Daniel Woodrell Winter's Bone

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Inhaltsangabe zu „Winter's Bone“ von Daniel Woodrell

'He belongs in the forefront of American fiction' John Williams, Independent (Quelle:'Flexibler Einband/24.02.2011')

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    Winter's Bone

    Saralonde

    06. February 2016 um 15:50

    Die sechzehnjährige Ree lebt mit ihrer Mutter und zwei jüngeren Brüdern in bitterster Armut in den Ozarks von Missouri. Der Vater ist seit geraumer Zeit verschwunden. Früh musste Ree Verantwortung übernehmen, sie führt den Haushalt, beschafft Essbares und erzieht die Brüder, denn ihre seelisch kranke Mutter ist dazu nicht mehr in der Lage. Ree erfährt, dass ihr Vater, der Crystal Meth kocht, das Grundstück und das Haus, in dem die Familie seit Generationen lebt, als Sicherheit für einen Gerichtstermin angegeben hat. Erscheint er nicht zu diesem Termin, ist das Anwesen verloren. Verzweifelt macht sich Ree auf die Suche nach dem Vater. Man kann sich kaum vorstellen, in welch erbärmlichen und rauen Zuständen Menschen mitten in den USA leben. In den Ozarks hat sich eine durch Elend, Kriminalität und Brutalität gekennzeichnete White-Trash-Kultur herausgebildet, die Daniel Woodrell uns in seinem wohl bekanntesten Roman schonungslos beschreibt. Gewalt und Waffengebrauch sind an der Tagesordnung, auch begabte Kinder wie Ree haben kaum eine Chance, ihrem Schicksal zu entrinnen. Der Autor, der selbst aus den Ozarks kommt, verließ sein Zuhause mit 17, um zur Marine zu gehen. Auch Ree wünscht sich, zur Army gehen zu können, doch wer versorgt dann die Mutter und die Brüder? Die größte Stärke des Buchs ist seine zentrale Figur: Die äußerst erwachsene, verantwortungsbewusste und taffe Jugendliche Ree ist eine der stärksten Romanfiguren, die ich bisher kenne. Doch nicht nur dieser tolle Charakter macht dieses Buch so einmalig, Woodrells Schilderungen sind von einer rohen Intensität, der man sich nicht entziehen kann. Die Sprache ist in den Dialogen natürlich stark geprägt vom Slang der Hillbillys, einzelne Wörter sind selbst mithilfe von Wikipedia und LEO nicht ganz einfach zu verstehen. Dennoch ist das Buch gut und schnell lesbar. Rees Geschichte hat mich von Anfang bis Ende des relativ kurzen Romans gefesselt. Außerdem trägt dieses Buch dazu bei, uns Europäern Einiges zu erklären, was wir an den USA vielleicht nicht ganz verstehen, etwa, warum die Waffenlobby in den USA so viel Macht hat. Eine unbedingte Leseempfehlung! P.S. Auch die werksgetreue Verfilmung mit Jennifer Lawrence kann ich wärmstens empfehlen.

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