Rezension zu "Der Wettlauf zum Wasserfallmond: Erneut ein Abenteuer vom Würfelplaneten" von Daniel Sand
Olaf_LDies ist inzwischen der vierte Band aus der Geschichten-Reihe vom Würfelplaneten; gewissermaßen das deutsche Äquivalent zur Scheibenwelt – allerdings vielseitiger, zumindest wortwörtlich: Eine Scheibe hat nur zwei Seiten, aber ein Würfel bekanntlich sechs. Oder? Das Titelbild scheint eher für einen eher unregelmäßigen Polyeder zu sprechen. Aber für den Plot spielt das eh kaum eine Rolle: „Noch immer ging schließlich die Mehrheit davon aus, dass sie auf einem Scheibenplaneten mit Rändern lebten, von denen aus man ins Bodenlose stürzen kann.“ (Kapitel 32.) Die Natur dieses Planeten spielt also eigentlich keine Rolle in der Story, und gewissermaßen nur eine Nebenrolle nimmt der titelgebende Wasserfallmond ein.
Wieder Rollen spielen dagegen einige alte Bekannte aus den vorigen Bänden: Als da wären Prinzessin Liebwelt und ihr ‚Hofstaat‘ in Sehralt Serkastan, oder Thariel der Krieger, Oberster Feldherr in den Rationalen Staaten von Mammama, auch bekannt als Turmstadt. Die Kenntnis der anderen drei Bände ist freilich nicht nötig für die Lektüre; das Buch bietet eine abgeschlossene Geschichte, voll mit dem skurrilen Humor, wie man ihn aus den anderen Bänden kennt.
Der Plot entzündet sich am Konflikt zwischen Sehralt Serkastan, wo Magie in voller Blüte steht, und der Turmstadt, wo seit dem jüngsten ‚Regierungswechsel‘ Rationalität das oberste Gebot ist. Von deren Idee, die Magie komplett abzuschaffen, hält man in Sehralt Serkastan wenig. Der Konflikt eskaliert rasch und wird mit den Mitteln ausgetragen, die der jeweiligen Seite zur Verfügung stehen. Wortwörtlich zwischen den Fronten und infolge eines Unfalls bildet sich eine dritte Partei, eine Siedlung namens A1, die noch eine wichtige Rolle spielen soll.
Die Handlung werde ich nicht im Detail nacherzählen. Als (Trick-)Film könnte das ein skurriles Vergnügen sein; so was würde ich mir mal von Dreamworks oder Disney wünschen! Als Erzählung gibt‘s manchmal Längen, und sie hat oft eher episodenhaften Charakter; der Neben-Plot um Zaniel, den (zertifizierten!) Helden, läuft lange ohne Verbindung zum Haupt-Plot daher. Wie bei anderen Sequels gibt es auch hier das Problem, das Protagonisten aus früheren Folgen eher unterbeschäftigt sind, etwa die Zyklopen. Dennoch: Die Satire auf aktuelle Handels-Konflikte ist gelungen und erfrischend.












