Imitator ist nach Komplize der zweite Thriller des Autors Daniel Stenmans. Die Bücher können aber unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Thematik ist keine leichte Kost.
Die Polizei hat gerade die Krefelder Bestie festgenommen. Einen Mann, der Ehepaare in ihrem Haus überfällt, die Frauen vergewaltigt, die Männer zusehen lässt und sie anschließend brutal tötet.
Im Fall von Björn und Amelie Wagner, konnte der Täter daran gehindert werden, seine Opfer zu töten. Das Ehepaar überlebt, ist aber schwer traumatisiert. Während Amelie weiterhin in einer Klinik ist, versucht Björn seinen Alltag wieder zu meistern.
Parallel dazu läuft der Kommissarin Sonja Krüger eine nackte, verletzte Frau vors Auto. Im Verlauf stellt sich heraus, dass es Parallelen zur Krefelder Bestie gibt. Doch die sitzt in U-Haft. Gibt es einen Nachahmungstäter?
Der Schreibstil des Autors ist direkt und schnörkellos. Es gibt 2 Perspektiven, aus welchen der Leser Einblicke bekommt. Außerdem einen Prolog und einen Epilog.
Sehr tiefe Einblicke bekommt man in die Gedanken des Protagonisten und Traumaopfers Björn Wagner.
Die andere Perspektive ist die von Sonja und ihren Kollegen.
Der Spannungsbogen setzt zu Beginn recht hoch an. Man ist direkt mittendrin in der Geschichte. Im Verlauf streut der Autor immer wieder neue Wendungen. Auch an weiteren Opfern mangelt es nicht.
Obwohl ich eine Theorie bezüglich des Täters hatte, mit der ich nicht ganz falsch lag, wurde ich am Ende doch noch überrascht.
Was die Protagonisten angeht, fiel es mir schwer, einen wirklichen Zugang zu finden. Niemand war mir wirklich sympathisch. Während Björn mir anfangs noch leid tat, konnte ich irgendwann kein Verständnis mehr für seine Handlungen aufbringen.
Auch mit Sonja bin ich nicht warm geworden. Ihr Egoismus, ihren Beruf an erste Stelle, vor ihr Kind, zu stellen, war mir etwas too much und machte sie für mich unsympathisch.
Die Auflösung war plausibel, vielleicht hätte aber eine Täterperspektive noch mehr Einblicke in die Vergangenheit und das Motiv gegeben









