Daniel de Roulet

 3,3 Sterne bei 14 Bewertungen

Lebenslauf von Daniel de Roulet

Daniel de Roulet, geboren 1944 in Genf, war Architekt und arbeitete als Informatiker in seiner Geburtsstadt. Seit 1997 Schriftsteller. Autor zahl­reicher Romane und Essays, für die er in Frankreich mit ver­schiedenen Preisen ausgezeich­net wurde. Er lebt in Genf. Im Limmat Verlag sind zehn Titel von Daniel de Roulet lieferbar, zuletzt ist der Roman «Kamikaze Mozart» erschienen.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Staatsräson (ISBN: 9783039260195)

Staatsräson

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Neu erschienen am 27.10.2021 als Hardcover bei Limmat.

Alle Bücher von Daniel de Roulet

Cover des Buches Fukushima, mon amour (ISBN: 9783455403527)

Fukushima, mon amour

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Erschienen am 06.05.2011
Cover des Buches Sturz ins Blaue (ISBN: 9783857916380)

Sturz ins Blaue

 (2)
Erschienen am 01.08.2011
Cover des Buches Zehn unbekümmerte Anarchistinnen (ISBN: 9783857918391)

Zehn unbekümmerte Anarchistinnen

 (2)
Erschienen am 06.10.2017
Cover des Buches Staatsräson (ISBN: 9783039260195)

Staatsräson

 (1)
Erschienen am 27.10.2021
Cover des Buches Blaues Wunder (ISBN: 9783857913334)

Blaues Wunder

 (1)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Kamikaze Mozart (ISBN: 9783857917110)

Kamikaze Mozart

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Erschienen am 01.09.2013
Cover des Buches Mit virtuellen Grüssen! (ISBN: 9783857912856)

Mit virtuellen Grüssen!

 (0)
Erschienen am 01.08.1997
Cover des Buches Wenn die Nacht in Stücke fällt (ISBN: 9783857918728)

Wenn die Nacht in Stücke fällt

 (0)
Erschienen am 12.03.2019

Neue Rezensionen zu Daniel de Roulet

Cover des Buches Staatsräson (ISBN: 9783039260195)aus-erlesens avatar

Rezension zu "Staatsräson" von Daniel de Roulet

Unterm Teppich ist viel los
aus-erlesenvor 3 Stunden

Was darf der Bürger (wissen)? Was darf Literatur (schreiben)? Was darf der Staat? Keine Fragen, die man mit seinem Nachbarn in der Warteschlange beim Discounter bespricht. Daniel de Roulet stellt sie, nicht in der Warteschlange, sondern in diesem Buch. Dass er anecken wird, ist ihm klar. Genauso wie seinem Ermittler, dem Journalisten Niklaus Meienberg. Gefeierter Reporter, der es in der Vergangenheit einigen zu weit getrieben hat. Beim Tages-Anzeiger in Zürich darf er nicht mehr schreiben. Nun lebt er mehr schlecht als recht in Paris. Zusammen mit Flavia. Sie fotografiert neben ihrem Studium, das ihr ihre Eltern finanzieren. Sie können das. Denn als Bundespräsident hat der Vater durchaus die finanziellen Mittel. Und diesen, Kurt Furgler, will Meienburg, der Ermittler, unbedingt interviewen. 

Es ist das Jahr 1977. In Deutschland erreichen die Aktivitäten der RAF ihren Höhepunkt. Seit einigen Wochen ist Arbeitgeber Präsident Schleyer Geisel der RAF. Im Jura wird der seit Wochen verschwundene Offiziersaspirant Flükiger gefunden. Tot. Ebenso wie schon bald darauf der Polizist Heusler, der im Tod Flükigers ermittelte. Flavia findet eine Krawattenspange in der Nähe des Fundortes. Die sieht so aus wie die von Schleyer. Dort werden dann auch zwei RAF-Terroristen verhaftet. 

Es bleiben nicht die einzige Leichen in Daniel de Roulets kurzen Romans „Staatsräson“. Denn hier kommt so ziemlich alles zusammen, was einen aufwühlenden, sich an der Realität orientierenden Krimi zusammenzukommen hat. Zu dieser Zeit gewann die Bewegung zur Gründung des Kantons Jura immer mehr Aufwind. Auch durch den bereits erwähnten Kurt Furgler. Mit militanten Aktionen machten die Separatisten Furore. Und Vater Staat? Er muss zusammenhalten, die Form wahren, die Ordnung aufrechterhalten. Alles zusammenkneifen, was zusammenzukneifen ist. Stramm stehen vor dem Erreichten, und einen Weg finden, wie ohne Gesichtsverlust die unabänderlichen Veränderungen durchzusetzen sind. Opfer auf beiden Seiten sind vorprogrammiert. 

Auf den ersten Blick scheint es unmöglich zu sein ein derart umfassendes Thema auf so wenigen Seiten, nur knapp über einhundert, abschließend abbilden zu können. Doch wie sein Ermittler Niklaus Meienberg schafft er es komplexe Sachverhalte mit wenigen Worten nicht nur zu umreißen, sondern sie genau so darzustellen wie sie waren. Das ist wahre Schreibkunst! Und so ganz nebenbei: Alle in diesem Buch vorkommenden Personen sind real. Ihre Handlungen legte ihnen Daniel de Roulets Phantasie zu Füßen. Wer nach dem Lesen immer noch der Meinung ist, dass Staatsräson das Nonplusultra sei, liest es noch einmal. Widerstand ja, aber nicht um jeden Preis. 

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Cover des Buches Zehn unbekümmerte Anarchistinnen (ISBN: 9783857918391)Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Zehn unbekümmerte Anarchistinnen" von Daniel de Roulet

Der Traum von Unabhängigkeit und einer besseren Welt
Bellis-Perennisvor einem Monat

Saint-Imier, eine Kleinstadt im Schweizer Jura, und deren Uhrenmanufakturen 19. Jahrhundert sin die Kulisse für dieses interessante Buch.  

1872 arbeiten viele Menschen in den Manufakturen von Longines und Heuer - weltweit bekannte Uhrenmarken. Vor allem Frauen, die tagaus und tagein die selben Handgriffe machen müssen, um eine der Präzisionsuhren zu erschaffen, sind es leid, um ein Drittel weniger bezahlt zu bekommen sowie nebenbei den Haushalt und Kindererziehung zu schupfen, immer der Gefahr ausgesetzt, beim Schwanken der Auftragslage als erste gekündigt zu werden.  

Einige, nach Unabhängigkeit von Macht und Kapital strebenden Menschen, schließen sich auch in der Schweiz, nach dem Pariser Vorbild, zu „Kommunen“ zusammen. So wird 1872 nach einem Besuch von Michail Bakunin, einem Gegenspieler von Karl Marx, die „Internationale der antiautoritären Föderation“ gegründet. 

Zahlreiche Bewohner lassen sich von den Idealen anstecken. Unter anderem zehn Frauen, deren Geschichte hier in diesem Buch anhand von Dokumenten recherchiert und nacherzählt wird.  

Zehn Frauen, die es leid sind, von Fabrikanten, Pfarrern, Männern und den Umständen im Allgemeinen gegängelt zu werden, beschließen nach Südamerika auszuwandern und dort ein unabhängiges Leben zu führen.

Sie bereiten sich akribisch vor. Jede besorgt sich als Kriegskasse eine Longines 20A. Als Vorhut verlassen Colette und Juliette, ein Liebespaar, die Schweiz. Die beiden werden bald nach ihrer Ankunft in Puntas Arenas ermordet. Von wem bleibt im Dunklen. Spielt hier ihre Homosexualität eine Rolle oder „nur“ die Unangepasstheit oder die beiden liebevoll „Zwiebeln“ genannten Longines 20A? Diese Uhren, die durch die Hände der 10 Frauen gegangen sind, werden noch eine Rolle spielen, denn durch heimlich angebrachte Gravuren lässt sich herausfinden, wessen Uhr es ist.  

Trotzdem machen sich die acht anderen Frauen auf, ihren Traum von Freiheit auszuleben. Auf der Überfahrt, auf dem Schiff sind auch zahlreiche andere verbannte Anarchisten, stirbt Emilie bei der Geburt ihres Kindes - da waren’s nur mehr sieben. 

In Patagonien angekommen, gründen sie gegen alle Widerstände eine Bäckerei und eine (eh klar) Uhrmacherwerkstatt. Sie müssen sich gegen die Kolonialbeamten, einer wie der andere korrupt und gewalttätig, wehren.  

Letztendlich bleibt nur die Bericht erstattende Valentine Grimm am Leben, die 1910 in Montevideo Zeugnis gibt, vom Versuch ihre persönliche Freiheit zu finden und eine bessere Welt zu gründen. Manchmal muten ihre Visionen reichlich naiv an. Doch sie beißen sich durch und müssen mehrmals einen Neuanfang wagen.  

Interessant finde ich, dass Valentine, obwohl nun alleine, immer das „WIR“ benützt. 

Fazit: 

Eine höchst interessante Geschichte von zehn wagemutigen Frauen, die auszogen, ihre persönliche Freiheit zu finden. Gerne gebe ich hier 4 Sterne. 

 

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Cover des Buches Fukushima, mon amour (ISBN: 9783455403527)Liebes_Buchs avatar

Rezension zu "Fukushima, mon amour" von Daniel de Roulet

Mutige Veröffentlichung
Liebes_Buchvor 8 Jahren

"Fukushima mon amour" (in Anlehnung an "Hiroshima mon amour") erschien noch 2011 in Frankreich. Der Autor, Daniel de Roulet, ist Schweizer. Der Text ist mit einem Ich-Erzähler versehen, und ich rätsel nun, ob es Fiktion ist oder nicht. Der Ich-Erzähler schreibt am 18. März 2011 einen Brief an seine japanische Bekannte Kayoko. Er erinnert sich an seine Eindrücke von Japan, auch von Fukushima ("Insel des Glücks") und von den Diskussionen, die er mit Japanern damals über die Atombomben hatte. Er erinnert sich auch an seine Arbeit als Informatiker im AKW und an seine Teilnahme bei einer Anti-Atom-Demo, bei dem ein Kernkraftgegner von der Polizei getötet wurde. Er schreibt diesen Brief, während er darauf wartet, von seiner Bekannten zu hören, dass es ihr gut geht. 
Dieses Büchlein wurde in Deutschland als Betroffenheitsliteratur und Kernkraftprosa verspottet- anscheinend aus Wut über die Thematisierung. Denn das Büchlein ist weder wehleidig noch schlecht geschrieben. Ja, es ist klein: nur 37 Seiten plus Anhang des Ablaufs der Katastrophe. Aber ich finde, es ist ein gutes Zeitdokument, das nachzeichnet, was viele normale Menschen dachten und zudem einen winzigen Einblick in die japanische Mentalität gibt. Besonders lachen musste ich über den frechen Seitenhieb auf Angela Merkel- vielleicht deshalb in Deutschland der Verriss? Ich bin Hoffmann und Campe dankbar, dass sie sich getraut haben, das Buch zu veröffentlichen. Ich bin sogar der Meinung, dass die Welt mehr "Kernkraftprosa" braucht als nur 37 Seiten!

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