Daniel Zipfel

 4.7 Sterne bei 11 Bewertungen

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Eine Handvoll Rosinen

Eine Handvoll Rosinen

 (11)
Erschienen am 17.08.2015

Neue Rezensionen zu Daniel Zipfel

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Rezension zu "Eine Handvoll Rosinen" von Daniel Zipfel

Wir sind zuallererst nämlich Menschen …
Sikalvor 3 Jahren

Traiskirchen 2003: Jedem Österreicher ist das größte Flüchtlingslager des Landes ein Begriff. Ludwig Blum, penibler Beamter bei der Fremdenpolizei entscheidet in seiner Funktion über das Hier und Jetzt von Menschen. Menschen voller Angst, Hang zur Selbstverstümmelung und der Suche nach Heimat. Sein Gegenspieler ist der Afghane Nejat Salarzai, Schlepper und Organisator für neue Dokumente & Co.

Während Blum sich wie ein Ertrinkender an Paragraphen klammert, für seine Handlungen den Staat vorschiebt, erfährt man, dass auch er bereit war Grenzen zu überschreiten und für einen kurzen Moment die Bürokratie zu vergessen.

„Eine moralische Verpflichtung haben wir gehabt! Denn niemals darf der Dienst über die Moral gestellt werden! Wir sind zuallererst nämlich Menschen.“

Nejat Salarzai erzählt ruhig und lächelnd seine Vorstellungen, seine Forderungen (oder sind es Drohungen) und betont laufend, dass er sich um sämtliche Probleme kümmert. Er zieht Blum in einen schmutzigen Strudel der Mittäterschaft, verleitet ihn zum Amtsmissbrauch um letztendlich wieder alles in die richtige (seine) Richtung laufen zu lassen.

Der Autor, Daniel Zipfel, arbeitet als Rechtsbeistand für Flüchtlinge und leitet sie durch die Bürokratie unseres Landes. Durch seine Erfahrungen wirkt die Geschichte nicht konstruiert sondern authentisch, seine Charaktere nicht überlegen und platt sondern menschlich mit sämtlichen Fehlern und Schwächen, die dazu gehören. Nicht alles wird erklärt, vieles liest man zwischen den Zeilen.

Diese fiktive Schacherei über das Schicksal und das Leben von Menschen - nur ein Geschäft, nicht mehr. Rosinen als Zahlungsmittel innerhalb dieser Gruppe, Entscheidungen über Leben und Tod ohne mit der Wimper zu zucken.

Traiskirchen 2016: Die Geschichte könnte genauso in der heutigen Zeit spielen. Es hat sich nichts verändert, die Aktualität ist ungebrochen. Was wir leider häufig vergessen: Wir sind zuallererst nämlich Menschen …

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Rezension zu "Eine Handvoll Rosinen" von Daniel Zipfel

Dem Teufel die Seele verkauft!
kassandra1010vor 3 Jahren

Die Flüchtlingswelle bricht in Traiskirchen nicht ab und Blum, ein Beamter erster Klasse gerät mitten hinein in einen Strudel aus Schlepperbanden, Lug und Betrug.

 

Dank seines alten Schulfreundes gelingt es ihm, einen tieferen Einblick in die Welt der Asylanten zu erhalten, auch wenn es ihm schwerfällt von seinem Beamtentum abzuweichen.

 

Erst als der Afghane ihn bereits fest in der Hand hat, bringt ihn dessen Todesplan einiger Flüchtlinge in einem Kühlwagen dazu, seine Seele zu befreien, aber er hat nicht damit gerechnet, dass er sie bereits dem Teufel verkauft hat.

 

Ein brandaktuelles Buch über die Situation der Flüchtlinge, der Gesetzestreuen und denen, die schier überfordert sind, den richtigen Weg zu finden.

 

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Rezension zu "Eine Handvoll Rosinen" von Daniel Zipfel

Das Thema "Flüchtlinge" ist aktuell.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Zum ersten Mal habe ich ein Buch gelesen und habe keine Ahnung, wie ich die Rezi verfassen sollte.
Eine Inhaltsangabe wäre unnötig, aber nichts vom Inhalt verraten, wär auch doof.

Alle von uns hören, sehen und lesen über Flüchtlinge. Über die schrecklichen Geschichten, traurigen Unfälle und den herzlosen Menschen, die sich darüber ärgern. Überall wird darüber geredet. Jeder von uns sollte sich nur ein paar Gedanken über die Flüchtlinge machen. Nur ein paar.

Daniel Zipfel hat es geschickt gemacht, er hat in einem berührenden Buch Geschichten erzählt, die tagtäglich in Traiskirchen passieren. Die Familie X muss raus, Familie Y bleibt. Der Herr Z muss noch sagen, wie alt er ist. Für die Männer B und C ist kein Platz.
Würdet ihr hier arbeiten wollen? Würdet ihr gerne Menschen wieder wegschicken? Würdet ihr gerne Familie trennen? 
Ludwig Blum hat diesen Job und scheint daran fast zu zerbrechen. Denn es ist ein harter Job. Er beginnt sich für die Flüchtlinge einzusetzten und bleibt in der ganzen Geschichte ein Mensch.

Dieses Buch ist keine leichte Lektüre. Wie ihr merkt, schreib ich heute nur komisches Zeug. Denn ich kann euch nicht erklären, wie dramatisch dieses Buch ist. Ihr müsst euch vorstellen, wie es ist hunderte von Flüchtlingen zu sehen und ihre Akten durchzuackern..

"Höflichkeit ist die Blüte von Menschlichkeit"
"Zu erst Vertrauen, dann Zahlen".

Lest das Buch bitte einfach selber und lernt daraus. 

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Gespräche aus der Community

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"Sie haben gesagt, Sie würden mir glauben, dass meine Tochter in Österreich lebt. Sie haben mir ein Glas Wasser angeboten und gesagt, Sie würden mir glauben. "


Worum geht's?

Ludwig Blum ist ein rechtschaffener Mann. Er glaubt an die Gesetze. An den Staat. An die Gerechtigkeit. Als Fremdenpolizist in Traiskirchen, dem größten Flüchtlingslager Österreichs, leistet er Hilfe, wo er kann, und unterlässt sie, wo ihm die Hände gebunden sind. Bis es um die Abschiebung von Aram Khalil geht und im Zuge einer Betreuungskrise Hunderte Flüchtlinge auf der Straße schlafen müssen. Da beginnt Ludwig Blum an den Gesetzen zu zweifeln und daran, ob die Welt eine gerechte ist. In diesem Moment begegnet er dem afghanischen Schlepper Nejat Salarzai, der ihm auf brutale Weise eine andere Art der Ordnung vor Augen führt.

Daniel Zipfel ist seit vielen Jahren Asylrechtsberater. Dementsprechend realistisch zeichnet er in seinem beeindruckenden Romandebüt das bizarre Bild einer untragbaren und hochaktuellen Situation, die alle Beteiligten an ihre Grenzen führt. Fernab jeglichen Klischees zeigt er ambivalente Figuren, die ein klares Urteil unmöglich machen.


Erscheinungstermin: 17. August 2015


Daniel Zipfel

geboren 1983 in Freiburg im Breisgau, lebt und arbeitet in Wien als Autor und Jurist in der Asylrechtsberatung. Zahlreiche Stipendien und Preise: u.a. Longlist des MDR-Literaturwettbewerbs 2014, Start-Stipendium des BMUKK 2013. Seine Erzählungen sind in österreichischen Literaturzeitschriften erschienen. „Eine Handvoll Rosinen“ ist sein erster Roman.

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Bewerbung zur Leserunde: 

Wenn ihr mehr wissen wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 2. August 2015 für eines von 10 Leseexemplaren von "Eine Handvoll Rosinen". Sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. 

Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht!

Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme! 

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