Daniel Max

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Daniel MaxJede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte
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Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte

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Rezension zu "Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte" von Daniel Max

Hervorragend zu lesende Biographie
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Hervorragend zu lesende Biographie

Komplexität ist das Kennzeichen von David Foster Wallace. Getreu dem Motto seines ersten Professors für Literatur, „Zeigen statt erzählen“ flossen aus Wallace Feder intensive, ins Kleinste vorangehende Beschreibungen.

„Worte sind Bilder“, diese Überzeugung prägte zumindest den jungen Wallace in der Anfangszeit seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Wobei eine Komplexität der Sprache und der Bilder jeweils entstand, die jede Übersetzungsarbeit von Werken des Autors zu einer Mammutaufgabe machten.

„Einer der klügsten, wenn nicht der klügste Student, der je in Amherst studiert hat“. Mit dieser Bewertung aller seiner Professoren (und insgesamt 10 akademischen Auszeichnungen am Ende seines zweifachen summ cum laude am Ende der ersten Studien) beendet Wallace seine Zeit in Amherst und wendet sich einem weiteren Studium des „kreativen Schreibens“ zu.

Jener Tätigkeit, wie Max flüssig erzählt, von der Wallace sagt, dass sie ihm „90 % Kick“ gäbe, statt der „50% Kick“ des Philosophiestudiums.

Von der Kindheit und Jugend über die Studienjahre, die ersten Veröffentlichungen, die Belletristik, die Philosophie bis zum „gestandenen“ Schriftsteller und Professor für kreatives Schreiben. Von der (langsameren) privaten Entwicklung über die (schon in jungen Jahren starken) Depressionen (aufgrund derer Wallace sein erstes Studium bereits zweimal unterbrechen musste) bis zum Freitod des Schriftstellers führt Max den Leser minutiös durch dieses außergewöhnliche Leben und Werk.

In besonderer Weise öffnet Max dabei die Augen für die grundlegenden Wurzeln der spätere Persönlichkeit. Die besondere Familiensituation, die Eltern mit jeweils ihren ganz eigenen Ausprägungen und ebenso je eigenen Erwartungen an ihre Kinder, die „dunklen Schatten“, die Wallace in seinem ersten Roman vielschichtig und sprachintensiv mit Worten „bebildert“, der ungeheure Ehrgeiz als Student, all dies liest sich flüssig, intensiv und, nebenbei, sehr unterhaltsam in dieser fundierten Biographie.

Wobei „das schwarze Loch mit Zähnen“, die Depression als „Lebensbegleiter“ des Autors nicht unendlich breit getreten wird, aber dennoch in ihrer zentralen Bedeutung beständig im Hintergrund mitschwingt.

„Gegen Ende eines sonst schönen Sommers bekam er akute Angstattacken“. Aus dem nichts heraus, vielleicht erklärbar durch manche Konstellationen seiner Kindheit.

Eine dichte Beschreibung eines außergewöhnlichen Werkes, einer fast „gewöhnlich“ (mit einigen Besonderheiten versehenen) Kindheit und Jugend, einer hohen Begabung und Arbeitsbereitschaft und eines lebensbegleitenden „Dämons“, die sich flüssig liest und kompetent Informationen über dieses Leben vermittelt.

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