Daniel O. Bachmann

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Die Schüler von Winnenden

Die Schüler von Winnenden

 (16)
Erschienen am 02.01.2014

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Rezension zu "Die Schüler von Winnenden" von Daniel O. Bachmann

Emotionengeladener Augenzeugenbericht
Strigoiavor 4 Jahren

Der Klappentext:
Winnenden. Die Stadt nahe Stuttgart wird für immer verbunden sein mit dem 11.März 2009, dem Tag des Amoklaufs. Das, was für immer unfassbar und unbegreiflich bleiben wird, versuchen in diesem Buch sechs Betroffene zu erzählen. Fünf Jugendliche und eine Lehrerin berichten davon, wie sie den Tag des Amoklaufs erlebten und mit diesen Erinnerungen weiterleben.

Marie verliert ihre Freundin, mit der sie am Tag des Amoklaufs Plätze getauscht hat, wäre dies nicht geschehen, wäre sie nun tot. Als sie aus dem Fenster springt, bricht sie sich einen Wirbelfortsatz und wird wohl auf ewig Schmerzpatientin bleiben.

Steffen ruft als erster die Polizei, versucht einem der Mädchen zu helfen. Doch für Jana kommt jede Hilfe zu spät.

Annabell geht zwar nicht auf die Albertville-Realschule, dafür aber ihre große Schwester Jana.

Pia kommt aus der Grundschule nach Hause und versteht nicht wirklich, was passiert ist, bis sie Annabell schreien hört und begreift, dass Jana nie wieder nach Hause kommen wird.

Jenny entkommt der Kugel nur knapp, weil ihre Referendarin Frau Schüle dazwischen stand.

Frau Braun versucht ihre Schüler zu beruhigen und die Verletzten so gut es geht zu versorgen, doch bei einigen kommt jede Hilfe zu spät, wie bei Jana.

Am 11.März 2009 betritt Tim Kretschmer die Albertville-Realschule mit einer Kriegswaffe in den Händen, mit der er sogar durch Wände schießen kann. 15 Menschen sterben. Tim erschießt sich selbst.

Meine Meinung:
„Die Schüler von Winnenden“ ist kein gewöhnliches Buch. Es ist ein Augenzeugenbericht zusammengestellt aus den Berichten von sechs Menschen. Immer wieder wechselt es zwischen den Erzählern hin und her und alle hängen miteinander zusammen, auf die ein oder andere Art und Weise.
Ich habe mehrfach angefangen zu weinen, weil aus den Berichten, die Trauer, Angst und Verzweiflung der Betroffenen spricht.
Ich wollte mir eigentlich nie Gedanken über Amokläufe machen, weil ich selbst ein Mensch bin der wenig Vertrauen zu seinen Mitmenschen hat und ich wollte meine Ängste nicht weiter schüren. Wenn ich nichts oder nur wenig drüber weiß, dann sehe ich nicht überall eine Gefahr. Aber in den letzten Jahren tauchten vermehrt Bücher über Amokläufe auf und so kam ich einfach nicht daran vorbei. Mit Anna Seidls Jugendroman „Es wird keine Helden geben“ fing es an. Seitdem lies mich das Thema doch nicht ganz los und als ich „Die Schüler von Winnenden“ sah, wusste ich, ich wollte dieses Buch lesen. Man kann sich nicht vorstellen, wie schlimm es wirklich sein muss, in einem Gebäude zu sein, wenn plötzlich Schüsse fallen. Das Besondere an Tim K. war nun, dass er ausgerechnet eine Waffe hatte, mit der man durch Wände schießen konnte, sonst würden heute vielleicht noch ein oder zwei seiner Opfer leben…
Nüchtern betrachtet ist dies ein Buch, dass viel Emotionalität enthält.
Bei Interesse am Thema Amoklauf kann man dieses Buch ruhig lesen, bei Betroffenen ist es vielleicht nicht angebracht. Ich bin nun wirklich kein Mensch, der viel weint, aber fast bei jeder Seite liefen Tränen über meine Wangen. Dieses Buch zeigt aber auch die Ungerechtigkeit im Gerichtssystem… und die Hartherzigkeit mancher Menschen, wie bspw. Tims Vater, der sich nicht einmal bei den Opfern entschuldigt hat, obwohl er es war, der seinem Sohn das Schießen beibrachte und die Waffen unzureichend gesichert lagerte.
Abschließend ist zu sagen, es ist ein aufwühlendes Zeugendokument, das vermutlich mehr Menschen lesen sollten, die für Waffen sind und keine große Gefahr in Amokläufen sehen…  

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mabuereles avatar

Rezension zu "Die Schüler von Winnenden" von Daniel O. Bachmann

Bewegendes Zeitdokument
mabuerelevor 6 Jahren

Es ist der 11. März 2009. In der Stadt Winnenden ist nach diesem Tag nichts mehr wie zuvor. In der Albertville – Realschule findet ein Amoklauf statt.

Fünf Kinder und eine Lehrerin schildern ihr Erleben. Die Berichte beginnen mit dem Tag vor dem Amoklauf und enden zwei Jahre nach dem Geschehen.

Gerade die Sachlichkeit der Erinnerungen haben bei mir tiefe Betroffenheit ausgelöst. Es zeigt sich, dass das Erleben auch nach zwei Jahren unauslöschbare Spuren hinterlassen hat. Da sind Ängste, die nicht vergehen, wie die Angst vor der Dunkelheit oder der Tür im Rücken. Und da sind Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Warum hat er es getan? - ist nur eine davon. Auch die Frage nach den Konsequenzen wird von den Jugendlichen gestellt. Sie können nicht verstehen, warum es kein Verbot von Waffen gibt. Die Freiheit des Waffenbesitzes wiegt schwerer als ein Menschenleben.

Es stößt bitter auf, wenn in den schwersten Momenten für die Presse nur die Sensationsgier zählt. Jedes Bild ist ein gutes Bild. Wie sich die Betroffenen dabei fühlen, interessiert nicht. Von den Jugendlichen wurde auch registriert, dass sich die Eltern des Amokläufers nie entschuldigt haben und jede Verantwortung ablehnen.

Gut, dass diejenigen, die sich mit ihren Gedanken im Buch öffnen, Halt und Hilfe bei ihrer Familie gefunden haben. Einige engagieren sich in einem Verein, der Amokläufe künftig verhindern möchte.

Das Buch zeigt, wie tief das Geschehen in das Leben des einzelnen eingegriffen hat. Wichtig finde ich die Aufforderung, achtsamer gegenüber dem Verhalten unserer Mitmenschen zu sein.

Das Buch ist für Jugendliche geschrieben und, meiner Meinung nach, als Schullektüre geeignet. Doch auch uns Erwachsenen hat es eine Menge zu sagen!

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micluvsdss avatar

Rezension zu "Die Schüler von Winnenden" von Daniel O. Bachmann

Sehr berührendes Buch
micluvsdsvor 6 Jahren

Am 11. März 2009 ging der 17-jährige Tim Kretschmer in die Albertville-Realschule in Winnenden und erschoss dort zehn Menschen, auf der Flucht wurden weitere Menschen erschossen, bis er sich schließlich selber tötete. Im Buch "Die Schüler von Winnenden" berichten fünf Jugendliche und eine Lehrerin, wie sie den Tag des Amoklaufs und die Zeit danach erlebt haben.

Alle Personen, die in dem Buch in kurzen Kapiteln von ihren Erfahrungen berichten, sind in irgendeiner Weise von dem Amoklauf betroffen. Sie haben Familienangehörige, Freunde, Schüler oder Nachbarn verloren. Obwohl alle in einem eher nüchternen Stil erzählen -oder vielleicht gerade deshalb-, berühren einen die Schilderungen schon nach wenigen Sätzen. Die Schilderungen des Amoklaufs, aber auch die Berichte aus der Zeit danach, geben einen kleinen Einblick auf die massiven Veränderungen, die durch diesen Tag und eine einzelne Person im Leben von vielen Menschen aufgetreten sind.

Ich halte es für ein sehr gutes Buch, auch für den Unterricht zum Thema Amoklauf, würde aber wegen der sehr persönlichen und berührenden in dem Fall eine ausreichende Zeit für die Nachbesprechung unbedingt einplanen.

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