Daniel Keyes

 4,5 Sterne bei 182 Bewertungen
Autor von Blumen für Algernon, Flowers For Algernon und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Daniel Keyes

Cover des Buches Blumen für Algernon (ISBN: 9783608960297)

Blumen für Algernon

 (130)
Erschienen am 25.04.2017
Cover des Buches Kontakt radioaktiv (ISBN: B003B8UPRG)

Kontakt radioaktiv

 (4)
Erschienen am 01.01.1982
Cover des Buches Die fünfte Sally (ISBN: 9783453313903)

Die fünfte Sally

 (2)
Erschienen am 01.10.1990
Cover des Buches Daniel Keyes: Kontakt radioaktiv (ISBN: B002AESQYQ)

Daniel Keyes: Kontakt radioaktiv

 (1)
Erschienen am 01.01.1981
Cover des Buches Flowers For Algernon (ISBN: B001TIAZ6G)

Flowers For Algernon

 (29)
Erschienen am 30.06.2004
Cover des Buches Die Leben des Billy Milligan (ISBN: 9783453056596)

Die Leben des Billy Milligan

 (12)
Erschienen am 01.12.1994
Cover des Buches The Minds of Billy Milligan (ISBN: 0553263811)

The Minds of Billy Milligan

 (1)
Erschienen am 01.02.1995

Neue Rezensionen zu Daniel Keyes

Cover des Buches Blumen für Algernon (ISBN: 9783608960297)Anna625s avatar

Rezension zu "Blumen für Algernon" von Daniel Keyes

Algernon und Charlie
Anna625vor 2 Monaten

Der 32-lährige Charlie Gordon hat einen IQ von 68 und es dementsprechend nicht immer leicht im Leben. Er arbeitet als Putzhilfe in einer Bäckerei und ist eigentlich ganz zufrieden dort, allerdings hegt er seit seiner Kindheit nur diesen einen Wunsch: er möchte intelligent werden. Und so ist er glücklich, als er tatsächlich für ein Experiment ausgewählt wird, das seinen IQ um ein Vielfaches steigern soll. Einziges Problem: Er ist der erste Mensch, bei dem das Verfahren angewandt werden soll, bisher wurde es nur an der weißen Maus Algernon getestet, war dort aber umso erfolgreicher. Doch das Risiko schreckt Chalie nicht ab, und so lässt er sich der Operation unterziehen, die auch tatsächlich glückt. Leider hat sie für Charlie jedoch nicht nur positive Folgen...

Vom Aufbau her erinnert das Buch an ein Tagebuch, denn es besteht aus fast täglichen Notizen von Charlie, die zu Fortschrittsberichten zusammengefasst werden. Diese soll er anfertigen, damit seine Entwicklung detailliert aufgezeichnet und so der Erfolg der Operation bewiesen werden kann. So wird der Fortschritt Charlies auch für den Leser unmittelbar nachvollziehbar, denn zu Beginn des Buches ist der Text nur so gespickt von Grammatik- und Rectschreibfehlern. Erst als Charlie neue Fähigkeiten erwirbt, schlägt sich das auch in seinen Einträgen nieder. Das fand ich tatsächlich sehr gut gemacht und schön authentisch, wenn es auch gerade auf den ersten Seiten das Lesen doch etwas erschwert, bis man sich eingewöhnt hat. Dann jedoch schließt man Charlie schnell ins Herz, kann man aus seinen Worten doch viel herauslesen, gerade in Bezug auf das Verhalten anderer Menschen, was er selbst in diesem Moment gar nicht so begreift - so etwa kann er nicht dazwischen unterscheiden, ob jemand lacht, weil er freundlich ist, oder weil er sich über Charlie lustig macht.

Mit der Operation lernt Charile nach und nach die Feinheiten menschlichen Verhaltens besser verstehen, was ihm eine unglaublich faszinierende neue Welt eröffnet, seine alte dabei aber vollkommen ins Schwanken bringt. Er erinnert sich plötzlich an längst vergessen geglaubte Szenen aus seiner Kindheit und muss begreifen, dass Menschen oft ganz sind, als man glaubt.

Die Entwicklung Charlies ist sehr nachvollziehbar beschrieben und interessant zu beobachten. Die Gedanken, die er sich macht, ebenso. Irgendwo im Mittelteil hat das Buch die ein oder andere Länge, weil ich aber unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht, hat sich auch das gut überstehen lassen.

Fazit: Ein schönes Buch, ernst und berührend, das auch nachdenklich stimmt, und das mit einem interessanten Protagonisten und einem außergewöhnlichen Experiment die Frage danach stellt, was uns Menschen eigentlich ausmacht.

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Cover des Buches Blumen für Algernon (ISBN: 9783608960297)Aleshanees avatar

Rezension zu "Blumen für Algernon" von Daniel Keyes

Großartiger Klassiker!
Aleshaneevor 2 Monaten

Auf diesen Klassiker aus dem Jahr 1959 bin ich zufällig in einem Buch von Stephen King (The Stand) aufmerksam geworden - und kurz darauf hab ich bei Frank (Der Büchernarr) eine Rezension dazu gesehen. Die Geschichte hat mich sehr neugierig gemacht und erinnert mich ein bisschen an den Film "Zeit des Erwachens" mit Robert De Niro und Robin Williams.
Das Buch wurde übrigens auch verfilmt unter dem Titel "Charly" und den werde ich mir defnitiv noch anschauen!

Charlie - er ist hier die Hauptfigur und er beschreibt sich und sein Leben hier in einer Tagebuchform.
Charlie ist ein "retardierter" Erwachsener, also geistig zurückgeblieben mit einem geringen IQ. Er wird für eine Forschung ausgewählt, sich einer Operation zu unterziehen, die seine Intelligenz fördern soll. Und zwar auf ein sehr hohes Niveau.
Das erlebt man auch hautnah mit, den er selbst schreibt sein Fortschrittsberichte und alles, was in seinem Kopf vorgeht; was anfangs allerdings sehr anstrengend zu lesen ist. Er kann keine Rechtschreibung oder Zeichensetzung und so wie es für ihn sicher mühsam war, das alles niederzuschreiben, war es auch für mich als Leser nicht so einfach zum lesen.

Allerdings entwickelt sich nach der Operation seine Lernfähigkeit äußerst schnell und der Schreibfluss wird zusehends leichter. Diese Veränderung zu erleben war ganz schön intensiv und ich hab sehr gut mit ihm mitfühlen können.
Eigentlich hat er mir durchweg leidgetan. Durch seine Erinnerungen erkennt man, was er bisher alles erdulden musste: von seiner Mutter, die seine beschränkten Möglichkeiten nie wahrhaben wollte und ihn schließlich abgeschoben hat - von seinen angeblichen Freunden, die ihn nur als Lachnummer missbraucht haben ... ein sehr eindringliches Bild, das ihm erst jetzt bewusst wird.


Wenn sie ihm genügend Zeit ließen - wenn sie ihn nicht hetzten oder vorantrieben -, würde er es begreifen. Aber niemand hatte Zeit.
Zitat Position 956


Langsam begreift er, in welcher kleinen Welt er bis dahin gelebt hat ohne wirklich zu verstehen, was um ihn herum vorgeht. Die Hänseleien und der Spott werden ihm bewusst und es gesellen sich auch noch ganz neue Gefühle für ihn dazu, nämlich Scham, Wut und Misstrauen.


Inzwischen ist mir klar geworden, dass einer der wesentlichen Gründe, weswegen man aufs College geht und sich eine Bildung aneignet, darin liegt, dass man dort lernt, dass die Dinge, an die man sein Leben lang geglaubt hat, nicht wahr sind, und dass nichts ist, was es zu sein scheint.
Zitat Position 1025


Vor allem, dass er "nur als Textobjekt" gesehen wird, der vor der Operation praktisch ein Nichts war und erst jetzt, durch die Forschung und seiner Intelligenz etwas wert ist, macht ihn zusehends ungehalten und zornig.

Das Problem ist allerdings nicht nur die extrem schnelle und ihn überfordernde Intelligenz, die er fast wie einen Rausch erlebt, sondern der zurückbleibende Aspekt seiner emotionalen Intelligenz. Bisher war seine Gefühlswelt von einfachen Werten wie Freundschaft und Vertrauen zu jedermann geprägt, ohne Feinheiten zu erkennnen, und natürlich stürzt es ihn in einige Krisen wenn er jetzt erlebt, dass so wenig davon tatsächlich "echt" war und vor allem, er es nicht einmal bemerken konnte.

Natürlich hat auch die Maus Algernon eine wichtige Position, sie ist die erste und einzige Maus, die bei den Experimenten mit Tieren Erfolg hatte, wodurch sie schließlich auch den Versuch am Menschen gewagt haben. Bis sich allerdings heraus kristallisiert, dass ihr Verhalten Schwankungen aufweist und die Wissenschaftler nicht sicher sind, was das für Charlie bedeuten könnte.
Was es wirklich heißt, Charlie´s Leben zu leben, kann niemand begreifen. Wie man auch nie wirklich jemand anderen bis ins tiefste verstehen kann. Übrigens ein Punkt, den ich immer wieder betone, wenn es um Meinungsverschiedenheiten oder verschiedene Wahrnehmungen geht. Man sieht alles immer aus seiner eigenen Sicht heraus, geformt durch eigene Erfahrungen und Erlebnisse.


"Nein, Sie verstehen nicht, denn Sie erfahren es nicht an sich selbst. Niemand außer mir kann das verstehen."
Zitat Position 4183


Es ist ein sehr ernstes und ruhiges Buch mit vielen Einblicken und Botschaften, die sehr ans Herz gehen. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr gewünscht, kann aber nicht direkt mit dem Finger darauf zeigen, was mir an der Geschichte gefehlt hat. Dennoch empfehle ich es gerne weiter, weil es eine ganz besondere Erfahrung ist und den Wert jedes Menschen hervorhebt.

Weltenwanderer

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Cover des Buches Blumen für Algernon (ISBN: 9783608960297)wandablues avatar

Rezension zu "Blumen für Algernon" von Daniel Keyes

Die Würde des Menschen ist unantastbar
wandabluevor 2 Monaten

Vorbemerkung: Dieser Roman  gilt als Klassiker in der Science Fiction. Entstanden ist die Story aus einer Kurzgeschichte heraus schon 1958 und wurde dann in Romanform gebracht, 1966 herausgegeben. Er wurde ein internationaler Erfolg und als „Charlie“ verfilmt. Viele kennen ihn also. 

Da in der Medizin in der Zwischenzeit bahnbrechende Entwicklungen stattgefunden haben und ich Daniel Keyes Namem überhaupt nicht kannte, um von vornherein vielleicht beeindruckt zu sein - also weder ihn selbst als renommierten Science Fiction-Autoren wahrgenommen habe noch seine Vita kannte, zum Beispiel war er Professor für Englisch und Kreatives Schreiben in Ohio, schien mir das Szenario des Romans nicht ganz so aufsehenerregend zu sein wie es 1958 oder 1966 gewirkt haben muss: es schien mir eine wahrscheinliche nahe Zukunft in der Medizin. Insofern verpuffte einer der Effekte des Romans von vornherein. 

Inhalt: Was war passiert? Mediziner und andere Spezialisten hatten durch Tierversuche an den Gehirnen von Mäusen schließlich die eine Maus gezüchtet, die zu überragenden intelligenten Leistungen fähig war. Die Forschung war sich einig, dass, fände sich ein geigneter Kandidat, es an der Zeit wäre, dieses Experiment am Menschen zu wagen. Ins Auge fassen sie Charlie, einen liebenwerten, stark zurückgebliebenen jungen Mann. Charlie willigt ein, sich als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen, er wird operiert und Charlie wird Mister Superhirn. 

Der Roman beginnt mit Tagebuchaufzeichnungen Charlies. Er kann nicht gut schreiben, seine Aufzeichungen sind voller orthografischer und grammatischer Fehler, das mag man schwer lesbar finden, aber gerade dieser Teil ist der anziehendste im Roman. Charlie ist noch schwachsinnig und sich nicht dessen bewusst, wie seine Umwelt ihn sieht. Überwiegend reagiert er positiv auf die Welt. Es kann jedoch nicht ausbleiben, dass er viele böse und tiefe Verletzungen und Narben davonträgt. Dieser Teil berührt.

Der Kommentar: Wie gehen wir mit Außenseitern umgehen, ist der Kern und die Botschaft des Buches. Charlie ist sowohl als geistig Zurückgebliebener wie auch als Überflieger ein Außenseiter. Stets ist er isoliert von anderen Menschen. „Ich bin aber ein Mensch und kein Versuchskaninchen“, ist sein Credo. Und auch vor dem Experiment war ich ein Mensch, sagt er und hatte ein Anrecht auf Würde. 

Der Roman ist mit dieser Aussage so aktuell wie eh und je. Und das nicht wegen der Gehirnoperationen. Sondern, weil es um die Würde des Menschseins geht. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dennoch sind Charlies Monologe zu lang und teilweise öde, der Spannungsbogen kann ebenfalls nicht gehalten werden. Vorhersehbar, sagen viele - und ja, das stimmt. Aber trotzdem tut mir Charlie ja leid und noch mehr fühle ich mit Algernon.

Denn da wir uns im 21. Jahrhundert befinden, möchte ich hinzufügen, es geht auch um die Würde des Tiers. Wieder einmal will ich mich gegen Tierversuche jeder Art an Säugetieren aussprechen. Auch die Würde des Tiers sollte unverletzbar sein. Wer dies nicht akzeptiert, bleibt ein Barbar. 

Fazit: Ein Klassiker der SF, den man mit Vergnügen liest. Und der einfach dazugehört, zum Genre.

Kategorie: SF/Fantasy. Klassiker
Klett.Cotta, neu aufgelegt 2017, jetzt als ebook, 2021         

       

             

         

         

           

         

 


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