„Die Verschwörung“ hat mich sofort gepackt. Ein Van-Gogh-Empfang in London, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und schon geht es um Mord, Beutekunst und einen verschwundenen Picasso. Kunstgeschichte wird hier plötzlich richtig spannend und treibt die Handlung voller Gier, Gewalt und politischer Machtspiele voran.
Der Mord an der Oxford-Professorin Charlotte Blake ist der Auslöser. Zunächst sieht alles nach einem Serienmörder aus, doch Blake suchte nach einem im Zweiten Weltkrieg geraubten Picasso. Gabriel Allon mischt sich ein. Als Restaurator und Ex-Geheimdienstchef kennt er sich in Europa bestens aus. Seine Spur führt von London über Oxford nach Cornwall und weiter auf den Kontinent.
Besonders interessant ist, wie Silva die Kunstwelt mit Finanzgeschäften, Politik und Cyberkriminalität verknüpft. Hacker brechen selbst in gesicherte Systeme ein, was die Geschichte überraschend nah an die Realität rückt. Die Kapitel sind kurz, die Perspektivwechsel halten die Spannung hoch, und Allon wirkt trotz seiner Fähigkeiten menschlich. Rückblicke auf sein Privatleben machen den Einstieg auch für Neueinsteiger leicht.
Warum nur vier Sterne? Manche politischen Nebenhandlungen ziehen sich etwas in die Länge und bremsen die Picasso-Jagd. Trotzdem bleibt die Spannung bis zum Ende hoch.
Ein Politthriller, der Kunst, Intrigen und europäische Schauplätze spannend verbindet. Sehr unterhaltsam. Vier von fünf Sternen.




























