Bios

von Daniel Suarez 
4,0 Sterne bei29 Bewertungen
Bios
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gorgophols avatar

Spannende Zukunftsvision. Aber nicht auf dem Niveau früherer Werke

AnjaScs avatar

Ein rasanter SciFi Thriller mit Potential nach oben, der aber dennoch unterhält

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Inhaltsangabe zu "Bios"

Kultautor Daniel Suarez hat eine neue Menschheitsbedrohung im Visier: Humangenetik. Wahnsinnig visionär. Wahnsinnig spannend.

Im Jahr 2045 ist das Zeitalter der biologischen Moderne angebrochen. Algen und Pilze bauen Autogehäuse, die Städte werden nachts von Leuchtbäumen erhellt. Auch vor dem menschlichen Körper macht diese Revolution nicht halt. Jeder will Designer-Babies, ob legal oder nicht. Die Zeche zahlen andere.
Kenneth Durand leitet bei Interpol den Kampf gegen Genkriminalität. Und ein Mann steht dabei im Fadenkreuz: Marcus Demang Wyckes. Eines Tages erwacht Durand aus dem Koma. Man hat ihn entführt. Er sieht anders aus. Seine DNA ist verändert. Er ist Marcus Demang Wyckes. Der Mann, der weltweit gesucht wird …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499291333
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:17.11.2017

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Rezensionen und Bewertungen

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    AnjaScs avatar
    AnjaScvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein rasanter SciFi Thriller mit Potential nach oben, der aber dennoch unterhält
    Ein rasanter SciFi Thriller

    Inhalt:

    Stell Dir vor, dass Du eigentlich der Spitzenermittler der Zukunft bist, der mit Hilfe von Geoanalysen und Bewegungsprofilen feststellen kann, wo die Banden die illegalen DNA Labore haben.
    Mit Deiner Hilfe wird ein Labor nach dem nächsten hochgenommen. Stell Dir vor, eine der mächtigsten Banden dieser neuen Welt findet es nicht lustig und will Dich dafür aus dem Weg räumen. Aber sie will Dich nicht einfach umbringen, sie wollen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Durand soll von der Bildfläche verschwinden und Wyckes ebenfalls. Der Plan ist gut: IN VIVO DNA Veränderung von Durand, damit dieser wie Wyckes aussieht, aber er soll an diesem DNA Eingriff sterben. Ab da läuft der Plan schief, denn Durand überlebt das Attentat und ist nun gesuchter Verbrecher auf der Flucht und auf der Suche nach Wyckes selber.

    Eine abenteurliche Jagd durch die asiatische Welt beginnt in der wir eine Menge erfahren über den aktuellen Zustand der Welt, die Genetik, Crispr, was per Genediting erlaubt ist und was nicht... Aber gerade das was nicht erlaubt ist, das ist das was Geld bringt:
    Superintelligente Kinder, besonders sportliche Kinder, eine längere und gesunde Lebenserwartung, die perfekte Waffe...

    Fazit:

    Haben wir hier einen Wissenschaftsthriller der Extraklasse?
    Was sich für mich zuerst ein wenig anhörte wie HELIX von Marc Elsberg, ist doch viel mehr.

    Wir haben hier einen Thriller, der Genetik mit "Im Körper des Feindes" zu einem spannenden und rasanten SciFi Mix zusammen bringt.

    Was passiert wenn der Gute plötzlich im Körper des Bösen steckt?
    Was passiert wenn der Gute entdecken muss, dass nicht alles Gold ist was glänzt und es verdammt viele Schattenseiten gibt? 
    Was ist wenn per Genetik die komplette Veränderung eines Menschen möglich wäre?

    Die ganze Entwicklung bringt auch hier die unvermeidliche Staatskontrolle mit sich, alles nur zum Wohle des Volkes...

    Die Geschichte verläuft eigentlich wie es zu erwarten war und auch das Ende kommt wenig überraschend und doch habe ich mich von BIOS gut unterhalten gefühlt. Das Buch ist in einigen Situationen sicherlich haarsträubend und es gibt auch ein paar kleinere Logikfehler und einige Szenen mussten so ablaufen, damit der Autor auf das gewollte Ende zusteuern konnte.
    Die Charaktere sind (bis auf die Hauptprotagonisten) alle samt etwas blass, aber es sind auch nur Statisten und denen schenkt der Autor wenig Aufmerksamkeit. 
    Der Böse ist wirklich böse, beschäftigt nur wirklich schlechte Menschen (aber sind es überhaupt noch echte Menschen) und ja, das ist natürlich stereotyp.

    Hört sich nach harter Kritik an? Vielleicht, aber im Ganzen ist es ein rasanter Thriller, mit kleinen Schönheitsfehlern.
    Das Buch ist sicherlich nicht vergleichbar mit Daemon oder Darknet, aber dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

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    tootsy3000s avatar
    tootsy3000vor 9 Monaten
    Evolutionsplan der (nahen) Zukunft?

    Als mir das Buch vom Verlag angeboten wurde, war ich gleich Feuer und Flamme. Die Zukunftsvision, die dieser Thriller inszeniert interessiert mich total. Vieles, das in die Handlung eingebaut ist und bearbeitet wird, gibt es tatsächlich schon. So manches ist uns nur aus dem Gedächtnis gefallen, oder wurde zu wenig beachtet.

    Klonen zum Beispiel. Suarez beschränkt sich in seinem Thriller nicht nur auf das Kopieren von Tieren. Nein, in seinem Szenario wird mit menschlicher DNA gehandelt und exakte Kopien erstellt. Er geht aber noch einen Schritt weiter. Er verändert die DNA von lebenden Menschen, tauscht sie aus, gewollt oder ungewollt. So erging es seinem Helden Kenneth Duarand. Außer seinen Erinnerungen, ist nichts mehr so wie es war. Er erwacht als ein komplett anderer Mensch und soll für die Taten des Mannes, den er selber jagd, angeklagt werden. 

    Eine grausige Vorstellung oder? Man ist seiner eigenen DNA nicht mehr sicher. Bösewichte entführen Menschen und rauben ihnen ihre DNA um ihnen die eigene einsetzen zu lassen. Um so ungestört weiterzumachen. Natürlich mit Hilfe von viel Geld von Leuten die es haben und die sich selber in ihren „Wunschbody“ hüllen möchten. Denn Geld regiert die Welt. Schönheitsoperationen waren heute, DNA Austausch ist moren.

    EVOLUTION NACH PLAN

    Designer-Babys werden in den USA in Labors ja schon kreiert, sind also keine Zukunftsvision mehr. Dies ist ebenfalls eine Thematiken, welche der Autor in diesem Thriller aufgreift. Mit Hilfe von sogenannten Edits, können interessierte Paare in den illegalen Einrichtungen ihr Wunschkind kreieren und austragen lassen. Da geht es nicht mehr nur um Aussehen, Intelligenz, Wachstum, Krankheitsvermeidung, Hautfarbe sind nur einige Aspekte, mit denen Kindern eine möglichst gute Zukunft von Beginn an erkauft wird. Denn nur die Elite schafft es in dieser Zukunft zu bestehen. Alle anderen siechen in Armut dahin, ohne Arbeit, ohne Perspektive. 

    Mit Hilfe eines Wissenschaftlers, der sich nicht uneigennützig mit Duarand auf den beschwerlichen Weg macht um Wyckes zu finden, möchte sich der Kommissar seine DNA wieder zurück holen um wieder der Alte zu werden. Denn ein Zurück zu seiner Familie und zu seinem früheren Leben ist nur möglich, wenn er wieder so aussieht wie vor der Entführung. Eine wilde Jagd durch Thailand und durch die Wälder Myanmars, sorgt für den Nervenkitzel den die doch etwas trockene, aber interessante, Thematik durchaus gebrauchen kann. 

    Die Technologie ist weit fortgeschritten. Autos fahren selbstständig, ebenso Flugzeuge und Helikopter. Dronen sind nicht mehr nur klein, es gibt sie in allen möglichen Größen, ausgestattet mit der neuesten Technologie. Auch Militärisch hat sich vieles geändert. 

    Aber auch Biologisch hat sich viel getan. Fleisch wird künstlich erzeugt, Gemüse und Obst wird in Türmen produziert und auch in die DNA von Pflanzen und Tieren wird eingegriffen um sie zu verändern. All das zu lesen ist schon etwas befremdlich, doch auch nicht allzuweit hergeholt. Die Zukunft wird kommen, wie viel sich aus diesem Biopunk Thriller bewarheiten wird, wird sich zeigen.

    Mein Fazit:

    Ein wirklich gut struktuierter Science Fiction Thriller, der eine Zukunft vorhersieht, die beängstigend ist. Vieles, das in diesem Roman beschrieben wird gibt es schon, allerdings noch nicht in dem Ausmaß. Die Forschung wird aber nicht halt machen und möglichweise genau auf solche oder ähnliche Szenarien, wie im Roman beschrieben, hinarbeiten. Keine schöne Vorstellung für meine – unsere – Kindeskinder :(. 

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    Julia_Kathrin_Matosvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Hoher Unterhaltungswert, tolle Szenerie, viel Stoff zum Nachdenken
    Hoher Unterhaltungswert, tolle Szenerie, viel Stoff zum Nachdenken

    Ein DNA-Kriminologe im Körper des Feindes, auf der Flucht sowohl vor Gesetzesbrechern als auch -hütern, auf der Suche nach Aufklärung und Wiedergutmachung. Verpackt in einem innovativen, überzeugenden, erschreckenderweise auch ziemlich glaubwürdigen Nahe-Zukunft-Szenario.

    Hauptfigur Kenneth Durand, aus dessen Sicht die meisten Situationen dargestellt werden, wirkt durch seine Wertvorstellungen und seine süße Familie sympathisch. Durch eine weitreichendere Darstellung innerer Kämpfe und Gedankengänge während bestimmter Vorhaben hätte man noch etwas mehr Tiefe verleihen können, was aber Geschmackssache und Meckern auf hohem Niveau ist. Zum Mitfiebern hat es für mich allemal gereicht.
    In den Nebenrollen empfand ich Aiyana Marcotte und Bryan Frey als starke Charaktere.
    Ich gebe anderen Rezensenten darin Recht, dass die wenigen Gegenspieler Erinnerungen an James-Bond-Filme wecken.

    Der Weltenbau ist komplex und überzeugend. Suarez beleuchtet nicht nur auf anschauliche und einprägsame Weise neuartige technische Möglichkeiten, sondern zeigt auch bildhaft auf, wie sich Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft usw. in 30 Jahren verändert haben könnten. Das wirkt stimmig und zeugt von guter Recherche. Das i-Tüpfelchen wäre es gewesen, noch mehr solcher Entwicklungen als für die Storyentwicklung elementare Bestandteile zu etabilieren. So hat man aber immerhin ein belebtes Kopfkino: Selbst wenn man an der Seite einer Figur zu Fuß durch den Dschungel stapft, wird durch die Anreicherung mit Details doch stets vergegenwärtigt, dass man sich in einem futuristischen Thriller befindet.
    Geneigte Leser können Bezüge zu bereits bestehenden Missständen und Gesellschaftskritik herauslesen.

    Während der Flucht im Mittelteil schleichen sich ein paar Längen ein.
    Manche Entwicklungen hatte ich vorausgeahnt, wurde aber auch stellenweise überrascht.
    Einige Szenen sind sehr abenteuerlich, action-lastig, kurzweilig, sodass der Verdacht naheliegt, man habe die Verfilmung im Blick. Ich finde das gar nicht schlecht, denn ich mag es, bei düsterer Grundstimmung mal zu lachen und aufgelockert zu werden (Beispiel: Hai).
    Charmant fand ich z. B. auch die Frage, ob man einer Künstlichen Intelligenz danken solle. Zitat: „Wir sprechen uns wieder, wenn Ihre Maschinen gekränkt klingen, weil Sie etwas nicht kaufen wollen.“

    Die intensivsten Szenen, die gleichzeitig auch Erschütterung ausgelöst haben und besonders im Gedächtnis nachhallen, sind für mich diejenigen in den Genlaboren und Präsentationsräumen.
    Der Roman regt dazu an, über differenzierte Reglementierung in der Genforschung und -editierung, Überwachung und hieraus folgende Konsequenzen (Chancen und insbesondere Risiken) nachzudenken, angefangen bei Pflanzen, beim Einsatz in der industriellen Herstellung, über Tiere bis hin zu Menschen, wobei das Streben nach Glück, Komfort, Normal-sein (Stichwort Gendefekt, Erbkrankheit), Besser-sein, Moral, Macht, Wirtschaftsinteressen eine Rolle spielen.

    Meine durch den Klappentext hohen Erwartungen wurden erfüllt. Ein Roman, wie ich ihn mag. Über weite Strecken anspruchsvoll und intelligent, dabei noch so flüssig zu lesen und so unterhaltsam, dass es nicht anstrengend wirkt. Wenn ich - so wie hier – obendrein etwas dazulerne, zum Nachdenken angeregt werde und nachhaltige Eindrücke mitnehme, ist mir das auch bei ein paar Kritikpunkten im Ergebnis noch fünf Sterne wert. Ich habe mir mit DAEMON: Die Welt ist nur ein Spiel (Die DAEMON-Romane 1) nun meinen zweiten Suarez-Roman gekauft.

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    Nisniss avatar
    Nisnisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bizarres Science-Fiction-Szenario über Gen-Kriminalität
    Evolution nach Plan

    Stell dir vor du schaust in den Spiegel und dir blickt ein dir fremder Mensch entgegen. So geschehen in Daniel Suarez Science-Fiction-Thriller BIOS. Die Story schreibt das Jahr 2045. Die Gentechnologie ist inzwischen so weit, dass das Gen-Editing zur Vermeidung von Gendefekten und tödlichen Erkrankungen an Embryonen erlaubt ist. Die UN-Konventionen erlauben jedoch nicht, dass das Ungeborene durch Gen-Manipulation maßgeschneidert wird.

    High-Tech-Kriminelle und Syndikate ermöglichen Eltern, durch eine Editierung die Gen-Ausstattung ihrer ungeborenen Kinder zu beeinflussen. Ob sie ihren Kindern blaue Augen wünschen, eine hohe Intelligenz anstreben oder ob sie ihnen eine Sportlerkarriere durch eine höhere Leistungsfähigkeit ermöglichen wollen, ist illegal nur noch eine Frage des Geldes.

    Michael Durand ist Interpol-Agent und jagt Verbrecher, die weltweit unethische Gen-Kriminalität betreiben. Im Fokus steht dabei das Syndikat der Huli jing mit dem brutalen Marcus Demang Wyckes an der Spitze.

    Als Durand durch ein kriminelles IT-Manöver mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Singapur vorliebnehmen muss, spürt er plötzlich den Einstich einer Injektion, bevor er bewusstlos zusammenbricht und ins Koma fällt. Wochen später erwacht er an einem fremden Ort und sieht sich im Spiegel Marcus Demang Wyckes gegenüber, dem brutalen Verbrecher, Massenmörder und Sklavenhändler, den er unermüdlich, aber bisher erfolglos gejagt hat. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn nun jagt Interpol Durand.

    Der Autor:

    Bevor Daniel Suarez mit dem Schreiben begann, machte er als Systemberater Karriere und entwickelte Software für zahlreiche große Firmen der Militär-, Finanz- und die Unterhaltungsindustrie. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 2006 unter Pseudonym im Eigenverlag. Nachdem das Buch die Internet- und Gaming-Community im Sturm erobert hatte, wurde ein großer Verlag darauf aufmerksam. In der neuen Ausgabe avancierte «Daemon» zum Bestseller; eine Verfilmung ist in Vorbereitung. Daniel Suarez lebt und arbeitet in Kalifornien. (Quelle: Rowohlt Verlag)

    Reflektionen:

    Mit seinem Roman BIOS hat Daniel Suarez ein bizarres, erschreckendes, aber vor allem vorstellbares Gentechnik-Szenario gezeichnet. Als Leser kann man nur hoffen, dass die hier düster beschriebene Gen-Kriminalität noch lange utopisch bleiben wird.

    Der Einstig in die Geschichte gelingt durch den flüssigen Schreibstil mühelos. Suarez zeichnet ein Bild der Technologien, die im Jahre 2045 selbstverständlich sind. Von Drohnen-Lieferservices, automatisiert fahrenden E-Mobilen, Helikopterflügen ohne menschliche Piloten, bis hin zu leuchtenden Bäumen, die als Lichtquelle dienen, taucht man ein in eine Welt, die uns so fern gar nicht mehr ist.

    Leider überspitzt Suarez meines Erachtens die schriftstellerische Freiheit der Wortfindung, wenn er Begrifflichkeiten der Zukunfts-Technologien benennt. Mit Fortschreiten der Handlung bin ich davon sogar genervt, obwohl ich andererseits eine gute Recherche zur Thematik Gen-Technologie erkennen kann.

    Die Geschichte um den Interpol-Agenten Durand ist zunächst sehr spannend und ich verfolge interessiert das Horror-Szenario, als sich Durand mit dem Blick im Spiegel dem Verbrecher gegenübersieht, den er bisher mit Herzblut gejagt hat. Früh erklärt es sich, dass der brutale Massenmörder und Syndikats-Chef Wyckes Durands Gene manipuliert hat. Auch das Warum ist für den Leser nachvollziehbar und intelligent ins Bild gesetzt, so dass man zügig durch die Seiten liest. Doch mit Zunahme der Seitenzahl durchschaut man, dass da außer Action nichts Großes mehr kommt, außer das Durand auf der Flucht viele gefährliche Hürden meistern muss, die durchaus spannend erzählt sind, aber zahlreiche Nebenschauplätze plämpern vor sich hin, ohne das Bewegung in die Spannungskurve kommt.

    Zitat:

    „Er ist ein Enantiomorph.“Durand starrte weiter auf den Screen. „Spiegelbildliches Leben. Deshalb können ihm Biotoxine nichts anhaben. Auch keine Humanviren, - parasiten oder – kranheiten. Weil er die Umkehrung von Leben ist.“„Verstehe ich nicht“. Frey schnippte mit den Fingern, auf der Suche nach Worten. „Chiralität. >Händigkeit> - nicht buchstäblich natürlich, aber eine bestimmte Anordnung der Atome. Die lässt sich umkehren – von links nach rechts und von rechts nach links. Dann haben die Moleküle zwar noch dieselbe chemische Formel, sind aber spiegelbildlich zueinander. Und interagieren deshalb verschieden mit anderen Substanzen, obwohl sie rein formal dieselbe Verbindung darstellen.“ „Und Sie glauben, dieser Mann...“„Ist eine Umkehrung. Alle komplexen Organismen auf der Erde bestehen aus linksdrehenden oder Levo- Aminosäuren. ...

    Daniel Suarez hat seinen inhaltlichen Schwerpunkt sehr stark auf die Technologien im Jahr 2045 fokussiert. Absolut gut recherchiert und verargumentiert wird Gentechnik, Gen-Manipulation und Gen-Kriminalität in die fiktive Geschichte mit eingebunden, doch vielen Charakteren nimmt er so den Raum für Intensität. Ansatzweise gelingt es Suarez eine Tiefe zu produzieren, doch sie blitzt nur viel zu gelegentlich auf. Was Suarez jedoch schafft ist, dass man während des Lesens selbst eine Tiefe in die Geschichte hineininterpretiert, da Gentechnik, wie zum Beispiel die embryonale Genforschung, schon manches Mal in unserer heutigen Zeit zur Diskussion stand. Man beginnt nachzudenken und überlegt für sich, was moralisch richtig oder falsch sein kann und Nachdenken tut uns bekanntlich recht gut.

    Im Nachhinein würde ich Suarez ans Herz legen wollen, seine Charaktere intensiver zu zeichnen und das Agieren der Figuren noch mehr in den Vordergrund zu rücken.

    Fazit und Bewertung:

    Daniel Suarez hat mit Bios ein bizarres, erschreckendes, aber vor allem vorstellbares Gentechnik-Szenario gezeichnet. Als Leser kann man nur hoffen, dass die hier düster beschriebene Gen-Kriminalität noch lange utopisch bleiben wird.

    BIOS ist ein lesenswerter, spannender und actiongeladener Science-Fiction-Thriller, doch eine Spur mehr inhaltliche Dramaturgie und das Handeln vielfältigerer Figuren hätte diesem Roman das gewisse Fünkchen an Tiefe verliehen.

    Was bleibt ist die Frage:

    „Kommt unsere Identität aus unserem Herzen oder aus unserer DNA?“

    4 Sterne

    ©nisnis-buecherliebe

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    gorgophols avatar
    gorgopholvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Zukunftsvision. Aber nicht auf dem Niveau früherer Werke
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    KillaBabenos avatar
    KillaBabenovor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Interessantes Zukunftsszenario der Genkriminalität. Hat sich für mich leicht gezogen.
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    A
    alexanderptokvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Odyssee durch eine perverse Zukunft; und eine Suche nach den Grenzen des Erlaubten. Saumäßig spannend, hoch brisant und aktuell. KAUFEN
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    kultfigurs avatar
    kultfigurvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Beängstigende Zukunftsvision einer Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten bei Bio- und Gentechnologie. Klare Kaufempfehlung!
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    alascas avatar
    alascavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wilder Ritt mit Abstechern auf philosophische Nebenpfade. Unwahrscheinlich? Ich fürchte nein ...
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    Myriam_Vantrepolvor einem Monat

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Pressestimmen

    Daniel Suarez präsentiert eine komplett neue Zukunftsvision, so wie William Gibson es seinerzeit mit dem Cyberpunk getan hat, aufregend und alarmierend. … Er glaubt, dass es so kommen wird, ganz im Ernst. Lesen Sie und staunen.

    Michael Crichtons Erbe.

    Alles sehr actionreich, aber das Beste an dem Buch ist sein beunruhigendes Bild einer Zukunft, in der Menschen ihre Körper wie die Kleider tauschen können. … Suarez hat es einfach raus, schockierende Zukunftsszenarien völlig glaubhaft erscheinen zu lassen, und sein neuester High-Tech-Thriller ist der beste.

    Ein herausragender Thriller. Die Tiefe und Eleganz dieser Dystopie - ganz zu schweigen von der Fähigkeit des Autors, komplexe Wissenschaft dem Laien nahezubringen - nimmt es mit allem auf, was Crichton je geschrieben hat.

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