Daniel Sánchez Pardos

 3.3 Sterne bei 30 Bewertungen
Autor von Die Sieben Türen, Die Sieben Türen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Daniel Sánchez Pardos

Daniel Sánchez PardosDie Sieben Türen
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Die Sieben Türen
Die Sieben Türen
 (28)
Erschienen am 01.08.2016
Daniel Sánchez PardosDie Sieben Türen
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Die Sieben Türen
Die Sieben Türen
 (2)
Erschienen am 01.02.2018
Daniel Sánchez PardosDie Sieben Türen: Roman
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Die Sieben Türen: Roman
Die Sieben Türen: Roman
 (0)
Erschienen am 01.08.2016

Neue Rezensionen zu Daniel Sánchez Pardos

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fuxlis avatar

Rezension zu "Die Sieben Türen" von Daniel Sánchez Pardos

Bin nicht recht damit warm geworden
fuxlivor 5 Monaten

Der Ich-Erzähler wird beinahe von Pferden über den Haufen gerannt, hat vor der Beschreibung dieses Ereignisses aber noch jede Menge Zeit für Lokalkolorit. Seltsam. Auch, dass erst einen große Menschenmenge herumsteht, er aber anscheinend alleine in gefahr geriet – und dass die Pferde danach wieder brav stehenbleiben, ist schon seltsam.
Überhaupt geht es im ersten Drittel des Buches eigentlich nur darum, wie schön Barcelona ist, wie die Sehenswürdigkeiten aussehen, die Straßen, die Häuser … Es ist mehr ein Touristenführer als ein Roman. Zugegeben, danach wird es dann spannender. Aber auch die zweite Hälfte ist an einigen Stellen zu lang geraten. Weniger wäre mehr gewesen.
Die Stimmung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist dafür, denke ich, recht gut eingefangen.

Mit den Protagonisten bin ich irgendwie nicht recht warm geworden. Gabriels Mutter finde ich sogar absolut unausstehlich. Und was mir gar nicht eingeht, ist, warum der Autor mit Antoni Gaudí eine bekannte historische Figur eingebaut hat und dann keinerlei Bezüge zu dieser Figur herstellt. Gaudí war ein spanischer Architekt und herausragender Vertreter der katalanischen Bewegung des Modernismus. Der Gaudí hier zeigt keinerlei Interesse an Architektur. Stattdessen wird er als halbseidener Gauner hingestellt, dem man nur bedingt trauen kann. Diese Figur hätte jeden beliebigen Namen haben können. Da kommt man sich als Leser doch ziemlich veralbert vor.

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Miamous avatar

Rezension zu "Die Sieben Türen" von Daniel Sánchez Pardos

Mehr als sieben Türen....
Miamouvor 6 Monaten

Nach langer, langer Zeit habe ich nun endlich „Die Sieben Türen“ von Daniel Sánchez Pardos aus meinem Stapel ungelesener Bücher befreit. Eine lange Reise, an dessen Ende ich mir ein wenig schwer tue.

Worum geht’s: Barcelona 1874. Der junge Gabriel wird beinahe von einer Straßenbahn überfahren, als er in letzter Sekunde von jemandem gerettet wird. Dieser Jemand ist nicht irgendwer, sondern Antoni Gaudi. Die beiden freunden sich schnell an. Als Gabriels Vater in Verdacht gerät einen Mord begangen zu haben, machen sich die beiden, gemeinsam mit Gabriels Freundin Fiona, auf die Suche nach dem wahren Täter. Je weiter sie voranschreiten umso mehr offenbart sich dahinter eine Verschwörung, die sich ein „neues altes“ Spanien wünscht. Gabriel selbst wird dann vor eine Entscheidung gestellt, die das Leben seines Vaters retten könnte.

Zunächst einmal war ich sehr gespannt auf das Buch, schließlich wird nicht jeder spanische Autor mit Carlos Ruiz Zafon verglichen, dessen Bücher mich immer überzeugen können. Ein wirklich großer Meister des Wortspiels und der Konstruktion einer Geschichte. Daniel Sánchez Pardos zeigt diese Ansätze, aber er zeigt sie eben nur. Ganz herankommen tut er nicht. Dies liegt nicht etwa daran, wie er seine Geschichte in „Die Sieben Türen“ aufgebaut hat. Er hat einen sehr komplexen Plot komponiert, der gar nicht schlecht ist und an vielen Stellen mehr als geheimnisvoll wirkt. Allerdings, und das ist das große Problem des Romans, macht er diesen Plot an manchen Stellen mit ausschweifenden Beschreibungen und zu vielen Details, die die Handlung kaum vorantreiben zu Nichte. Oft verweilt man als Leser bei Begebenheiten, die nach dem Lesen des Buches als extrem unwichtig erscheinen und die Pardos gerne hätte weglassen können um die Geschichte mehr im Schwung zu halten.

Das Buch selbst wird als „Barcelona – Krimi“ bezeichnet. „Barcelona“ bekommt man tatsächlich in einer sehr atmosphärischen Weise geboten. Man fühlt sich in die Zeit des letzten Drittels des 19. Jahrhunderts zurückversetzt und lernt wirklich jeden Winkel dieser Stadt kennen. Und wenn ich an dieser Stelle „jeden Winkel“ schreibe, dann meine ich das in diesem Zusammenhang auch wortwörtlich so. Pardos beschreibt seine Schauplätze sehr detailreich, oft zu detailreich, wobei dann oft in meinem Kopf wieder das Wort „Unwichtig“ herumgeisterte. „Krimi“ gibt’s eher keinen. Es passieren zwar Morde, die auch für kurze Zeit in den Vordergrund treten, aber dann gleich wieder ins Hintertreffen geraten, weil scheinbar alles andere viel wichtiger ist. Am Schluss werden zwar die Täter entlarvt (ja, es sind mehrere und ich gebe zu, dass ich mit ihnen zu keinem Zeitpunkt gerechnet hätte), was aber auch einen eigenartigen Beigeschmack bekommt, weil mir die Auflösung ein wenig zu konstruiert wirkte.

Eine weitere Sache, die für mich das Lesen dieses Buches zu einer fast zweimonatigen Reise machte, waren die Figuren, zu denen ich nicht wirklich einen Zugang finden konnte. Gabriel als Hauptfigur, war mir zu lasch, er wartete immer darauf, dass endlich etwas passiert, anstatt dass er selbst in Aktion getreten wäre – schließlich sitzt sein Vater zu 95% der Handlung im Gefängnis. Und auch wenn er kein gutes Verhältnis zu ihm hatte, hätte ich mir doch einen „heldenhafteren“ Hauptcharakter gewünscht, der alle Hebel in Bewegung setzt, um die Unschuld seines Vaters zu beweisen. Antoni Gaudi konnte ich nicht mit dem Bild vereinbaren, das ich eigentlich von ihm habe. Zugegeben habe ich mich vor der Lektüre nicht wirklich mit ihm beschäftigt, während des Lesens habe ich aber dann doch nebenbei immer ein wenig recherchiert. In diesem Buch wird er sehr anders dargestellt – als geheimnisvoller Fremder, der sich in dubiosen Etablissements herumtreibt und noch dubiosere Geschäfte in der Unterwelt treibt. Fiona, ihres Zeichens Freundin von Gabriel, hätte durchaus eine spannende Figur werden können, wenn sie nur öfter in Erscheinung getreten wäre. Die Einzige, die mich wirklich unterhalten konnte war Gabriels Schwester Margarita, deren Kurzauftritte mich immer besonders gefreut haben. Was nicht zuletzt auch an ihrer zynisch – sarkastischen Art lag, einen Zug, den ich an Buchfiguren sehr schätzen kann.

Alles in Allem lässt mich „Die sieben Türen“ ein wenig zwiegespalten zurück. Der Autor hinterlässt viele gute Ideen und Ansätze, versteckt sie aber hinter unnötigen Ausuferungen und Beschreibungen, die der Geschichte sehr viel an Schwung nehmen und das Lesen oft sehr zäh machen. Zur Gänze konnte er mich daher leider nicht überzeugen.


Kommentare: 2
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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Die Sieben Türen" von Daniel Sánchez Pardos

Von DEM Gaudí ist hier nicht die Rede
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

»Unsere Sinne bringen uns in Kontakt mit der Welt, aber gleichzeitig begrenzen sie diese Welt auch. Wir sehen nur das, was unsere Augen sehen können und wir hören nur das, was unsere Ohren hören können. Aber wir wissen auch, dass es jenseits unserer Sinne Geräusche und Farben, die oberhalb oder unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle liegen. Die für uns außer Reichweite sind.«

Gleich vorweg, um vom Buch keinen falschen Eindruck zu hinterlassen: Wer glaubt, hier etwas über den berühmten Architekten Antoni Gaudí zu erfahren, ist im falschen Buch. DIESER Antoni Gaudí ist Student der Architektur in Barcelona und intelligent. Hier enden die Gemeinsamkeiten. Der echte Gaudí arbeitete vom ersten Semester an in Barcelonas für Architekten, verdiente dort seinen Studienunterhalt (1873 bis 1878), weil man seine Genialität schätzte. Sein Vater war Kesselflicker, wohnte nie in Barcelona. Der Gaudí in diesem Buch ist ein habseidener Typ, der sich in Nachtbars herumtreibt und nicht ganz illegalen Geschäften nachgeht, um seinen begnadeten Vater zu unterstützen, der in einer alten Lagerhalle Barcelona als architektonisches Modell neu entwirft. Der Autor und der Verlag führen mit Namensgebung, Beruf und Jahreszahl letztendlich in die Irre, was einen faden Beigeschmack hat. Auch ich bin bei der Auswahl des Buchs darauf hereingefallen. Der Roman hat das nicht nötig, denn er steht für sich auch ohne Promis.

Der geschichtliche Hintergrund dreht sich um Alfons XII, Sohn Isabella II. von Spanien. Durch die Septemberrevolution von 1868 wurde Alfons, zehn Jahre alt, mit seiner Familie ins Exil nach Paris getrieben. Am 1. September 1870 marschierten deutsche Truppen in Paris ein und die Königsfamilie floh in die Schweiz, Schule und Studium in Wien, britische Militärakademie. Im Dezember stellte 1874 Generals Arsenio Martínez-Campos den Antrag für die Wiedereinführung der Monarchie und sprach sich für Alfons als König aus.
Der katalanische Schriftsteller Daniel Sánchez Pardos wurde 1979 in Barcelona geboren. Er studierte Spanische Philologie und machte sein Diplom im Übersetzen von Literatur. Seither arbeitet er als Übersetzer und Autor. Zu seinen Auszeichnungen gehört der La Tormenta en un Vaso-Preis als bester neuer Autor des Jahres im Jahr 2011. Seine Romane wurden in acht Sprachen übersetzt.

Zum Buch: 1874, Gabriel Camarasa, Sohn eines Zeitungsverlegers, ist mit seiner Familie nach Barcelona von London zurückgekehrt. Antoni Gaudí rettet ihn vor einer heranfahrenden Straßenbahn und die beiden ungleichen Studenten freunden sich an. Die erfolgreiche, moderne Zeitung der Camarasas ist nach der englischen Yellow-Press angelegt und Fiona, eine Freundin Gabriels, ist dort als Zeichnerin angestellt. Plötzlich steht Gabriels Vater unter Verdacht, einen Geschäftspartner erstochen zu haben. Die beiden Freunde versuchen, unter Mithilfe Fionas, herauszubekommen, wer der Mörder ist. Das Lokal »Die sieben Türen« und »Das Theater der Träume« führen sie zu einer Geheimgesellschaft.
Auf der einen Seite stehen revolutionäre Gruppen, auf der anderen bourgeoisen Royalisten, die den König wiedereinsetzen wollen. Gehört Gabriels Vater zu dem Bund der Royalisten und war sein Zweck, nach Barcelona zurückzukehren, gar nicht die Gründung der Zeitung?
Der Autor wird von der Presse mit Carlos Ruiz Záfon verglichen, was ich leider nicht nachvollziehen kann, dazu langt es nicht. Aber Daniel Sánchez Pardos versteht es, mit seiner Sprache und der Beschreibung des alten Barcelonas eine Atmosphäre für die Zeit zu errichten. Die dunkle Altstadt mit engen Gassen, prachtvolle Hauptstraßen, Märkte, Cafes, Restaurants, der Hafen, man sieht und riecht die Stadt in alter Manier. Fiona, mit dem fotografischen Gedächtnis, die an Tatorten genau zeichnet, fabriziert etwas völlig Neues. Das Unbehagen über die neue Art des »Klatschens« durch Abbildungen und des Voyeurismus der plakativen Zeitung werden gut dargestellt, aufkommende Technik beherrscht Paris. Trotz der Länge des Buchs hat Sánchez Pardos es für mich nicht geschafft, die Figuren fein zu zeichnen, sie bleiben oberflächlich und wabern durch den Plot, entwickeln sich nicht. An sich ist die Geschichte spannend, aber an einigen Stellen sehr plattgewalzt, eine Straffung hätte gutgetan, die Protagonisten langweilen ein wenig.

Um sich ein Bild der politischen Umwälzung zwischen einer nicht funktionierenden Republik hin zur royalen Regierung zu machen, taugt dieses Buch als historischer Krimi. Eine Zeit der Umwälzung durch die Moderne legt in der Luft. Allerdings ist der Roman nur etwas für geduldige Leser. Das Buch kann man gut lesen, aber man hat nichts verpasst, wenn man es nicht kennt.

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Gespräche aus der Community

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Piper_Verlags avatar

Barcelona 1874: Ein mysteriöser Brand, ein brutaler Mord und eine skrupellose Geheimgesellschaft ...


Wenn ein spanischer Autor seinem fiktiven Helden eine reale Person an die Seite stellt und die beiden dann mit einem Geheimbund in Kontakt bringt, dann kommt sowas wie „Die sieben Türen“ dabei heraus. Daniel Sánchez Pardos lässt seinen Helden Gabriel nämlich im 19. Jahrhundert auf den bekannten Architekten Antoni Gaudí treffen. Doch die beiden entwerfen nicht etwa großartige Gebäude miteinander, sondern begeben sich bereits nach kurzer Zeit in Gefahr, um den Namen von Gabriels Vater reinzuwaschen.

Mehr zum Inhalt:

Barcelona, 1874. Gabriel Camarasa wird beinahe von einer Straßenbahn überfahren, als ihm im letzten Moment ein junger Mann das Leben rettet: Antoni Gaudí. Schnell freunden sich die beiden an. Als Gabriels Vater unter Verdacht steht, seinen Geschäftspartner erstochen zu haben, begeben sich die jungen Männer zusammen mit Gabriels Freundin Fiona auf die Suche nach dem wahren Täter. Die führt sie zu Barcelonas geheimnisvollsten Orten …

Neugierig auf mehr? Hier geht es zur Leseprobe!

Habt ihr Lust, mit einem spanischen Helden ein Geheimnis zu lösen? Wollt ihr den wahren Täter zur Strecke bringen und nebenbei an die schönsten Orte Barcelonas reisen? Dann bewerbt euch am besten gleich über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* für eines von 20 Exemplaren von „Die sieben Türen“. In eurer Bewerbung bis einschließlich 21.09.2016 beantwortet bitte die folgende Frage:

Gabriel Camarasa wird von dem berühmten Architekten Antoni Gaudí gerettet. Von welcher historischen Person würdet ihr euch gerne mal retten lassen, und warum?


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