Daniel Stögerer

 4,7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor*in von Luzia, In ein paar Jahren und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Daniel Stögerer, 1997 geboren, verbrachte seine ersten Lebensjahre in Hochneukirchen in der Buckligen Welt, wo auch sein Roman „Luzia“ zur Hälfte spielt. Er wuchs im Südburgenland auf und lebt heute in Wien und Festenburg. Sein Brotberuf, die Krankenpflege, ermöglicht ihm tagtäglich den Austausch mit Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft, und seine Texte entstehen oft als Resultat seiner Einblicke in verschiedenste Lebenswelten. 2023 erschien sein Erzählband „So ein Mensch“ in der edition keiper.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches In ein paar Jahren (ISBN: 9783903575882)

In ein paar Jahren

Neu erschienen am 01.09.2026 als Gebundenes Buch bei edition keiper.

Alle Bücher von Daniel Stögerer

Cover des Buches Luzia (ISBN: 9783903575240)

Luzia

(7)
Erschienen am 13.09.2024
Cover des Buches In ein paar Jahren (ISBN: 9783903575882)

In ein paar Jahren

(0)
Erschienen am 01.09.2026
Cover des Buches So ein Mensch (ISBN: 9783903322998)

So ein Mensch

(0)
Erschienen am 26.09.2023

Neue Rezensionen zu Daniel Stögerer

Cover des Buches Luzia (ISBN: 9783903575240)
dr_y_schauchs avatar

Rezension zu "Luzia" von Daniel Stögerer

dr_y_schauch
Ein zärtliches literarisches Denkmal

Für die einen – die Großen, die Erwachsenen – ist es eine trostlose Welt, dieses Nachkriegswien. Eine Welt der Armut und Hoffnungslosigkeit. Eine Welt der ungewissen Zukunft. Doch für die achtjährige Luzia hält diese Welt so manches kleine Wunder bereit. Als Pflegekind der undurchsichtigen Frau Tóth, die regelmäßig von Frauen aufgesucht wird, um ihnen aus gewissen Schwierigkeiten zu helfen, ist sie wahrlich nicht auf Rosen gebettet. Doch das kleine Mädchen entdeckt kleine, zarte Lichtblicke, wo andere nur Finsternis sehen. Da ist ihr Onkel Leo, der so lieb und so fröhlich ist und sie hin und wieder besucht. Frau Tóths Untermieter Liszt, der Luzia gelegentlich mit ins Wirtshaus nimmt. Und ihre Mutter, die gewiss eine feine Dame sein muss, wohnt sie doch im Weißen Rössl.

Luzias überschaubarer Kosmos bricht jäh in sich zusammen, als sie in die „Bucklige Welt“ geschickt wird, um sich als Dienstkind bei Bauern zu verdingen. Gleichzeitig eröffnet sich dem Kind dort die Chance, mehr über die eigene Herkunft zu erfahren – und damit über sich selbst.

„Luzia“ ist die berührende Geschichte einer Kindheit vor dem Hintergrund sozialer und politischer Umwälzungen. Mit leisen Tönen und behutsamer Poesie, dabei klar und bildhaft zugleich, beschwört Daniel Stögerer eine dem Untergang geweihte Welt herauf, die Raum lässt für einzelne Schicksale, allen voran das der kleinen Luzia, deren reales Vorbild die Urgroßmutter des Autors ist. Und vielleicht ist es das, was mich ganz besonders und ganz persönlich berührt hat, ähnelt Luzias Kindheit doch in einigen Punkten der meiner eigenen Großmutter. Für mich ist „Luzia“ mehr als ein Roman, es ist ein zartes, zärtliches literarisches Denkmal.

Cover des Buches Luzia (ISBN: 9783903575240)
the2bookaholicss avatar

Rezension zu "Luzia" von Daniel Stögerer

the2bookaholics
Ein wahnsinnig wichtiges Buch


"Eisblumen blühten auf den Scheiben."


❄️


In "Luzia - Kindheit zwischen zwei Kriegen" erzählt Daniel Stögerer von der achtjährigen Luzia, deren Figur auf seiner eigenen Urgroßmutter basiert. 

Es ist kein leichtes Buch. Das habe ich bereits gemerkt, als ich die erste Seite las. Die Stimmung 1926 in Wien ist düster und trostlos. Während der Zeilen, die man liest, sieht man immer mehr die untergehende Demokratie durch die Augen eines jungen Mädchens - und es regt zum Nachdenken an, weil wir alle wissen, was kurze Zeit danach in der Welt geschah. Gleichzeitig fröstelte ich bei der Vorstellung, wie viele Kinder wie Luzia es damals gab und wie viele es immer noch gibt. Wie viele Kinder (und auch Erwachsene) leiden mussten und müssen. 

Daniel Stögerer schreibt wunderschön. Seine Sprache und die benutzten Worte fügen sich nahtlos und wunderschön zusammen. Und irgendwie heben die schönen Worte die Hässlichkeit der Welt nur noch mehr hervor. Das Lesen von "Luzia" hat mich traurig gemacht. Dem Mädchen ist so viel Leid widerfahren - und das scheint gar nicht aufzuhören. Der Fakt, dass ihre Figur auf einer echten Person basiert, macht es für mich noch sehr viel realitätsnäher und bedrückender. 

Sein Schreibstil ist wahnsinnig authentisch für die Zeit und den Ort des Geschehens, was mir vor allem bei der wörtlichen Rede ins Auge gesprungen ist. Besondere Redewendungen, die ich so gar nicht kenne in Kombination mit seiner sehr schönen Wortwahl haben mich absolut begeistert. 

Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Es sind nicht viele Seiten - und dennoch hat es etwas in mir berührt. "Luzia - Kindheit zwischen zwei Kriegen" hat etwas tief in mir bewegt und ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen. Vielleicht ist es gerade in unserer Zeit ein wahnsinnig wichtiges Buch. 


Cover des Buches Luzia (ISBN: 9783903575240)
die_lesende_tussis avatar

Rezension zu "Luzia" von Daniel Stögerer

die_lesende_tussi
Ein schmaler, aber umso intensiverer Roman.

Mit Luzia hat Daniel Stögerer einen beeindruckenden Roman geschaffen, der tief in das Wien der 1920er Jahre eintaucht und uns die Lebensrealität eines Kindes zeigt, das nach Geborgenheit sucht, aber stattdessen Ablehnung und Entwurzelung erfährt.

Der Roman begleitet die achtjährige Luzia, die bei ihrer Pflegemutter Frau Tóth in einem ärmlichen Wiener Zinshaus aufwächst und in dieser turbulenten Zeit zunehmend Fragen nach ihrer Herkunft stellt. Doch ihre Suche nach der leiblichen Mutter und einem Ort, an dem sie sich zuhause fühlen kann, führt zu weiteren Enttäuschungen.

Luzia wird schließlich als Dienstkind auf einen Hof in die niederösterreichische Bucklige Welt geschickt, wo sie sich ohne Unterstützung und Zuwendung den Herausforderungen des harten Landlebens stellen muss. Stögerer beschreibt mit einfühlsamer Präzision, wie das kleine Mädchen zwischen der Trostlosigkeit Wiens und der rauen Landarbeit ihre Kindheit verliert, aber gleichzeitig die unzerstörbare Sehnsucht nach Liebe und Zugehörigkeit in sich trägt.

Besonders berührend ist, wie Luzias kindliche Naivität und ihr starkes Bedürfnis nach Zuwendung mit der Härte der damaligen Lebensbedingungen kontrastieren. Trotz der Kälte, die sie überall erfährt, versucht sie, die Welt um sich zu verstehen – eine Welt, in der sie weder von ihrer Familie noch von der Gesellschaft als wertvoll erachtet wird.

Der Autor lässt das historische Wien lebendig werden: Inmitten von politischen Unruhen, Arbeitslosigkeit und gesellschaftlicher Ausgrenzung spürt man die Ausweglosigkeit, die viele Menschen damals empfanden.

Luzia ist ein schmaler, aber umso intensiverer Roman. Dieses Buch ist eine gute Wahl für Leser, die sich für historische Romane interessieren und bereit sind, sich auf eine melancholische, jedoch wertvolle Lektüre einzulassen.

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