Daniel Kehlmann Du hättest gehen sollen

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Inhaltsangabe zu „Du hättest gehen sollen“ von Daniel Kehlmann

Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann - ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet - schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes - eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht. Daniel Kehlmanns phantastische Erzählung ist im doppelten Wortsinn unheimlich, die Spirale in den Abgrund entwickelt einen starken Sog – umso mehr, als dem Schrecken etwas zur Seite gestellt wird: die wechselnden Stimmungen in der Familie, das Nebeneinander von Liebe und Gereiztheit, die Sorge um das Kind. «Das Geheimnis ist, dass man sich ja doch liebt.» Ist es so? Allmählich verschwimmen die Konturen, und der Boden beginnt zu wanken.

Skurril und unheimlich. Ließ mir die Nackenhaare zu Berge stehen. Daniel Kehlmann ist und bleibt einer der besten Geschichtenerzähler.

— Snordbruch
Snordbruch

Einfach genial gruselig

— ulrikeu
ulrikeu

verwirrende schreibweise... hat mir nicht viel gegeben

— Naden
Naden

Eine kleine, aber sehr feine Erzählung, die von Seite zu Seite immer unheimlicher wird. Für 86 Seiten aber viel zu teuer!

— Xirxe
Xirxe

Geniale Erzählung!

— Wisent
Wisent

soviel auf so wenig seiten. noch nie hat das verb "dicht" auf eine geschichte mehr gepasst.

— ju_theTrue
ju_theTrue

Kurz, skurril und genial.

— linasue
linasue

Wie man auf 96 Seiten seine eigene Wirklichkeit in Frage stellen kann - unfassbar gut!

— Buchperlenblog
Buchperlenblog

Wenn rechte Winkel plötzlich 100° haben... Beklemmendes Kammerspiel um Wirklichkeit, Illusion und vierte Dimension.

— Schmiesen
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Besonders. Besonders starkes Kopfkino. Besonders spannend. Besonders anders.

— DangerDan
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    Du hättest gehen sollen
    Xirxe

    Xirxe

    10. June 2017 um 17:40

    Ein kleiner Kurzurlaub soll es für das junge Ehepaar mit ihrem Kind sein, ein paar Tage in den Bergen in einem einsam gelegenen Haus. Der Vater schreibt an einem neuen Drehbuch und wie selbstverständlich hält er auch Alles fest, was sich während ihres Aufenthaltes ereignet. Die Streitereien zwischen ihm und seiner Frau, die Versöhnungen, die Beschäftigung mit dem Kind, seine Träume undundund. Eigentlich ganz alltäglich, doch es liegt ein seltsamer Missklang über den Dreien, der sich mit jedem Tag, jeder Stunde verstärkt.Das Seltsame, das Mysteriöse schleicht sich ganz allmählich ein, es ist nicht greifbar, es sind kleine Geschehnisse, die bei wiederholtem Nachdenken sich wohl auch rational erklären lassen. Aber vielleicht auch nicht ... Doch sobald das Ungewisse zu stark wird, treten reale Ereignisse in den Vordergrund, die die Aufmerksamkeit beanspruchen und alles Andere verblassen lassen; doch nicht für lange.Es sind nur 86 Seiten, doch wenn man sich voll und ganz auf die Geschichte einlässt, sie liest, als wäre man selbst der Schreibende, beginnt einen das Unheimliche nach und nach selbst zu ergreifen. Ein tolles Stück Gruselliteratur, das die volle Sternezahl verdient hätte, wenn, ja wenn der Preis nicht wäre. So viel Geld für so ein kleines Büchlein finde ich schlicht unverschämt - dafür gibt es Abzug.

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  • Kurz und überzeugend

    Du hättest gehen sollen
    Duffy

    Duffy

    24. February 2017 um 10:36

    Ein junges Ehepaar hat sich mit der kleinen Tochter in ein einsames Haus in den Bergen eingemietet. Doch was anfangs eine ruhige und erholungsspendende Oase war, wird zu einem Ort, mit dem scheinbar etwas nicht stimmt. Mehr und mehr fangen die Drei an, sich ihrer eigenen Dynamik hinzugeben. Dabei kommt es zu verwirrenden Verwicklungen. Kehlmann schafft auf engstem Raum eine Atmosphäre der Düsternis und Beklemmung. Die Einflüsse aus dem Haus lässt er in einen Strudel münden, der das ganze Gefüge auseinanderzureißen scheint. Tatsächlich verschiebt er die Prioritäten und weicht die Fassade der Familie auf. Mit dem einfachen Mittel der Reduktion gelingt es dem Autor hier meisterhaft, Stimmung zu erzeugen. Die Kürze der Erzählung enthält eine geballte Wucht an Spannung, die Kehlmann großartig zu erzeugen weiß. Dieser Roman dürfte einigen Creative-Writer-Dozenten als Anschauungsmaterial dienen, dass weniger mehr ist.

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  • Sicherlich nicht mein letztes Buch von Kehlmann

    Du hättest gehen sollen
    PaulaAbigail

    PaulaAbigail

    21. February 2017 um 17:55

    Ein Mann, eine Frau, das Kind - eine kleine Familie auf Urlaub in einem einsamen Ferienhaus auf dem Berg. Er - Produzent und Drehbuchautor - soll den zweiten Teil einer erfolgreichen Comedyserie schreiben, doch immer mehr schleichen sich während der Tage persönliche Beobachtungen ein; über Spannungen in der Ehe, nächtliche Beobachtungen und all die seltsamen Dinge, die um ihn herum geschehen. Esther quiekte vor Überraschung. Wir waren wieder im Wohnzimmer. Tatsächlich hatten wir das Wohnzimmer verlassen, aber die Tür, durch die wir gegangen waren, hatte uns wieder ins Wohnzimmer geführt. (S.74) Tatsächlich ist Kehlmanns neuer Roman eigentlich eine 96-seitige Erzählung, die ich auf der Hin- und Rückfahrt zur Arbeit innert knapp zwei Stunden gelesen hatte. Viel Phantasie und Spuk, aber richtig gut geschrieben; man fühlt von Anfang an die unbehagliche Stimmung. In der Geschichte verschieben sich Raum und Zeit, und was ist überhaupt real und was nicht? Kehlmann zählt dank seinem 2005 erschienenen Roman Die Vermessung der Welt zu den wichtigsten Autoren der Nachkriegsliteratur. Und auch mich konnte er mit diesem Werk überzeugen; als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, habe ich das Buch zugeklappt und etwas verstört aus dem Zugfenster in die Dunkelheit gestarrt. Ich denke aber, das war vielleicht mein erstes, aber wahrscheinlich nicht letztes Buch von Kehlmann.

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  • Eine spannende Kurzgeschichte

    Du hättest gehen sollen
    linasue

    linasue

    25. January 2017 um 14:47

    ★★★★★ (5 von 5 Sterne) Inhalt: Der Drehbuchautor,seine Frau Susanna und deren Tochter Ehster wollen in einen kleinen Dorf, in der Abgeschiedenheit der Berge ein paar Tage der stressigen Außenwelt entfliegen. Währenddessen möchte der Protagonist an seinen zweiten Drehbuch schreiben. Doch in dem Haus geschehen merkwürdige Dinge. Ein Wasserhahn, der nicht an der Stelle ist,wo er zuvor war. Räume die plötzlich vorhanden sind, wo sie vorher nicht waren und Spiegelungen, die nicht alles zeigen was sie sollten. Nach einem Streit flüchtet Susanna und lässt ihren Mann und Tochter alleine zurück. Nach weiteren undefinierbaren Vorkommnissen, beschließt der Protagonist mit seiner Tochter vorzeitig das Haus zu verlassen. Doch es scheint kein Entkommen zu geben. Meinung: Eine interessante Kurzgeschichte, mit einem überraschenden Ende. Am Anfang empfand ich die abgehackten Sätze als komisch. Es sollen abrupt endende Gedankengänge darstellen. Nach einer Weile gewöhnte ich mich daran. Die Spannung war vorhanden, wodurch ich gerne gelesen habe. Den Schluss empfand ich besonders toll. Von mir gibt es daher 5 Sterne Fazit: Es ist eine spannende kleine Gruselgeschichte. Ich würde die Kurzgeschichte weiterempfehlen.

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  • Nur 96 Seiten, aber keine zu wenig!

    Du hättest gehen sollen
    Buchperlenblog

    Buchperlenblog

    22. January 2017 um 17:36

    In der Kürze liegt die Würze - sagt man so, passt auf dieses Buch auch zu einhundert Prozent! InhaltDer Protagonist, dessen Namen man nicht erfährt, kommt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf an, will sein Drehbuch schreiben in der Abgeschiedenheit der Berge. Mit seiner Frau gibt es seit langem nur noch Streit, scheinbar erhoffen sie sich durch diesen Tapetenwechsel eine Erneuerung der Liebe. Doch mit dem Haus stimmt etwas nicht. Es fängt mit Kleinigkeiten an, ein Wasserhahn, der nicht an der richtigen Stelle zu sein scheint, ein Flur, der zu lang ist, eine Spiegelung, die nicht alles zeigt, was sie zeigen soll. Seltsame Träume. Sie beschließen, mit ihrer Tochter frühzeitig das Haus zu verlassen, doch etwas in diesem Haus will es verhindern. Dimensionen verschwimmen, nichts scheint mehr richtig zu sein. Es gibt kein Entrinnen. MeinungDieses Buch hat es in sich. Es ist nicht so, dass hier die typischen Paranormal Activity Gruseligkeiten aufgefahren werden, niemand kommt zu Tode. Aber es spielen sich unwirkliche Dinge ab im Haus. Dinge, die gruselig sind, ohne dass man panisch davon läuft, sondern sie betrachtet und sich denkt: so schlimm wirds schon nicht sein. Und dann entkommt man nicht mehr. "Der Ort ist nicht böse, aber er ist eine Falle." (S.86) Die Erzählweise ist deshalb so nah, weil es immer wieder Gedankengänge gibt, die abgebrochen werden, die ins Nichts führen. Gerade beschreibt er noch seinen Tag und plötzlich ist etwas anders. Und man schreckt selbst hoch, lauscht, wartet. Will seine Gedanken zusammenfassen, will wissen, was passierte, als er ... da war doch wieder was? Es ist schwer, sich der Geschichte zu entziehen und deshalb ist sie fabelhaft, genau so wie sie ist. Und noch nie haben weiße Seiten am Ende eines Buches mir solch eine Gänsehaut beschert.

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    • 7
  • Besonders.

    Du hättest gehen sollen
    DangerDan

    DangerDan

    19. January 2017 um 14:50

    Ein besonderes Buch. Es ist ganz schmal und ich finde die schmalen und dünnen Büchlein sollte man mehr beachtung schenken. Den diese haben oftmals so eine Kraft wie ein dicker 600 Seiten Roman. Und dieses Buch von Daniel Kehlmann hat so eine Kraft, unglaublich. Ich saß im Buchladen und habe es angefangen zu lesen, ich konnte nicht mehr aufhören. Es hat mich sofort in seinen Bann gezogen und teilweise verwundert zurückgelassen. Ich war nicht mehr im Buchladen, sondern in dem verrückten Haus, in dem meterlangen Flur, auf der nicht enden wollenden Straße....ich war in allen Szenen die Daniel Kehlmann so bildhaft beschreibt mit dabei und er hat somit bei mir ein unglaubliches Kopfkino verursacht.

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  • "Du hättest gehen sollen" von Daniel Kehlmann

    Du hättest gehen sollen
    erinrosewell

    erinrosewell

    08. January 2017 um 00:05

    Autor: Daniel KehlmannTitel: Du hättest gehen sollenGattung: Novelle, Erzählung, ThrillerErschienen: 2016Gelesene Ausgabe: Rowohlt, 2016ISBN: 978-3-4980-3573-0Gelesen auf: DeutschGelesen im: November 2016   Zum Buch:Einer der wohl wichtigsten jungen deutschen Autoren der Gegenwart ist Daniel Kehlmann. Seinen großen Durchbruch schaffte er 2005, mit "Der Vermessung der Welt", seitdem sind bisher drei seiner Bücher verfilmt, die Verkaufszahlen liegen im sechsstelligen Bereich und selbst an Schulen steht er bereits auf der Leseliste. Doch was macht das Phänomen Kehlmann aus?Ein Punkt ist sicherlich seine Wandelbarkeit, die er in seiner neuen Novelle erneut unter Beweis stellt. "Du hättest gehen sollen", spielt mit vielen Elementen des klassischen Thrillers. Ein Drehbuchautor fährt mit seiner jungen Familie in die Schweizer Berge auf eine luxussanierte Berghütte. Statt seine Arbeit voran zu bringen, schreibt er jedoch Beobachtungen zu seiner Familie und der Gegend. Doch diese werden immer merkwürdiger und dann scheint seine Tochter auch noch mit unsichtbaren Gestalten zu reden. Hatten die Einheimischen mit ihnen Warnungen etwa doch Recht? Leider bin ich kein großer Fan von Horror oder Thrillern, vielleicht fällt mir der subjektive Blick darauf besonders schwer, mir mangelt es an Vergleichen. Die Geschichte ist spannend bis zur letzten Seite, die Wendungen nicht vorhersehbar und trotzdem nicht an den Haaren herbei gezogen. Das Manko an dem Büchlein ist eindeutig sein Umfang, man merkt, dass es für Kehlmann nur eine Fingerübung und dies ist bei dem relativ stolzen Preis doch ein wenig schade. Eine der LieblingsstellenZitat: "Beim Abendessen hat sie mich zweimal gefragt, was denn mit mir los sei, aber was hätte ich sagen sollen?"[1] Stil und Sprache: Knapp, Tagebucheinträge, GedankenströmeZitat: "Was ist passiert?, fragte ich. In deinem Traum, sag es bitte! Nein, sagte sie. Über Träume zu reden, sei das Langweiligste, und überhaupt, sie erinnere sich kaum noch. Was hast du geträumt, rief ich."[2]   Schlüssigkeit der Handlung: für den Leser nicht immer ganz klar, was Fiktion und was real ist. Das hat mir gefallen: Die unglaubliche, gruselige Atmosphäre.Das hat mir nicht gefallen: Die etwas fehlende Handlung. In One Sentence: Spannender Thriller, der ohne viele Seiten auskommt. Sterne: 4   [1] S.38[2] S.48

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  • Kurz, aber hervorragend...

    Du hättest gehen sollen
    Creed

    Creed

    25. December 2016 um 15:16

    Kurz vor Ende des Lesejahres 2016 fällt mir nochmal ein kleines literarisches Meisterwerk in die Hände, und das von einem deutschen Schriftsteller, der mir zwar ein Begriff ist, den ich jedoch bislang lesetechnisch nicht auf dem Schirm hatte. Leider, muß ich sagen, denn nach dieser Erzählung hier werde ich definitiv weitere Werke von Daniel Kehlmann lesen. Kurz zur Geschichte: Ein Drehbuchautor in der Schaffenskrise mietet zusammen mit seiner Frau und der vierjährigen Tochter ein abgelegenes Ferienhaus in den Bergen. Es kommt zu ehelichen Spannungen, unheimliche, nicht zu erklärende Vorkommnisse geschehen und bald weiß der Autor nicht mehr, was Realität und was Einbildung ist... Der Grundplot veranlaßte einige Kritiker, die Erzählung Kehlmanns als müden "Shining"-Aufguß zu bezeichnen, ein Vergleich, der bis auf wenige Übereinstimmungen deutlich hinkt. King beschreibt in seinem Horror-Klassiker das Grauen auf guten 500 Seiten in seiner bekannten intensiv-ausufernden Art, inklusive Gewalt und Wahnsinn. Kehlmann verdichtet seine Geschichte auf knappe 90 Seiten und erschafft trotzdem ein Gefühl der Beklemmung, ohne Action oder Thrillereinschübe. Und seinen Schreibstil kann ich nur als grandios bezeichnen. Kurze, prägnante Sätze formen sich zu einem klugen, anspruchsvollen Gesamtwerk voller Anspielungen, kunstvoller Verflechtungen und einer stets unheimlichen Atmosphäre. Man kann diese Erzählung wunderbar und vielschichtig interpretieren...als pure Geistergeschichte, als Studie einer Schizophrenie oder sonstwie...sie ist vor allem eines: Wunderbare Literatur, die den Leser packt, selbst wenn man den (nur minimal verwandten) Roman "Shining" bereits gelesen hat. Fazit: Spannend, intelligent und hervorragend geschrieben...meine erste Begegnung mit dem Werk Daniel Kehlmanns hat mich mehr als beeindruckt. Großartig!

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    • 2
  • Die erschütternde Selbstauskunft eines Schriftstellers

    Du hättest gehen sollen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. December 2016 um 10:41

    Über Daniel Kehlmanns letzte größere literarische Veröffentlichung, den 2013 erschienenen Roman „F“ schrieb ich kurz nach dessen Erscheinen in einer Rezension:„So weit, so gut. Aus diesem Stoff hätte man vor zwei drei Jahren ein gutes Buch machen können. Aber die Handlungsstränge sind wenig durchdacht, die Zusammenhänge zwischen den jeweiligen Geschichten der drei Brüder, die sich am Ende des Buches auftun, bleiben banal. Auch hier hätte man mehr damit machen können. Niemand entwickelt sich wirklich in diesem Buch. Es herrscht ein immer langweilig werdender Stillstand in einer Umgebung, die doch in permanenter Veränderung ist. Für mich ein erneuter Hinweis darauf, dass dieses Manuskript schon vor langer Zeit begonnen wurde, dann liegen geblieben ist, und nun auf eine auch handwerklich schlechte Weise zu einem unbefriedigenden Abschluss gebracht worden ist.Ich wünsche Daniel Kehlmann von Herzen, dass er dieses Buch schnell hinter sich lassen kann und sich an einen neuen Roman setzt. Vielleicht gibt das Leben als Familienvater und der tägliche Kontakt mit einem Kind neuen Stoff.“Als ich nun sah, dass Daniel Kehlmann ein neues Buch veröffentlicht hat, freute ich mich darauf, war aber schon im ersten Augenblick, als ich es in Händen hielt, enttäuscht. Eine kurze, mit gerade einmal neunzig mit wenig Text beschrieben Seiten dann auch nicht abgeschlossenen Erzählung las ich da, die mich, wenn ich ehrlich bin, erschütterte. Denn der ich-erzählende Schriftsteller, der sich mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in ein einsam gelegenes Ferienhaus in  den Bergen zurückgezogen hat, gibt ein bemitleidenswertes Zeugnis seiner Unfähigkeit ab, in der Gegenwart auch nur irgendetwas zu schreiben, was einen Sinn machen könnte und legt dem Leser schon bald nahe, in dieser Figur den Autor selbst gespiegelt zu sehen.Es ist mir vollkommen unverständlich, warum die offizielle Literaturkritik in diesen sprachlichen Versatzstücken mit schwachen Reminiszenzen an Stephen King und anderen Autoren große Literatur sieht.  Am ehesten trifft es noch das zurückhaltend höfliche, aber interpretationsfähige Zitat von Sandra Kegel aus der FAZ:„Die subtil gewirkte Selbstauskunft eines Schriftstellers, dem seine Sache ernst ist.“Ich kann mir Folgendes vorstellen: wenn sich Daniel Kehlmann für zwei Jahre einmal vollständig aus dem offiziellen und internationalen Literaturbetrieb zurückziehen würde, und sich ganz auf einen neuen Roman konzentrieren würde, dann würde er mit Sicherheit an seine früheren literarischen Qualitäten anknüpfen können. Mit dieser Erzählung, die mitten drin abbricht, jedenfalls, hat er sich noch weiter als in „F“ davon entfernt.Das ist sehr schade.

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  • Es gibt kein Entkommen

    Du hättest gehen sollen
    Karin_Kehrer

    Karin_Kehrer

    12. December 2016 um 19:21

    Ein idyllisches Ferienhaus in den Bergen. Ein Drehbuchautor, der unter Zugzwang steht, weil er an seinen ersten Filmerfolg anknüpfen muss; seine Frau, eine Schauspielerin, der er sich wegen ihrer höheren Bildung meist unterlegen fühlt und ihre gemeinsame vierjährige Tochter.Die Idylle ist in Wahrheit keine. Denn es geht nicht nur um Beziehungsprobleme, die unweigerlich auftreten, wenn man auf engem Raum zusammen ist, auch mit dem Haus stimmt etwas nicht …Ein unheimliches Kabinettstück auf gerade einmal 95 Seiten, das ein wenig an Stephen Kings „Shining“ oder Erzählungen von E.A.Poe und E.T.A. Hoffmann erinnert, aber inhaltlich vieles offenlässt. Zeit und Raum verschwimmen, das Meiste wird nur angedeutet.Für die Protagonisten, hilflos einem unerklärlichen Phänomen und ihren eigenen Gefühlen ausgesetzt sind, bleibt kein Ausweg. Das Banale an diesem Drehbuch, das der Protagonist verfassen muss, wird durch einzelne Szenen offenbar, die in das Notizbuch geschrieben werden. Kein Wunder, dass ihr Autor selbst sein Tun hinterfragt! Im krassen Gegensatz dazu die Intellektuelle, die eher verächtlich auf den Schreiber herabsieht. Die Last, ein Kind zu haben, angesichts der Spannungen zwischen den Ehepartnern, sich nichts anmerken zu lassen – diese Gratwanderung wird gut herausgearbeitet, obwohl sie am Ende nichts nützt.Abgebrochene Sätze veranschaulichen das Unglaubliche, das in diesem Haus geschieht. Erklärungen dafür gibt es nicht, sind aber meiner Meinung auch nicht notwendig, obwohl man natürlich auch einen ganzen Roman daraus hätte machen können.Der Preis für das Büchlein ist allerdings heftig, also habe ich es mir in der Bücherei ausgeborgt.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht
    GrOtEsQuE

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 18.08.2017: _Jassi                                           ---  73 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   208,5 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   81 Punkte Bellis-Perennis                          ---  564 Punkte Beust                                          ---   260 Punkte Bibliomania                               ---   184 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  350 Punkte ChattysBuecherblog                --- 210 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   103,5 Punkte Code-between-lines                ---  127 Punkte eilatan123                                 ---   46 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   109 Punkte Frenx51                                     ---  72,5 Punkte glanzente                                  ---   75 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   135 Punkte Hortensia13                             ---   113 Punkte Igelchen                                    ---   21 Punkte Igelmanu66                              ---  151 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    79 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   105 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   77 Punkte Katykate                                  ---   94 Punkte Kerdie                                      ---   190 Punkte Kleine1984                              ---   130 Punkte Kuhni77                                   ---   105 Punkte KymLuca                                  ---   100 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   211 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   190 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   82 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  52 Punkte mistellor                                   ---   149 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  115 Punkte Nelebooks                               ---  183 Punkte niknak                                       ----  268 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   180 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   93 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   48 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 57 PunkteSandkuchen                              ---   172 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   153 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   245 Punkte SomeBody                                ---   157,5 Punkte Sommerleser                           ---   168 Punkte StefanieFreigericht                  ---   190,5 Punkte tlow                                            ---   135 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   34 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   64 Punkte Wolly                                          ---   163 Punkte Yolande                                       --   150 Punkte

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    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • ...schlichtweg: sonderbar!

    Du hättest gehen sollen
    Zwischen.den.Zeilen

    Zwischen.den.Zeilen

    30. November 2016 um 14:20

    Dem gebürtigen Münchner, Daniel Kehlmann, ist 2008 mit "Die Vermessung der Welt" ein sensationeller Erfolg geglückt. Sein Werk, in bisher 46 Sprachen übersetzt und von Detlev Buck verfilmt, wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Kehlmann wurde u. a. mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Im Oktober 2016 ist unter der Rowohlt-Flagge sein neues Buch - "Du hättest gehen sollen" erschienen und schafft es erneut, Fans und Presse wahrlich zu begeistern: ---------------------------------------------------------------------------------------------------- "In dieser Erzählung, seinem vielleicht besten und abgründigsten Text bisher, nimmt Kehlmann den Skandal der Zeitlichkeit mit besonderer Raffinesse in den Blick." (Ronald Pohl, Der Standard) "Daniel Kehlmann macht, dass unser eigener Kopf zum Spukhaus wird – und dreht die Schauerliteratur eine ganze Umdrehung weiter." (Martin Ebel, Die Welt) "Eine kleine Erzählung, die einen packt und lange nicht loslässt. So einfach wie kunstvoll. Sorgsam geschliffen und in der Tiefe ein Funke Schmerz." (Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland) "Es ist das unzuverlässige Erzählen, die permanente Erschütterung der Wirklichkeit, welche die Verführungskraft des Buches ausmacht. (…) Sein Schöpfer ist eben ein Magier des Abgründigen, ein Grenzvermesser zwischen Spuk und Wahrheit und nicht zuletzt ein Reiseführer in die versteckten Windungen des menschlichen Unterbewusstseins." (Björn Hayer, Berliner Zeitung) "Kehlmann gelingt es, auf nur 92 Seiten ein konzentriertes, virtuoses literarisches Rätsel zu stellen … und schreibt in diesem Sinne seine «Vermessung der Welt» in die Zukunft und auf notwendigerweise leeren Seiten fort." (Nils Minkmar, Literatur Spiegel) "Auf Länge (oder eben Kürze) ist es bei diesem ebenso pfiffigen Schriftsteller (und Literaturkenner) noch nie angekommen. Kurzweilig, aber auch spannend." (Gerald Schmickl, Wiener Zeitung) "Kehlmann bestätigt sich als ein Sprachkünstler, der auch Kompliziertes in plausible, fesselnd zu lesende Zusammenhänge zu übersetzen vermag. (...) Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. " (Thomas Groß, Mannheimer Morgen) "Kehlmann treibt seinen Erzähler gnadenlos in die Enge und erweist sich dabei – ähnlich wie sein großes Vorbild Borges, den das Thema der Unendlichkeit ebenso wenig losließ wie die Phänomene Zeit und Realität und die Frage, wie der menschliche Verstand und das Gefühl sie wahrnehmen – als beeindruckender philosophischer Zweifler." (Peter Henning, Spiegel online) "Als Leser folgt man diesem großen Erzähler gerne überallhin." (Welf Grombacher, Rheinische Post) "So klein wie fein (…) Kehlmann inszeniert mit sparsamen Mitteln und einer klaren, nüchternen Sprache ein Spiel mit Raum und Zeit." (Jörg Magenau, Der Tagesspiegel) "Daniel Kehlmann ist ein ausgekochter Verführer, er trifft auch diesmal wieder ins Schwarze. Zwei, drei Seiten, und er hat die Leser für sich gewonnen." (Heide Soltau, NDR Kultur) "Selten hat Kehlmann ein derart raffiniertes Realitätslabyrinth entworfen, selten den Leser so tief ins Dickicht des Zweifels geschickt. (…) der verwegenen Fantastik steht nicht nur eine glasklare, wohltuend gelassene und nie raunende Sprache zur Seite, sondern auch enorme Menschen- und Sozialkenntnis." (Ursula März, DIE ZEIT) "Eine Erzählung, die daran erinnert, wie groß gerade kleine Kunstwerke sind." (Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) ---------------------------------------------------------------------------------------------------- Zum Buch: Zuallererst muss ich sagen, dass es für mich lediglich eine handvoll Autoren gibt, die auf eine ähnlich kurze Distanz wie Kehlmanns, unglaublich viel zu erzählen haben. Beim Lesen war ich sehr stark an eine Mixtur aus Köhlmeier und Aichner erinnert. "Köhlmeier", aufgrund der extrem komprimierten, dennoch sehr aussagekräftigen Story, "Aichner" in Bezug auf die reduzierte Sprache, die meist sogar innerhalb eines Satzes, sehr trächtig bzw. kraftvoll wirkt. Ähnlich verhält es sich bei Kehlmanns "Du hättest gehen sollen": Er nimmt nimmt sich - auf sprachlicher Ebene - sehr zurück, wird kaum ausführlich, verzichtet auf ausgedehnte, seitenfüllende Beschreibungen und bleibt seiner Linie bis zum Ende treu. Hinzu kommt, dass er aus seinem Plot - so seltsam das bei 96 Seiten(!!!!) auch klingen mag -, das absolute Maximum rausholt und seine kleine aber feine "Ghoststory", sein kluges Familiendrama, mit dem nötigen Tiefgang blitzsauber zu Ende erzählt. Klar ist aber auch, dass seine Charaktere - aufgrund der geringen Seitenanzahl - keinesfalls die Aufmerksamkeit erhalten haben, die sie vllt. verdient hätten und somit ein klein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden. Im Endeffekt aber relativ unwichtig, da die Story so viele intelligenten Phasen, so viele feine Schachzüge zu bieten hatte, dass man über die Knappheit der Figurenausarbeitung sehr gerne hinwegsieht. "Lass eine Nebenfigur zweimal das Wort 'Firmament' verwenden. Mehr braucht man nicht, schon hat man sie charakterisiert."

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  • ein etwas anderer Roman, der das "Kopfkino" des Lesers strapaziert

    Du hättest gehen sollen
    Buchmagie

    Buchmagie

    10. November 2016 um 12:58

    Rezi zu: „Du hättest gehen sollen“ Autor: Daniel Kehlmann Genre: Roman Verlag: Rowohlt Buchinhalt (Klapptext) „Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann - ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet - schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes - eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht ...“ Meinung: Daniel Kehlmann ist ein außergewöhnlicher Autor und so auch seine Art und Weise des Schreibens. In einer dunklen, düsteren Atmosphäre präsentiert der Autor eine Erzählung über Realität und Fiktion, Raum und Zeit, Sein und Nicht sein und strapaziert durch seinen Schreibstil enorm das Kopfkino seiner Leser. Dabei gibt er nur wenige Informationen zu Personen und zum Verlauf der Handlung preis, die eigentliche Handlung aber und die Welt, in der die Protagonisten leben muss sich der Leser selber schaffen. So kommt es auch, dass jeder Leser für sich zwar dasselbe Buch, dennoch etwas anderes daraus interpretieren und schlussendlich lesen wird. Für mich war es das erste Buch des Autoren und das erste dieser Art überhaupt und so hatte ich natürlich etwas ganz anderes erwartet. Anfangs war ich sehr enttäuscht, man kann sogar sagen verärgert über die Personen, die mir doch sehr farblos erschienen und über den Inhalt, da mir hier das ganze Bild drum herum fehlte. Je mehr ich mich aber auf den Roman einließ und je mehr ich las, umso mehr Farbe bekamen die Protagonisten und mit ihnen die Handlung. Irgendwie hatte es der Autor geschafft meine „eigenen“ Gedanken und Gefühle „mit einzubauen“. Mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Für mich war das Lesen des Romans einmal eine ganz andere und erstaunliche Erfahrung. So wird jeder Leser hier auch seine ganz eigenen, individuellen Erfahrungen machen. Ich kann nur empfehlen Unvoreingenommen ans Lesen zu gehen und sich überraschen zu lassen.

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  • Geisterhaus in den Bergen

    Du hättest gehen sollen
    passionelibro

    passionelibro

    27. October 2016 um 12:36

    Die neue fantastische Erzählung von Daniel Kehlmann spielt zwischen Realität und Fiktion, was ist wahr, was eingebildet, Raum und Zeit verschieben sich.Es ist Anfang Dezember. Der namenlose Erzähler fährt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in der Berge in ein über das Internet gebuchte Ferienhaus, das einsam am Ende einer Gebirgsstraße liegt mit Blick auf Gletscher und Tal. Hier will er sein Drehbuch schreiben, die dringend eingeforderte Fortsetzung seines bisherigen einzigen Erfolgsfilms, einer Komödie. Doch es klappt nicht so mit dem Schreiben, seine Gedanken schweifen immer wieder ab, mit seiner Frau gibt es täglich gifitge Auseinandersetzungen und schließlich will er auch Zeit mit seiner kleinen Tochter verbringen.Eine unheilvolle, fast bedrückende Atmosphäre, die sich immer mehr zuspitzt; ein Spuk als sich sein Spiegelbild auflöst oder plötzlich ein Bild an der Wand hängt, dann hängt dort doch kein Bild ... Raum und Zeit verschwimmen, lösen sich auf und bauen sich neu zusammen.Unaufgeregt, fast nüchtern erzählt Kehlmann hier auf wenigen Seiten eine großartig-schaurige Geschichte.

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