Daniel Woodrell Winters Knochen

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Inhaltsangabe zu „Winters Knochen“ von Daniel Woodrell

Eine Heldin, die Sie ihr Leben lang nicht vergessen werden Ein eiskalter Winter in Missouri. Dort lebt die 16-jährige Ree Dolly und kümmert sich um ihre beiden jüngeren Brüder, seit die Mutter psychisch erkrankt ist. Ihr Vater verdient sein Geld mit Drogengeschäften. Dann erfährt Ree vom Sheriff, dass ihr Vater nicht zum angesetzten Gerichtstermin erschienen ist. Sollte er nicht innerhalb einer Woche auftauchen, verliert die Familie das Dach über dem Kopf. Damit bleiben Ree sieben Tage, um ihren Vater zu finden. Tot oder lebendig.

Dunkle Story mit Höhen und Tiefen im Hillbilly-Milieu.

— Arun

sehr gut geschrieben, aber mitreißen konnte es mich nicht

— EFST79

Spannend geschrieben, fesselnd bis zum Schluß. Ein Buch, das ziemlich düstere Lebensumstände beschreibt, allerdings wirklich gut.

— Helles_Leuchten

Ohne große Worte beeindruckend eindrücklich geschrieben

— Kinkerlitzchen

Unglaublich fesselnd und bedrückend. Von Woodrell werde ich sicher noch mehr lesen.

— Cattie

Ein moderner Western: Ein mutiges Mädchen kämpft um Haus und Hof gegen archaische Familientraditionen. Großartig!

— Gulan

bin gerade beim lesen und komme nicht mehr wek (: Einfoch toll das Buch. Mal was anderes

— IchLiebeLesen

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  • Winters Knochen - mit Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    bauerhepeter

    21. September 2016 um 21:17

    Mit  Daniel Woodrell bei den  Abgehängten   in Missouri. Abgehängtsein , Staatsverdrossenheit und Parallelgesellschaft – Begriffe die schon längerer Zeit in unserer Medien sehr aktuell sind und überall in politischen Diskussionen eine  große Rolle spielen. Diese gehäufte Verwendung suggeriert uns oft ,oberflächlich betrachtet, ein typisches  gegenwärtiges bundesdeutsches Problem daß es aber bei genauerem Hinsehen überall auf der Welt schon immer zu jeder Zeit des Menschseins  gibt ,So auch im Bundesstaat Missouri der USA ,in den uns dieser amerikanische  Schriftsteller mit seinem Buch " Winters Knochen  "gerne mal mitnimmt. Denn hier ist seine Heimat , hier in sein Platz nicht nur literarisch bedingt . Missouri ist ein US-Bundesstaat des Mittleren Westens , den ich auch schon mal besuchen durfte .Missouri wurde nach dem Fluss Missouri benannt, der  wie der Mississippi  durch diesen Staat fließt. Im Süden an der Grenze und auch dorthin überlappend nach Arkansas liegen die  Ozark Mountains . ein  in der Höhe an unsere Mittelgebirge erinnerndes Hochplateu bewaldet vorwiegend mit Eichen ,Kiefern, Nußbäumen und durchzogen von vielen Höhlen .Es wird gejagt und gefischt ,oft bzw meist ohne Genehmigung und eifrig gesammelt was die Wälder alles so hergeben wie Holz Honig ,Nüsse und Beeren. Die Häuser sind oft einzeln gelegen ,selten  gibt es grössere zusammenhängende Ansiedlungen . Anstatt Planwagen und Blockhütten  hat es heute für die hier Lebenden   gebrauchte Pickups und  ausgebaute alte Wohnwagen aber die jederzeit greifbaren Winchester ,zu denen schnell gegriffen wird , haben auch die  Ära des Wilden Westen überstanden. Vor den  heruntergekommenen Häusern schlagen ausgezehrte Hunde wild kläffend an und manchmal denkt man habe sich  auf einen Autofriedhof verirrt oder es wäre jederzeit Spermüllabholtag .Hier bleibt  Kaputtes oder  Aussortiertes einfach stehen denn für aufwendige Entsorgung ist nun mal kein Geld da Man ist bekleidet mit von vielen heutzutagen belächtelten sogenannten Hplzfällerbaumwollhemden ,die aus dem Kleiderschrank der Folkrocklegende Neil Young stammen könnten ,:D . Egal was  woanders friseurtechnisch  und modemäßig  gerade angesagt ist hier sind bei alt und jung, Männlein und Weiblein die Haare noch meist schulterlang. Ältere Männer beherrschen archarisch diese patrialischen Strukturen was nicht bedeutet dass diese kräftigen Weibsbildern in ihren Jeans nichtt auch  brutal zuschlagen können und es oft auch tun. Hier wartet man nicht lange auf den Sheriff oder andere Staatsvertreter ,mit denen  man ja eh immer im Clinch wegen illegalen  Drogengenuß und  - handel mit Marihuana und Chrystel Meth liegt. In einer Art Unterschichtparallelgesellschaft regeln die ansässigen  Clans dies seit Generationen selbst nach ihren eigenen  überlieferten Gesetzen und Werten. Dies  bekommt auch die 16jährige Ree , älteste Tochter von Jessrup Dolly zu spüren als sie sich hartnäckig und kompromisslos auf  die Suche  nach ihrem verschwundenen dealenden Vater macht. Den erwartet ein wichtiger Gerichtstermin  und für die Kaution hat er ihr Famileingrundstück samt  Farmgebäude leider verpfändet.Sollte er nicht rechtzeitig  tot oder lebendig auftauchen steht der Rest der Familie, Ree und ihre  jungeren Geschwister samt kranker Mutter vor dem totalen Aus. Ree klappert somit ohne große Unterstützung anderer alle Mitglieder des Dollyclans im hinterwäldlerischen Missouri ab um etwas  über ihn in Erfahrung zu bringen . Mit  der Zeit steigt eine düstere Ahnung in ihr  auf ... David ist ein begnadeter Schriftsteller aber ob er je ein erfolgreicher global ausgerichtet sein  wird gilt zu bezweifeln. Seine  Figuren sind knapp aber überzeugend gezeichnet. Er braucht nicht weit  zu gehen oder zu fahren um sie für sich  zu finden. Es könnten gescheiterte Nachbarn sein oder alkoholabhängige Looser am Rande der hiesigen Kleinstadt .Er braucht nicht lange zu recherchieren  um  interessante Geschichten zu finden. Sie passieren  um ihn herum und besonders schön ist es daß er durch Schaffung zweier jugendlicher Hauptfiguren in  " Winters Knochen  " und  " Der Tod des Sweet Mister " auch jungere von uns daran teilnahmen lassen will. Diese sind weit weg vom Glamourleben Hollywoods und pulsiernden Städtelebens New Yorks und trotzdem genauso lesenswert , brutal und schonungslos aber nie exzessiv und gewaltverherrlichend. Auch wenn oft mal in seinem langen schwarzen Tunnel die Hoffnung zu sterben droht man sehe nie wieder Licht am Ende so scheinen doch immer mal wieder an den Seiten kurz aufgesperrte Notausgangtüren kleine Lichtstrahlendosen  von Menschlichkeit, Zuversicht und Perspektive hereinzulassen .Unterschwellige Sozialkritik geht vor Krimirätselspaß .Es werden keine Knoten im Gehirn entstehen ob falsch ausgelegter vertrackter Fährten und trotzdem folgen wir gebannt. Dieses  ländliche Potential erkannte auch die  Regisseurin Debra Granik als sie 2010 erfolgreich und gelungen die Romanvorlage Winters Knochen verfilmte. ohne dessen Nominierungen besonders um die heute weltberühmte Jennifer Lawrence ,die  Ree ein gebührendes Gesicht im kalten entbehrungsreichen Winter gab, David und seine ebenso  schreibende Frau  wiedermal mit ein paar Tausend Dollar ein  Lebensjahr bestreiten mussten .Ein Winter in grauen blassen  Farben wo die bunten  Wintermützen des  Doolynachwuchses oft die einzigen positiven  Farbtupfer zu sein scheinen. Winter, die er wie die  Dollys und die vielen Laienschauspielern von vor Ort  schon oft miterlebt hat. Winter ,die einen manchmal wegziehen lassen wollen um dann doch wieder reumütig zurückzukehren denn die Angst  vor seiner literarische Entwurzelung ist grösser. David ist hier geboren ,lebt und arbeitet hier und wird wie auch ebenso begnadete Kollegen und Kolleginnen wie der auch langsam hier geschätzte Joe R. Lansdale  aus Texas und  die leider noch unbekannte  Joan Hess mit ihrer  schnüffelnden Buchhändlerin Claire aus Arkansas  nach hoffentlich weiteren guten Büchern auch hier sterben  . Und das ist auch gut so . Nicht alle können wie ich in die Ozark Mountains reisen aber wir können sie mit Hilfe von David zu uns holen wenn auch nur meist ihre mehr düstere Seite. Wer  das Ganze noch vertiefen will besonders auch  mit Bildern darf sich  gerne der Gruppe THE UNITED STATES OF AMERIKA inclusive KANADA anschließen. Wir  begrüßen immer dort gerne neue Mitglieder. Wer noch einige Bücher der oben erwähnten Autoren für ein paar Euro ergattern möchte durchstöbert einfach mal meine Aussortieregale unten in  meiner Bibliothek. Viel Glück

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    • 3
  • Winters Knochen

    Winters Knochen

    vanjarvis

    12. April 2015 um 15:20

    Amerikanisches Hinterland: Jessup Dolly ist verschwunden, also übernimmt seine 16-jährige Tochter Ree die Rolle des Familienoberhauptes, schmeißt den Haushalt, hackt Feuerholz, kümmert sich um ihre zwei kleinen Brüder, schießt Eichhörnchen und betreut ihre psychisch kranke Mutter. Bis eines Tages der Sheriff vor der Tür steht und sie informiert, dass Jessup, angeklagt wegen der Unterhaltung eines Meth-Labors, Haus und Land für die Kaution verpfändet hat. Erscheint er nicht zum Gerichtstermin in einer Woche, landet seine Familie auf der Straße. Ree kann das nicht zulassen und macht sich auf die Suche nach ihm. Stilistisch ist der kurze Roman toll. An der Sprache bin ich direkt kleben geblieben; sie transportiert die triste, hoffnungslose Atmosphäre mit solcher Schönheit, dass man sich trotz der Härte und Brutalität der Erzählung nicht davon losreißen will. Ree ist eine verdammt starke Protagonistin, die es einem leicht macht, sie zu mögen, und auch Charaktere wie ihre Freundin Gail oder ihren Onkel Teardrop fand ich großartig. Trotzdem, vielleicht lag’s an der Kürze des Buches, aber am Ende hatte ich doch das Gefühl, dass irgendetwas gefehlt hat. Ein bisschen mehr Tiefe, ein bisschen mehr Background, ein bisschen mehr Innenleben vielleicht.

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  • Country noir

    Winters Knochen

    Gulan

    Die sechzehnjährige Ree Dolly lebt mit ihrer psychisch erkrankten Mutter und ihren zwei kleineren Brüdern in einem heruntergekommenen Haus in den Ozarks in Missouri. Der Vater ist seit längerem verschwunden. Da taucht der Deputy auf und erklärt ihr, dass ihr Vater Haus und Land als Haftkaution hinterlegt hat. Falls er nicht vor Gericht erscheint, wird alles verpfändet und die Familie steht vor dem Nichts. Ree bleibt eine Woche Zeit, ihren Vater zu finden – tot oder lebendig. Was für eine schäbige Gegend! Die Ozarks sind eine ländliche, bergige und waldreiche Region im Mittleren Westen der USA. Der Begriff Hillbilly wurde ursprünglich für die Bewohner der Ozarks geprägt. Und der Autor bringt diesen Schauplatz so richtig zur Geltung: Schneetreiben, Eiseskälte, schlammige Pfade, Straßen mit riesigen Schlaglöchern, einsame Dörfer mit heruntergekommenen Häusern. Dazu eine bedrückende Armut, White Trash, wohin man schaut. Zudem scheint jeder mit jedem verwandt zu sein und der Hauptwirtschaftszweig ist offenbar die Herstellung von Crystal Meth. Was für ein Drama! Die Familie Dolly lebt in tiefer Armut, die Mutter katatonisch, der Vater ein Meth-Koch, der schon mehrere Jahre gesessen hat und wieder angeklagt ist. Nun ist er verschwunden, an sich nichts ungewöhnliches, doch diesmal überwiegt das Gefühl, dass ihm etwas ernsthaftes zugestoßen ist. Ree stößt bei ihren Nachforschungen auf eine Mauer des Schweigens. Etwas ist passiert, doch niemand durchbricht die Omertà. Gewalt, Lügen und Schweigen dienen als uralte Familienregeln. Keiner will Ree bei ihrer Suche helfen. Im Gegenteil. Was für eine Hauptfigur! Ree Dolly ist so etwas wie die Lichtgestalt in dieser Düsternis. Sie hat nach der depressiven Erkrankung der Mutter und den regelmäßigen Absenzen des Vaters die Organisation der Familie übernommen und kümmert sich aufopfernd um ihre Mutter und ihre Brüder Sonny und Harold. Sie will Haus und Hof nicht kampflos abgeben, sondern sucht nach ihrem Vater. Sie erntet Ablehnung und Hass, doch mit ihrer Sturheit und ihrem Willen stellt sie die archaischen Traditionen in Frage. Daniel Woodrell veröffentlichte diesen Roman in Jahr 2006. Die Sprache ist zumeist hart und klar, aber dennoch schwebt immer wieder etwas Poesie über der Szenerie. Der Roman hat sowohl Elemente eines Krimis, vor allem eines Familiendramas, aber auch eines Westerns. Tatsächlich könnte man sich hundert Jahre zurückversetzt fühlen, würde nicht dauernd ein Pick-up vorfahren und Meth geschnupft. Woodrell selbst beschreibt seinen großartigen Stil sehr treffend als „country noir“. Die deutsche Übersetzung wurde erst nach der erfolgreichen Verfilmung veröffentlicht. Jennifer Lawrence spielt im Film die Hauptrolle und erhielt für ihre Darstellung der Ree Dolly eine Oscarnominierung (gewisse Parallelen zu späteren Filmrollen sind nicht von der Hand zu weisen). Eine großartige Geschichte, grimmig, mitreißend und emotional, mit einer herausragenden Hauptfigur. Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

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    • 14
  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    walli007

    Tough Girl Der Gerichtstermin ist ein paar Tagen. Nur wenn Jessup Dolly dort auftaucht, kann die Familie das Haus behalten. Seine 16-jährige Tochter Ree macht sich auf die Suche nach ihm. Das Haus ist alles, was sie haben. Die Mutter ist verrückt, ihre beiden Brüder noch zu jung. Ree hält die kleine Familie zusammen, sie trägt die ganze Verantwortung. Dann verstreicht dieser verflixte Termin und sie scheinen echt aus dem Haus geworfen zu werden. Nur ein kleines Büchlein mit gut 200 Seiten, aber ein Buch wie ein Schlag auf den Kopf, echt heftig. Ree weckt schlafende Hunde und muss dafür ganz schön viel einstecken, eigentlich mehr als eine 16-jährige ertragen kann und viel mehr als ihr zugemutet werden sollte. Aber sie beißt sich durch, beißt die Zähne zusammen, gibt nicht auf. Damit gewinnt sie den Respekt von einigen Familienmitgliedern, die sich nie vorstellen wollten, dieser Göre zu helfen. Dieses Buch musste ich echt in einem Rutsch durchlesen, so hatte es mich gepackt. Nein, nein, dachte ich, so geht man doch nicht mit Kindern und Jugendlichen um. Noch nicht mal beim american white Trash. Und dann - auch bei mir Respekt vor der Energie und dem Durchhaltevermögen der Protagonistin. Diese eigenartigen Familienstrukturen, kann es das geben? Hier auch? Kann man sich dagegen wehren, kann man entkommen? Hoffentlich ist es nur ein Roman, der keine Vorbilder in der Wirklichkeit hat. Auf alle Fälle jedoch regt das Buch zum Nachdenken an.

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    • 2

    Gulan

    07. January 2015 um 21:31
  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    shadow_dragon81

    22. January 2013 um 19:33

    Die 16-jährige Ree Dolly kümmert sich um ihre psychisch kranke Mutter und um ihre zwei jüngeren Geschwister. Ihr Vater, ein Meth-Koch, ist irgendwo unterwegs und sie weiß nicht wann er wiederkommt. Ree ist sehr abgehärtet und viel erwachsener als eine 16-jährige, welches daher resultiert, dass sie am Existenzminimum leben und die Umgebung von Gewalt und Drogen bestimmt ist. Als dann der Sheriff ihr erklärt, dass sie ihr Haus verliert wenn ihr Vater in der kommenden Woche nicht zur Anhörung erscheint, macht sich Ree auf die suche nach ihm. Die im Hinterland von Missouri lebenden Familien sind fast alle mit ihr Verwandt. Aber das hilft ihr nicht bei der Suche. Denn auch die andern Familienmitglieder stecken tief im Sumpf von Gewalt und Drogen. Eine Abenteuerliche und gefährliche Suche beginnt. Meine Meinung: Nachdem ich den Film gesehen habe, wollte ich auch unbedingt das Buch lesen. Die Geschichte ist sehr düster und realitätsnah geschrieben. Es wird nichts aufgehübscht oder verschnörkelt. Die Sprache ist knapp und hart. Es stösst einen irgendwie alles ab, aber man wird davon auch sehr angezogen und verschlingt das Buch regelrecht. Ich war sehr von der Hauptprotagonistin beeindruckt. Sie ist noch so jung und wirkt trotzdem schon so erwachsen. Ihr Leben ist so hart und es gibt so gut wie keine Lichtblicke, die es erträglicher machen und doch meistert sie es. Beim lesen hatte man immer so ein mulmiges Gefühl und man ist sich bewusst geworden, dass man es wirklich gut hat. Fazit: Ich kann das Buch nur empfehlen für alle die mal eine Blick auf die unschönen Seiten der Welt werfen wollen. Es ist wirklich beeindruckend geschrieben und geschildert.

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  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    sabatayn76

    22. December 2012 um 19:48

    '[...] und Dad konnte sonst wo sein.' Inhalt: Nach dem Verschwinden ihres Vaters kümmert sich die 16-jährige Ree Dolly um ihre psychisch kranke Mutter und ihre beiden jüngeren Brüder. Eines Tages steht der Sheriff vor der Tür, und Ree erfährt, dass ihr Vater Jessup, ein in der Umgebung bekannter und vorbestrafter Meth-Koch, sein Haus und seinen Wald für die Kaution verpfändet hat und dass er, wenn er in der kommenden Woche nicht vor Gericht erscheint, alles verlieren wird. Ree macht sich daraufhin auf die Suche nach ihrem Vater. Mein Eindruck: 'Winters Knochen' ist ein düsteres Buch, das sehr lebendig und realistisch vom Leben im Hinterland von Missouri erzählt. Die Protagonisten und die Umgebung wurden dabei sehr überzeugend beschrieben und charakterisiert, die Geschichte ist fesselnd, der Roman durch die kurzen Kapitel und die klare Sprache schnell und flüssig lesbar. Inhaltlich geht es hier oft brutal zu: Woodrell erzählt von einem trostlosen, harten Leben voller Drogen, Armut, Gewalt, Entbehrungen, er berichtet von verlorenen Träumen, enttäuschten Hoffnungen und gescheiterten Existenzen, so dass der Roman sehr bewegend und fesselnd ist. Trotz all der Trostlosigkeit ist 'Winters Knochen' jedoch nie weinerlich, die Protagonistin Ree kämpft sich durchs Leben, verliert nie die Hoffnung, klagt niemanden an. Mein Resümee: 'Winters Knochen' ist ein sehr bewegendes und spannendes Buch, das ich sehr empfehlen kann. Und ich werde sicherlich noch mehr von Daniel Woodrell lesen.

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  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    Phil Decker

    25. October 2012 um 10:56

    Liest sich fast wie eine Novelle. Die Charaktäre sind wunderbar beschrieben. Die Geschichte ist etwas abenteuerlich angelegt und hat mich ein bißchen an True Grit erinnert. Fast ein Western in Neuzeit mit mittelarterlich anmutenden Clan-Fehden. Wie auch immer. Gute Geschichten erzählen kann er auf jeden Fall. Da diese zeitlos sind, warte ich aber auf die Taschenbuchausgabe seinen neues Buches.

  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    Archibald Pynchon-Light

    10. February 2012 um 08:53

    Ree Dolly ist ein sechzehnjähriges Mädchen, das mit ihrer pflegebedürftigen Mutter und zwei kleinen Brüdern in einer heruntergekommenen Hütte im Hinterland von Missouri haust. Die Familie lebt jenseits des Existenzminimums und Ree hat allein die Verantwortung für die Familie. Eines Tages erfährt sie vom Deputy-Sheriff, dass ihr Vater erneut wegen eines Drogenvergehens angeklagt ist und das Haus, den einzigen Besitz der Dollys, für seine Kaution verpfändet hat. Ree hat keine Ahnung, wo ihr Vater steckt, aber wenn er nicht vor Gericht erscheint, dann wird ihre Familie ihr Zuhause verlieren und auf der Straße sitzen. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Vater und muss ihn innerhalb einer Woche finden - oder den Behörden seine Leiche präsentieren. Wie brutal die Einhaltung dieser Gesetze durchgesetzt wird, muss Ree bald am eigenen Leib erfahren. Nicht nur, dass sie innerhalb des Verwandten- und Bekanntenkreises auf eine Mauer des Schweigens trifft, das Vergehen ihres Vaters muss so schwerwiegend sein, dass alle akzeptieren, was mit seiner Familie passiert. Winters Knochen bietet einen depremierenden Blick in die Lebenswelt des White Trash, so völlig fern von allem, was man ansonsten in US-Serien zu sehen bekommt. Familien im amerikanischen Hinterland, die nur dank erlegter Tiere genug Essen haben, um nicht zu verhungern. Statt Hustensaft gibt es Whiskey mit Honig für die kleinen Brüder. So lange, bis Ree feststellt, dass ihnen der „Sirup“ viel zu gut schmeckt. Alle Konflikte werden mit den Fäusten oder Waffengewalt gelöst, Alkoholsucht ist weit verbreitet und die Haupteinnahmequelle ist die Produktion von Crystal Meth, einer sehr billigen und sehr gefährlichen Droge. Trotz dieser bedrückenden Lebensumstände ist die sechzehnjährige Ree zwar desillusioniert, aber noch nicht völlig verbittert. Sie tut, was getan werden muss, ohne lange darüber nachzudenken, womit sie dieses Leben verdient hat, und ohne darüber zu klagen. Ihre Entschlossenheit ist bewundernswert und sie lässt sich von niemandem einschüchtern. Ree ist eine Figur, die stets ihre Würde behält, selbst wenn sie brutal verprügelt in ihrem Blut und Kot liegt. Winters Knochen ist ebenso erschütternd wie spannend, die Sprache prägnant und eindringlich. Die Geschichte wird niemanden kalt lassen. Die hochgelobte Verfilmung gewann den großen Preis beim Sundance Film Festival und die Hauptdarstellerin wurde für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert.

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  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    JoshuaThree

    21. July 2011 um 21:33

    Keine Rezension - eher eine Wertung bzw. Hinweis: Ein gutes Buch - allerdings sollte man Buch und Film möglichst zeitnah zusammen lesen bzw. sehen, da beide sich durchaus ergänzen. Liefert das Buch einiges mehr an Zusammenhängen, Entwicklungen, die durch näher beleuchtete Verwandschaften der Protagonisten in einem klareren Licht da stehen - transportiert der Film die grundlegende Stimmung deutlich besser - auch wenn er sich in einzelnen (nicht immer unwichtigen) Details nicht an die Vorlage hält. Fünf Sterne für die Kombination Buch/Film - das Buch alleine bewerte ich mit 4 Sternen - der letzte Stern fehlt wegen der aus meiner Sicht uninspirierten Übersetzung, die zum großen Teil den Leser auf Distanz hält - ihn nicht in das Geschehen hineinzieht.

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  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. May 2011 um 16:02

    Einfach großartig - und besser als (der gute) Film!

  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    Boris

    Am 31.3.2011 kommt die Verfilmung von "Winter´s Bone" in die deutschen Kinos. Ich kann nur jedem raten: Schaut euch den Film an! Dies ist doch eine Leseseite!!! Geht doch um Bücher! Stimmt, aber das Buch ist so geschrieben, als hätte der Autor die Verfilmung beim schreiben schon im Kopf gehabt. Der Autor, steht auf dem Klappentext, hat an Writer Workshops teilgenommen. Merkt man. Ist gut gemacht. Der Mann "kann" schreiben. Die gut 200 Seiten habe ich sehr schnell gelesen. Bestes amerikanischen Handwerk. Ich wußte durch den Film zwar schon wie es ausgeht, trotzdem bleibt man dran. Ach ja, worum geht es eigentlich. Das Buch spielt im tiefsten Mittelwesten Amerikas, in Missouri. Die 17 jährige Ree kümmert sich um ihre beiden jüngeren Brüder und um ihre demente Mutter seit ihr Vater Jessup verschwunden ist. Die gesamte Sippe, man sagt wohl "White Trash", verdient ihren Lebensunterhalt durch das kochen von Meth. Jessup ist zu seinem Gerichtstermin nicht erschienen, hat das Haus der Familie für seine Kaution verpfändet. Also muß Ree den Vater finden oder nachweisen: Er ist tot und konnte deswegen den Termin nicht "wahrnehmen". Cormac McCarthy ist mir immer wieder beim lesen eingefallen. "Verlorene", zum Beispiel. Da kommt Woodrall natürlich auch nicht ansatzweise heran. Zu brav, zu kalkuliert das Ganze. ABER: Geht ins Kino! Der Film ist richtig gut! Schaut ihn euch aber nur im Orginal an. Diese Menschen sprechen nicht Deutsch! Und das Gesicht von Jennifer Lawrence,... Schluß mit der Schwärmerei!

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    • 4
  • Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

    Winters Knochen

    Buecherwurm1973

    08. April 2011 um 16:55

    Die 16-jährige Ree sorgt aufopferungsvoll für ihre Mutter und ihre beiden Brüder. Ihre Mutter ist schwer krank. Ihr Vater Jessup Dolly ist auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Er hat Haus und Land für die Kaution verpfändet. Wenn er nicht zur Gerichtsverhandlung erscheint, verliert seine Familie ihr Zuhause. Niemand will Jessup Dolly gesehen haben. Ree wird auf ihrer Suche von ihrer Verwandtschaft unmissverständlich klargemacht, dass man nicht über ihren Vater sprechen will. Das Buch zieht einen total in den Bann. Es ist aber nicht die Geschichte. Die ist viel zu simpel. Es ist der Sprachstil von Daniel Woodrell. Er versteht es die Umgebung und Situationen so zu beschreiben, dass man mittendrin ist. Man sieht das karge Land vor sich. Man sieht die Menschen mit ihrer eher schäbigen Kleider vor sich. Ihre Ausdrucksweise ist ziemlich rau. Der Autor beschönigt nichts, sondern hat einen realitätsnahen Roman abgeliefert.

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