Albert Einstein weilt im Jahr 1920 in Bad Nauheim zu einem Arbeitstreffen einiger Physiker, doch mit seiner bahnbrechenden Relativitätstheorie hat er sich unter den Kollegen nicht nur Freunde gemacht. Zwei seiner wissenschaftlichen Intimfeinde, die Professoren Lenard und Strack, sind mit Einstein im selben Hotel abgestiegen. Ihre Anfeindungen rufen Hoteldirektor Kleeberger auf den Plan, der sein Haus vor Turbulenzen schützen möchte. Kleebergers Lage ist nicht einfach: Sein Haus ist in die Jahre gekommen, er selbst nicht mehr der Jüngste - kann er für Frieden sorgen unter seinem Dach?
Zu Beginn eine charmante, durchaus amüsante Geschichte, die ich originell fand, zumal ich Romane mit historischem Hintergrund zu schätzen weiß. Auch der besondere Erzählstil des Autors gefiel mir - doch der zweite Teil des Geschehens verlor an Fahrt, die Verwicklungen wirkten konstruiert auf mich. Und warum Kleeberger, der in wirtschaftlichen Nöten steckt, weiter so engagiert auf Einstein und Co einwirken möchte, war mir auch nicht klar. Sollte er nicht vielmehr alles daran setzen, die finanzielle Misere des Hotels zu beheben? Aus meiner Sicht konnte der zweite Teil mit dem ersten leider nicht mithalten.
Daniel Mellem
Lebenslauf
Physik und Literatur: Daniel Mellem, Jahrgang 1987, ist ein deutsche Schriftsteller. Er studierte Physik und fing nach seinem Studium an erste Geschichten zu verfassen. Anschließend war er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig tätig, um seinen ersten Roman zu schreiben.
Sein Debüt als Autor gab er mit seinem Roman „Die Erfindung des Countdowns“. Für diesen wurde er bereits mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Hamburger Literaturförderpreis ausgezeichnet.
Alle Bücher von Daniel Mellem
Die Erfindung des Countdowns
Einstein im Bade
Die Erfindung des Countdowns
Neue Rezensionen zu Daniel Mellem
Der Autor entführt uns in das Jahr 1920. Schauplatz ist das Hotel Rastender Kranich in Bad Nauheim – ein traditionsreiches, aber in die Jahre gekommenes Kurhotel. Hier soll die 86. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte stattfinden. Prominente Köpfe der Wissenschaftsgeschichte wie Albert Einstein und Max Planck werden erwartet. Die Herausforderung ist immens, besonders für den Hoteldirektor Kleeberger. Allein die reibungslose Organisation ist eine große Verantwortung, doch er hat sich noch mehr vorgenommen: Er will den Streit zwischen Einstein und seinem erbitterten Gegner Philipp Lenard schlichten, um seinem Hotel zu neuem Ruhm zu verhelfen.
Was mich sofort gereizt hat, war das Setting: ein hochintellektuelles Treffen in einer eleganten Hotelatmosphäre mit exzentrischen Gästen. Aber die Spannung wird nicht nur durch physikalische Debatten aufgebaut, es gibt auch jede Menge komödiantischer Vorfälle. Kleeberger bleibt seinen Prinzipen treu und versucht, Ruhe zu schaffen – was durch eine Reihe von alptraumhaften Vorfällen ständig bedroht wird. Ich musste bei manchen Slapstick-Szenen an Louis de Funès denken, der sich aus einer kniffligen Lage retten muss.
Es ist eine leichte, unterhaltsame Lektüre, die einen interessanten Einblick in persönliche Rivalitäten zwischen Wissenschaftlern, ideologische Verblendung und den Alltag eines Kurhotel-Direktors gibt. Wer Lust auf eine Mischung aus historischem Flair, wissenschaftlichem Drama und menschlicher Komik hat, ist hier richtig.
Der Roman Einstein im Bade spielt im Jahr 1920 im Kurort Bad Nauheim. Im Hotel „Rastender Kranich“ treffen anlässlich eines großen Naturforschertreffens zahlreiche Wissenschaftler aufeinander – darunter Gegner Albert Einstein und Philipp Lenard, die sich ganz und gar nicht grün sind. Aus der Perspektive des Hoteldirektors Kleeberger entfaltet sich eine wirklich unterhaltsame Geschichte, in der wissenschaftliche Debatten, persönliche Eitelkeiten und gesellschaftliche Abgründe auf engem Raum kollidieren.
Mir hat besonders der Stil des Romans gefallen. Daniel Mellem erzählt leicht, präzise und mit feinem Humor, sodass sich das historische Setting sehr lebendig anfühlt. Die Mischung aus kluger Beobachtung, Ironie und erzählerischer Leichtigkeit macht Einstein im Bade zu einem kurzweiligen Leseerlebnis.
Gespräche aus der Community
LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.
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Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!
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Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.
15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.
Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.
Die Regeln:
Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.
Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.
Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.
Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!
Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Nimmst du die Herausforderung an?
Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.
Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.
Ich freue mich auf viele Anmeldungen!
Teilnehmer:

Von Jules Verne-Leser zum Raketenpionier: Hermann Oberth hat als einer der ersten Wissenschaftler im frühen 20. Jahrhundert erkannt, dass eine Reise zum Mond nicht nur in der Fantasie mancher Schriftsteller realisierbar ist. In seinem Debütroman "Die Erfindung des Countdowns" erzählt Daniel Mellem die aufregende Geschichte von Hermann Oberth und zeigt ihn aus einer ganz besonderen Perspektive: als einen Mann, der für seine Träume kämpft, und der sich die Frage stellt, wie weit man im Namen der Wissenschaft gehen darf.
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