Tyll

von Daniel Kehlmann 
4,0 Sterne bei2 Bewertungen
Tyll
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Tyll - ein Narr, der seinesgleichen sucht. Ein Kunstgriff ihn in den 30jährigen Krieg zu versetzen? Die einen sagen so, die anderen so.

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Inhaltsangabe zu "Tyll"

Eine Hörspielinszenierung des WDR: hochkarätig besetzt mit Lars Rudolph, Sylvester Groth, Gerd Warmeling u.a.

Tyll Ulenspiegel – Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf ihren Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: Gelehrten, Ärzten, Henkern und Jongleuren, einem exilierten Königspaar und nicht zuletzt einem Weltweisen, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839893852
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:Argon
Erscheinungsdatum:22.08.2018
Das aktuelle Buch ist am 09.10.2017 bei Rowohlt erschienen.

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    wandablues avatar
    wandabluevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Tyll - ein Narr, der seinesgleichen sucht. Ein Kunstgriff ihn in den 30jährigen Krieg zu versetzen? Die einen sagen so, die anderen so.
    Kriegseindrücke.

    Kriegseindrücke.
    Der Till Eulenspiegel treibt wieder sein Unwesen, allerdings etwas gemässigt und inkognito, verkleidet als Tyll Uhlenspiegel und auch Jahrhunderte später und keineswegs in Hameln, sondern im ganzen Heiligen Römischen Reich.

    Anhand und entlang seines sehr speziellen Protagonisten zeigt der Autor ein Porträt des „Krieges aller Kriege“, des 30jährigen Krieges, der die Lande verwüstete und zwei Drittel seiner Bevölkerung umbrachte! Diverse Kriegsheere dezimieren aufs Brutalste die einfache Bevölkerung und erwischt auch den einen oder anderen Höhergestellten. Was der Krieg nicht erledigt, tut der Hunger, was durchs Verhungern nicht stirbt, erliegt der Pest.

    In diesen Tagen ist ein Menschenleben nichts wert. Dennoch behalten die Oberen unbegreiflicherweise ihren Stolz, ihre Arroganz und Überheblichkeit bei und erweisen sich dem Leser als hohle Dummköpfe. Die einfachen Menschen werden vom Aberglauben und von der Inquisition beherrscht und gequält und man muss sehr viel Glück und Geschicklichkeit haben, wenn man sich irgendwie durchlavieren kann. Wo ist da Gott, rufen die Menschen.

    Daniel Kehlmann umschifft die ärgste Darstellung einzelner Grausamkeit(en), indem er oft die indirekte Erzählung wählt, wenn einer oder eine seiner Figuren im Rückblick Erinnerungen preisgibt. So ist diese ganze Geschichte nur facettenartig erzählt und ergibt durch diese Facetten dennoch ein Ganzes.

    Die historische Einbettung ist zwar klar umgrenzt und hinreichend dargestellt, doch insgesamt sind die politisch-historischen Details und Informationen, die der Autor gibt, spärlich. Das hat seine Vorteile und seine Nachteile! Der Autor muss sich nicht auf die politische Ebene begeben, will er doch die Geschichte(n) der einfachen Leute erzählen. Sie stehen im Brennpunkt.

    Andererseits will der Leser wissen, was genau los ist, wenn er ein Buch über den 30jährigen Krieg liest. Doch die Informationsebene bleibt dürftig.

    Dem Volk gings schlecht wegen zahlreicher, uns undenkbar erscheinender Übergriffe. Recht und Gesetz wollte und konnte jeder biegen, wie es ihm gefiel und es war Hochkonjunktur für jeden, der Freude an Grausamkeit und Brutalität hatte, wenn er seine Neigungen nur in das richtige Gewand kleidete. An der Welt interessierte neugierige Geister, die heute nobelpreisverdächtig wären, durften nicht auffallen, wenn sie der Unterschicht angehörten. Widerspruch war tödlich und das Leben sowie so nur durch den Zufall geprägt.

    Ulrich Noethen hat mich sicher durch das Buch geleitet. Ich bin dankbar dafür, dass Hörbücher nicht mehr so oft gekürzt werden. Für mich war die Darstellung und Interpretation des Sprechers jedoch trotz aller Hörspielkunst durchaus schon zu übertrieben, ich habs gerne etwas gemässigter. Doch das ist absolute Gechmacksache.

    Der Eindruck vom 30jährigen Krieg ist gewaltig. Es kommt dem Autor darauf an, dem Leser zu zeigen, wie die Verhältnisse waren. Das gelingt ihm. Dafür vernachlässigt er gerne die Informationsebene.
    Der Autor beweist sowohl Kennntnis wie Phantasie in den erzählerischen Details. Die Figur des Narrs ist phänomenal. Nur die Handlung führt ins Leere. Ich habe den Eindruck nach der Lektüre, ich stünde mit leeren Händen da: wie Tyll.

    Fazit: Hohe Erzählkunst. Doch die Thematik des 30jährigen Krieges wird mir ein wenig zu willkürlich behandelt. Der Schluss überzeugt mich gar nicht.

    Kategorie: Gute Unterhaltung. Historischer Roman.
    Verlag: Audible, 2017

    Kommentare: 3
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    bebibels avatar
    bebibelvor 2 Monaten

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