Das Flüstern der Insel

von Daniel Sánchez Arévalo 
3,6 Sterne bei23 Bewertungen
Das Flüstern der Insel
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (13):
Gartenfee007s avatar

Ein sehr nachdenklicher Roman mit Tiefgang!!!!

Kritisch (2):
Venie86s avatar

nur bis Seite 300 bisher...das Geheimnis um den verstorbenen Ehemann muss warten. Viel zu lang gezogen.

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Inhaltsangabe zu "Das Flüstern der Insel"

Alice’ Ehemann ist tot. Ein Autounfall, doch ereignet sich der auf einer Landstraße, auf der Chris laut seines letzten Anrufs gar nichts zu suchen hatte. In die bodenlose Trauer mischen sich Zweifel: War ihr perfektes Leben vielleicht gar nicht so perfekt? Alice besorgt sich Videomitschnitte von der Strecke. Stück für Stück führen die sie nach Robin Island, eine winzige, beschauliche Insel vor der Küste von Cape Cod und Alice’ letzte Hoffnung auf eine Antwort …
Als Chris ums Leben kommt, zerbricht für die hochschwangere Alice und ihre sechsjährige Tochter das perfekte Leben. Doch fast schwerer als der Verlust wiegt, dass ihr Mann bei seinem letzten Anruf gelogen hat. Warum wurde sein Wagen an dieser Stelle gefunden? Wo zum Teufel wollte er hin? Diese Fragen lassen Alice keine Ruhe, und sie rekonstruiert die letzte Fahrt ihres Mannes, ihre Mittel dazu werden immer extremer. Und als sie die Suche schließlich nach Robin Island verschlägt – ein kleines idyllisches Inselparadies –, ist sie zu allem entschlossen. Sie wird diesem Ort das Geheimnis um Chris entlocken …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458363248
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:571 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:12.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    julemausi89s avatar
    julemausi89vor 6 Monaten
    Verrückt oder normal?

    In der Situation, in der sich Alice nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Ehemannes wiederfindet, möchte wahrscheinlich niemand stecken. Chris verunglückt an einem vollkommen anderen Ort als er laut seines letzten Gespräches mit ihr sein sollte. Und plötzlich fängt Alice an, ihre gesamte Beziehung zu hinterfragen. Um seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen versucht sie, seine Reise bis zu ihrem Ursprung zurück zu verfolgen- mit allen Mitteln...

    Das Buch befasst sich mit einem wirklich heiklen Thema: Wie verarbeite ich den Tod eines geliebten Menschen, wenn ich plötzlich nicht mehr weiß, wer er überhaupt war. Und wie sehr kann ich aus dem Rahmen des "normalen" gesellschaftlichen Lebens fallen, um es noch mit Trauerbewältigung entschuldigen zu können.

    Die Geschichte ist spannend geschrieben und wird in einzelne Abschnitte mit passendem literarischen Bezug unterteilt, die perfekt Alice innere Konflikte und Zerrissenheit spiegeln.

    Teilweise fragt man sich dann aber doch, wieviel davon kann man noch als stilistisches Mittel der Übertreibung und Überspitzung sehen und was ist einfach nur unrealistisch?

    Letztendlich kommt es doch sehr darauf an, ob man sich einfach auf die Geschichte einlässt, ohne zu hinterfragen, oder ob man den Sinn dahinter sehen möchte. Denn der verschwimmt besonders gegen Ende des Buches doch etwas.

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    gagamauss avatar
    gagamausvor 6 Monaten
    Durchwachsen

    Wahrscheinlich ist das wieder eines der Bücher, bei denen ich mir einfach etwas anders erwartet hatte. Das Cover ist wunderschön und suggeriert mir eine einsame Frau auf der Suche nach .... ja nach was. Im Buch ist es die Suche nach der Wahrheit, denn ihr Mann verunglückt auf der Straße und hat ihr verschwiegen, wohin er unterwegs war. Ihre Verdächtigungen werden von Kleinigkeiten genährt und sie entwickelt eine Art Psychose in deren Verlauf sie mit Überwachungskameras und durchaus kriminieller Energie versucht, hinter die scheinbaren Geheimnisse ihres toten Mannes zu kommen.

    Ich habe mich schwer getan mit dieser sperrigen Hauptakteurin. Sie benimmt sich seltsam, entwickelt fast eine geistige Krankheit, interessiert sich nicht mehr für ihre Töchter, übertritt in ihrem Wahn Grenzen und Gesetze und kann weder mit dem Tod des Mannes wirklich abschließen noch erkennen, dass sie von Anfang an in einer negativen Spirale gefangen ist.

    Auch das Ende hat trotz der überraschenden Auflösung, nicht meinen Geschmack getroffen und ich habe mich tatsächlich etwas durchquälen müssen.

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    Puschel1304s avatar
    Puschel1304vor 6 Monaten
    Bis auf die langatmige Mitte ein sehr angenehmes Buch!

    "Das Flüstern der Insel" von Daniel Sánchez Arévalo

    Titel:
    Der Titel ist für dieses Buch ausgesprochen gut gewählt, denn es nimmt den Leser mit in eine heimliche, beobachtende und ruhige Welt. Der Leser wird eingeladen, sich dem Flüstern der Insel anzuschließen und sich verzaubern zu lassen.

    Cover:
    Auf dem Cover ist eine Frau von hinten zu sehen, die auf den Weg in flaches Gewässer ist. Die Farben sind dem Sonnenuntergang gleich gewählt. Meines Erachtens nach ein sehr angenehmes und träumerisches Cover.
    Der Titel nimmt beinahe die Hälfte des Covers ein und ist klar zu lesen.

    Klappentext:
    Der Klappentext beschreibt den Tod von Chris, der bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Doch ereignete sich dieser Unfall nicht auf der Strecke, auf der er sich eigentlich befunden hätte haben müssen und so kommen seiner Frau Alice Zweifel, ob ihr gemeinsames Leben, dass so perfekt zu sein schien, wirklich perfekt war und was hinter all der Lüge steckte.
    Alice beginnt eine Suche und ihr Weg führt sie auf eine kleine Insel, bei der sie Erklärungen hofft zu finden.
    Der Klappentext lädt zum Lesen ein und macht neugierig auf mehr.
    Der Leser kann sich bereits hier fragen, wie er selbst damit umgehen würde, wenn er immer geglaubt hatte sein Leben wäre perfekt, doch der Tod des Partners wirft Rätsel auf.

    Schreibstil:
    Das Buch ist flüssig und angenehm zu lesen.
    Die Handlung findet auf 572 Seiten in mehreren Kapiteln statt. Die Kapitel gliedern sich in Abschnitte die betitelt sind durch die Zeit nach dem Tod von Chris. Der Autor verwendet die Form des Ich-Erzählers, mit der noch tiefer ins Geschehen eingetaucht werden kann.
    Während der Start recht rasant und angenehm ist, wird die Mitte doch ein wenig zu lang gezogen. Stattdessen kommt am Ende wieder alles schlag auf schlag und der Leser mag das Buch bis zu der letzten Seite dann nicht mehr beiseite legen.

    Inhalt:
    Alice und Chris scheinen ein sehr glückliches Leben zu haben. Sie wohnen gemeinsam mit ihrer Tochter und erwarten bereits die nächste. Währens Alices als Lehrerin arbeitet, ist Chris für das Bauen und Planen von Tennisplätzen zuständig und daher immer mal wieder auf Reisen.
    Ihr Leben scheint perfekt und glücklich zu sein, bis Alice einen Anruf von der Polizei erhält, dass ihr Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Doch damit nicht genug, Chris hat sich auf einer Strecke befunden, auf der er eigentlich gar nicht hätte sein dürfen. Und so kommen Alice zweifel und in ihrer Trauer und Wut beginnt sie, dem Rätsel auf die Spur zu kommen, indem sie die Überwachungskameras der Strecke anschaut und am Ende auf eine Insel kommt.
    Eine Insel, die all ihre Rätsel lösen soll, doch bis dahin ist es ein weiter und vor allem sehr krimineller Weg.
    Wer mehr wissen möchte, sollte sich das Buch kaufen.

    Fazit:
    Dieses Buch lässt sich sehr schön und angenehm lesen. Die Handlung ist interessant und lädt den Leser zum Nachdenken ein.
    Meiner Meinung nach hätte das Buch ca. 100 Seiten weniger benötigt und es wäre perfekt gewesen.
    In der Mitte ist es doch sehr langatmig geschrieben.
    Hinzu kommt, dass einige Dinge meines Erachtens nach ein Stück zu unrealistisch sind bzw. Personen in dieser Sitution anders gehandelt hätten.
    Ansonsten gibt es von mir zauberhafte 3 Sterne, denn dieses Buch ist zwar kein Muss, aber -Nice to read-.


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    Corsicanas avatar
    Corsicanavor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend. Aber auch ein wenig seltsam mit einer paranoiden Protagonistin.
    Spannend. Aber die Protagonistin.....

    Alice und Chris sind ein glückliches Ehepaar, haben eine 6jährige Tochter und Alice ist wieder schwanger. Und dann verunglückt Chris tödlich. Auf einer Strasse, auf der er gar nicht sein sollte. Führte Chris ein Doppelleben? War die Ehe vielleicht gar nicht so Bilderbuchmässig?

    Alice versucht Alles, um diese Frage zu beantworten. Und verpasst so, ihrer Trauer Raum zu lassen und sich um die Trauer ihrer kleinen Tochter zu kümmern. 
    Nach vielen (unkonventionellen und schon recht grenzwertigen) Nachforschungen führt sie die  Spur auf die kleine Insel Robin Island vor Cape Code.
    Wird sie hier das Rätsel um Chris lösen können?
    Selten ist mir die Bewertung eines Buches so schwer gefallen.
    Einerseits schafft es der Autor, durch viele Vor- und Rückblenden, eine grosse Spannung aufzubauen. Die fast 600 Seiten sind schnell gelesen.
    Andererseits wird die Protagonistin immer paranoider. Das kostet Sympathiepunkte. Und nervt manchmal beim Lesen. 
    Und der Autor wollte ein paar Geschichten zuviel erzählen. Das minderte ebenfalls das Lesevergnügen.

    Insgesamt daher tendenziell eher 3,5 als 4 Sterne.

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    kleine_welles avatar
    kleine_wellevor 6 Monaten
    Guter Start...

    Chris und Alice führen eine scheinbar perfekte Ehe und lieben sich immer noch. Gerade bekommen sie ihr zweites Kind. Doch dann stirbt Chris bei einem Autounfall. Auf der Heimfahrt von einem Geschäftstermin.
    Jedoch erfährt Alice, dass der Unfall in einer ganz anderen Richtung passiert ist, als Chris ihr genannt hat. Zu ihrer Trauer kommt nun, die Gewissheit, dass Chris sie angelogen hat. Aber warum?

    Das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen. Denn es wirkt suchend und geheimnisvoll. Auch die Farben sind einfach sehr schön.
    Am Anfang war ich noch ganz angetan von der Art wie der Autor seine Geschichte aufbaut. Es werden viele Fragen gestellt, die sich Alice vermeintlich selber stellt, die einem als Leser aber auch zu denken geben und so steigert man sich unvermeidlich mit rein, in diese Suche nach Antworten auf ihre immer wiederkehrenden Fragen. Ein wirklich sehr guter Trick.
    Jedoch muss ich sagen, dass es im Laufe des Buches immer mehr Fragen ohne Antworten gibt und Alice steigert sich zunehmend rein in ihren Wahn hinter Chris Geheimnis zu kommen.
    Was also am Anfang noch sehr gut und interessant gewirkt hat, wird später einfach nur zu viel und verlangsamt den Fortschritt der Geschichte dann etwas.
    Man erfährt alles aus Alice Perspektive (zwar nicht aus der Ich-Version, aber ist ansonsten sehr eingeschränkt) und am Anfang konnte ich mich auch noch sehr gut in sie hineinversetzen, denn ihre Suche wirkt wie der Versuch ihre Trauer um ihren Mann zu verarbeiten. Oder vielleicht sogar auszuweichen? Dadurch wird aber auch viel in der Geschichte gesprungen, denn die Gedankengänge werden einem so nur noch verdeutlicht.
    Aber auch Alice wurde mir immer mehr zuwider. Alles scheint sich einfach nur noch um dieses Geheimnis zu drehen und alles andere rückt für sie in den Hintergrund. Sie baut eine richtige Obsession auf.
    Und gerade ich als Mutter, konnte das nicht verstehen, wie sie ihrer sechsjährigen Tochter, die den Tod ihres Vaters ja mitbekommen hat, antun konnte. Das machte sie mir einfach nur noch unsympathisch und ihr Verhalten wurde immer merkwürdiger und suspekt.
    Dadurch musste ich mir ständig beim Lesen die Frage stellen, inwieweit ich Alice überhaupt trauen kann. War wirklich alles gut in der Ehe? Oder redete sie sich das nur ein, weil sie denkt, ihre Ehe wäre perfekt gewesen?
    War sie vielleicht vorher schon so obsessiv und hat sich von ihrem Ehemann entfernt?
    Und so wurde der Mittelteil des Buches geprägt von Wiederholungen und Aufzählungen und geriet dadurch sehr langatmig und stellenweise sogar langweilig.
    Es dreht sich immer mehr alles nur noch um Alice und ihre Vorgehensweise bei der Suche nach der Wahrheit (ihre Wahrheit?) und viel weniger um das Geheimnis selber.
    Und als dann endlich wieder etwas Schwung in die Geschichte kommt und sich was tut, zieht sich selbst dieser Teil etwas in die Länge und verliert dadurch dann doch wieder etwas an Spannung.
    Danach löst sich dann alles irgendwie sehr schnell in Wohlgefallen auf und man hat das Gefühl jeder geht einfach nur wieder seinem Alltag nach, als wäre nichts von all dem vorgefallen. Obwohl Chris natürlich weiterhin tot ist und Alice und ihre Töchter mit dem Verlust und dem neuen Wissen leben müssen.
    Und trotzdem macht Alice mit allem so weiter und das wirkte auf mich einfach nur krankhaft und unnatürlich.
    So konnte mich das Ende auch leider nicht überzeugen.

    Mein Fazit: Der Anfang begann ganz vielversprechend und die Art und Weise der Erzählung war interessant und mal anders. Jedoch wurde das leider schnell etwas viel und so geriet die Geschichte etwas lang. Auch konnte ich nicht viel mit Alice anfangen und selbst das Ende war wenig überzeugend und letztendlich schnell abgehandelt. 

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    B
    buechernarrvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Mal was anderes
    Wahnhafte Suche nach der "Wahrheit"

    Alice ist mit ihrer Jugendliebe verheiratet, sie haben eine Tochter und Alice ist hochschwanger mit dem zweiten Kind. Sie führen eine glückliche Beziehung, die geprägt ist durch Vertrauen und dadurch, dass sich die beiden sehr gut kennen. Als Alice eines Nachts einen Anruf bekommt, dass ihr Mann verunglückt ist, stellt dass alles in Frage. Denn zusätzlich zu seinem Tod muss sie sich damit auseinander setzen, dass er sich zur Zeit des Unfalls wo anders aufgehalten hat als er ihr gesagt hatte. Um die bohrenden Fragen loszuwerden und sich auch von ihrem Schmerz abzulenken, beginnt Alice mit Nachforschungen: Woher kam ihr Mann? Was wollte er da? Sie steigert sich in diese Suche nach „der Wahrheit“ hinein, bis es zu einem Wahn wird und die Mittel werden immer extremer. Bald scheint sich ihr ganzes Leben daran auszurichten. Sie verliert dabei zum Teil ihre Pflichten als Mutter aus den Augen und macht sich selber unfähig, soziale Bindungen zu anderen Menschen einzugehen.

    Für diese Rezession habe ich lange überlegen müssen, was ich schreiben sollte. Beim Lesen fand ich das Buch sehr langatmig, die wirren Gedankengänge von Alice, die sehr ausführlich beschrieben werden, haben mich gestört und die Charakterbeschreibung von Olivia, der älteren Tochter, war zerrissen und unverständlich. Die Entwicklung von Alice fand ich zunächst noch recht spannend, wie sie sich immer weiter in den Wahn hineinsteigert, doch irgendwann wurde es mir zuviel, zu unglaubwürdig. Teilweise war es echt abstrus und weit von einer künstlerischen Überzeichnung entfernt. Das ging so weit, dass ich während des Lesens richtiggehend genervt war und das Ende herbeigesehnt habe.

    Trotzdem hat es Daniel Sánchez Arévalo geschafft, eine Art Sog zu generieren, der es mit der Zeit immer schwerer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Man hofft immer auf den großen Moment, die Überraschung. Außerdem hat mich der Roman nachhaltig zum Nachdenken gebracht. Ich werde dieses Buch wahrscheinlich nicht so schnell vergessen, auch wenn das Lesen selbst kein richtiges Vergnügen war.

    Das Ende, so schlicht es auch war, fand ich richtig gut gelungen. Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und dort kam oft Kritik zum Schluss, aber ich finde, gerade weil es dann doch so banal war, rückt es die Besessenheit von Alice noch einmal ins Rampenlicht. Auch die emotionale Ausarbeitung fand ich gelungen.

    Alles in allem ein Buch, dass mich sehr zwiespältig zurück gelassen hat und bei dem ich es unglaublich schwer finde, eine Sternewertung zu vergeben. Würde ich nur den Stil und das Leseerlebnis bewerten, gäbe es wohl 2 Sterne von mir, für das Thema und die nachdenklichen Töne gäbe es 4, daher habe ich mich auf 3 Sterne festgelegt, obwohl ich finde, dass es dem Roman nicht richtig gerecht wird. Es ist mit Sicherheit kein Buch für jedermann, aber wenn man einmal etwas jenseits der üblichen Themen lesen will und sich auf dieses Buch und den Stil des Autors einlassen kann, ist man mit „Das Flüstern der Insel“ gut beraten.

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    yesterdays avatar
    yesterdayvor 6 Monaten
    Ein Tod, der alles infrage stellt

    Dieser Roman schwankt gewissermaßen zwischen Thriller und Lebensratgeber. Alice, Mutter einer Tochter und wieder schwanger, wird zur Witwe. Doch nicht genug damit, dass ihr Mann, der keine Geheimnisse vor ihr hat, stirbt. Es passiert auch noch an einem Ort, wo er eigentlich nicht sein hätte dürfen. Um ihren seelischen Schmerz zu lindern, zu verdrängen was aktuell passiert ist, gräbt sich Alice tief in die Vergangenheit ein und beginnt zu spionieren.

    Wo war ihr Mann und was hat er dort gemacht? Wohin fuhr er, von wo kam er? Es lässt ihr keine Ruhe. Der Autor zeichnet ein - mitunter absichtlich übertriebenes - Bild einer zutiefst verzweifelten Frau. Er hält dem Leser einen Spiegel vor - wie weit würde ich gehen? Was würde ich wissen wollen? Wie viel Zweck heiligt die Mittel?

    Zwischen den thrillerähnlichen Spionageabschnitten bietet der Roman viel Platz für Zwischenmenschliches, für Traurigkeit, Bewältigungsmechanismen und beleuchtet die Rolle von Freundschaft und Vertrauen. Immer wieder muss man an das Zitat “Niemand ist eine Insel” aus About A Boy denken. Wird Alice einen neuen Anker in ihrem Leben finden, zur Ruhe kommen können und alles hinter sich lassen?

    Sánchez-Arévalo zeichnet ein intensives Psychogramm, wirft einen kritischen Blick auf die heile Welt, auf funktionierende Beziehungen und zeigt auf, dass auch scheinbar ganz normale zufriedene Mitmenschen viel mehr zu tragen haben als wir ahnen. Ein Plädoyer für Offenheit und Mitgefühl. Dafür, alles zu genießen, was wir haben, denn es könnte schneller vorbei sein als wir denken.

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    Jule_liests avatar
    Jule_liestvor 6 Monaten
    Spannend und erschreckend

    Rezension zu „Das Flüstern der Insel“ von Daniel Sánchez Arévalo
    „Das Flüstern der Insel“ beginnt spannend. Der Schreibstil ist von Anfang an angenehm, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Der Mann der Protagonistin Alice stirbt an einem Ort, an dem er eigentlich nicht hätte sein sollen. Alice beginnt nachzuforschen, warum ich Mann in jener Gegend unterwegs war und gerät dabei in einen regelrechten Wahn auf der Suche nach Wahrheit. Alices Verhalten ist ungewöhnlich, ja geradezu manisch, und gerade das macht den Roman so spannend. Der Autor baut gleichzeitig verschiedene Nebenhandlungen auf, nachdem Alice auf der Insel mehr oder weniger gestrandet ist, und spricht damit verschiedene weitere Themen an. Neben den Auswirkungen des Verlusts eines Menschen geht es auch um Drogen, um Überwachung, die damit zusammenhängende moralische Probleme und weitere, die hier zu viel verraten würden.
    Interessant wird der Roman auch durch die vielen Charaktere. Um Alice entwickelt man Sorgen, bis sie nur noch verrückt erscheint. Sie wirkt wie getrieben und hat einen starken Willen. Ihre Tochter Olivia ist faszinierend. Zunächst noch ein liebes süßes Kind wird schnell deutlich, dass sie den Verlust des Vaters nur schwer verarbeiten kann. Der Autor zeigt durch Olivia, wie viel ein junges Kind von seiner Umgebung mitbekommt. Die vielen Nebencharaktere sorgen für zusätzliche Spannung, die sich aus Nebenhandlungen ergeben.
    Am Ende bleiben einige Handlungsstränge offen, andere werden geschlossen. Auch dies macht den Roman gut, da sich auch im Leben immer Türen öffnen und schließen. Da ist es nur logisch, dass am Ende des Romans das Hauptthema gelöst wird und andere Themen offenbleiben.
    Auch das Ende hat mir gut gefallen. Die Auflösung ist nicht vorhersehbar und, wie ich finde, so gelöst, dass man als Leser gut mit dem Schicksal aller beteiligten Leben kann.
    Insgesamt ein toller Roman, der durch vielseitige Charaktere und spannende Nebenhandlungen besticht, auch wenn zwei Nebenhandlungen dabei sind, die nicht unbedingt hätten sein müssen. Welche kann ich nicht verraten ohne zu spoilern, daher muss es jeder selbst herausfinden. Wer einen Roman sucht, der spannend ist, die weitreichenden Folgen eines Verlusts deutlich macht das Leben verschiedener Menschen zeigt, der sollte zu diesem Buch greifen.

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    Gartenfee007s avatar
    Gartenfee007vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein sehr nachdenklicher Roman mit Tiefgang!!!!
    Das Flüstern der Insel

    Darum geht es (Klappentext):
    Alice’ Ehemann ist tot. Ein Autounfall, doch ereignet sich der auf einer Landstraße, auf der Chris laut seines letzten Anrufs gar nichts zu suchen hatte. In die bodenlose Trauer mischen sich Zweifel: War ihr perfektes Leben vielleicht gar nicht so perfekt? Alice besorgt sich Videomitschnitte von der Strecke. Stück für Stück führen die sie nach Robin Island, eine winzige, beschauliche Insel vor der Küste von Cape Cod und Alice’ letzte Hoffnung auf eine Antwort … 
    Als Chris ums Leben kommt, zerbricht für die hochschwangere Alice und ihre sechsjährige Tochter das perfekte Leben. Doch fast schwerer als der Verlust wiegt, dass ihr Mann bei seinem letzten Anruf gelogen hat. Warum wurde sein Wagen an dieser Stelle gefunden? Wo zum Teufel wollte er hin? Diese Fragen lassen Alice keine Ruhe, und sie rekonstruiert die letzte Fahrt ihres Mannes, ihre Mittel dazu werden immer extremer. Und als sie die Suche schließlich nach Robin Island verschlägt – ein kleines idyllisches Inselparadies –, ist sie zu allem entschlossen. Sie wird diesem Ort das Geheimnis um Chris entlocken …



    Meine Meinung:
    Dieses Buch ist ein wundervoller Roman, der einen zum Nachdenken anregt. Was würde man selber tun, wenn man an der Stelle von Alice wäre??? Will man das Geheimnis lösen??? Wer weiß was man dann entdeckt.....
    Der Schreibstil ist sehr gut zu verstehen und leicht zu lesen. 
    Die Bewohner der Insel sind ganz unterschiedlich, das macht die Geschichte umso glaubwürdiger und interessanter für den Leser.
    Manchmal bleibt der Autor aber zu lange bei einer Begebenheit und das macht die Geschichte etwas träge. Sonst kommt man aber gut mit der Geschichte vorwärts. Das Ende ist unerwartet und Alice lernt sich selber besser kennen und kann mit ihrem Wissen besser leben. Wird sie die Wahrheit herausfinden?? Bekommt sie vielleicht Hilfe dabei?? Das verrate ich natürlich nicht!!! 

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    MalaikaSanddollers avatar
    MalaikaSanddollervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch mit wenig Tiefe doch viel Potenzial
    Viel unausgeschöpftes Potenzial

    Alices Welt bricht zusammen als ihr Mann, Chris, in einem Autounfall stirbt. Doch die hochschwangere ist vornehmlich beunruhigt über die Tatsache, dass Chris sie angelogen hat und in einer vorkommen anderen Gegend unterwegs war als er ihr gesagt hat. Damit fängt eine Suche nach der Wahrheit an. Die am Anfang als Ablenkung des Alltages funktioniert, jedoch schon schnell bei keinen Grenzen mehr halt macht und zu einer Sucht wird.

    Der Anfang des Buches hat mir sehr gut gefallen. Alice war mir sympathisch, der Schreibstil war flüssig, teilweise interessant und die Geschichte hatte sehr viel potenzial. In kurz ich konnte kaum warten, dass sie sich entfalten würde.

    Doch leider konnte ich die ersehnte Entfaltung nicht lesen und wurde stattdessen in eine zähen Strudel, von Alices Beschlüssen, die ich nicht nachvollziehen konnte, gezogen.
    Alice wurde mir in sehr kurzer Zeit unsympathisch. Ich verstehe den Grund wieso sie wissen möchte was ihr Mann heimlich gemacht hat, ich hätte das auch getan. Doch die Mittel die sie, in diesem Bezug, nimmt finde ich Grenzüberschreitend.
    Im Laufe des Buches bekommt man ihre bedingungslose Liebe zu ihrer ältesten Tochter Olivia sehr gut mit. Doch zu ihrer Jüngsten, Ruby, scheint sie überhaupt keinen Bezug zu haben. Auch finde ich, dass sowohl Alice als auch Olivia im Laufe des Buches emotional unstabil sind und eigentlich äußere Hilfe bräuchten, doch diese bekommen sie nie.

    Für mich hat sich die Geschichte ab dem ersten drittel sehr gezogen. Ich finde man hätte das Buch wahrscheinlich halbieren, und dadurch eine viel kompaktere und spannendere Geschichte, machen können.

    Leider war dieses Buch für mich kein Erfolg. Die Geschichte hatte zwar viel Potenzial und der Schreibstil am Anfang war nicht schlecht. Doch das Buch hat sich zu viel gezogen und hatte überhaupt keine Tiefe die eigentlich jedes Buch bräuchte.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Insel_Verlags avatar

    Eine zu allem entschlossene Frau

    Als Chris ums Leben kommt, zerbricht für die hochschwangere Alice und ihre sechsjährige Tochter das perfekte Leben. Doch fast schwerer als der Verlust wiegt, dass ihr Mann bei seinem letzten Anruf gelogen hat. Also macht Alice sich auf die Suche nach der Wahrheit – und ihre Mittel werden immer extremer. Daniel Sánchez Arévalo erzählt in Das Flüstern der Insel die Geschichte einer starken Frau, die bereit ist, alles für die Wahrheit aufs Spiel zu setzen.

    »Von außergewöhnlichem Sog.« Atlántico

    Worum geht’s genau?
    Alice’ Ehemann ist tot. Ein Autounfall, doch ereignet sich der auf einer Landstraße, auf der Chris laut seines letzten Anrufs gar nichts zu suchen hatte. In die bodenlose Trauer mischen sich Zweifel: War ihr perfektes Leben vielleicht gar nicht so perfekt? Alice besorgt sich Videomitschnitte von der Strecke. Stück für Stück führen die sie nach Robin Island, eine winzige, beschauliche Insel vor der Küste von Cape Cod und Alice’ letzte Hoffnung auf eine Antwort. Alice ist zu allem entschlossen – sie wird diesem Ort das Geheimnis um Chris entlocken …

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    Über den Autor:
    Daniel Sánchez Arévalo wurde 1970 in Madrid geboren. Er arbeitet als Drehbuchautor, Filmregisseur und Schriftsteller und hat für seine filmischen Werke u. a. den Goya-Preis für den besten Nachwuchsregisseur erhalten. "Das Flüstern der Insel" ist sein erstes Buch in deutscher Sprache.

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