Daniel Ryser Slime

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Inhaltsangabe zu „Slime“ von Daniel Ryser

»Sich fügen heißt lügen.« Über 30 Jahre Punkrock und Revolte: Die legendäre Hamburger Band Slime erzählt ihre Geschichte, ungeschönt und aus erster Hand. Wegbegleiter und Bewunderer wie Campino, Jan Delay und Rocko Schamoni kommen mit persönlichen Anekdoten zu Wort. Ergänzt um bislang unveröffentlichtes Archivmaterial, entsteht das Porträt einer außergewöhnlichen Band und ihrer Zeit. Sie waren und sie sind Deutschlands radikalste Punkband. 1979 in Hamburg gegründet, richteten sich Slime mit Texten wie »Deutschland muss sterben« und »Wir wollen keine Bullenschweine« gegen den Staat, die Polizei, Faschismus und Kleinbürgerlichkeit und lieferten die Parolen für eine wachsende autonome Szene. Straßenschlachten mit Neonazis und Polizisten und die Beschlagnahmung des Albums Slime 1 förderten ihren Nimbus als Kämpfer gegen das System. Gleichzeitig wurde ihnen der kommerzielle Erfolg von Teilen der Punkszene zum Vorwurf gemacht. Dennoch stehen Slime bis heute sinnbildlich für den musikalischen Widerstand. Dieses Buch erzählt erstmals die ganze bewegte Geschichte der umstrittenen Band und ihres Umfelds: von Bandproben im Luftschutzbunker, von Hausbesetzungen in der Hamburger Hafenstraße, vom Aufstieg des FC St. Pauli vom Stadtteilklub zum gefeierten Kultverein, vom Ärger mit der Zensur und mit den Hells Angels.

Diese Biografie ist durchaus gelungen. Der Autor bringt einem die Band und ihre Mitglieder auf sensible Art und Weise näher.

— ArikDornstein

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  • Schön sich an alte Zeiten zu erinnern! Ich kannte noch einige Texte :-)!!

    Slime

    ArikDornstein

    17. September 2015 um 15:48

    Das Buch bringt viel Wissenswertes über die Band ans Tageslicht. Zum Beispiel der bis heute aktuelle Bezug zu Hamburg und dem FC St. Pauli. Auch die Hafenstraße kommt nicht zu kurz, immer ein interessantes Thema. Als junger Kerl grölte ich auch hin und wieder einen Text von Slime mit. Das war aggressive, aber auch intelligente Revolution! Jede Zeit braucht Helden und Rebellen. Slime zählten auf jeden Fall dazu.

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  • Punk bis heute

    Slime

    michael_lehmann-pape

      „Deutschland muss sterben, damit wir Leben können.“ (Slime 1981).   Eine Zeile aus einem der bekanntesten Lieder der Punk Gruppe Slime, die (nicht als einziges Lied) die Gerichte bis ganz nach oben hin beschäftigte. Und genau das Lied, dem das BVG in seinem höchstrichterlichen Urteil bescheinigt, „Kunst im Sinne des Grundrechtes“ zu sein. Ein Urteil, für dessen Begründung in voller Länge „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine angeführt wird.   Doch literarische Weihen, das war nun nicht aus ausgesprochene Ziel jener jungen Männer, die in der zweiten Hälfte der 70er Jahre als eine der ersten harten Punk nach Deutschland, genauer nach Hamburg brachten und ihren Lebensstil entsprechend gelebt habt. Wobei vor allem Sänger und Frontmann Dirk Jora zu nennen wäre (und dieser im Buch auch einen der erkennbaren Schwerpunkte bildet). Nicht, weil Jora musikalisch den anderen (oder anderen Bands) weit voraus gewesen wäre, sondern weil jener Dirk Jora sicherlich mit am konsequentesten den Lebensstil der frühen Punk Jahre bis in die Gegenwart beibehalten hat.   „Keiner wird an die Bullen verraten“, egal, was passiert. Keine Argumente, keine Diskussion, keine sonderlichen Kompromisse mit der bürgerlichen Welt (auch wenn das Leben auf dem Land samt Frühschwimmen und langen Spaziergängen mittlerweile dazu gehört).   „Immer diese scheiß Fäkalsprache. Ich mag es nicht, wenn er so anfängt. Aber er liebt das Spiel mit der Provokation“.   Materielles Wohlergehen? Sich „gegenseitig mal eine Corvette zum Geburtstag schenken“, wie es im Buch von „Den Ärzten“ oder den „Toten Hosen“ kolportiert wird? Nicht nur, dass „Slime“ den Weg zu massentauglichem melodiösem Punk-Rock nie vollzogen hat, gerade Jora würde auf solche Ideen bei seiner Lebenshaltung wohl gar nicht erst kommen.   Durchaus im Übrigen haben so manche der Mitglieder „Slimes“ und deren Umfeld den Weg in sehr erfolgreiche, bürgerliche Existenzen gefunden und vollzogen, aber nicht durch oder mit der Musik der Band, sondern auf dann ganz andere, losgelösten Lebenswegen.   Lebenswege, die Daniel Ryser genauso aufnimmt und beschreibt, wie er die Geschichte der Band und deren Musikern im Engeren erzählt. Und dabei einen Schwerpunkt durchaus in die gesamte Atmosphäre jener Jahre, die Härte, den Punk, die Schlägereien, den Alkohol, die Auflehnung, Hausbesetzungen, Kämpfe mit der rechten Szene und die Unterteilungen dann in rechten- und linken Punk (und unpolitischen sowieso) sauber im Buch aufführt und differenziert.   Vor allem aber sind es jene „Rebellen“ mit ihren ganz verschiedenen Persönlichkeiten und Motiven, die im Mittelpunkt der Jahrzehnte stehen, über die Ryser berichtet. Von der Fankurve bei St. Pauli über die Stammkneipe „Krawall 2000“, von sehr verschiedenen Wegen aller Beteiligter (Goldene Zitronen, Ärze, Hosen, Dead Kennedys, Ramones und eben Slime). Verschiedenheiten, an denen Ryser durchaus prägnant wiederum die individuellen Ausrichtungen der Slime-Musiker darstellen kann.   Für die bürgerliche Welt ist und bleibt der Punk eine vollständig fremde, bedrohliche Welt, von den provokanten Texten bis hin zum teils brutalen Pogo vor den Bühnen. Eine Welt, die Daniel Ryser atmosphärisch dicht aufzeigt und der er über Jahrzehnte hinweg in der sehr konkreten Geschichte der Band und ihrer Mitglieder nachgeht.

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    • 2

    Mario-at-GameKritik

    16. April 2013 um 14:55
  • Ist das noch Punkrock?

    Slime

    Mario-at-GameKritik

    13. April 2013 um 20:33

    Band- Biographien haben bei mir fast immer den gleichen Effekt: Rückkehrende Begeisterung für diese Band, diese Musikrichtung – und das Herauskramen der alten Platten. So läuft bei mir derzeit extrem linker Hardcore- Punk rauf und runter. Bekannte Titel wie „Deutschland muss sterben“, „Alle für alle“ und „Hey Punk“ bringen einen Touch von Radikal in mein geleastes Auto und die mit Wohlstandsmüll eingerichtete Wohnung, während ich fleißig meine Einzahlungen auf dem Bausparer überfliege. Und schuld an diesem lächerlichen Bild ist Daniel Ryser mit seiner Biographie „Slime: Deutschland muss sterben“. Slime ist Punk pur. Oder war es zumindest. Ich habe viel interessantes über diese einschneidende und kontrovers diskutierte Band erfahren. Und mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Leider brach auch beim Lesen immer wieder der reaktionäre, kleinbürgerliche Spießer aus mir hervor und ich musste manche Aussagen der Band leicht belächeln – vor allem wenn es um „damals“ geht. Und das Buch ist irgendwie doch auch selbst ein klein wenig Punkrock. Etwas nehme ich auf alle Fälle aus dem Leseerlebnis mit: Es wird wieder häufiger Punkrock aus meiner überteuerten Anlage tönen – nur wegen des Gefühls der Rebellenhaftigkeit wegen. Zu alt für Punk kann man scheinbar ja nicht werden, wenn man sich Dirk von Slime ansieht. Die komplette Rezension ist auf meinem Blog zu finden: http://www.game-kritik.net/7105/slime-deutschland-muss-sterben/

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