsam gewesen wäre dies zu tun. Es gibt Schlüsselwörter, die ich nicht kannte, was das Lesen und das Verstehen erschwert hat. Ich würde jedem raten nicht so faul wie ich zu sein. 
Den Anfang des Buches fand ich ungemein spannend, obwohl die meisten Dinge, die Kahnemann beschreibt, Wiederholung für mich waren, da ich diese Dinge schon an der Uni gelernt hatte. Überraschenderweise fand ich jedoch den Anfang des Buches, also die Wiederholungen, interessanter und spannender als den Rest des Buches. Anfangs werden nämlich die zwei Denksysteme eines jeden Menschen erklärt, wie sie funktionieren, wofür wir sie brauchen und deren Unterschiede. Es werden Experimente mit unvorhergesehenen Ergebnissen geschildert, die man beim Lesen selbst durchführen kann. Auch wird man als Leser die ganze Zeit direkt angesprochen, was ein Gefühl von Interaktion hervorruft. 
Ein Großteil des Buches spricht dann aber vom Denken mit Zahlen, von "gambles", also Glücks- bzw. Lotteriespielen, zeigt verschiedene Szenarien, bei denen man als Leser darüber nachdenken kann, welche Variante man selber wählen würde. Das selber-Wählen macht Spaß und auch herauszufinden, warum man diese Entscheidungen trifft, dennoch ist dieser Part des Buches sehr langatmig und es wird gefühlt immer wieder das Gleiche nur mit anderen Worten erzählt und die Unterschiede in den einzelnen Kapiteln sind mir nicht ganz klar geworden. 
Das letzte Kapitel des Buches war dann wieder sehr interessant. Es geht um das Reflektieren und Denken über das eigene Leben, inwieweit man Glücklichsein und Zufriedenheit bestimmt und was diese Einschätzungen beeinflusst. Auch hier gab es interessante Einblicke in das menschliche Denken.


Das Buch sollte nur auf Englisch gelesen werden, wenn man fit in der Sprache ist. Schulenglisch reicht nicht aus. Es gibt sehr viele interessante Einblicke und Erklärungen in und für das menschliche Denken, der Mittelteil ist für meine Begriffe aber zu lang und redundant, daher 4/5 Sterne.

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Darcys avatar

Rezension zu "Thinking, Fast and Slow" von Daniel Kahneman

Rezension zu "Thinking, Fast and Slow" von Daniel Kahnemann
Darcyvor 9 Monaten

Menschliches Denken, Urteilen und Entscheiden, vor allem aber die Fehler, die uns dabei regelmäßig unterlaufen, sind die großen Themen in Kahnemanns „Thinking, Fast and Slow“, erstmals erschienen im Jahr 2011.

Daniel Kahnemann wurde 1934 in Tel Aviv geboren. Er studierte Psychologie und Mathematik in Jerusalem. Nach seinem Wehrdienst in der israelischen Armee wurde er von dieser als Psychologe eingestellt. Anschließend promovierte er an der University of California und lehrte und forschte im Laufe seines Lebens in Jerusalem sowie an verschiedenen US-amerikanischen Hochschulen. 2002 wurde er mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet, obwohl er in seinem Leben noch keinen einzigen Wirtschaftskurs besucht habe.

 

Einige Inhalte des Buchs waren mir schon aus dem Studium bekannt, somit war es nicht zu schwer zu verstehen. Hin und wieder musste ich aber trotzdem Sätze mehrmals lesen; eine geeignete Lektüre zum Abschalten für zwischendurch ist dies also auch wiederum nicht.

Der Autor veranschaulicht die im Text gemachten Aussagen vielfach durch Beispiele aus seiner eigenen Forschung bzw. der von Kollegen. Ziemlich bekannt geworden ist mittlerweile das sogenannte „Linda-Problem“:

Linda is 31 thirty-one years old, single, outspoken, and very bright. She majored in philophy. As a student, she was deeply concerned with issues of social discrimination and social justice, and also participated in antinuclear demonstrations.

Which alternative is more probable?

1.      Linda is a bank teller.

2.      Linda is a bank teller and is active in the feminist movement.

Bis zu 90% der Probanden, die an dieser Untersuchung teilnahmen, entschieden sich aufgrund der Beschreibung von Lindas Person für die zweite Alternative. Sie ignorierten dabei völlig, dass diese statistisch betrachtet unmöglich die wahrscheinlichere sein kann, da es natürlich mehr Bankangestellte gibt als Bankangestellte, die in der feministischen Bewegung aktiv sind. Das Beispiel zeigt, wie schwer es Menschen im Allgemeinen fällt, Wahrscheinlichkeiten auf mathematisch korrekte Weise in ihr Denken zu integrieren. Dies trifft in großen Teilen sogar für ausgebildete Experten für Statistik zu.

Überhaupt gelangt man beim Lesen des Buches zu dem Schluss, dass wir leider weit weniger rationale Wesen sind als wir mitunter annehmen. In dem Buch geht es, besonders im ersten Teil, vor allem um zwei voneinander abgegrenzte kognitive Systeme, die jeweils für das schnelle und das langsame Denken verantwortlich sind. Das langsame Denken tritt nur unter bestimmten Bedingungen (z.B. wenn uns eine Entscheidung sehr wichtig ist) auf den Plan; das dazu gehörende System 2 wird als faul beschrieben und überlässt vieles gänzlich System 1, das auf Basis von Intuition und einfachen Faustregeln operiert. Dies hat sich in der Mehrzahl der Fälle bewährt und stellt in der Regel kein allzu großes Problem dar, kann in manchen Situationen aber auch zu systematischen Fehlern mit unterschiedlich großen Auswirkungen führen.

Auch die Prospect Theory, für die Kahnemann den Nobelpreis gewann, wird hier behandelt. Es geht darin, grob gesagt, darum, wie unterschiedlich sich Menschen verhalten, wenn für sie die Chance bzw. das Risiko eines Verlusts oder Gewinns besteht.

Die Aufmachung von „Thinking, Fast and Slow“ fand ich sehr gelungen. Im Anhang finden sich noch zwei von Kahnemann und seinem langjährigen Forschungspartner Amos Tversky verfasste wissenschaftliche Artikel zu den behandelten Themen sowie Angaben zu der im Text erwähnten Forschungsliteratur. Die Kapitel über Wirtschaft und den Finanzmarkt haben mir persönlich nicht ganz so gut gefallen, was aber daran liegt, dass ich mich im Allgemeinen nicht so sehr für diese Themen interessiere.

Ein weiteres besprochenes Phänomen ist die peak-end rule, in der es darum geht, dass unsere Erinnerungen an Ereignisse häufig übermäßig stark von deren Momenten stärkster Intensität und dem Ende bestimmt werden. Meiner Meinung nach lässt sich diese Regel auch sehr gut auf das Lesen von Büchern anwenden, wobei das Ende auch häufig einen relativ großen Einfluss auf die Gesamtmeinung hat.

 

Insgesamt hat mir „Thinking Fast and Slow“ sehr gut gefallen. Es war zwar keine ganz einfache Lektüre, durchaus aber gut verständlich geschrieben. Ich würde das Buch an alle weiterempfehlen, die sich für die darin behandelten Themen interessieren und gerne mehr über die Funktionsweise des menschlichen Denkens erfahren möchten.

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