Daniel Twardowski Das blaue Siegel

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Inhaltsangabe zu „Das blaue Siegel“ von Daniel Twardowski

Ein actionreicher historischer Kriminalroman, der Mitte des 19. Jahrhunderts in Indien spielt Indien 1866. Der amerikanische Detektiv John Gowers soll rätselhafte Todesfälle im Königshaus der Oudh aufklären. Hatte die britische Kolonialregierung ihre vielen Hände im Spiel? Es beginnt eine abenteuerliche Reise quer durch Indien, bei der ihm die hübsche Leibwächterin Ishrat zur Seite steht. Rasch kommt er ihr näher, aber von ihrem wahren Auftrag ahnt Gowers nichts. Kurz darauf entgeht er nur knapp einem Mordanschlag. Der Täter trug eine blaue Tätowierung im Nacken, das Zeichen der Könige von Gwalior - doch deren Dynastie gilt seit Jahrzehnten als ausgestorben …

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  • Indien im ewigen Eis

    Das blaue Siegel

    Schokolatina

    Ich war – gelinde gesagt – etwas überrascht, als ich das Buch anfing. Ich wollte einen Indien-Roman/Krimi lesen und landete bei Schnee und Eis auf einem Expeditionsschiff auf der Suche nach der Nord-West-Passage. Aber es hat sich gelohnt. Während John Gowers in Indien seinem Beruf als Investigator, sprich: Detektiv, nachgeht, geben die Rückblenden zur Suche der Nord-West-Passage einen Einblick in das Leben des jungen John Gowers als Schiffsjunge. Während der ältere in Indien schwitzt und versucht, die Mordanschläge auf eine alte indische Königslinie zu klären, überwintert der Schiffsjunge drei Jahre im Polareis. Es ist ein wirklich hübscher Gegensatz, das unwirtliche eiskalte, immer weiße, eisbedeckte Land auf der einen Seite, das knallbunte, laute, wimmelnde, stinkende, blühende, arme und reiche, vor Leben strotzende Indien auf der anderen. Während in den Rückblenden die Natur den Tod bringt, ist es in Indien die „böse Absicht“, die sich auf verschlungenen Pfaden fantasievoll ihrer Feinde entledigt. Dieses Hin und Her gibt dem Buch eine atemraubende Spannung, verbleibt am Ende der Kapitel doch immer irgendwie so eine Art Cliffhanger, ein offenes Ende, während erst einmal der andere Teil der Geschichte kommt. Historische Krimis sind ja seit einiger Zeit groß im Kommen. Damit sie gut sind, müssen sie gut recherchiert sein, müssen Teile der Handlungen mit den historischen Gegebenheiten übereinstimmen. Erst dann kann man sich als Leser darauf einlassen, kann man das Gefühl haben, auch etwas zu lernen über die damaligen Zeiten und Umstände. Ich lese ja nun meist (gerade historische Romane und Krimis) mit einer offenen Wikipedia-Seite und auch mit einigen Google-Bildern, um einen ersten, oberflächlichen Eindruck von den Örtlichkeiten zu haben. Was Twardowski über das Rote Fort schreibt, über die indischen Paläste… es hat in mir die Sehnsucht geweckt. Ich fand das Buch gut und flüssig geschrieben, sehr gut recherchiert, natürlich hat es dann für den Fortgang der Story die künstlerische Freiheit, an sich eine erfundene Geschichte mit erdachten Charakteren zu erzählen. War so begeistert, dass ich mir Band 1 der Abenteuer von John Gowers gleich bestellt habe. 

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    • 2

    Arun

    04. July 2014 um 17:32
  • Rezension zu "Das blaue Siegel" von Daniel Twardowski

    Das blaue Siegel

    MissGlueck

    06. November 2012 um 15:00

    Buchtitel und Cover in Tateinheit hätten mich nicht dazu auffordern können, 'Das blaue Siegel' zu kaufen. Ich habe das Buch geschenkt bekommen und irgendwann zur Hand genommen und war ungemein angenehm überrascht. In zwei parallel geführten Handlungssträngen führt der spannende Kriminalroman in das exotische Indien zur Zeit der britischen Besatzung und an den Polarkreis, wo sich mutige Kapitäne der Britischen Marine einen wahren Wettlauf um die Entdeckung neuer Landstriche liefern. In beiden Handlungssträngen ist John Gowers die zentrale Figur (als erwachsener Mann während seiner Ermittlungen in Indien) und als (Schiffs-)Junge an Bord der Investigator zwischen Eisbären und Eskimos. Der Roman ist bombig recherchiert, lehnt sich eng an historische Fakten und allein die Figur des John Gowers sowie die unerklärlichen Morde an unzähligen Kindern einer königlichen Familie in Indien sind fiktiv. Der Aufwand, alleine für die Recherche nautischer und militärischer Feinheiten muss beträchtlich gewesen sein und fordert meinen Respekt für den Autor. Mit viel Witz und sprachlich anspruchsvoll, darüber hinaus mit großer literarischer Kenntnis und dem Talent, äußerst brutalen Szenen durch eine wiederum schlichte, sachliche Ausführung den Schrecken zu nehmen, führt D. Twardowski über 400 spannende Seiten hinweg durch diesen Roman. Ein echtes Kleinod, das aus meiner Sicht bis dato zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Darum habe ich den Roman auch für den Leserpreis 2012 von Loveley-Books vorgeschlagen. Kleines Manko: Hin und wieder habe ich den Autor zum Teufel gewünscht, weil der Roman konsequent von Kapitel zu Kapitel zwischen den Handlungssträngen springt und das in schöner Beständigkeit an den spannendsten Stellen. Dabei hätte es dieses Griffes gar nicht bedurft, um die 'Kurve' zu halten. Es erschließt sich auch nicht so ganz der Sinn dieses Vorgehens, weil es zu keiner Verknüpfung beider Lebensabschnitte der Hauptfigur kommt. Aber dies am Rande. Ich bin begeistert von der Exotik, der Spannung und den historischen Hintergründen, die dieser feine Roman vermittelt. Und nicht zuletzt von seiner bisweilen fast unfreiwilligen Komik und den unzähligen philosophischen Betrachtungen seiner Protagonisten. Absolut empfehlenswert! Vielleicht werde ich ja doch noch Krimi-Fan?

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