Daniel de Roulet Fukushima mon amour

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Inhaltsangabe zu „Fukushima mon amour“ von Daniel de Roulet

"Wir sind in die Falle gegangen, haben an einem System mitgewirkt, von dem wir wussten, dass es einen grausamen Tod bringen wird." Ein Schweizer Schriftsteller schreibt einen bewegenden Brief der Anteilnahme und ein aufrüttelndes Dokument des Entsetzens über die nukleare Katastrophe von Fukushima.

In Tokio steht das Kirschblütenfest bevor, als sich die Havarie im Atomkraftwerk Fukushima ereignet. Nach mehreren Explosionen werden radioaktive Strahlenwerte gemessen, die denen von Tschernobyl nicht nachstehen. Daniel de Roulet hat selbst in einem Kernkraftwerk gearbeitet und befasst sich in seinen Büchern seit langem kritisch mit der Atomenergie. Er verfolgt die Katastrophe in Japan geschockt und schreibt einen sorgenvollen Brief an seine japanische Freundin Kayoko, mit der er vor genau einem Jahr in Tokio zusammen war. Kernkraftwerke sind für Daniel de Roulet Ausdruck der Maßlosigkeit und stehen in ihrem Zynismus den Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts nicht nach. Das Erschreckende: Wir wussten um das tödliche Potential der Atomkraft und haben den Wahnsinn trotzdem zugelassen. Aber hilft diese Erkenntnis jetzt den verstrahlten Mitarbeitern des Atomkraftwerks, den Evakuierten, den Bewohnern Tokios und ganz Japans? Und brauchen sie das Mitgefühl und die Betroffenheit von Europäern?

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    Fukushima mon amour

    Liebes_Buch

    08. January 2014 um 20:15

    "Fukushima mon amour" (in Anlehnung an "Hiroshima mon amour") erschien noch 2011 in Frankreich. Der Autor, Daniel de Roulet, ist Schweizer. Der Text ist mit einem Ich-Erzähler versehen, und ich rätsel nun, ob es Fiktion ist oder nicht. Der Ich-Erzähler schreibt am 18. März 2011 einen Brief an seine japanische Bekannte Kayoko. Er erinnert sich an seine Eindrücke von Japan, auch von Fukushima ("Insel des Glücks") und von den Diskussionen, die er mit Japanern damals über die Atombomben hatte. Er erinnert sich auch an seine Arbeit als Informatiker im AKW und an seine Teilnahme bei einer Anti-Atom-Demo, bei dem ein Kernkraftgegner von der Polizei getötet wurde. Er schreibt diesen Brief, während er darauf wartet, von seiner Bekannten zu hören, dass es ihr gut geht.  Dieses Büchlein wurde in Deutschland als Betroffenheitsliteratur und Kernkraftprosa verspottet- anscheinend aus Wut über die Thematisierung. Denn das Büchlein ist weder wehleidig noch schlecht geschrieben. Ja, es ist klein: nur 37 Seiten plus Anhang des Ablaufs der Katastrophe. Aber ich finde, es ist ein gutes Zeitdokument, das nachzeichnet, was viele normale Menschen dachten und zudem einen winzigen Einblick in die japanische Mentalität gibt. Besonders lachen musste ich über den frechen Seitenhieb auf Angela Merkel- vielleicht deshalb in Deutschland der Verriss? Ich bin Hoffmann und Campe dankbar, dass sie sich getraut haben, das Buch zu veröffentlichen. Ich bin sogar der Meinung, dass die Welt mehr "Kernkraftprosa" braucht als nur 37 Seiten!

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  • Rezension zu "Fukushima mon amour" von Daniel de Roulet

    Fukushima mon amour

    WinfriedStanzick

    08. June 2011 um 10:34

    Er hat sie vor genau einem Jahr zum dortigen Kirschblütenfest besucht und hört nun erschrocken von dem Unglück in Fukushima, der Schweizer Schriftsteller Daniel de Roulet, der dort schon 1989 mit seinem Lebensbericht „Double“ nicht nur literarisches Aufsehen erregte. Und er setzt sich an seinen Schreibtisch und schreibt ihr am 18 März 2011 einen langen Brief, in dem er nachdenkt darüber, wie es seiner Freundin Kayoko wohl geht, aber auch reflektiert über die Bedeutung jenes Reaktorunglücks, das, wie er da schon ahnt, das größte bisher in der Geschichte der Atomwirtschaft war. Es ist der Versuch eines Schriftstellers und ehemaligen AKW-Mitarbeiters, wie er seiner Freundin berichtet, sein Entsetzen und seine Sorge über das Geschehene in Worte zu fassen. "Wir sind in die Falle gelaufen, haben an einem System mitgewirkt, von dem wir wussten, dass es den grausamen Tod bringen wird und hatten nur phasenweise den Mut, für unsere Ideale zu kämpfen", schreibt er nachdenklich und beim Lesen wird einem deutlich, ja, das stimmt, und wir alle haben daran mitgewirkt, auch wenn wir uns , wie der Rezensent schon in den 80 er Jahren, gegen die AKW`s engagiert haben. Es ist ein gesamter und fehlgeleiteter Lebensstil, der da in Japan explodiert ist. Ob es etwas helfen wird?

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