Daniel Tammet

 4 Sterne bei 77 Bewertungen
Autor von Elf ist freundlich und Fünf ist laut, Wolkenspringer und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Daniel Tammet

Daniel Tammet, 1979 in London geboren, arbeitete nach seiner Schulausbildung zunächst als ehrenamtlicher Englischlehrer in Litauen. In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern versucht er, seine Krankheit zu erforschen und besser zu verstehen. Er lebt heute in Kent und leitet ein Online-Unternehmen, das Sprachkurse anbietet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Daniel Tammet

Cover des Buches Elf ist freundlich und Fünf ist laut (ISBN: 9783641192662)

Elf ist freundlich und Fünf ist laut

 (61)
Erschienen am 28.01.2016
Cover des Buches Wolkenspringer (ISBN: 9783492257831)

Wolkenspringer

 (8)
Erschienen am 11.03.2010
Cover des Buches Die Poesie der Primzahlen (ISBN: 9783404608485)

Die Poesie der Primzahlen

 (7)
Erschienen am 13.08.2015
Cover des Buches Born on a Blue Day (ISBN: 1439559155)

Born on a Blue Day

 (1)
Erschienen am 08.10.2008

Neue Rezensionen zu Daniel Tammet

Cover des Buches Elf ist freundlich und Fünf ist laut (ISBN: 9783641192662)Jessica-buchmoments avatar

Rezension zu "Elf ist freundlich und Fünf ist laut" von Daniel Tammet

Elf ist freundlich und Fünf ist laut
Jessica-buchmomentvor 8 Monaten

Daniel Tammet ist Autist und hat das Savant-Syndrom – eine Kombination, die ihn zu einem außergewöhnlichen Menschen macht. So ist es ihm z. B. gelungen, einen Weltrekord aufzustellen, indem er die Zahl Pi bis zur 22.514 Stelle auswendig aufsagte.

Das Buch handelt von seiner Lebensgeschichte und ist in die verschiedenen Lebensphasen aufgeteilt, die jeweils ein Kapitel darstellen. Es ist wirklich interessant, ein bisschen „in den Kopf“ eines so genialen Menschen zu sehen. Dennoch hat sich das Buch für mich irgendwie unvollständig angefühlt. So beschreibt Tammet z. B. wie er schon in der Schule ein Außenseiter war und immer etwas anders war, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, das vieles nur angerissen wurde.

Dennoch ist einfach wahnsinnig interessant zu lesen, über welche Fähigkeiten Daniel Tammet verfügt. Es ist nicht nur der Pi-Rekord, er lernt auch in gerade einmal einer Woche eine neue Sprache und führt nach dieser Woche mehrere Interviews auf entsprechender Sprache.

Nicht nur Tammet’s Fähigkeiten sind spannend zu lesen, sondern auch seine Entwicklung. Während er als Kind (mit vielen Geschwistern) am liebsten alleine seine Ruhe hat und sich im Grunde nirgendwo alleine traut, schon weil er Angst hat, sich zu verlaufen, führt er als Erwachsener eine lange Beziehung. Er reist alleine in andere Länder und lernt eine ganz neue Selbstständigkeit kennen.

Insgesamt ein tolles Buch über einen außergewöhnlichen Menschen.

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Cover des Buches Die Poesie der Primzahlen (ISBN: 9783404608485)Dorfwolfs avatar

Rezension zu "Die Poesie der Primzahlen" von Daniel Tammet

Die Welt der Zahlen
Dorfwolfvor 6 Jahren

Im Buch "Die Poesie der Primzahlen" von Daniel Tammet erzählt uns Tammet Geschichten über Zahlen.
Mehr kann man nicht sagen, doch das muss nicht heißen, dass das Buch schlecht ist.
Das Gegenteil ist der Fall. Noch nie habe ich jemanden so von Zahlen reden hören und das Buch hat mir meinen Horizont erweitert.

Ich würde dieses Buch jedem weiter empfehlen, da es ein anderes Bild von den vermeintlich "langweiligen" Zahlen gibt.

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Cover des Buches Elf ist freundlich und Fünf ist laut (ISBN: 9783453640405)Dr_Ms avatar

Rezension zu "Elf ist freundlich und Fünf ist laut" von Daniel Tammet

Wie normal ist normal?
Dr_Mvor 7 Jahren

Wenn wir davon hören, dass ein Mensch sich innerhalb von wenigen Wochen 22514 Nachkommastellen der irrationalen Zahl Pi merken und vor einem großen Publikum und laufenden Kameras aufsagen kann, dann sind wir verblüfft, weil wir uns nicht vorstellen können, wie das zu schaffen ist. Daniel Tammet hat diese Leistung vollbracht, und wir kaufen uns dieses Buch vor allem, weil wir wissen wollen, wie so etwas möglich ist.

Eine Antwort werden wir nie erhalten, es sei denn, wir kennen sie schon, weil wir über dieselben Fähigkeiten verfügen wie Daniel. Sein Gehirn funktioniert anders als bei Menschen, die "normal" sind. Für ihn verbinden sich Zahlen mit Gefühlen, Farben und Figuren. Die Nachkommastellen von Pi bilden in seinem Kopf eine numerische Landschaft, die er sich genau merken kann. Er löst mathematische Probleme nicht wie ein Mathematiker, sondern auf seine ganz eigene Weise, die für einen Mathematiker mehr als verwunderlich ist.

Daniel ist krank, jedenfalls nach der Definition von Neurologen. Nach meinem laienhaften Verständnis ist in seinem Gehirn die Fähigkeit, strukturell zu denken, extrem gut entwickelt. Dafür kann er diese Gehirnregion nicht sehr gut mit anderen verbinden. Es fällt ihm zum Beispiel schwer, abstrakt zu denken oder Aussagen nicht wörtlich zu nehmen. Er fühlt sich in einer Welt sich immer wiederholender Vorgänge sicher und wird sehr nervös, wenn etwas in dieser Wohlordnung durcheinander gebracht wird.

In seinem Buch erzählt er die Geschichte seiner ersten dreißig Lebensjahre. Wir lernen, wie er seine Welt wahrnimmt, wo und wie er anders ist als die meisten von uns und wie seine Mitmenschen ihn sehen. Wenn wir also aus diesem Buch nicht erfahren, wie man auch ohne Autist zu sein, Daniels Fähigkeiten erwerben kann, warum sollten wir es dann lesen?

Der australische Professor Allan Snyder behauptet, dass autistisches Denken sich nicht grundlegend vom gewöhnlichen Denken unterscheidet. Es sei nur eine extreme Ausprägung davon. Auch Verhaltensweisen von Autisten sind nicht nur bei ihnen anzutreffen. Wie immer gibt es zwar eine harte diagnostische Grenze, an der die Krankheit festgestellt wird, vielleicht aber besitzen viele mehr Menschen als man vermutet gewisse Ausprägungen autistischen Verhaltens unterhalb der diagnostischen Grenze. Möglicherweise begreifen sie beim Lesen dieses Buches, was wirklich mit ihnen los ist.

Mich hat dieses Buch sehr bewegt, weil ich Daniels Lebenssicht sehr gut nachvollziehen kann. Für ganz normale Menschen ist seine Geschichte vielleicht nur wegen seiner verblüffenden Fähigkeiten interessant, obwohl wohl kaum jemand mit ihm tauschen möchte. Viele schreiben, er sei ein Betroffener. Aber irgendwie sind wir alle von irgendwas betroffen, die einen mehr, die anderen weniger. Wir können uns unser Leben nicht aussuchen und arrangieren uns gewöhnlich mit ihm. Als ich vor einigen Jahren einmal für eine kurze Zeit im Rollstuhl fahren musste, habe ich sehr schnell ein völlig anderes Verständnis für dauerhafte Rollstuhlfahrer entwickelt. Auch Daniel möchte bestimmt nicht bedauert, sondern vielmehr akzeptiert und respektiert werden. Wenn wir es zulassen, hilft uns dieses Buch zu einem anderen Verständnis einer besonderen Art nicht "normaler" Menschen.

Fazit.
Man kann aus diesem Buch nicht lernen, wie man zu außergewöhnlichen Merkfähigkeiten gelangt. Aber man erhält ein tieferes Verständnis für mildes autistisches Verhalten. Das Buch ist gewiss keine außergewöhnliche schriftstellerische Leistung. Darum geht es hier aber nicht. Ich habe aus ihm sehr viel mehr gelernt als ich vorher vermutet hatte.

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